China hebt Dollarbindung des Yuan auf


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China hebt Dollarbindung des Yuan auf

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21.07.05 13:48
 

Kopplung an Korb verschiedener Währungen

China hebt Dollarbindung des Yuan auf


China hat die Bindung der Landeswährung Yuan an den Dollar am Donnerstag mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Die Stabilität des Yuan soll nun mit Hilfe eines Korbs aus verschiedenen Währungen gesteuert werden.




HB PEKING. Um 13.00 Uhr MESZ sei der Kurs mit 8,11 Dollar festgelegt worden, gab die Zentralbank in Peking auf ihrer Web-Seite bekannt. Wie die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua meldete, entspricht dieser Kurs einer Aufwertung des Yuan um 2,1 Prozent.

Künftig solle die Landeswährung in einer Spanne von minus 0,3 bis plus 0,3 Prozent um diesen Kurs gehalten werden. Die Reform ziele darauf ab, ein flexibleres Wechselkurssystem zu erreichen.

Der Dax baute nach der Nachricht seine Anfangsgewinne aus. Am Rentenmarkt drehte der Bund-Future ins Minus.


HANDELSBLATT, Donnerstag, 21. Juli 2005, 13:30 Uhr

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Wie geht es nun mit der Euro/Dollar

 
21.07.05 13:53
Wechselkursentwicklung weiter?

gruss

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Abenteurer:

Die schönste Meldung des Tages.

 
21.07.05 14:06
Diese Maßnahme schwächt die chinesische Wirtschaft, verbilligt Importe - verteuert die Exporte, mehr Kapital wird freigesetzt, weil China nun weniger absorbiert.
Jobs, die immer noch nach China verlagert werden, verteuern sich und so werden ein paar mehr in Deutschland erhalten.

Und freies Kaptial was nun über kurz oder lang in die Aktienmärkte läuft.

Sehr schön!

Abenteurer

 
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Verwirrung am Devisenmarkt?

 
21.07.05 14:06
Händler scheinen, auch wenn es politisch lange gewünscht und gewollt war, mit der Freigabe des Yuan bzw. der Aufgabe der Dollarbindung nicht viel anfangen zu können.

Ich werde auf einen Euro Anstieg setzen.

gruss


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Die Erklärung zum neuen chinesischen Wechselkurs

 
21.07.05 14:08
im Wortlaut


Die Erklärung der People´s Bank of China (PBoC) zur Neuordnung des chinesischen Wechselkurses im Wortlaut.




„With a view to establish and improve the socialist market economic system in China, enable the market to fully play its role in resource allocation as well as to put in place and further strengthen the managed floating exchange rate regime based on market supply and demand, the People's Bank of China, with authorization of the State Council, is hereby making the following announcements regarding reforming the RMB exchange rate regime:

1. Starting from July 21, 2005, China will reform the exchange rate regime by moving into a managed floating exchange rate regime based on market supply and demand with reference to a basket of currencies. RMB will no longer be pegged to the US dollar and the RMB exchange rate regime will be improved with greater flexibility.

2. The People's Bank of China will announce the closing price of a foreign currency such as the US dollar traded against the RMB in the inter-bank foreign exchange market after the closing of the market on each working day, and will make it the central parity for the trading against the RMB on the following working day.

3. The exchange rate of the US dollar against the RMB will be adjusted to 8. 11 yuan per US dollar at the time of 19:00 hours of July 21, 2005. The foreign exchange designated banks may since adjust quotations of foreign currencies to theie customers.

4. The daily trading price of the US dollar against the RMB in the inter- bank foreign exchange market will continue to be allowed to float within a band of +/-0.3 percent around the central parity published by the People's Bank of China, while the trading prices of the non-US dollar currencies against the RMB will be allowed to move within a certain band announced by the People's Bank of China.

The People's Bank of China will make adjustment of the RMB exchange rate band when necessary according to market development as well as the economic and financial situation. The RMB exchange rate will be more flexible based on market condition with reference to a basket of currencies. The People's Bank of China is responsible for maintaining the RMB exchange rate basically stable at an adaptive and equilibrium level, so as to promote the basic equilibrium of the balance of payments and safeguard macroeconomic and financial stability.“


HANDELSBLATT, Donnerstag, 21. Juli 2005, 13:50 Uhr

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Es scheint zunächst Verwirrung zu herrschen.

 
21.07.05 14:34
Die Währungskurse laufen hin und her. Ein klarer Gewinner ist der japanische Yen, die Devise erlebt einen starken Aufschwung zu allen anderen Währungen.

gruss
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Euro long gekauft

 
21.07.05 14:40
WKN TB8V34

KK 2,25

Wie seht ihr die kurzfristige Entwicklung des Währungspaares?

gruss

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Sind schon alle im Urlaub? o. T.

 
21.07.05 15:01
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Abenteurer:

Ich würde nicht auf den Euro setzen,

 
21.07.05 17:00
auch wenn die Börse manchmal auf gute Nachrichten hin weint und sich über schlechte freut. Über kurz oder lang wird ein Sog in den USD einsetzen - mehr Zinsen, größeres Wachstum - bessere Aussichten.

Abenteurer
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Das alles stimmt schon

 
21.07.05 17:22
aber ich könnte mir vorstellen, dass die Asiaten (China, Japan, Südkorea, Taiwan) ihre Devisenreserven weiter diversifizieren werden.
Alle haben unmengen von Dollar (US Staatsanleihen) aus ihren Handelsbilanzüberschüssen gehortet.

gruss

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In den nächsten Tagen werden sich die Anleger

 
21.07.05 18:41
weltweit mit der nun gegebenen Situation auseinandersetzen und sich entsprechende Szenarien zur zukünftigen Wechselkursentwicklung ausmalen.

Ich wünsche noch einen charmanten Abend.

Werde nun ein Bierchen trinken gehen

gruss

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Noch ganz kurz:

 
21.07.05 18:55
Deutsche Anleihen: Schwächer - Yuan-Aufwertung belastet

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Rentenmarkt ist am Donnerstag nach der Aufwertung des chinesischen Yuan ins Minus gedreht. Der richtungweisende Euro-Bund-Future sank bis 18.20 Uhr um 0,08 Prozent auf 121,95 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg um 0,006 Punkte auf 3,293 Prozent. 'Mit der Aufwertung des chinesischen Yuan zum Dollar dürften die Käufe von US-Bonds der Chinesen sinken', sagte Manfred Wolter Anleihenexperte der Landesbank Rheinland-Pfalz. Dies habe den US-Bondmarkt belastet und in dessen Schlepptau sei auch der deutsche Anleihenmarkt unter Druck geraten. China hat den Wechselkurs auf 8,11 Yuan für einen Dollar festgesetzt und die heimische Währung an einen Währungskorb gebunden. Seit Jahren war der Yuan mit einem Kurs von 8,28 Yuan fest an den Dollar gebunden. Die Terroranschläge in London hatten hingegen nur kurzzeitig Einfluss auf den Anleihenmarkt. Der Bund-Future stieg zeitweise bis auf 122,13 Punkte, drehte jedoch rasch wieder ins Minus./js/hi

Quelle: dpa-AFX

So nun ist endgültig Schluss für heute, vgl. Posting 11.
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ulrich14:

@permanent@alle

 
21.07.05 19:56
@permanent: danke für deine Postings..wenigstens einer, der hier finanz-global denkt..

@alle: Yuan-Freigabe hat mehrere Effekte, die beiden wichtigsten sind:
1. asiatische Währungen werden aufwerten, sie werden autonomer..dort ist die größte Wirtschafts--und Wachstumsdynamik..auch in der Bevölkerung...China, Indien Indonesien, Japan...etc..

2. Steigende Zinsen im USD..und im Dollar-Fahrwasser auch in der Eurozone...die Überschüsse Chinbas und anderer Länder werden nicht mehr gleichermassen in US-Bonds drängen..nun gibts Alternativen..

kurzum: Calls auf asiatische Währungen...Puts auf US-Bonds, Euro-Bonds...

und Gruß an sbroker..falls er hier noch mitliest...aber auch Gruß an Kicky...und ein paar andere..
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Ramses II:

hallo ulrich

 
21.07.05 20:02
auch mal wieder dabei?

grüße nach heidelberg
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ulrich14:

@Ramses

 
21.07.05 20:57
..hallo Ramses..lese hier nur noch manchmal mit...so erhalte ich mir das Marktgefühl der Kleinspekulanten..ist nicht ganz unwichtig...schreibe nur noch seltenst...und ungern hier..aber Yuan-Freigabe ist ein Riesending...habe dazu die letzten sechs Stunden eine große Studie für meine Kunden verfasst...
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Kicky:

Yuan und Greenback

 
21.07.05 21:20
Mit der Anbindung des Yuan an einen diskreten Währungskorb mit
nicht veröffentlichten Gewichten, Währungen und bilateralen
Schwankungsbreiten zum Yuan hält sich die Peoples Bank of China alle
Türen offen. Die Rücknahme der zentralen Parität zum Dollar auf 8,11
von 8,28 Yuan bei gleichzeitiger Beibehaltung des Bandes von 0,3%
kann nicht wirklich verwundern. Für China ist der Greenback die
Währung im Außenhandel, rund 80% werden in der US-Devise fakturiert.
Es wurde Bewegungsbereitschaft gezeigt und gleichzeitig deutlich
gemacht, dass man in Sachen Dollar/Yuan das Heft des Handelns
keinesfalls aus der Hand geben will
. Was auch angesichts eines zwar
unbekannten, aber sicherlich großen Anteils des Greenback an den mehr
als 700 Mrd. Dollar hohen Devisenreserven Sinn macht.

  Dass eine gut zweiprozentige Aufwertung nur ein erster Schritt
sein wird, darüber sind sich viele klar. Deshalb werden die Zuflüsse
spekulativer Gelder, die übrigens in den vergangenen Monaten
abgenommen haben, sicherlich nicht noch weiter zurückgehen. Die
Zentralbank in Peking wird somit weiter in größerem Umfang Dollar und
US-Staatsanleihen kaufen. Das wird Alan Greenspan freuen. Der
Fed-Chairman und die Regierung Bush können weiter mit relativ
niedrigen Langfristzinsen planen, was der US-Konjunktur hilft.

  Die Defizite im bilateralen Handel werden durch die Aufwertung
nicht kleiner werden. Aber das dürfte Washington egal sein, solange
chinesische Ersparnisse den amerikanischen Konsum finanzieren.
Börsenzeitung
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China wagt den Sprung

 
22.07.05 11:16

Nach mehr als zehn erfolgreichen Jahren mit einem fest an den Dollar gebundenen Wechselkurs hat China gestern den Sprung ins kalte Wasser gewagt und den Yuan-Wechselkurs flexibilisiert. Der internationale politische Druck vor allem aus den USA wurde zu stark, es drohten bereits protektionistische Vergeltungsmaßnahmen des größten Handelspartners gegen eine als unfair gebrandmarkte Währungspolitik.

Zudem sprachen der rapide steigende Überschuss im chinesischen Außenhandel und das überbordende Wirtschaftswachstum für eine Aufwertung. Allerorten gibt es Anzeichen einer ungesunden Überhitzung und Überinvestition. Dazu trug der Exportboom, der den Handelsbilanzüberschuss im letzten Quartal auf 40 Mrd. Dollar anschwellen ließ, nicht unwesentlich bei. Eine Aufwertung der Währung kann daher zu einer willkommenen Abkühlung beitragen und zugleich das Land politisch aus der Schusslinie nehmen.

Wichtigste Nebenbedingung für die chinesische Regierung ist allerdings, dass der Regimewechsel das fragile Finanzsystem des Landes nicht in die Krise stürzen darf. Noch haben die chinesischen Banken wenig Erfahrung mit flexiblen Wechselkursen. Absicherungsmechanismen sind nur rudimentär vorhanden.

Der Zeitpunkt des Regimewechsels ist unter diesem Gesichtspunkt sehr klug gewählt. Er fällt in eine Phase der Dollarstärke, in der der Druck auf andere Währungen aufzuwerten, relativ gering ist. Die Änderung nimmt sich zunächst bescheiden aus. Um zwei Prozent wurde der Yuan zunächst zum Dollar aufgewertet, und statt der US-Währung bildet künftig ein Währungskorb die Referenzgröße für die Wechselkurspolitik. Die täglichen Kursveränderungen zum Dollar sind auf 0,3 Prozent begrenzt. Viel mehr hat die Zentralbank klugerweise nicht verraten. Ob sie den Wechselkurs im Verhältnis zu dem noch unbekannten Währungskorb fixieren oder eine graduelle Aufwertung tolerieren wird, ließ sie gestern offen. Dadurch minimiert die Zentralbank die Gefahr, dass spekulative Kapitalströme das Währungssystem auseinander brechen lassen oder extreme Kursauschläge herbeiführen. Noch wissen die Märkte nicht wirklich, wogegen sie spekulieren könnten, vielleicht werden sie es auch längere Zeit nicht genau wissen. Die Erklärung der Notenbank lässt ahnen, dass eine Rückkehr zu dem Währungsregime angedacht ist, wie es vor 1995 bestand. Damals war die tägliche Wechselkursschwankung ebenfalls eng begrenzt. Über längere Zeiträume kamen aber doch merkliche Kursveränderungen zu Stande.

Die Chance, dass die gefährlich hohen Defizite im US-Außenhandel, vor allem gegenüber Asien, ohne Währungsturbulenzen und ohne Rückfall in den Protektionismus abgebaut werden, ist seit gestern gestiegen. Selbst wenn China den Wechselkurs gegenüber dem Währungskorb fest halten sollte, fällt es künftig dem übrigen Asien leichter, eine Aufwertung seiner Währungen zuzulassen. Denn von nun an macht der wichtigste regionale Konkurrent wenigstens einen Teil jeder Aufwertung automatisch mit. Soweit und solange die Regierung die Stabilität des chinesischen Finanzsystems nicht gefährdet sieht, wird China darüber hinaus auch eine Aufwertung gegenüber dem gesamten Währungskorb zulassen.

Für Europa ist diese Entwicklung ausgesprochen positiv. Es bedeutet, dass in den weiteren Abwertungsrunden des Dollars, die nötig sein werden, um das Leistungsbilanzdefizit der USA auf ein dauerhaft tragfähiges Niveau zurückzuführen, die asiatischen Währungen einen größeren Teil der Last schultern werden. Das ist gut so, denn Asiens Ökonomien sind viel besser in der Lage, den damit verbundenen Verlust an preislicher Wettbewerbsfähigkeit zu verkraften.

Klar ist allerdings auch, dass die Herausforderung, die China für den Rest der Weltwirtschaft darstellt, dadurch nicht wesentlich kleiner wird. Es bleibt dabei, dass Hunderte Millionen extrem billiger und noch nicht ausgelasteter Arbeitskräfte ein immer größeres Sortiment von Waren konkurrenzlos billig produzieren können. Selbst eine Aufwertung des Yuans um zwanzig Prozent würde daran nur marginal etwas ändern. Daher sind die Klagen über eine unfaire Wechselkurspolitik zum großen Teil Unsinn. Es bleibt auch dabei, dass das riesige, ökonomisch schnell wachsende Land mit seinem Rohstoffhunger die Preise für Öl und andere Rohstoffe in die Höhe treibt. Diese Herausforderungen sickern erst allmählich in das allgemeine Bewusstsein ein, obwohl sie das Wirtschaftsleben in den etablierten Industrieländern bereits maßgeblich beeinflussen. Die Wirtschaft reagiert bereits, die Politik beobachtet noch.


HANDELSBLATT, Freitag, 22. Juli 2005, 08:42 Uhr

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Kicky:

China zeigt keine Bereitschaft für weitere

 
22.07.05 16:23
Abwertungen.... China signalled on Friday it was opposed to a bigger rise in the yuan as markets bet that Beijing's 2.1 percent revaluation would be just the first stage in a long upward march for the currency
The official China Daily newspaper tried to calm talk the currency would lurch higher.
"Expectation for a bigger appreciation of the yuan's value was, and will be, unrealistic," the paper said in an editorial.
The editorial is not necessarily a statement directly from the authorities. But, as an official organ, the paper is unlikely to publish any view that would meet with government disapproval.
The dollar clawed back close to 1 percent against the yen after the Japanese currency scored its biggest one-day gain in three years on Thursday with a rise of more than two percent. Equity investors also were wary, with export-heavy stock markets such as Japan and South Korea suffering losses
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Katjuscha:

Frage an die Experten hier

 
22.07.05 16:49
Bin ein Vollidiot wenns um volkswirtschaftliche (vor allem internationale) Zusammenhänge angeht.

Wie profitiere ich denn mittelfristig von der neuen Situation. Gehe ich nach euren Postings recht in der Annahme, dass man asiatische Währungen (beispielsweise Yen zu Dollar oder Euro) kaufen sollte? Natürlich möglichst gehebelt?


Danke schon mal!

katjuscha
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Abenteurer:

Der USD wird steigen, dass

 
22.07.05 17:24
scheint mir so sicher wie das Amen in der Kirche. Der Euro ist vollkommen überbewertet und der USD unterbewertet. Wie es um den Yen steht weiß ich nicht. Wann das alles so passieren wird ist natürlich eine andere Geschichte, doch eines ist mal klar: Die Zinsen in den USA sind höher, die Wachstumsraten auch und die Aussichten sowieso. Ich glaube ganz einfach gedacht, sollte man mit seinem Geld eben dort hin gehen, wo sich der nächste Boom ankündigt. China - nee da boomt es 10 Jahre, Europa? Na vielleicht, wenn durch den Boom in den USA mal etwas mehr Geld über den Atlantik schwappt.

Mehr kann ich dazu nicht sagen.


Viele Grüße Abenteurer
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ER2DE2:

asiatische Währungszertifikate

 
23.07.05 10:38
22.07.2005 - 09:19 Uhr
China wirbelt die Märkte durcheinander und rückt asiatische Währungszertifikate ins Blickfeld

Lange hat es gedauert, aber letztlich kam es, wie es kommen musste. Peking hat gestern – lang erwartet und dann aber doch überraschend – seine Währung gegenüber dem US-Dollar aufgewertet und die starre Kopplung des Wechselkurses an die US-Währung aufgegeben. An deren Stelle tritt künftig ein Korb mit mehreren internationalen Währungen. Gleichzeitig gaben die Chinesen damit aber auch den Startschuss für die ganze Ostasien-Region, deren Währungen ebenfalls anzogen und gegenüber dem Dollar zum Teil sogar stärker zulegten als die von Marktbeobachtern als mäßig bezeichneten 2,1 Prozent, die Peking dem Dollar zum Auftakt zugebilligt hatte (8,11 statt 8,27 Yuan je Dollar).

Allerdings gilt dies lediglich als ein erster Schritt, dem weitere folgen könnten, sodass insgesamt Bewegung in die Märkte kommen werde, heißt es in den unzähligen Schnell-Kommentaren von Analysten, die gestern durch die Glasfasern der Börsenwelt gejagt wurden. Günstige Folgeeffekte werden für Aktien von Unternehmen mit starkem China-Geschäft erwartet und natürlich für chinesische Aktien selbst, zumindest wenn sie für Auslandsinvestoren zugänglich sind. Belastend könnte sich eine sukzessive Aufwertung des Yuan indes für Unternehmen auswirken, deren Kosten in China entstehen, wie zum Beispiel bei H & M. Der heutigen „Welt“ zufolge fallen bei dem Bekleidungshersteller rund 30 Prozent der Kosten in Yuan an. Ebenfalls auf der Verliererseite werden US-Staatsanleihen gesehen, da China und Asien generell dort in den kommenden Monaten seine Bestände reduzieren könnte, was entsprechende Kursverluste zur Folge haben würde.

Die Möglichkeiten, um auf die Währungsentscheidung der Chinesen zu reagieren sind also vielfältig, wobei der unmittelbarste Weg wohl über die von der ABN Amro angebotenen Währungspapiere mit Asien-Fokus führt, bei deren Auflegung genau das jetzt eingetretene Szenario Pate gestanden hat.

Da wäre einmal der Asia Currency Basket, der mit fünf fernöstlichen Währungen bestückt und als einfaches Open-End-Zertifikat konzipiert ist, bei dem die anfängliche Gleichgewichtung der enthaltenen Währungen alle vier Wochen wieder hergestellt wird. Neben dem Yuan sind darin der koreanische Won, der thailändische Baht und die örtlichen Dollars aus Singapur und Taiwan enthalten (WKN: ABN1MP).

Und da wäre zum anderen der eher defensiv aufgesetzte Short-Turbo auf die Wechselkurs-Relation vom US-Dollar zum Yuan (WKN: ABN0DF). Der Stopp-Kurs bei dessen erreichen das Papier vorzeitig aufgelöst werden würde, liegt bei 9,40 Yuan je Dollar, was angesichts des nach wie vor bestehenden Aufwertungsdrucks der China-Währung kaum Sorge bereiten muss.

Problematischer ist allerdings in beiden Fällen, dass wegen der Preisstellung in Euro natürlich auch die Relation des Dollar zur hiesigen Währung mitwirkt, wobei eine schwache US-Währung (gegenüber dem Euro) den Wert der Zertifikate drückt. In den vergangenen zwölft Monaten erwies sich dies als äußerst ungünstig und sorgte vor allem bei dem Short-Turbo durch die zusätzlich einbehaltenen Finanzierungskosten für erhebliche Werteinbußen, die auch durch den jetzt erfolgten Aufwertungsschritt nicht einmal annähernd ausgeglichen werden konnten.

Für die Aussichten beider Papiere bedeutet dies, dass aus Euro-Sicht nur dann wirklich Gewinne erzielt werden, wenn ein möglicher neuer Schwächeanfall des Dollar geringer ausfällt, als die erwarteten Aufwertungen in Asien. Ungünstig wäre somit, wenn die Asiaten tatsächlich ihre Dollar-Bestände abbauen und diese zugunsten des Euro umschichten würden.

Ralf Andreß

Quelle: www.finanztreff.de
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ER2DE2:

Euro arbeitet an der Bodenbildung

 
23.07.05 11:25
Euro arbeitet an der Bodenbildung

Nach den gestrigen Turbulenzen hat sich der Devisenmarkt beruhigt. Der US-Dollar kann sich wieder besser behaupten. Doch nach der Aufwertung des chinesischen Yuan deuten die Zeichen auf eine Trendwende hin.

Gestern hatte China eine Aufwertung der Landeswährung Yuan um 2,1 Prozent gegenüber dem US-Dollar beschlossen. Gleichzeitig ist der Yuan nun nicht mehr nur an den US-Dollar gebunden, sondern soll an einen noch nicht näher bezeichneten Währungskorb gekoppelt werden. Experten gehen davon aus, dass auch der Euro dazu gehören wird.

Das könnte dem Euro Auftrieb gegenüber dem US-Dollar geben. Denn bisher konzentrierten sich die Stützungskäufe der chinesischen Zentralbank, um den Yuan an einer Aufwertung zu hindern, ausschließlich auf den US-Dollar. Nun dürften sich die chinesischen Käufe auch dem Euro zugute kommen.
          §
Nach dem Absturz der Gemeinschaftswährung seit Jahresanfang hat sich der Euro seit einigen Wochen wieder stabilisieren können. Eine charttechnische Umkehrformation mit einem Widerstand bei rund 1,23 Dollar hat sich ausgebildet (s. Chart). Auch die jüngsten starken US-Konjunkturdaten gaben dem Dollar keinen nachhaltigen Schub mehr, was positiv für den Euro zu werten ist. So verpuffte erst gestern der überraschend gute US-Index der Frühindikatoren an den Devisenmärkten.

Auch die professionellen Marktteilnehmer, die so genannten Risikoabsicherer ("Commercial Traders"), haben bereits ihr Urteil gefällt. Diese Marktteilnehmer setzten an den amerikanischen Terminbörsen stark auf eine Erholung des Euro. Gleichzeitig zeigen die Handelsstatistiken, dass diese Marktteilnehmer, denen eine besonders gute Marktkenntnis nachgesagt wird, zumindest mittelfristig mit einem schwachen US-Dollar gegenüber den wichtigsten Währungen rechnen.
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Der Damm ist gebrochen

 
23.07.05 17:08
Weltwirtschaft
Chinas Kalkül
Von Christoph Hein


22. Juli 2005 China hat einen Schritt auf die Industrienationen zu getan. Seit Jahren hatten in erster Linie Amerikaner und Japaner die Chinesen aufgefordert, den Yuan aufzuwerten, um so den Kostenvorteilen der chinesischen Produktion nicht auch noch einen unfairen Währungsvorteil auf dem Weltmarkt hinzuzufügen. Am Donnerstag nun hat China den Yuan zum ersten Mal seit mehr als einer Dekade aufgewertet. Zudem ist das „Geld des Volkes” von nun an nicht mehr allein an den amerikanischen Dollar gebunden, sondern an einen Korb von Währungen.


Der Zeitpunkt der Aufwertung kam überraschend. Er mußte es sein, da die Finanzmärkte anderes nicht zulassen. Der Schritt selbst war keineswegs eine Überraschung. Denn wie durch ein Brennglas zeigen die Aufwertung und ihre Umsetzung das Vorgehen Chinas bei allen wichtigen Themen: Peking handelt dann, wenn es für das eigene Land angemessen erscheint, und nur dann.

Das Selbstbewußtsein Chinas verbietet es, auf Forderungen des Westens zu hören. Diese Voraussetzung war in diesen Wochen gegeben: Europa hatte sich zuletzt in der Öffentlichkeit jeglicher Kritik an Chinas Währungspolitik enthalten, Amerika sie seit Monaten spürbar zurückgefahren. Zugleich mußte Peking ein Aufwertungsmodell finden, bei dem es sein Gesicht wahren konnte. Eine einfache Freigabe des Kurses war finanztechnisch undenkbar, eine reine Anbindung an den Dollar nicht länger wünschenswert. Die Wahl eines Währungskorbes nach dem Modell des von Auslandschinesen geführten Stadtstaates Singapur ist eine komfortable Alternative, die nicht als amerikabestimmt gelten kann.

Mosaikstein der chinesischen Strategie

Peking war daran gelegen, die Aufwertung so lange wie nur eben möglich hinauszuzögern. Dies ist verständlich, denn jede Aufwertung beinhaltet für China eine Fülle wirtschaftlicher Risiken und Nachteile. Die heimischen Finanzmärkte mußten zunächst auf einen Mindeststandard gebracht werden, der mittelfristig überhaupt erst einen breiteren Währungshandel erlaubt. So hat die chinesische Führung in der Frage der Aufwertung über Jahre hinweg ein Lehrstück des Hinhaltens abgeliefert. Da wurde vertröstet und verschoben, verzögert und zurückgewiesen, mal aggressiv und mal um Mitleid heischend. Nun ging es nicht länger. Also folgte ein erster Schritt.

Aber auch dieser ist, wie jedes chinesische Handeln, ausgerichtet am Nutzen für die Gesellschaft, den Staat. Die Aufwertung dürfte das Wirtschaftswachstum und die Inflation leicht verringern - beides ist nicht unerwünscht. Zudem hilft sie ganz Asien auf dem Weg zu einem marktgerechteren Finanzsystem. Wichtiger aber ist: Die Aufwertung ist ein Mosaikstein der gesamtpolitischen Strategie der Volksrepublik

Peking wollte sich vom Buhmann des Welthandels zurückmanövrieren in die Rolle eines verläßlichen Partners. Nun kann es darauf verweisen, zweimal innerhalb einer Dekade währungspolitische Verantwortung bewiesen zu haben: Im Zuge der Asien-Krise hat es entgegen allen Befürchtungen nicht abgewertet, nun aber nach heftigem Drängen aufgewertet. Peking wird daran künftig oft erinnern. Zugleich hoffen die Chinesen, den scharfen China-Kritikern in Amerika den Wind aus den Segeln zu nehmen. Chinas Führung hat gespürt, daß es seinen Handelspartnern zuviel abverlangte: Billigtextilien, die die westlichen Märkte überschwemmen, politisch belastete Übernahmeversuche wie die des chinesischen Energiekonzerns Cnooc in Amerika und eine sture Haltung bei der Währungsfrage waren nicht mehr durchzusetzen.

Peking erwartet Gegenleistungen

Auch außenpolitisch sah sich das Reich der Mitte zum Einlenken bei der Yuan-Frage gezwungen. Amerikas Achse mit Japan, Amerikas Annäherung an Indien, dessen eigener Kraftgewinn - dies alles macht es Peking schwerer, seine Einflußsphäre auf Asien noch weiter auszudehnen. In der jüngeren Vergangenheit nutzte es das Vakuum, das Amerikas Konzentration auf sich selber und den Kampf gegen den Terror in Asien hinterlassen hatte. In der zweiten Amtszeit von Präsident Bush aber scheint Washington Asien wiederzuentdecken. Angesichts dieser Verlagerung der Kräfte scheint es Peking opportun, auf Ausgleich statt Konflikt zu setzen. Besonders angesichts der Reise von Präsident Hu Jintao nach Washington im September und der Tagung der G-20-Staaten im Herbst in China. Die Aufwertung in kleinstem Rahmen, die aber rund um die Erde große Wellen schlägt, war das kleinste Übel, um dies zu erreichen.

Umsonst aber bekommen die Industrienationen die Aufwertung des Yuan nicht. Dank der bewiesenen Verantwortung erwartet Peking nun mehr denn je die Aufnahme in eine erweiterte Runde der führenden Industrienationen (G8) und Zugeständnisse bei der Konferenz der Welthandelsorganisation WTO in Hongkong im Dezember. Zugleich hofft die chinesische Führung, daß Kritik an ihren aggressiven Rohstoffeinkäufen jetzt schwieriger wird. Und wer bei der Währung nachgibt und so der Regierung Bush die Chance gibt, sich einen Erfolg auf ihre Fahnen zu schreiben, darf auch auf Wohlwollen in der Taiwan-Frage hoffen.

Der Damm ist gebrochen

Soweit die Sicht der Chinesen. Nüchtern betrachtet beinhaltet der Währungsschritt Chinas zwar eine Menge politischen Kalküls, doch relativ wenig Entlastung in wirtschaftlicher Sicht. Denn mit 2,1 Prozent liegt die Aufwertung des Yuan gegenüber dem Dollar weit unterhalb jeder Forderung. Die Bindung an einen nicht offengelegten Währungskorb erlaubt zudem jeglichen staatlichen Eingriff. Von einem freien Spiel der Kurse ist der Yuan noch fast genauso weit entfernt wie zuvor.

Die chinesische Führung hat genau kalkuliert, was sie tut. Freilich ist fraglich, ob dieses Kalkül aufgeht. Man kann aus der Entscheidung Pekings nämlich auch einen ganz anderen Schluß ziehen. Der lautet: Der Damm ist nun gebrochen. China hat bewiesen, daß es aufwerten kann. Nun muß es dies in relativ schneller Folge auch tun.


Text: F.A.Z., 23.07.2005, Nr. 169 / Seite 13
Bildmaterial: AP

www.faz.net/s/Rub050436A85B3A4C64819D7E1B05B60928/Doc
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China hebt Dollarbindung des Yuan auf 2025930
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 891014  ABN Amro Short  120,0000 116,4000 open end 1,000 n.a. n.a.22:46:58 22.07.05 n.a. n.a. 
 333121  ABN Amro Short  115,0000 111,5000 open end 1,000 n.a. n.a.22:47:05 22.07.05 n.a. n.a. 
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bammie:

Yuan-Aufwertung führt zu tektonischer Verschiebung

 
24.07.05 13:06
Die erste, wenn auch bisher kleine Aufwertung des Yuan gegen den Dollar seit langem  ist zwar vielfach erwartet worden. Der gewählte Zeitpunkt, der Donnerstag der laufenden Woche, kam jedoch trotzdem etwas überraschend.

Die Konsequenzen sind unter den Experten umstritten. Manche reden von einem „Non-Event” andere sehen mehr dahinter. Zum Beispiel Hans Redeker, Chef-Währungsstratege der französischen Großbank BNP Paribas in London.

Die erste Aufwertung des Yuan nach einem Jahrzehnt wird unterschiedlich bewertet. Wie schätzen Sie die Entwicklung ein?

Die Aufwertung ist ein zweischneidiges Schwert. Man muß bei der Auslegung differenzieren. Wir haben in Asien einen Überschuß an Ersparnissen, der weltweit zu niedrigen Renditen an den Kapitalmärkten geführt hat. Wenn es nun zu einer Anpassung dieses globalen Ungleichgewichtes kommen wird, wofür die Wechselkursanpassung vom Donnerstag der erste Schritt war, dann wird es in Asien zu einer geringeren Ersparnisbildung kommen. Das wiederum ist eine schlechte Nachricht für die globalen Rentenmärkte. Werden die Ungleichgewichte nun adressiert, so kommt es dort zu Bremsspuren.

Mit welcher Konsequenz?

Die niedrigen Renditen haben zu einer Hausse im Immobilienbereich der angelsächsischen Staaten geführt und auf diese Weise den Konsumenten geholfen. Denn sie konnten bei steigenden Immobilienpreisen Liquidität aus herausziehen, was den Konsum gestützt hat. Nun wird eine neue Zeit eingeläutet.

Mit welcher Folge?

Die Renten  an den Rentenmärkten werden steigen und die „Immobilienblase” wird in die Zange genommen werden. Die so genannte „Affordability”, also die finanzielle Tragbarkeit von Immobilien, befindet sich auf dem niedrigsten Stand seit dem Jahr 1982 (siehe Graphik). Und das nur auf Grund der steigenden Hauspreise, nicht etwa wegen stagnierenden Einkommen oder steigenden Hypothekenzinsen. Nachteilige Nachrichten von dieser Seite kommen erst noch. In Großbritannien kann man sehen, wie es sich weiterentwickeln könnte: Der Hausmarkt ist regelrecht „gegen die Wand gefahren” und der Konsum in der Folge regelrecht „abgesoffen” - und das innerhalb eines Jahres. Das ist so etwas wie ein Vorfilm von dem, was wir in den Vereinigten Staaten erleben dürften.

Was bedeutet die Aufwertung für die Börsen?

Einerseits gibt es Argumente, die für Aktien sprechen. Zum Beispiel für europäische Exportwerte, die auf Grund der Yuan-Aufwertung wettbewerbsfähiger werden. Oder für lokale Unternehmen in Asien, die auf diese Weise für ausländische Anleger mehr wert werden. Allerdings muß man das große Bild sehen: China will seine überhitzte Volkswirtschaft durch Marktmechanismen zügeln.

So sehen Sie die Wechselkursanpassung in Zusammenhang mit der überraschenden Zinserhöhung im vergangenen Jahr und das ist erst der erste Schritt von mehreren folgenden?

Ja, das ist in diesem Zusammenhang zu sehen. China betreibt eine kontraktive Geldpolitik. Man hat nach der Zinserhöhung im vergangenen Jahr versucht, die Investitionstätigkeit durch administrative Maßnahmen zu beschränken. Das ist nicht gelungen und nun besinnt man sich auf die Marktkräfte. Sie werden wirken und zu einer wirtschaftlichen Abkühlung führen. Wenn sich nun die beiden „Wachstumsmaschinen” China und Amerika abkühlen, dürfte sich das entsprechend in der Weltwirtschaft bemerkbar machen. Das sind keine sonderlich guten Nachrichten für die Börsen. Die gegenwärtige Rally kann zwar noch eine Zeit lang weiterlaufen, aber sobald die Bremsspuren bemerkt werden, dürften sie den Rückwärtsgang einlegen.

Gilt das auch für die Währungsseite?

Viele Anleger gehen im Moment von der besten aller Welten aus: Die Defizite gehen zurück, es gibt ein schönes Wachstum und die Kerninflation fällt. Auf der Budgetseite gab es jedoch keine strukturellen Änderungen. Die kurzfristig hohen Einnahmen sind abhängig vom Wachstum und wenn das sich abflacht, steht das Budget auf tönernen Füßen. Gleichzeitig ist das Leistungsbilanzdefizit aus dem Fokus geraten. Die Anleger scheinen davon auszugehen, daß es sich ohne weiteres finanzieren läßt. Dabei ist und war auch hier China ein Teil des Systems.

Was machen denn die Chinesen mit ihren gigantischen Währungsreserven, nachdem sie begonnen haben, an der Währungsschraube zu drehen?

Man kann schon erkennen, daß sie schon in den vergangenen Jahren nicht Treasuries in dem Ausmaß gekauft haben, in dem man es angesichts der Entwicklung der Währungsreserven vermuten müßte. Das heißt, die neu hereinkommenden Reserven wurden anders investiert - und das dürfte sich von nun auch fortsetzen.

Ist das eine Erklärung für die steigenden Rohstoffpreise und dafür, daß der Euro unter 1,20 Dollar einen Boden zu finden scheint?

Die starke Bewegung am Mittwoch nach dem Humphrey-Hawkin-Testimony könnte sich auf Käufe aus Asien zurückführen lassen. Außerdem gab es in den vergangenen Wochen immer wieder Hinweise durch die Blume von japanischer Seite, die die eigene Wirtschaft vor Risiken im Dollar-Yen-Verhältnis warnten.

War die Aufwertung des Yuans der Start einer Aufwertungsrunde?

Die Aufwertung um 2,5 Prozent muß in Zusammenhang mit dem gesehen werden, was man sonst noch beschlossen hat: A - Währungskorb und B - daß man Anpassungen täglich vornimmt. Das heißt, es finden nun tägliche Bewegungen statt. Wir gehen davon aus, daß der Yuan im Laufe des Jahres noch einmal um 2,5 bis drei Prozent aufwerten wird und im kommenden Jahr kommen noch einmal sechs oder sieben Prozent ´drauf. Das führt dazu, daß die anderen Währungen in Asien mitgenommen werden. Es kommt zu Bewegungen im asiatischen Währungsverbund. Die Währungen werden generell aufwerten gegenüber dem Euro und vor allem auch gegen den amerikanischen Dollar.

Das wäre wohl eher negativ für die asiatischen Börsen?

Nicht unbedingt. Denn die asiatischen Börsen sind im Durchschnitt günstiger bewertet als die anderen Börsen. Der Grund liegt in der erwarteten Aufwertung der Währungen. Gleichzeitig haben die asiatischen Unternehmen mit einem Dollar-Yen-Verhältnis von 103,50 kalkuliert. Da inzwischen der Kurs deutlich höher liegt, können sie im Augenblick so genannte „Wind-Fall-Profits” einfahren. Das heißt, das Bild ist nicht unbedingt negativ. Auf der anderen Seite werden sich die Anleger etwas zurückhalten, weil sie erst einmal sehen wollen, wie schnell aufgewertet wird und ob die Unternehmen der Region die für sie nachteilige Währungsentwicklung kompensieren können. Langfristig sind die Börsen der Region sehr wahrscheinlich ein Kauf, kurzfristig widersprechen sich die Signale, so daß eine Seitwärtsbewegung auf Grund des monetären „Tightenings” zunächst wahrscheinlicher erscheint.

Die Aufwertung Asiens dürfte zu einer Entlastung Europas führen?

Das Exportporfolio europäischer Unternehmen überschneidet sich stark mit dem asiatischer, vor allem japanischer Unternehmen. Das heißt, sie können von der Anpassung profitieren.

Und die „Loser” werden die binnenmarktorientierten Unternehmen Amerikas sein?

Ja, sie werden die steigenden Renditen am Rentenmarkt zu spüren bekommen.

Wie sehen ihre kurzfristigen Währungsprognosen aus?

Ich bin kurzfristig positiv für Euro-Dollar. Ich denke, daß wir die 1,2350 Dollar sehen sollten. Über August und September könnte das Thema etwas verblassen und die „Zinsdifferentiale” wieder in den Vordergrund treten lassen. Spekulative Anleger werden sich weiterhin in Europa refinanzieren, um das Geld an höher rentierlichen Märkten für sich arbeiten zu lassen. Das wird so lange gehen, bis es erste Schwächeanzeichen für die amerikanische Wirtschaft geben wird. Ein Indikator dafür ist die Korrelation zwischen dem Konsum und der Entwicklung am Häusermarkt sein.

Welche der asiatischen Währungen sehen am interessantesten aus?

Die asiatischen Währungen werden unter Aufwertungsdruck kommen, allerdings wird der Yen dabei nur eine „unterperformante” Rolle einnehmen. Andere Währungen werden stärker laufen als der Yen. Dabei spielen Zinsdifferentiale eine Rolle, aber auch die Verschuldung der Japaner, die irgendwann fiskal gegensteuern müssen. Sie werden einen Mix bringen zwischen engerer Fiskal- und weiterer Geldpolitik. In anderen asiatischen Staaten wird der Schwerpunkt auf einer engeren Geldpolitik liegen, weil die Defizite nicht so groß sind. Malaysia hat sehr gute Fundamentaldaten und die Währung ist eine der „unterbewertetsten”. Ich bin auch sehr bullish für Südkorea und Taiwan, während Thailand gewisse Probleme hat.

Das Gespräch führte Christof Leisinger

Antworten
permanent:

Ist das bereits die Wende hin zu einer

 
28.07.05 18:56
Hoeherbewertung des Euro.

gruss

permanent
Antworten
bammie:

Dollar im Sog der Yuan-Aufwertung

 
29.07.05 10:21
Die Marktteilnehmer an den Terminmärkten sind sich im Grundtenor recht einig: Die Yuan-Reform eröffnet die Chance, die zahlreichen, sich wechselseitig beeinflussenden und weltweit wirkenden konjunkturellen und monetären Ungleichgewichte zu korrigieren.

Die Experten sind sich auch einig darin, daß es weniger um die Aufwertung der chinesischen Währung, sondern vor allem um die Abwertung der amerikanischen geht. Das hat zwangsläufig Konsequenzen für die Rohstoff-Terminmärkte, denn die dort gehandelten Waren werden überwiegend in Dollar notiert. Länder, die ihre Währungen gegenüber dem Dollar aufwerten oder aufwerten lassen, könnten die Rohstoffe in heimischer Währung billiger einführen.

Doch diese Folge ist zum Beispiel mit Blick auf China nicht der Rede wert, denn der erste Aufwertungsschritt von 2,1 Prozent liegt im Rahmen gewohnter täglicher Preisschwankungen an den Rohstoffmärkten. Bedeutsam würde es erst, wenn aus diesem ersten Schritt Chinas eine ganze Serie werden sollte.

Gefahren konkreter als Hoffnungen

Die Strategen stellen auffällig ausführlich die Chancen dar, daß der Aufwertungsbeschluß zu einer Lösung oder wenigstens Minderung der Ungleichgewichte führt. Die Risiken erwähnen sie nur am Rande, als wäre dies eine Pflichtübung. Nur wenige steigen tiefer in die Risikoproblematik ein, und soweit sie dies konsequent wagen, müssen sie Gefahren darlegen, die konkreter erscheinen als alle Hoffnungen auf eine Beseitigung der Ungleichgewichte, in deren Epizentrum das amerikanische Leistungsbilanzdefizit steht.

Letztlich geht es um die Frage, ob Amerika auch weiterhin auf ausreichende Kapitalzuflüsse zur Finanzierung seiner Defizite setzen kann. Immerhin müssen zu diesem Zweck täglich netto rund zwei Milliarden Dollar in die „Kasse” kommen, von denen asiatische Zentralbanken zur Stützung des Dollar bisher den Löwenanteil bereitgestellt haben. Da nach dem Aufwertungsbeschluß Chinas eine Neuordnung der asiatischen Währungsreserven vorgezeichnet zu sein scheine, sei es höchst zweifelhaft, ob Amerika an ausländischen Geldern in Zukunft erhalte, was es benötige, heißt es im Lager der Skeptiker.

Hypothek für den Dollar

Als logische Konsequenz bliebe ein drastischer Konsumverzicht, der die bisher mit ausländischen Geldern finanzierten Importe stark schrumpfen ließe. Doch das werde mit den Amerikanern nicht zu machen sein, ganz abgesehen davon, daß ein solches Verhalten von der Obrigkeit nicht erzwungen werden könne. Daher bleibe wohl nur der Weg über eine ansehnliche Abwertung des Dollar. Importierte Waren würden dann so verteuert, daß sie nicht mehr nachgefragt würden.

Um die auch dann immer noch benötigten ausländischen Gelder ins Land zu locken, müßten die amerikanischen Zinsen deutlich steigen, was der Konjunktur zusetzen würde, ganz abgesehen davon, daß dies die Immobilienblase zum Platzen und das amerikanische Bankensystem in Gefahr brächte.

Hypothek für Euroland

Wer so argumentiert, befindet sich an den Terminmärkten für amerikanische Staatsanleihen im Lager der Baissiers. Und er erwägt auch, ob im Zuge der erwarteten Neuordnung der asiatischen Währungsreserven nicht auch die Nachfrage der Zentralbanken dort nach Gold zunehmen könnte. Der größte „Nutznießer” einer solchen Neuordnung wäre unbestritten der Euro, denn er ist die einzige Währung, in die die asiatischen Kapitalmassen diversifiziert werden können, ohne krasse, fundamental nicht mehr vertretbare Verwerfungen zu vermeiden.

Daher erwarten Strategen, daß sich die Hausse am Terminmarkt für deutsche Bundesanleihen fortsetzt, denn in sie würde ein Großteil der neu zu streuenden Währungsreserven aus Asien über den Euro fließen. Doch die aus einem solchen Umschichtungsprozeß zwangsläufig folgende Aufwertung des Euro würde die in diesem Währungsgebiet bereits herrschende Konjunkturflaute nur noch vertiefen.

Daher verstehen einige Strategen nicht, warum die Aufwertung des Yuan auch an den Terminbörsen überwiegend so einäugig positiv gewertet wird. Wenn nur etwas schieflaufen sollte, könne aus diesem Ereignis nämlich ein Teufelskreis entstehen, vor dem alle denkbaren günstigen Folgen verblassen würden, heißt es.

Text: F.A.Z
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bammie:

Die Aufwertung des Yuan birgt auch Gefahren

 
29.07.05 10:34
In der Beurteilung der chinesischen Entscheidung sind sich viele Strategen internationaler Investmentbanken einig. Nach langen Mutmaßungen und Spekulationen sei endlich im Grundsatz Klarheit geschaffen worden, lautet der Tenor der Kommentare. Wichtig sei vor allem, daß sich die Führung in Peking für eine "sanfte" Aufwertung entschieden habe. Eine immer wieder diskutierte kräftige Aufwertung um 10 oder gar 20 Prozent hätte Unordnung, ja vielleicht sogar Chaos an den Märkten entstehen lassen können, heißt es weithin vor allem mit Blick auf den amerikanischen Dollar.

Stephen Roach, der Chefökonom von Morgan Stanley, erklärt, mit seiner Entscheidung habe China ein wesentliches Hindernis auf dem Weg zur Beseitigung weltweiter Ungleichgewichte ausgeräumt. So sei das Risiko von Beschränkungen des internationalen Handels bis hin zum Protektionismus geringer geworden. Doch Roach weist auch auf die Risiken dieses Prozesses hin, indem er erklärt, falls die Streuung der asiatischen Devisenreserven zu Lasten des Dollar nicht geordnet verliefe, würde dies sowohl das absolute Niveau der amerikanischen Zinsen als auch die Zinsdifferenzen innerhalb Amerikas und zu den ausländischen Sätzen hin berühren. Unter solchen Umständen geriete der aufgeheizte amerikanische Immobilienmarkt ebenso in Gefahr wie die vom Wert ihres Vermögens abhängigen amerikanischen Verbraucher.

Weiter Sorgen um chinesische Konjunktur

Die Australia and New Zealand Banking Group (ANZ) argwöhnt, daß die ökonomischen Motive der Aufwertung des Yuan unterschätzt würden. Dies seien die hohen Kosten besonders in Form gestiegener Rohstoffpreise ebenso wie begrenzte Möglichkeiten chinesischer Anbieter, Einfluß auf ihre Absatzpreise zu nehmen. Ferner seien Verwerfungen im chinesischen Bankensystem und exzessive Investitionen im Lande zu nennen.

Nicht zuletzt aber hege die Führung in Peking die Absicht, die überhitzte Binnenwirtschaft zu dämpfen. Einer der Hauptgründe für die gering ausgefallene Aufwertung sei darin zu sehen, daß sich in China bereits wieder vorhandene deflationäre Tendenzen im Falle eines energischeren Schritts bedrohlich verstärkt hätten. Diese Sorge werde wohl verhindern, daß weitere nennenswerte Aufwertungen vorgenommen würden. ANZ geht zwar davon aus, daß die chinesische Wirtschaft zu einer sanften Landung geführt wird, erklärt aber auch, die Risiken eines schlechteren Ausgangs bestünden fort.

Harte Landung hat bereits begonnen?

Lombard Street Research, London, ist nur analytisch tätig und damit unabhängig von unmittelbaren Interessen des Bankengeschäfts. Dies drückt sich darin aus, daß dieses Unternehmen unbequeme Aussagen wagen kann, darunter die Erklärung, die harte Landung der chinesischen Wirtschaft habe bereits begonnen. Zu bedenken sei auch, daß China und andere asiatische Länder, die ihre Währungen an den Yuan gekoppelt hätten, im Zuge weiterer Aufwertungen beachtliche Wertverluste bei ihren Engagements in amerikanischen Staatsanleihen befürchten müßten.

Immerhin verfügten sie zusammen über Positionen im Wert von mehr als zwei Billionen Dollar. Mit Lösung der festen Bindung des Yuan entfalle für die Asiaten die Notwendigkeit, erzielte Devisenreserven in Amerika anzulegen. Damit hänge Amerika nun sehr viel mehr als bisher vom Zufluß privater Gelder ab, um seine Defizite finanzieren zu können. In der Folge müsse der Dollar auf ein Niveau abwerten, das Anlegern unter Abwägung aller Risiken angemessen und dauerhaft haltbar erscheine.

Und die amerikanischen Zinsen müßten steigen, um die Anleger für die Risiken zu entschädigen und den Binnenverbrauch so zu dämpfen, daß das Leistungsbilanzdefizit auf ein tragbares Niveau verringert werden könne. Dies seien sehr schlechte Nachrichten für den amerikanischen Anleihemarkt und höchstwahrscheinlich auch für die Wall Street, meint Lombard Street Research.

Text: F.A.Z
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permanent:

@bammie,

 
29.07.05 18:06
sehr interessante Berichte.
Als Konsequenz aus dieser Argumentation ergibt sich die Spekulation gegen den Dollar.

Die Gefahren moegen zwar ueberwiegen, ein weiteres Abwarten haette die Probleme allerdings auch weiter aufgestaut, somit waeren mit einer spaeteren Aufwertung noch mehr Gefahren verbunden gewesen.

gruss

permanent
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bammie:

China stützt europäischen Rentenmarkt

 
31.07.05 11:46
von Carolina Rappold HSH Nordbank, Research

Europas Anleihen profitieren derzeit von der Lockerung der chinesischen Wechselkurspolitik. Die Aufwertung der asiatischen Währung und die Entscheidung, den Yuan nicht mehr ausschließlich an den US-Dollar anzubinden, könnte China veranlassen, bei der Anlage der aufgekauften Devisen künftig weniger US- und dafür mehr europäische Staatsanleihen nachzufragen.

Dieser Impuls hat die Zinsdifferenz zwischen Europa und den USA ausgedehnt; die Zinsen zehnjähriger Bundesanleihen liegen mit 3,20 Prozent gut 100 Basispunkte unter denen laufzeitgleicher US-Staatspapiere. Mit diesem Schritt hat China die von den USA im Handelsstreit angedrohten protektionistischen Maßnahmen vorerst abgewehrt. Die erlaubte Yuan-Schwankungsbreite ist aber minimal und die Chancen auf weitere wechselkurspolitische Zugeständnisse Chinas sind zu gering, um nachhaltige Einflüsse auf die globalen Zinsen zu erwarten.

Der Zinsabstand zwischen zwei- und zehnjährigen US-Staatsanleihen wird dagegen immer enger; lange Laufzeiten werfen dort aktuell mit 4,20 Prozent nur eine geringfügig höhere Rendite ab. Eine derart flache Zinskurve resultiert normalerweise aus Sorgen vor einem Konjunktureinbruch, die derzeit aber nicht vorliegen.

Vielmehr sind die Inflationserwartungen der Marktteilnehmer trotz kräftigem US-Wachstum und hoher Energiepreise niedrig.

Die Gelassenheit mit Blick auf die Inflation basiert vorrangig auf der Annahme, daß die US-Notenbank den Inflationsdruck weiter mit Leitzinsanhebungen bekämpfen wird. Von der Europäischen Zentralbank EZB, die nächste Woche tagt, ist wegen der schwachen europäischen Konjunktur keine Zinserhöhung zu erwarten.

Artikel erschienen am 31. Juli 2005


@permanent: m.M. nach richtet sich das ganze gegen den Dollar. Der Euro wird eine starke Weltwährung. Bedenke das ich das ganze auf die kommenden Jahre betrachte ;)
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bammie:

China dämpft die Hoffnung auf schnelle Aufwertung

 
01.08.05 09:25
China dämpft die Hoffnung auf eine schnelle Aufwertung des Yuan
Von Claus Tigges, Washington

Zu schnellen Verschiebungen im Wechselkursgefüge wird es nach dem Ende der exklusiven Kursbindung des Yuan an den Dollar nicht kommen.

Das hat die chinesische Zentralbank den Akteuren an den internationalen Finanzmärkten und den Regierungen der Siebenergruppe (G 7) in der vergangenen Woche deutlich gemacht. So, wie die Führung in Peking den Zeitpunkt der Änderung des Wechselkursregimes selbst bestimmt hat, wird sie auch alleine darüber entscheiden, in welchem Maß sie eine Aufwertung des Yuan zuläßt, die über die anfänglichen 2 Prozent hinausgeht.

Daß sich die People's Bank of China zu wichtigen Details der neuen Wechselkurspolitik in Schweigen hüllt und insbesondere keinen Pfad für den Außenwert des Yuan vorgibt, trägt eher zur Beruhigung als zur Nervosität der Märkte bei. Denn jedes Wechselkursziel würde unweigerlich zu einem turbulenten, spekulativen Kurswettlauf führen.

Aufwertung nur in kleinen Schritten

Die ersten Erfahrungen mit dem veränderten Yuan-Regime haben viele Marktstrategen zu der Einsicht gebracht, daß mit einer Aufwertung des Yuan tatsächlich nur in sehr kleinen Schritten zu rechnen ist. Dies ist nicht zuletzt für den amerikanischen Kapitalmarkt von Bedeutung. In dem Bemühen um eine geordnete und langsame Aufwertung wird China auch in den nächsten Monaten in das Geschehen an den Devisenmärkten eingreifen.

Damit sind bis auf weiteres Dollar-Käufe in Form amerikanischer Staatsanleihen wahrscheinlich. Die bisherigen Devisenmarktinterventionen Chinas haben nach Einschätzung von Alan Greenspan, Chairman der amerikanischen Notenbank Fed, einen Anstieg der Renditen um rund 50 Basispunkte gedämpft.

Daß die Bewertung des chinesischen Interventionseffekts mit großer Unsicherheit behaftet ist, zeigt der Vergleich mit den Berechnungen des Ökonomen Nouriel Roubini von der New York University; er veranschlagt den Renditeeffekt der chinesischen Nachfrage auf rund 200 Basispunkte.

Kapitalstrom stammt auch aus privaten Quellen

Die Aussicht auf fortgesetzte Anleihekäufe durch die Notenbank in Peking hat in jedem Fall schon dazu beigetragen, daß die Kapitalmarktrenditen zuletzt nicht in die Höhe geschossen sind. Zum Wochenschluß rentierte die maßgebliche amerikanische Staatsanleihe mit 4,28 Prozent, nur wenig höher als zu Beginn der Handelswoche.

So wichtig das Schicksal der amerikanischen Staatsanleihen in den Händen Chinas letztlich auch sein mag, Investoren wissen, daß die Preisbildung auf dem Anleihemarkt von vielen Faktoren beeinflußt wird. Der Kapitalstrom, der nach Amerika fließt, stammt nicht nur aus "offiziellen", sprich Notenbank-Quellen. Auch private Investoren tragen ihr Geld zuhauf in die Vereinigten Staaten und kaufen dafür neben Aktien auch Anleihen aus einem reichhaltigen Angebot.

Die Mittel, die Amerika in der Erwartung vergleichsweise höherer Renditen angeboten werden, stammen nicht zuletzt aus dem Land selbst: Das hohe Defizit in der amerikanischen Leistungsbilanz ist das Ergebnis eines riesigen Hungers amerikanischer Konsumenten und Unternehmen nach ausländischen Waren und Dienstleistungen. Das Geld, mit dem Amerika die Produkte bezahlt, fließt in großem Umfang wieder zurück, da die Verbraucher in Europa, Asien und anderswo weniger ausgeben und mehr sparen.

Liquidität global aufgebläht

Zum niedrigen Renditeniveau trägt freilich auch bei, daß die Marktakteure das Versprechen der Federal Reserve ernst nehmen, die Preisstabilität zu sichern. Denn wie in anderen Finanzprodukten spiegelt sich auch in den Preisen für Staatsanleihen die Erwartung der Anleger bezüglich Inflation, Wachstum und anderer Faktoren wie des Verlustrisikos. Wenn Greenspan dennoch von einem "rätselhaften" Verhalten der Anleihemärkte spricht, so bezieht er sich darauf, daß gewöhnlich ein Anstieg der kurzfristigen Zinsen auch zu höheren Renditen bei mittleren und längeren Laufzeiten führt.

Dazu ist es dieses Mal nicht gekommen. Zu den Erklärungen, die der Währungshüter angeboten hat, zählt ein seiner Meinung nach nicht gerechtfertigter Pessimismus unter den Marktakteuren bezüglich der Konjunkturerwartungen. Die Furcht vor einem schweren Niedergang der Wirtschaft - und folglich einer geringeren Verzinsung des eingesetzten Kapitals - sei unbegründet, meint Greenspan.

Bankvolkswirte führen mitunter eine weitere Begründung an, die plausibel scheint: Die lange Zeit überaus lockere Geldpolitik führender Notenbanken, einschließlich der Fed und der Europäischen Zentralbank, habe die Liquidität global aufgebläht. Die Notwendigkeit zur Kapitalanlage sei darum so groß, daß viel Geld auf die Finanzmärkte ströme und dort die Kurse treibe. Diese Argumentation hat den Charme, daß sie nicht nur zur Erklärung der niedrigen Anleiherenditen dienen kann, sondern auch zumindest zum Teil die Kursgewinne an den Aktienmärkten in ein helleres Licht rückt.
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bammie:

China gibt Details zum neuen Währungskorb preis

 
11.08.05 10:23
Dollar, Euro, Yen und Südkoreas Won spielen die größte Rolle - Devisenmarkt soll weiter liberalisiert werden

Frankfurt/Main - Knapp drei Wochen nach dem Ende der festen Dollar-Bindung hat die chinesische Regierung erstmals Details über die Zusammensetzung des neuen Währungskorbes preisgegeben. Demnach ist die Landeswährung Renminbi (Yuan) vor allem an den Dollar, den Euro, den japanischen Yen und den südkoreanischen Won gekoppelt. "Die Währungen in dem Korb hängen von dem Volumen unseres Außenhandels ab", erklärte der chinesische Zentralbank-Gouverneur Zhou Xiaochuan am Mittwoch. "Die USA, die Euro-Zone, Japan und Südkorea sind jetzt unsere größten Handelspartner, deshalb sind ihre Währungen natürlich die wichtigsten in dem Korb." Daneben sind den Angaben zufolge auch der Singapur-Dollar, das britische Pfund, der malaysische Ringgit, der russische Rubel, der australische Dollar, der thailändische Baht sowie der kanadische Dollar enthalten.

China hatte Ende Juli die seit elf Jahren bestehende feste Bindung an den Dollar aufgegeben und die eigene Währung um rund zwei Prozent aufgewertet. Seitdem liegt dem Wechselkurs ein sogenannter Währungskorb zugrunde. Der Wert des Renminbis darf pro Tag allerdings nur in einer Bandbreite von 0,3 Prozent schwanken.

Welches Gewicht die einzelnen Währungen innerhalb des Korbes einnehmen, ließ die chinesische Zentralbank weiterhin offen. Unklar blieb auch, ob darüber hinaus Währungen in dem Korb enthalten sind. So taucht Hongkong, seit 1997 chinesische Sonderverwaltungszone mit eigener Währung, in der Aufzählung ebensowenig auf wie Taiwan, das als fünftgrößter Handelspartner Chinas gilt. Ökonomen zufolge dürfte diese Entscheidung vor allem politisch motiviert sein. Die Regierung in Peking betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz.

Die Gewichtung innerhalb des Währungskorbes basiere auf Daten zum Außenhandel, zu Auslandsschulden und direkten Auslandsinvestitionen aus jedem Land und orientiere sich vor allem an Rohstoffen und Dienstleistungen, sagte Zhou Xiaochuan weiter. Verglichen mit der früheren festen Anbindung an den Dollar spiegele der Korb nun besser die Veränderungen des Yuan und anderer Hauptwährungen wider, sagte er.

Nach Einschätzung des Währungsstrategen James Malcolm von der Deutschen Bank in Singapur dürfte der Dollar an dem chinesischen Währungskorb mit 30 Prozent das größte Gewicht haben, gefolgt von dem Euro und dem Yen mit je 20 Prozent und dem südkoreanischen Won mit zehn Prozent.

Schon in der vergangenen Woche hatte Bundesbank-Vizepräsident Jürgen Stark mehr Informationen über das neue chinesische Wechselkursregime eingefordert. Zumindest diejenigen, die sich wie Bundesbank und Europäische Zentralbank als Partner der chinesischen Behörden verstünden, sollten informiert werden, sagte er der WELT: "Wir sollten über die notwendige Transparenz verfügen."

Unterdessen kündigte Peking weitere Schritte zur Liberalisierung des Devisenmarktes an. So sollen die größten chinesischen Konzerne erstmals direkten Zugang zum Devisenmarkt erhalten, um sich zum Beispiel über bestimmte Formen des Hedging besser gegen Wechselkursschwankungen absichern zu können. as/rtr
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bammie:

Terminhandel mit Yuan beginnt

 
18.08.05 09:53
Die chinesische Währung Yuan dürfte in Laufe der kommenden zwölf Monate um etwa 3,4 Prozent aufwerten. Dies jedenfalls implizieren die Kurse an dem neuen inländischen Terminmarkt, den die Volksrepublik China am Montag für ihre Währung Yuan eröffnete.

Die seit Dienstag auf der offiziellen Website www.chinamoney.com.cn zu verfolgenden Terminkurse des chinesischen Interbankenmarktes zeigten, daß der Terminkurs für den einmonatigen Kontrakt bei 8,0778 Yuan gegenüber dem Dollar lag und der Terminkurs für den Jahreskontrakt bei 7,8140 Yuan gegenüber dem Dollar notierte. Auf der Website werden die Terminkurse für ein-, drei- und sechsmonatige Kontrakte und den einjährigen Kontrakt gegen Dollar notiert, nicht aber Terminkurse gegenüber Euro.

Noch ist das  Handelsvolulem gering

Noch allerdings ist das Handelsvolumen an dem neuen sogenannten "onshore"- Markt niedrig. Es wurden am Montag lediglich zwei Kontrakte gehandelt, und zwar von der Industrial and Commercial Bank of China und der China Construction Bank. Auf Dauer dürfte das Handelsvolumen freilich steigen, denn seit der Wechselkurs des Yuan am 21. Juli um 2,1 Prozent aufgewertet wurde und seine Schwankungsbreite nach oben und nach unten auf jeweils 0,3 Prozent täglich ausgeweitet wurde, haben sich die Wechselkursrisiken etwas erhöht.

Mit den neuen Terminkontrakten und künftig auch einzuführenden Swaps können sich Marktteilnehmer gegen diese Wechselkursrisiken absichern. Trotz dieser ersten Schritte in Richtung einer Flexibilität des Wechselkurses ist die Fähigkeit des Yuan, selbst innerhalb dieser neuen Rahmenbedingungen zu schwanken, sehr begrenzt. Nachdem der Yuan am Montag auf 8,0971 Yuan gegenüber dem Dollar und damit auf einen Höchstkurs seit Aufwertung vom 21. Juli gestiegen war, intervenierte Chinas Zentralbank am Dienstag und drückte den Kurs wieder auf 8,1002 Yuan.

Der Wechselkurs des Yuan dürfte allerdings ein Thema bleiben

Gegenüber dem Euro notierte die chinesische Währung danach bei 10,0155 Yuan. Damit notiert der Wechselkurs gerade einmal um 0,12 Prozent über der Neubewertung der Währung am 21. Juli. Nach Agenturberichten hat die wichtige staatliche chinesische National Development and Reform Commission bereits vorgeschlagen, die Schwankungsbreite des Yuan solle auf Dauer auf 2 Prozent ausgeweitet werden.

Die marginale Aufwertung des Yuan am 21. Juli und die enggezogenen Schwankungsbreiten tragen wenig dazu bei, die starken Wettbewerbsverzerrungen durch die erhebliche Unterbewertung der chinesischen Währung gegenüber dem Dollar, aber vor allem auch dem Euro und dem Yen abzufedern. Erst am Freitag hatten amerikanische Handelsbilanzzahlen gezeigt, wie drastisch sich das Handelsbilanzdefizit Amerikas - nicht nur wegen der teuren Energieimporte, sondern auch wegen der erheblichen Einfuhren aus China - ausgeweitet hat. Es ist daher zu vermuten, daß das Wechselkursthema bei dem für die zweite Septemberwoche angesetzten Besuch des chinesischen Präsidenten Hu Jintao in Kanada und den Vereinigten Staaten wieder zur Sprache kommen wird.

Text: bes., F.A.Z
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