25.10.2001
ComROAD Unsicherheiten bleiben
Aktienservice Research
Die Analysten von Aktienservice Research nehmen erneut die Aktien von ComROAD (WKN
544940) genauer ins Visier.
ComROAD, weltweit führender Anbieter von Telematik-Netzwerken, habe im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2001 den Umsatz gegenüber dem
Vorjahreszeitraum um über 110 Prozent auf 27,9 Millionen Euro gesteigert. Durch verstärkte Marketingaktionen anlässlich der Messen "Internationale
Funkausstellung" im August 2001 in Berlin, der "Internationalen Automobilausstellung" und dem "Eye-for-Auto" Telematik-Kongress im September 2001 in
Frankfurt, sowie dem "ITS (International Transport Services) World Congress" in Sydney, einer Road Show in China und der "Systems" in München im
Oktober 2001 hätten in Zusammenarbeit mit den 36 ComROAD GTTS-Partnern, drei Distributoren und über 800 Händlern weltweit umfangreiche Aufträge
generiert werden können. Der Vorstand gehe daher davon aus, dass der geplante Umsatz in Höhe von 95 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2001 erreicht
werde.
Zwar seien diese Geschäftszahlen durchaus positiv, dennoch würden sie noch nicht dazu beitragen, das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen. Dem
Unternehmen würden seit geraumer Zeit von einigen Börsenmedien Unregelmäßigkeiten nachgesagt – so der Vorwurf, man würde die kleinen, meist
unbedeutenden Vertriebspartner mit einer Anzahl von Geräten beliefern, welche diese in dieser Stückzahl niemals weiter vermarkten könnten. Ferner seien
vor einigen Monaten Vorwürfe laut geworden, dass man sich an diesen Vertriebsfirmen beteiligen würde, wobei der Kaufpreis zur Bezahlung der
ComROAD-Ware diene. Stichhaltige Beweise würden hierfür jedoch nicht vorliegen.
Fakt sei jedoch, dass ComROAD sämtliche Prognosen seit Notiz am Neuen Markt sowohl in Umsatz als auch Ertrag stets übertroffen habe. Dennoch könne
derzeit nicht beurteilt werden, wie substanziell die Umsätze seien, da ComROAD mit dem Hinweis auf Wettbewerbsnachteile keine Umsatzaufschlüsselung
veröffentliche. Auch Vorstandschef Schnabel trage außer Beteuerungen wenig dazu bei, die Situation zweckdienlich zu klären. Sollte Vorstandschef
Schnabel an der schnellen Klärung der Vorwürfe gelegen sein, könnte dieser eine Umsatzaufschlüsselung vorab veröffentlichen. Dies sei bislang jedoch
nicht der Fall gewesen. Somit erhöhe sich die Spannung bis zur Vorlage der Jahresbilanz, in der eine Umsatzaufschlüsselung enthalten sein werde.
Sollten sich die Umsätze wie geschildert zur Vorlage der Jahresbilanz als substanziell und somit auch das Geschäftsmodell als verifiziert erweisen, ist der
Titel nach Ansicht der Analysten von Aktienservice Research mit einem 02e-KGV von acht weiterhin sehr günstig bewertet. Strategische Investments sollten
bis zur Klärung der Unsicherheit jedoch nicht bzw. nur mit stringenter Limittechnik, wobei das Overnightrisiko beachtet werden müsse, vorgenommen
werden.