China Aktien?. ( Raum für ungeahntes Wachstum )


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China Aktien?. ( Raum für ungeahntes Wachstum )

 
07.01.01 10:59
Portfolio: Konfutse und die Red Chips
Von Paul Wellmann

Das Jahr des Drachen hat der chinesischen Börse Glück gebracht. Der maßgebliche Index Shanghai B legte 2000 um satte 162 Prozent zu. Auch für 2001, dem Jahr der Schlange, prognostizieren Astrologen und Wirtschaftsexperten einen Boom für das Reich der Mitte.

Vor allem der bevorstehende Beitritt zur Welthandels-Organisation (WTO) gibt Grund zum Optimismus. Die volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind ausgezeichnet: Nach amtlichen Angaben wuchs das Bruttoinlandsprodukt 2000 um rund acht Prozent. Die Exporte erhöhten sich bis Ende Oktober um 32,2 Prozent, und die Importe stiegen um 38,6 Prozent.

Im größtenteils antikapitalistischen China gewinnt das ehemals verteufelte Finanzparkett an Bedeutung. Seit Anfang des Jahres erhöhte sich die Zahl der an der Börse Shanghai notierten Unternehmen von 955 auf 1052. Dabei stieg die Marktkapitalisierung von 367 auf 522 Mrd. $. Im internationalen Vergleich zwar noch Peanuts, für ein noch kommunistisch regiertes Land aber ein enormer Fortschritt.



Telekommarkt als Wachstumsmaschine


Welches wirtschaftliche Potenzial im "roten Riesen" steckt, zeigt sich besonders im Telekommunikationssektor. China ist mit 130 Millionen Festnetzanschlüssen und 70 Millionen Handytelefonierern bereits der zweitgrößte Telekommunikationsmarkt der Welt. Und dabei haben laut International Telecommunication Union (ITU) erst 8,6 Prozent der Chinesen einen Telefonanschluss und nur 3,5 Prozent sind via Handy erreichbar. Das 1,3-Milliarden-Volk bietet somit Raum für ungeahntes Wachstum. Regierungsvertreter gehen von Wachstumsraten von etwa 20 Prozent pro Jahr aus.


Jedes etablierte Telekom-Unternehmen will ein Stück vom Kuchen. Vodafone kaufte sich mit 2,5 Mrd. $ einen 2,2 Prozent-Anteil am größten Mobilfunkkonzern China Mobile. Damit sind die Briten Mitbewerbern wie der Deutschen Telekom und NTT Docomo eine Nasenlänge voraus. Auch der amerikanische Telekommunikationsriese AT&T ist mit dabei: Als erstes ausländisches Unternehmen dürfen die Amerikaner in China Telekommunikationsdienstleistungen anbieten.


Stehen sich im Mobilfunkbereich zwei starke Kontrahenten - China Mobile und China Unicom - gegenüber, so ist die Regierung in Peking mit der Entwicklung im Festnetzbereich unzufrieden. Der Ex-Monopolist China Telecom agiert noch immer wie ein Staatsbetrieb. Um dem Festnetzgiganten nun Beine zu machen, wurden anderen Anbietern wie Netcom, Jitong und China Unicom ebenfalls Festnetz- lizenzen erteilt. Vor allem die China Railway Telecom könnte sich als ernsthafter Konkurrent zur China Telecom erweisen. Das staatliche Eisenbahnunternehmen verfügt über 120.000 Kilometer Kabelnetz, davon sind 40.000 Kilometer Glasfaserleitungen.


Besonders angetan sind Maos Enkel vom Hightech-Sektor. Beeindruckend ist die Geschichte der chinesischen Computerfirma Legend. Wurden die ersten Geräte 1986 in einer Garage gebastelt, so deckt das Unternehmen heute 25 Prozent des chinesischen Marktes ab. Gefolgt von Founder mit acht Prozent, erst an dritter Stelle findet sich der US-Riese IBM.


Legend-Chef Liu Chuanzhi hat große Pläne. Um die Marktposition weiter auszubauen, investiert Chuanzhi massiv in den Ausbau der Internetpräsens. Erst 17 Millionen Chinesen nutzen das Netz - nur 1,3 Prozent der Bevölkerung. Kein Wunder, dass gerade in diesem Sektor Goldgräberstimmung herrscht. Die Analysten von Merrill Lynch sind mehr als optimistisch und prognostizieren Legend auch an der Börse eine erfolgreiche Zukunft.



Logistik im Kommen


Vom WTO-Beitritt profitiert jedoch nicht nur die Hightech-Branche, sondern auch große Transportunternehmen. Zu den "Red Chips" zählt vor allem der chinesische Containerspezialist Cosco Pacific. Die Analysten der CMG First State Singapore räumen dem Unternehmen auf Grund der ausgezeichneten Positionierung und dem ausgesprochen guten Know-how Kurspotenzial ein. Auch die Airline China Southern brilliert mit einem guten Geschäftsergebnis. Der Gewinn konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr um rund 700 Prozent gesteigert werden.


Trotz Boomstimmung sollten Investments wohlüberlegt sein. Geoff Lewis, Director von Jardin Fleming Asset Management: "Wir kaufen keine illiquiden B-Aktien der Börsen Shenzhen oder Shanghai, sondern nur chinesische Unternehmen, die in Hongkong notieren. Mit der Öffnung des A-Aktien-Markts wird diese Zweiteilung sicherlich abgeschafft." Zur Vorsicht mahnt Peter Sartori, Chef des Aktienhandels bei der CGM First State Singapore: "Man sollte nie vergessen, dass China ein Emerging Market mit entsprechenden Risiken ist."



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