China hebt Dollarbindung des Yuan auf


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Ist das bereits die Wende hin zu einer

 
28.07.05 18:56
Hoeherbewertung des Euro.

gruss

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bammie:

Dollar im Sog der Yuan-Aufwertung

 
29.07.05 10:21
Die Marktteilnehmer an den Terminmärkten sind sich im Grundtenor recht einig: Die Yuan-Reform eröffnet die Chance, die zahlreichen, sich wechselseitig beeinflussenden und weltweit wirkenden konjunkturellen und monetären Ungleichgewichte zu korrigieren.

Die Experten sind sich auch einig darin, daß es weniger um die Aufwertung der chinesischen Währung, sondern vor allem um die Abwertung der amerikanischen geht. Das hat zwangsläufig Konsequenzen für die Rohstoff-Terminmärkte, denn die dort gehandelten Waren werden überwiegend in Dollar notiert. Länder, die ihre Währungen gegenüber dem Dollar aufwerten oder aufwerten lassen, könnten die Rohstoffe in heimischer Währung billiger einführen.

Doch diese Folge ist zum Beispiel mit Blick auf China nicht der Rede wert, denn der erste Aufwertungsschritt von 2,1 Prozent liegt im Rahmen gewohnter täglicher Preisschwankungen an den Rohstoffmärkten. Bedeutsam würde es erst, wenn aus diesem ersten Schritt Chinas eine ganze Serie werden sollte.

Gefahren konkreter als Hoffnungen

Die Strategen stellen auffällig ausführlich die Chancen dar, daß der Aufwertungsbeschluß zu einer Lösung oder wenigstens Minderung der Ungleichgewichte führt. Die Risiken erwähnen sie nur am Rande, als wäre dies eine Pflichtübung. Nur wenige steigen tiefer in die Risikoproblematik ein, und soweit sie dies konsequent wagen, müssen sie Gefahren darlegen, die konkreter erscheinen als alle Hoffnungen auf eine Beseitigung der Ungleichgewichte, in deren Epizentrum das amerikanische Leistungsbilanzdefizit steht.

Letztlich geht es um die Frage, ob Amerika auch weiterhin auf ausreichende Kapitalzuflüsse zur Finanzierung seiner Defizite setzen kann. Immerhin müssen zu diesem Zweck täglich netto rund zwei Milliarden Dollar in die „Kasse” kommen, von denen asiatische Zentralbanken zur Stützung des Dollar bisher den Löwenanteil bereitgestellt haben. Da nach dem Aufwertungsbeschluß Chinas eine Neuordnung der asiatischen Währungsreserven vorgezeichnet zu sein scheine, sei es höchst zweifelhaft, ob Amerika an ausländischen Geldern in Zukunft erhalte, was es benötige, heißt es im Lager der Skeptiker.

Hypothek für den Dollar

Als logische Konsequenz bliebe ein drastischer Konsumverzicht, der die bisher mit ausländischen Geldern finanzierten Importe stark schrumpfen ließe. Doch das werde mit den Amerikanern nicht zu machen sein, ganz abgesehen davon, daß ein solches Verhalten von der Obrigkeit nicht erzwungen werden könne. Daher bleibe wohl nur der Weg über eine ansehnliche Abwertung des Dollar. Importierte Waren würden dann so verteuert, daß sie nicht mehr nachgefragt würden.

Um die auch dann immer noch benötigten ausländischen Gelder ins Land zu locken, müßten die amerikanischen Zinsen deutlich steigen, was der Konjunktur zusetzen würde, ganz abgesehen davon, daß dies die Immobilienblase zum Platzen und das amerikanische Bankensystem in Gefahr brächte.

Hypothek für Euroland

Wer so argumentiert, befindet sich an den Terminmärkten für amerikanische Staatsanleihen im Lager der Baissiers. Und er erwägt auch, ob im Zuge der erwarteten Neuordnung der asiatischen Währungsreserven nicht auch die Nachfrage der Zentralbanken dort nach Gold zunehmen könnte. Der größte „Nutznießer” einer solchen Neuordnung wäre unbestritten der Euro, denn er ist die einzige Währung, in die die asiatischen Kapitalmassen diversifiziert werden können, ohne krasse, fundamental nicht mehr vertretbare Verwerfungen zu vermeiden.

Daher erwarten Strategen, daß sich die Hausse am Terminmarkt für deutsche Bundesanleihen fortsetzt, denn in sie würde ein Großteil der neu zu streuenden Währungsreserven aus Asien über den Euro fließen. Doch die aus einem solchen Umschichtungsprozeß zwangsläufig folgende Aufwertung des Euro würde die in diesem Währungsgebiet bereits herrschende Konjunkturflaute nur noch vertiefen.

Daher verstehen einige Strategen nicht, warum die Aufwertung des Yuan auch an den Terminbörsen überwiegend so einäugig positiv gewertet wird. Wenn nur etwas schieflaufen sollte, könne aus diesem Ereignis nämlich ein Teufelskreis entstehen, vor dem alle denkbaren günstigen Folgen verblassen würden, heißt es.

Text: F.A.Z
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bammie:

Die Aufwertung des Yuan birgt auch Gefahren

 
29.07.05 10:34
In der Beurteilung der chinesischen Entscheidung sind sich viele Strategen internationaler Investmentbanken einig. Nach langen Mutmaßungen und Spekulationen sei endlich im Grundsatz Klarheit geschaffen worden, lautet der Tenor der Kommentare. Wichtig sei vor allem, daß sich die Führung in Peking für eine "sanfte" Aufwertung entschieden habe. Eine immer wieder diskutierte kräftige Aufwertung um 10 oder gar 20 Prozent hätte Unordnung, ja vielleicht sogar Chaos an den Märkten entstehen lassen können, heißt es weithin vor allem mit Blick auf den amerikanischen Dollar.

Stephen Roach, der Chefökonom von Morgan Stanley, erklärt, mit seiner Entscheidung habe China ein wesentliches Hindernis auf dem Weg zur Beseitigung weltweiter Ungleichgewichte ausgeräumt. So sei das Risiko von Beschränkungen des internationalen Handels bis hin zum Protektionismus geringer geworden. Doch Roach weist auch auf die Risiken dieses Prozesses hin, indem er erklärt, falls die Streuung der asiatischen Devisenreserven zu Lasten des Dollar nicht geordnet verliefe, würde dies sowohl das absolute Niveau der amerikanischen Zinsen als auch die Zinsdifferenzen innerhalb Amerikas und zu den ausländischen Sätzen hin berühren. Unter solchen Umständen geriete der aufgeheizte amerikanische Immobilienmarkt ebenso in Gefahr wie die vom Wert ihres Vermögens abhängigen amerikanischen Verbraucher.

Weiter Sorgen um chinesische Konjunktur

Die Australia and New Zealand Banking Group (ANZ) argwöhnt, daß die ökonomischen Motive der Aufwertung des Yuan unterschätzt würden. Dies seien die hohen Kosten besonders in Form gestiegener Rohstoffpreise ebenso wie begrenzte Möglichkeiten chinesischer Anbieter, Einfluß auf ihre Absatzpreise zu nehmen. Ferner seien Verwerfungen im chinesischen Bankensystem und exzessive Investitionen im Lande zu nennen.

Nicht zuletzt aber hege die Führung in Peking die Absicht, die überhitzte Binnenwirtschaft zu dämpfen. Einer der Hauptgründe für die gering ausgefallene Aufwertung sei darin zu sehen, daß sich in China bereits wieder vorhandene deflationäre Tendenzen im Falle eines energischeren Schritts bedrohlich verstärkt hätten. Diese Sorge werde wohl verhindern, daß weitere nennenswerte Aufwertungen vorgenommen würden. ANZ geht zwar davon aus, daß die chinesische Wirtschaft zu einer sanften Landung geführt wird, erklärt aber auch, die Risiken eines schlechteren Ausgangs bestünden fort.

Harte Landung hat bereits begonnen?

Lombard Street Research, London, ist nur analytisch tätig und damit unabhängig von unmittelbaren Interessen des Bankengeschäfts. Dies drückt sich darin aus, daß dieses Unternehmen unbequeme Aussagen wagen kann, darunter die Erklärung, die harte Landung der chinesischen Wirtschaft habe bereits begonnen. Zu bedenken sei auch, daß China und andere asiatische Länder, die ihre Währungen an den Yuan gekoppelt hätten, im Zuge weiterer Aufwertungen beachtliche Wertverluste bei ihren Engagements in amerikanischen Staatsanleihen befürchten müßten.

Immerhin verfügten sie zusammen über Positionen im Wert von mehr als zwei Billionen Dollar. Mit Lösung der festen Bindung des Yuan entfalle für die Asiaten die Notwendigkeit, erzielte Devisenreserven in Amerika anzulegen. Damit hänge Amerika nun sehr viel mehr als bisher vom Zufluß privater Gelder ab, um seine Defizite finanzieren zu können. In der Folge müsse der Dollar auf ein Niveau abwerten, das Anlegern unter Abwägung aller Risiken angemessen und dauerhaft haltbar erscheine.

Und die amerikanischen Zinsen müßten steigen, um die Anleger für die Risiken zu entschädigen und den Binnenverbrauch so zu dämpfen, daß das Leistungsbilanzdefizit auf ein tragbares Niveau verringert werden könne. Dies seien sehr schlechte Nachrichten für den amerikanischen Anleihemarkt und höchstwahrscheinlich auch für die Wall Street, meint Lombard Street Research.

Text: F.A.Z
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@bammie,

 
29.07.05 18:06
sehr interessante Berichte.
Als Konsequenz aus dieser Argumentation ergibt sich die Spekulation gegen den Dollar.

Die Gefahren moegen zwar ueberwiegen, ein weiteres Abwarten haette die Probleme allerdings auch weiter aufgestaut, somit waeren mit einer spaeteren Aufwertung noch mehr Gefahren verbunden gewesen.

gruss

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bammie:

China stützt europäischen Rentenmarkt

 
31.07.05 11:46
von Carolina Rappold HSH Nordbank, Research

Europas Anleihen profitieren derzeit von der Lockerung der chinesischen Wechselkurspolitik. Die Aufwertung der asiatischen Währung und die Entscheidung, den Yuan nicht mehr ausschließlich an den US-Dollar anzubinden, könnte China veranlassen, bei der Anlage der aufgekauften Devisen künftig weniger US- und dafür mehr europäische Staatsanleihen nachzufragen.

Dieser Impuls hat die Zinsdifferenz zwischen Europa und den USA ausgedehnt; die Zinsen zehnjähriger Bundesanleihen liegen mit 3,20 Prozent gut 100 Basispunkte unter denen laufzeitgleicher US-Staatspapiere. Mit diesem Schritt hat China die von den USA im Handelsstreit angedrohten protektionistischen Maßnahmen vorerst abgewehrt. Die erlaubte Yuan-Schwankungsbreite ist aber minimal und die Chancen auf weitere wechselkurspolitische Zugeständnisse Chinas sind zu gering, um nachhaltige Einflüsse auf die globalen Zinsen zu erwarten.

Der Zinsabstand zwischen zwei- und zehnjährigen US-Staatsanleihen wird dagegen immer enger; lange Laufzeiten werfen dort aktuell mit 4,20 Prozent nur eine geringfügig höhere Rendite ab. Eine derart flache Zinskurve resultiert normalerweise aus Sorgen vor einem Konjunktureinbruch, die derzeit aber nicht vorliegen.

Vielmehr sind die Inflationserwartungen der Marktteilnehmer trotz kräftigem US-Wachstum und hoher Energiepreise niedrig.

Die Gelassenheit mit Blick auf die Inflation basiert vorrangig auf der Annahme, daß die US-Notenbank den Inflationsdruck weiter mit Leitzinsanhebungen bekämpfen wird. Von der Europäischen Zentralbank EZB, die nächste Woche tagt, ist wegen der schwachen europäischen Konjunktur keine Zinserhöhung zu erwarten.

Artikel erschienen am 31. Juli 2005


@permanent: m.M. nach richtet sich das ganze gegen den Dollar. Der Euro wird eine starke Weltwährung. Bedenke das ich das ganze auf die kommenden Jahre betrachte ;)
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bammie:

China dämpft die Hoffnung auf schnelle Aufwertung

 
01.08.05 09:25
China dämpft die Hoffnung auf eine schnelle Aufwertung des Yuan
Von Claus Tigges, Washington

Zu schnellen Verschiebungen im Wechselkursgefüge wird es nach dem Ende der exklusiven Kursbindung des Yuan an den Dollar nicht kommen.

Das hat die chinesische Zentralbank den Akteuren an den internationalen Finanzmärkten und den Regierungen der Siebenergruppe (G 7) in der vergangenen Woche deutlich gemacht. So, wie die Führung in Peking den Zeitpunkt der Änderung des Wechselkursregimes selbst bestimmt hat, wird sie auch alleine darüber entscheiden, in welchem Maß sie eine Aufwertung des Yuan zuläßt, die über die anfänglichen 2 Prozent hinausgeht.

Daß sich die People's Bank of China zu wichtigen Details der neuen Wechselkurspolitik in Schweigen hüllt und insbesondere keinen Pfad für den Außenwert des Yuan vorgibt, trägt eher zur Beruhigung als zur Nervosität der Märkte bei. Denn jedes Wechselkursziel würde unweigerlich zu einem turbulenten, spekulativen Kurswettlauf führen.

Aufwertung nur in kleinen Schritten

Die ersten Erfahrungen mit dem veränderten Yuan-Regime haben viele Marktstrategen zu der Einsicht gebracht, daß mit einer Aufwertung des Yuan tatsächlich nur in sehr kleinen Schritten zu rechnen ist. Dies ist nicht zuletzt für den amerikanischen Kapitalmarkt von Bedeutung. In dem Bemühen um eine geordnete und langsame Aufwertung wird China auch in den nächsten Monaten in das Geschehen an den Devisenmärkten eingreifen.

Damit sind bis auf weiteres Dollar-Käufe in Form amerikanischer Staatsanleihen wahrscheinlich. Die bisherigen Devisenmarktinterventionen Chinas haben nach Einschätzung von Alan Greenspan, Chairman der amerikanischen Notenbank Fed, einen Anstieg der Renditen um rund 50 Basispunkte gedämpft.

Daß die Bewertung des chinesischen Interventionseffekts mit großer Unsicherheit behaftet ist, zeigt der Vergleich mit den Berechnungen des Ökonomen Nouriel Roubini von der New York University; er veranschlagt den Renditeeffekt der chinesischen Nachfrage auf rund 200 Basispunkte.

Kapitalstrom stammt auch aus privaten Quellen

Die Aussicht auf fortgesetzte Anleihekäufe durch die Notenbank in Peking hat in jedem Fall schon dazu beigetragen, daß die Kapitalmarktrenditen zuletzt nicht in die Höhe geschossen sind. Zum Wochenschluß rentierte die maßgebliche amerikanische Staatsanleihe mit 4,28 Prozent, nur wenig höher als zu Beginn der Handelswoche.

So wichtig das Schicksal der amerikanischen Staatsanleihen in den Händen Chinas letztlich auch sein mag, Investoren wissen, daß die Preisbildung auf dem Anleihemarkt von vielen Faktoren beeinflußt wird. Der Kapitalstrom, der nach Amerika fließt, stammt nicht nur aus "offiziellen", sprich Notenbank-Quellen. Auch private Investoren tragen ihr Geld zuhauf in die Vereinigten Staaten und kaufen dafür neben Aktien auch Anleihen aus einem reichhaltigen Angebot.

Die Mittel, die Amerika in der Erwartung vergleichsweise höherer Renditen angeboten werden, stammen nicht zuletzt aus dem Land selbst: Das hohe Defizit in der amerikanischen Leistungsbilanz ist das Ergebnis eines riesigen Hungers amerikanischer Konsumenten und Unternehmen nach ausländischen Waren und Dienstleistungen. Das Geld, mit dem Amerika die Produkte bezahlt, fließt in großem Umfang wieder zurück, da die Verbraucher in Europa, Asien und anderswo weniger ausgeben und mehr sparen.

Liquidität global aufgebläht

Zum niedrigen Renditeniveau trägt freilich auch bei, daß die Marktakteure das Versprechen der Federal Reserve ernst nehmen, die Preisstabilität zu sichern. Denn wie in anderen Finanzprodukten spiegelt sich auch in den Preisen für Staatsanleihen die Erwartung der Anleger bezüglich Inflation, Wachstum und anderer Faktoren wie des Verlustrisikos. Wenn Greenspan dennoch von einem "rätselhaften" Verhalten der Anleihemärkte spricht, so bezieht er sich darauf, daß gewöhnlich ein Anstieg der kurzfristigen Zinsen auch zu höheren Renditen bei mittleren und längeren Laufzeiten führt.

Dazu ist es dieses Mal nicht gekommen. Zu den Erklärungen, die der Währungshüter angeboten hat, zählt ein seiner Meinung nach nicht gerechtfertigter Pessimismus unter den Marktakteuren bezüglich der Konjunkturerwartungen. Die Furcht vor einem schweren Niedergang der Wirtschaft - und folglich einer geringeren Verzinsung des eingesetzten Kapitals - sei unbegründet, meint Greenspan.

Bankvolkswirte führen mitunter eine weitere Begründung an, die plausibel scheint: Die lange Zeit überaus lockere Geldpolitik führender Notenbanken, einschließlich der Fed und der Europäischen Zentralbank, habe die Liquidität global aufgebläht. Die Notwendigkeit zur Kapitalanlage sei darum so groß, daß viel Geld auf die Finanzmärkte ströme und dort die Kurse treibe. Diese Argumentation hat den Charme, daß sie nicht nur zur Erklärung der niedrigen Anleiherenditen dienen kann, sondern auch zumindest zum Teil die Kursgewinne an den Aktienmärkten in ein helleres Licht rückt.
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bammie:

China gibt Details zum neuen Währungskorb preis

 
11.08.05 10:23
Dollar, Euro, Yen und Südkoreas Won spielen die größte Rolle - Devisenmarkt soll weiter liberalisiert werden

Frankfurt/Main - Knapp drei Wochen nach dem Ende der festen Dollar-Bindung hat die chinesische Regierung erstmals Details über die Zusammensetzung des neuen Währungskorbes preisgegeben. Demnach ist die Landeswährung Renminbi (Yuan) vor allem an den Dollar, den Euro, den japanischen Yen und den südkoreanischen Won gekoppelt. "Die Währungen in dem Korb hängen von dem Volumen unseres Außenhandels ab", erklärte der chinesische Zentralbank-Gouverneur Zhou Xiaochuan am Mittwoch. "Die USA, die Euro-Zone, Japan und Südkorea sind jetzt unsere größten Handelspartner, deshalb sind ihre Währungen natürlich die wichtigsten in dem Korb." Daneben sind den Angaben zufolge auch der Singapur-Dollar, das britische Pfund, der malaysische Ringgit, der russische Rubel, der australische Dollar, der thailändische Baht sowie der kanadische Dollar enthalten.

China hatte Ende Juli die seit elf Jahren bestehende feste Bindung an den Dollar aufgegeben und die eigene Währung um rund zwei Prozent aufgewertet. Seitdem liegt dem Wechselkurs ein sogenannter Währungskorb zugrunde. Der Wert des Renminbis darf pro Tag allerdings nur in einer Bandbreite von 0,3 Prozent schwanken.

Welches Gewicht die einzelnen Währungen innerhalb des Korbes einnehmen, ließ die chinesische Zentralbank weiterhin offen. Unklar blieb auch, ob darüber hinaus Währungen in dem Korb enthalten sind. So taucht Hongkong, seit 1997 chinesische Sonderverwaltungszone mit eigener Währung, in der Aufzählung ebensowenig auf wie Taiwan, das als fünftgrößter Handelspartner Chinas gilt. Ökonomen zufolge dürfte diese Entscheidung vor allem politisch motiviert sein. Die Regierung in Peking betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz.

Die Gewichtung innerhalb des Währungskorbes basiere auf Daten zum Außenhandel, zu Auslandsschulden und direkten Auslandsinvestitionen aus jedem Land und orientiere sich vor allem an Rohstoffen und Dienstleistungen, sagte Zhou Xiaochuan weiter. Verglichen mit der früheren festen Anbindung an den Dollar spiegele der Korb nun besser die Veränderungen des Yuan und anderer Hauptwährungen wider, sagte er.

Nach Einschätzung des Währungsstrategen James Malcolm von der Deutschen Bank in Singapur dürfte der Dollar an dem chinesischen Währungskorb mit 30 Prozent das größte Gewicht haben, gefolgt von dem Euro und dem Yen mit je 20 Prozent und dem südkoreanischen Won mit zehn Prozent.

Schon in der vergangenen Woche hatte Bundesbank-Vizepräsident Jürgen Stark mehr Informationen über das neue chinesische Wechselkursregime eingefordert. Zumindest diejenigen, die sich wie Bundesbank und Europäische Zentralbank als Partner der chinesischen Behörden verstünden, sollten informiert werden, sagte er der WELT: "Wir sollten über die notwendige Transparenz verfügen."

Unterdessen kündigte Peking weitere Schritte zur Liberalisierung des Devisenmarktes an. So sollen die größten chinesischen Konzerne erstmals direkten Zugang zum Devisenmarkt erhalten, um sich zum Beispiel über bestimmte Formen des Hedging besser gegen Wechselkursschwankungen absichern zu können. as/rtr
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bammie:

Terminhandel mit Yuan beginnt

 
18.08.05 09:53
Die chinesische Währung Yuan dürfte in Laufe der kommenden zwölf Monate um etwa 3,4 Prozent aufwerten. Dies jedenfalls implizieren die Kurse an dem neuen inländischen Terminmarkt, den die Volksrepublik China am Montag für ihre Währung Yuan eröffnete.

Die seit Dienstag auf der offiziellen Website www.chinamoney.com.cn zu verfolgenden Terminkurse des chinesischen Interbankenmarktes zeigten, daß der Terminkurs für den einmonatigen Kontrakt bei 8,0778 Yuan gegenüber dem Dollar lag und der Terminkurs für den Jahreskontrakt bei 7,8140 Yuan gegenüber dem Dollar notierte. Auf der Website werden die Terminkurse für ein-, drei- und sechsmonatige Kontrakte und den einjährigen Kontrakt gegen Dollar notiert, nicht aber Terminkurse gegenüber Euro.

Noch ist das  Handelsvolulem gering

Noch allerdings ist das Handelsvolumen an dem neuen sogenannten "onshore"- Markt niedrig. Es wurden am Montag lediglich zwei Kontrakte gehandelt, und zwar von der Industrial and Commercial Bank of China und der China Construction Bank. Auf Dauer dürfte das Handelsvolumen freilich steigen, denn seit der Wechselkurs des Yuan am 21. Juli um 2,1 Prozent aufgewertet wurde und seine Schwankungsbreite nach oben und nach unten auf jeweils 0,3 Prozent täglich ausgeweitet wurde, haben sich die Wechselkursrisiken etwas erhöht.

Mit den neuen Terminkontrakten und künftig auch einzuführenden Swaps können sich Marktteilnehmer gegen diese Wechselkursrisiken absichern. Trotz dieser ersten Schritte in Richtung einer Flexibilität des Wechselkurses ist die Fähigkeit des Yuan, selbst innerhalb dieser neuen Rahmenbedingungen zu schwanken, sehr begrenzt. Nachdem der Yuan am Montag auf 8,0971 Yuan gegenüber dem Dollar und damit auf einen Höchstkurs seit Aufwertung vom 21. Juli gestiegen war, intervenierte Chinas Zentralbank am Dienstag und drückte den Kurs wieder auf 8,1002 Yuan.

Der Wechselkurs des Yuan dürfte allerdings ein Thema bleiben

Gegenüber dem Euro notierte die chinesische Währung danach bei 10,0155 Yuan. Damit notiert der Wechselkurs gerade einmal um 0,12 Prozent über der Neubewertung der Währung am 21. Juli. Nach Agenturberichten hat die wichtige staatliche chinesische National Development and Reform Commission bereits vorgeschlagen, die Schwankungsbreite des Yuan solle auf Dauer auf 2 Prozent ausgeweitet werden.

Die marginale Aufwertung des Yuan am 21. Juli und die enggezogenen Schwankungsbreiten tragen wenig dazu bei, die starken Wettbewerbsverzerrungen durch die erhebliche Unterbewertung der chinesischen Währung gegenüber dem Dollar, aber vor allem auch dem Euro und dem Yen abzufedern. Erst am Freitag hatten amerikanische Handelsbilanzzahlen gezeigt, wie drastisch sich das Handelsbilanzdefizit Amerikas - nicht nur wegen der teuren Energieimporte, sondern auch wegen der erheblichen Einfuhren aus China - ausgeweitet hat. Es ist daher zu vermuten, daß das Wechselkursthema bei dem für die zweite Septemberwoche angesetzten Besuch des chinesischen Präsidenten Hu Jintao in Kanada und den Vereinigten Staaten wieder zur Sprache kommen wird.

Text: bes., F.A.Z
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