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Ich bin einigermaßen verzweifelt langsam.
Nochmals.
Spareinlagen SIND Verbindlichkeiten der Bank. Schulden der Bank. Es gibt auch andere Schulden der Bank. Die Bank kann z.B. Kreditlinien bei anderen Banken haben, und ausnutzen (hat Wamu auch gemacht. Muss auch JPM zurückzahlen). Aber allein 180 Mrd. sind Spareinlagen. Leute kommen zur Bank, legen 50 Dollar auf den Tisch und die Bank, also Wamu, nahm die 50 Dollar und gab ihnen dafür ein Sparbuch. Oder nen Kontoauszug darüber, oder ein Certificate of Deposit, wie auch immer.
Das muss die Bank irgendwann zurückzahlen. Es sind SCHULDEN DER BANK. Das hat mit Rückstellungen und Krediten nichts zu tun. Sie sind nicht "gut" oder "schlecht". Die Bank muss es zurückzahlen, end of story.
Das klassische Bankgeschäft besteht darin, von Sparern Geld reinzunehmen (denen schuldet die Bank was) und dieses Geld an Kreditnehmer zu verleihen. Banken machen heute auch viele andere Sachen, aber gerade bei Wamu war dieses klassische Geschäft das Entscheidende.
Es ist klar, dass man nicht einfach vergessen kann, dass diese Schulden (die Spareinlagen) mitübernommen wurden. Besonders nicht, wenn sie hundertmal soviel ausmachen wie der Nettokaufpreis.
Commerzbank zum Beispiel hat 660 Milliarden Euro Assets (ja, die sind etwa dreimal so groß wie Wamu). Aber wenn heute jemand Commerzbank für sagen wir 10 Milliarden kauft, dann wäre das nicht notwendigerweise ein Schnäppchen. Denn er müsste zirka 640 Milliarden SCHULDEN von Commerzbank, insbesondere Spareinlagen, aber auch anderes, mitübernehmen.
Und wenn sich am Ende rausstellt, dass die 660 Milliarden Assets nur zu sagen wir 630 Milliarden werthaltig sind, weil 30 Milliarden der Kredite über das hinaus was Commerzbank dafür rückgestellt hat, ausfallen, dann war er verdammt blöd für 10 Mrd. zu kaufen. Er wäre sogar blöd gewesen für 1 Cent zu kaufen.
Ist es so schwer? Eine Bank kaufen, und einen Gebrauchtwagen kaufen, oder ein Bier, das sind unterschiedliche Dinge. Man muss ein bisschen genauer hinsehen.
Es waren deutlich weniger als 300 Mrd., aber ich mag nicht schon wieder vorkramen wieviel es tatsächlich genau waren. Wir haben das dutzende Male durchgekaut. Keine Lust mehr.
Richtig ist, dass, wenn man die Wertansätze von Wamu für ihre Assets ernst nimmt, sie mehr Assets bekommen haben als sie Verbindlichkeiten übernehmen mussten. Richtig ist auch, dass diese Differenz größer als 1,8 Mrd. war. Richtig ist sogar noch, dass JPM den Wert dieser Assets zumindest anfangs höher eingeschätzt hat als 1,8 Mrd. plus die übernommenen Verbindlichkeiten.
Aber das Problem ist, es ist nicht so sicher WIEVIEL DAS WIRKLICH WERT IST. Selbst jetzt, 4 Jahre später, ist das noch nicht sicher. Man wird es vielleicht in 10 Jahren wirklich abschließend beurteilen können. Was ich hoffe gezeigt zu haben ist dass bereits KLEINE SCHWANKUNGEN in der Bewertung der Assets aus einem vermeintlich guten Geschäft ein schlechtes machen. Wenn die Wamu-Assets (also die von Wamu ausgereichten Kredite) nur 10 % weniger wert sind/waren als Wamu selbst geglaubt hat, dann hat JPM ein SCHLECHTES Geschäft gemacht.
Natürlich hat Wamu Rückstellungen gebildet. Meinetwegen bezeichne diese Rückstellungen als Verbindlichkeiten. JPM hat noch mehr Rückstellungen gebildet auf die Wamukredite. Wo der Mythos bzw. die moderne Sage anfängt ist, dass "JPM diese Rückstellungen um 20 Mrd. aufgelöst hat". Das STIMMT EINFACH NICHT. Du hast das irgendwo im Board gelesen. Es ist aber nicht so. Siehe Haustier in der Mikrowelle.
Mehrere Dinge. Erstens, wenn die PROVISION 3,36 Mrd. war, dann wurden 3,36 Mrd. zusätzliche Rückstellungen GEBILDET. Okay, im Jahr davor wurde noch mehr gebildet, aber ein Rückgang läßt sich daraus nicht ablesen. Es ist überhaupt komplizierter, denn man muss auch schauen wie hoch die charge-offs sind. Wird ein fauler Kredit z.B. verkauft oder ausgebucht, verschwindet nämlich auch die damit verbundene Rückstellung.
Aber man könnte die tatsächliche Entwicklung der Rückstellungen den Zahlen entnehmen (wenn auch nicht diesem Artikel). Ich bezweifle überhaupt nicht dass es Quartale gab, in denen die fielen. Es gab aber auch Quartale in denen sie stiegen.
Und ich habe wie gesagt keine Lust jetzt zum hundertsten Mal mit den JPM SEC Filings rumzufuchteln, wo jeder Quartalsabschluss 200 Seiten + hat. Diese Arbeit wurde x-fach gemacht, insbesondere drüben auf wallstreet-online.
Schließlich erlaube ich mir noch zu bemerken dass diese Zahlen sich auf GANZ JPM beziehen -- mitnichten auf den von Wamu erworbenen Bereich.
Und an die Kandidaten, die es nicht lassen werden können: jaaa, es ist mal wieder an der Zeit, mir "Schleimerei" und "Speichelleckerei" zu unterstellen.
Du Schleimer DU !! Du Speichellecker... Duuuuu Schleimer du!!
Der Währungsaspekt war wirklich noch das Beste an dem Wamuinvestment.
Wobei man das natürlich bei allen anderen amerikanischen Aktien auch gehabt hätte.
Oder anders gesagt: für die ganzen Wamufreaks auf Yahoo und ihub sieht das Fazit des Investments noch düsterer aus als für die Europäer.
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