Chinas Autofahrer sitzen auf dem Trockenen

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Chinas Autofahrer sitzen auf dem Trockenen

2
18.08.05 13:10
HANDELSBLATT, Donnerstag, 18. August 2005, 11:29 Uhr


Schwieriger Spagat der Regierung in Peking


Chinas Autofahrer sitzen auf dem Trockenen


Die Szenen, die sich derzeit in China abspielen, wecken Erinnerungen an die Ölkrise in den 70er Jahren, als die Opec-Staaten den Ölhahn zudrehten und die Industrieländer große Versorgungsprobleme bekamen. Autofahrer mussten langen Schlangen an den Tankstellen in Kauf nehmen oder ganz auf ihr Auto verzichten. Jetzt ist China nicht mehr weit von einem Fahrverbot entfernt.


WSJ/HB PEKING. Wie das Wall Street Journal berichtet, mussten die Autofahrer im südlichen Landesteil in dieser Woche bis zu drei Stunden auf eine rationierte Menge Benzin warten. Das Betanken von Kanistern war verboten. In der Stadt Guangzhou kam es am Dienstag vor einer Tankstelle zu spontanen Protesten, nachdem die Angestellten der Tankstelle die Polizei bevorzugt behandelt hatten: Die Ordnungshüter brauchten sich nicht in die Schlange einzureihen. Wenig später waren die Vorräte der Tankstelle aufgebraucht, was die Stimmung der Wartenden zum Kochen brachte. „Die Leute waren panisch, viele schrieen“, sagte Huang Peixian, Chef der Tankstelle, die zum Konzern China Petroleum & Chemical Corp.(Sinopec) gehört.

Der wachsende Bedarf der Privathaushalte nach Benzin verschärft die ohnehin schwierige Versorgungslage in China. Die zunehmend mobiler werdenden Menschen sind es, die die Regierung in Peking vor eine neue Herausforderung stellen. Sie muss einerseits den wachsenden Bedarf der Industrie sicherstellen und gleichzeitig die steigenden Bedürfnisse einer aufstrebenden Mittelschicht befriedigen. Bislang mit mäßigem Erfolg. Die Erklärungsversuche für die neuerliche Ölknappheit sind dürftig: Wegen eines Wirbelsturms hätten die Öltanker keine chinesischen Häfen anlaufen können, so die offizielle Begründung.

Die Vertreter der Industrie sehen das anders. Ihrer Ansicht nach wird sich die Ölversorgung unabhängig vom Wetter weiter verschlechtern. Der Hauptgrund dafür sind die fehlenden Kapazitäten an Raffinerien. Hinzu kommt, dass die Regierung ein Gesetz verabschiedet hat, das den Preis für einheimisches Benzin reglementiert. Aus Rücksicht auf die wachsende Zahl an Auto- und Taxibesitzer will die Regierung die Preise niedrig halten, auch wenn gleichzeitig der Ölpreis an den internationalen Märkten neue Höchstmarken erklimmt. „Die chinesischen Raffinerien verkaufen deshalb ihr Benzin lieber im Ausland, wo sie höhere Preise verlangen können“, sagt K.F. Yan, Analyst der Beratungsfirma Cambridge Energy Research in Peking. China werde so lange unter Lieferengpässen leiden, bis die Regierung gewillt ist, die Preise anzuheben“, prognostiziert Yan.

Wegen des Benzinmangels wächst nun der öffentliche Widerstand gegen die zentralistische Planwirtschaft, durch die seit Jahrzehnten die Preise für Nahrungsmittel, Benzin und Energie künstlich niedrig gehalten werden. Nach 20 Jahren des Wandels von der Plan- zur Marktwirtschaft sind zwar die meisten Preiskontrollen verschwunden, die Kontrolle der Benzinpreise hat die Regierung in Peking aber noch nicht aufgegeben. Denn der Ölpreis bestimmt zum großen Teil die Kosten für Transport, Energie und Produktion. Ein Anheben der Ölpreise, so die Befürchtungen in Peking, könnte zu einer steigenden Inflation führen und im schlimmsten Fall Unruhen in der Bevölkerung auslösen.



Eine Serie moderater Benzinpreiserhöhungen in jüngster Zeit habe jedoch bewiesen, dass die Regierung in Sachen Inflation mutiger geworden sei, so die Einschätzung von Stephen Green, China-Experte bei Standard Chartered in Shanghai. „Eine große Reform des Preissystems im Energiesektor scheint nun in Sicht – auch wenn es nur schrittweise vorwärts gehen werde“, meint Green. Den Druck durch steigende Benzinpreise spüren schon jetzt große Teile der chinesischen Wirtschaft. Die Fluggesellschaften ächzen unter den hohen Spritpreisen. Ihre Manager erwarten in Zukunft schwerere Zeiten. „Unsere Profite sind eingebrochen," sagt Zhang Huiling, PR-Manager von Xiamen Airlines. „Wir müssen jetzt die Kosten senken, wo es nur geht."

Auch aus anderem Grund ist die Regierung in Peking zum Handeln gezwungen. Die jüngsten Proteste zeigen, wie eine aufstrebende Mittelschicht inzwischen vermehrt gegen Missstände aufbegehrt, sei es gegen die ungerechtfertigte Beschlagnahmung von Privateigentum oder gegen Wasser- und Luftverschmutzungen.

In Chinas Finanzzentrum Shanghai kam es in diesem Monat zu Streikdrohungen der Taxifahrer, die ihre Gewinne wegen der hohen Benzinpreise wegbrechen sahen. Als Antwort darauf versprach die Stadtregierung, die Zuschüsse für Taxifahrer anzuheben. Damit verhinderte sie nicht nur den Streik der Fahrer, sondern vermied zugleich höhere Fahrpreise, die wiederum die Verbraucher hätten verärgern können. Nun hat die Stadtverwaltung zusätzliche Lieferungen für die städtischen Tankstellen bestellt, um lange Schlangen an den Zapfsäulen zu vermeiden.

Auch anderswo haben die Behörden mit Maßnahmen begonnen, um den Benzinmangel zu beseitigen. Am Sonntag trafen sich Mitglieder der Stadtverwaltung Guangshou mit Vertretern der Ölindustrie. Die Firmen sagten zu, innerhalb von drei Tagen die Benzinknappheit zu beenden. Die Vereinbarung sieht vor, dass die zwei Ölfirmen Sinopec and China National Petroleum in dieser Woche jeden Tag zusätzliche Lieferungen in die Stadt bringen. Die Behörden ihrerseits planen den Bau neuer Raffinerien, um das Angebot in der Region zu vergrößern.



Vom Benzinmangel sind viele Regionen Chinas betroffen. Doch nirgendwo sonst ist die Not so groß wie in der Provinz Kanton im Süden des Landes. In Shenzhen, einer Grenzstadt zu Hong Kong, ist die Lage am schlimmsten. Die Stadt hat einen täglichen Benzinbedarf von 70 000 Litern, 40 000 Liter sind jedoch nur verfügbar. In einer Fernsehansprache am Montag kündigte der Vize-Bürgermeister der Stadt Maßnahmen an, um die Versorgungslage zu stabilisieren. Er garantierte die Benzinversorgung für 120 der 245 städtischen Tankstellen in der Stadt, stellte aber zugleich klar, dass öffentliche Transporte und Rettungsdienste bei der Benzinverteilung weiterhin bevorzugt behandelt würden. Darüber hinaus versprach er eine ausreichende Ölversorgung für die Schlüsselindustrien und die Strom- und Wasserversorger.

Am Montag vermeldete in Shenzhen einmal mehr eine Tankstelle das Ende ihrer Vorräte und stellte die Benzinausgabe ein. Kurz darauf musste die Polizei für Ordnung sorgen, nachdem Hunderte von Autos, LKW´s und Motorräder an die Zapfsäulen drängten. „Ohne die Polizei wären die Dinge außer Kontrolle geraten“, drückt ein Angestellter der Tankstelle seine Erleichterung aus. „Die Leute wurden wahnsinnig.“

Um die Benzinpreise stabil zu halten, haben die Behörden in den betroffenen Gebieten die Tankstellenbetreiber aufgefordert, keine Vorräte zu horten. Jeder Missbrauch soll den Behörden angezeigt werden. Den Tankstellen wurden weitere Preiserhöhungen untersagt. Derzeit kostet in Guangzhou ein Liter bleifreies Benzin umgerechnet 40 Cent.

Weniger der höhere Preis als vielmehr die langen Wartezeiten an den Zapfsäulen haben viele Chinesen dazu veranlasst, auf sparsamere Transportmittel umzusteigen. Liu Xun, Hedge-Fonds-Manager in Shenzhen, sagt, er und seine Freunde würden nun mit dem Bus und der U-Bahn zur Arbeit fahren. Ganz möchte er aber nicht auf seinen neuen Audi verzichten. Dafür ist er auch zu Opfern bereit: Als er gestern nach einer Stunde Wartezeit endlich an die Zapfsäule kam, musste er feststellen, dass es nur noch den minderwertigen Sprit gab, mit dem die Taxifahrer ihre Autos betanken. „So habe ich schließlich mein Auto auch mit dem billigen Zeug betankt“, sagt Liu.





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permanent:

Investitionen in Ölunternehmen sollten auf

 
18.08.05 13:12
Jahre hinaus eine ordentliche Rendite versprechen.

gruss

permanent
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ecki:

Und ja nicht drüber nachdenken, das ein anderer

 
18.08.05 13:22
Energieträger gefunden werden muß?

In China sinds erst 40mio Autofahrer. So geht es nicht weiter mit dem Öl verfahren....

Grüße
ecki  
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taos:

Und welche chinesischen Ölwerte

 
18.08.05 19:17
gibt es in Deutschland?

Ich habe ein paar PETROCHINA CO. LTD H YC 1 (WKN 936537), gibt es was besseres?

Taos
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KTM 950:

@taos

 
18.08.05 19:46
Es gibt nicht nur chinesische Ölwerte, es gibt auch gute kleine kasachische, russische Ölwerte, die vom allgemeine hohen Ölverbrauch profitieren und Ölpreis wird auch weitersteigen.
Ich selber hab auch Ölwerte im Depot, die sich wunderbar entwickeln.

Zu Ecki kann ich nur sagen, das der hohe Ölpreis, vielleicht noch höhere Ölpreis, eine weiterentwicklung von alternativen Energieträgern voran treiben.
China entwickelt sich langsam aber sicher zum grössten Markt für Photovoltaic, schau nur mal die Lieferverträge von PVA Tepla von Kristallzuchtanlagen nach China an.
Bin mal 6 Wochen mit dem Motorrad in der Türkei unterwegs gewesen und hab auf der ganzen Tour mal kurzerhand 700 l Sprit mit meiner Fuhre verfeuert. In der Türkei zahlst du umgerechnet 1,60 - 1,65 € pro Liter und was hab ich gesehen, selbst 10, 15 Jahre alte Autos wurden auf Gasbetrieb umgerüstet, was bei uns undenkbar wäre. Schau dir nur die Diskussion um den Partikelfilter an.

KTM 950
Antworten
taos:

Gibt es dafür auch WKNs? o. T.

 
18.08.05 19:53
Antworten
KTM 950:

WKN

2
18.08.05 20:14
Dragon Oil  WKN: 877789 ,Kasachstan
West siberian  WKN: 659159 ,notiert in Schweden, fördert aber in Russland
Chaparral Res.   WKN: 865810 , fördert am kaspischen Meer
Antworten
taos:

Danke für die WKNs.

 
18.08.05 23:54
West Siberian habe ich schon.
Ansehen werde ich mir Dragon Oil.

Taos
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geldschneider:

@KTM -Neue (Doppel)- ID und fragt nach Happy!

 
19.08.05 08:37
Dümmer kann man es wohl nicht machen?

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 @taos 18.08.05 19:46
 @kritiker 18.08.05 19:25
 Ich war 6 Wochen mit dem Motorrad in der Türkei... 18.08.05 18:07

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KTM 950:

@geldschneider

 
19.08.05 08:53
Ich bin seit gestern im Ariva-Forum angemeldet und hatte davor keine ID!!!!!!!!

Hab mir nur mal den Thread über Happy angeschaut und mir kam es so vor als ob er vermisst wird und deshalb hab ich die Frage gestellt.

Aber wenn es so üblich ist Neueinsteiger so blöd anzumachen, dann werde ich mich wohl verabschieden müssen und nach einem anderen Forum umschauen müssen.

KTM 950
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permanent:

Öl weltweit gesucht

 
22.08.05 10:50
 

CNPC will Petro Kazakhstan übernehmen

Chinesen zahlen Milliarden für Ölquellen im Osten


Der staatliche chinesische Ölkonzern CNPC ist sich mit seinem Konkurrenten Petro Kazakhstan handelseinig. Für schätzungsweise 4,18 Milliarden US-Dollar übernehmen die Chinesen das Unternehmen. Beide Seiten hätten eine Vereinbarung über den Kauf geschlossen, berichteten die Beteiligten am Montag.



 






HB PEKING. China National Petroleum Corporation (CNPC) zahle 55 US-Dollar für jede Aktie des in Kanada gelisteten Unternehmens. Die Aktionäre müssen noch zustimmen. Die Übernahme soll im Oktober abgeschlossen werden. Petro Kazakhstan - ehamals Hurricane Hydrocarbons - gehört nach Marktkapitalisierung zu den 100 größten Ölförderern.

Der chinesische Ölkonzern setzte sich mit seinem Angebot gegen indische Konkurrenz durch. Der größte indische Ölkonzern ONGC hatte gemeinsam mit dem Stahl-Mogul Lakshmi Mittal auf den Zuschlag gehofft. Mittal verfügt über gute Kontakte in Kasachstan, weil er dort groß in die Stahlproduktion eingestiegen ist.

Die umworbene kanadische Firma, die sich auf das ölreiche Kasachstan spezialisiert hat, produziert 150 000 Barrel pro Tag (ein Barrel entspricht 159 Litern) und betreibt eine Raffinerie in dem zentralasiatischen Land. Der Börsenwert des Unternehmens liegt bei 3,3 Mrd. Dollar.

Sowohl chinesische als auch indische Ölkonzerne versuchen derzeit, international zu expandieren, um ihre nach Energie dürstenden Heimatmärkte zu versorgen und die eigenen Öl-Reserven aufzufrischen. Vor allem in den USA stoßen sie dabei aber auf erbitterten politischen Widerstand. So war der staatliche chinesische Ölkonzern CNOOC mit seinem Übernahmeversuch beim US-Ölförderer Unocal letztlich auf Druck aus Washington gescheitert. Nun kommt mit Chevron ein US-Konkurrent zum Zug, obwohl dieser mit 17,3 Milliarden Dollar mehr als eine Milliarde weniger bietet als die Chinesen.

Die Übernahmeambitionen der Chinesen hatten in den USA eine Welle der Entrüstung ausgelöst. Mehrere Kongressabgeordnete wollten einen Unocal-Verkauf an CNOOC gesetzlich verhindern. Ein US-Gremium hatte eine umfassendere Prüfung der Übernahmepläne gefordert, was das Vorhaben um Monate verzögert hätte. CNOOC würde mit Unocal Kontrolle über strategische amerikanische Ölaktivitäten erhalten, hieß es zur Begründung. Die Führung von Unocal hatte sich zudem für eine Übernahme durch Chevron ausgesprochen, nachdem der US-Ölkonzern seine Offerte aufgestockt hatte.

Bei Petro Kazakhstan hat CNPC hingegen gute Karten: Die kanadische Politik hat sich bisher nicht gegen Übernahmen im Energiesektor durch staatliche chinesische Firmen gestemmt. CNPC betreibt zudem mit dem staatlichen kasachischen Ölkonzern KMG eine Pipeline, die bis zur chinesischen Grenze reicht und 2006 fertig sein soll. Das Rohöl aus den Feldern von Petro Kazakhstan würde sich in den chinesischen Raffinerien verarbeiten lassen, die an der neuen Pipeline hängen.


HANDELSBLATT, Montag, 22. August 2005, 10:10 Uhr

Antworten
permanent:

Raffinerien suchen lieber Abnehmer im Ausland

 
22.08.05 13:43



An Chinas Tankstellen wird das Benzin knapp


Die Rekordpreise für Rohöl auf dem Weltmarkt lassen in China das Benzin knapp werden. Lange Schlangen bildeten sich vor Tankstellen im südchinesischen Perflussdelta, dem Motor des Wirtschaftswunderlandes. Stundenlang mussten Auto- und Motorradfahrer warten, um jeweils nur für 100 Yuan, umgerechnet 10 Euro, tanken zu dürfen.

 
Tankstelle in Peking (Archivfoto: dpa)  

HB PEKING. Die Benzinkrise breitet sich von der Provinz Guangdong weiter im Land aus. Die Regierung musste am Montag das Volk beruhigen. Die Möglichkeit einer Ölkrise im Land sei auszuschließen und die Benzinversorgung bleibe gesichert. Doch Engpässe wurden auch aus der Provinz Yunnan und weiter nördlich in Schanghai und den großen Provinzen Shandong und Heilongjiang unweit von Russland gemeldet.

Das Problem ist hausgemacht. Das starke Wirtschaftswachstum von neun Prozent steigert den Energiedurst des weltweit zweitgrößten Ölverbrauchers, der sich Ressourcen weltweit sichern muss, wie am Montag die Übernahme des Ölunternehmens PetroKazakhstan für mehr als vier Milliarden US-Dollar zeigte.

Die starke Nachfrage Chinas treibt weltweit die Ölpreise an. Doch daheim erlauben staatlich festgelegte Benzinpreise nicht, die höheren Kosten an den Zapfsäulen an die Kunden weiterzugeben. Wenn Tankstellen nicht zu Marktpreisen kaufen und verkaufen, muss Chinas Ölindustrie den Verlust auffangen. So produzieren Raffinerien lieber nicht mehr, füllen die Lager oder suchen sich Abnehmer im Ausland, wo das Preisniveau höher ist.

Als dann noch zwei Taifune die Transportwege in Südchina für einige Tage lahmlegten, blieben die Tanks plötzlich leer. Nach Krisengesprächen mit den zwei größten staatlichen Ölkonzernen Sinopec und CNPC wurden zusätzliche Lieferungen vereinbart, was die Lage im Süden entschärfte, aber das Problem nicht beseitigt.



„Solange der zu Grunde liegende Preismechanismus verzerrt bleibt, werden ähnliche Probleme in anderen Regionen auftauchen“, schrieb die Zeitung „China Daily“. „Es ist Zeit für eine Benzinpreisreform.“ Denn bisher legt die mächtige Reform- und Entwicklungskommission einmal im Monat den Benzinpreis fest. Das soll die Inflation unter Kontrolle halten, die Verbraucher schützen und soziale Stabilität wahren.

Überhaupt war Treibstoff in China immer billig. Trotz drei Preissteigerungen dieses Jahr kostet Normalbenzin heute pro Liter immer noch nur 4,26 Yuan, umgerechnet 43 Cent. Die drei staatlichen Ölkonzerne wollen aber die Preispolitik der Behörden nicht mehr subventionieren, auch wenn sie mit ihrem Monopol bislang satte Gewinne eingefahren haben - 2004 immerhin 150 Milliarden Yuan (15 Mrd Euro). Im Vergleich dazu sind die jetzigen Verluste gering, doch wächst der Druck, Preise flexibler bestimmen zu können.

Eine gute Seite haben die Engpässe: Der Verbrauch eines Autos, der bisher keine wesentliche Rolle spielte, rückt stärker ins Bewusstsein potenzieller Käufer. So verbrauchen Kraftwagen in China 25 Prozent mehr als in Europa und noch zehn Prozent mehr als in den USA. Längst gab es Forderungen, nicht nur Benzin sondern auch Autos mit hohem Verbrauch stärker zu besteuern.

So oder so werden jetzt auch die Chinesen für Benzin tiefer in die Tasche greifen müssen. Wie die „China Business Post“ erfahren haben will, wird die Regierung dem Wunsch der Ölkonzerne folgen und sich künftig stärker am Markt orientieren: In „Echtzeit“ könnten die Preise statt einmal im Monat „alle zwei Wochen oder in kürzer Zeit“ festgelegt werden.

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