08.08.2010
Das ist der Ökoauto-Kalender bis
2018
Volvo V70 Plug-In-Hybrid, elektroauto
Jeder will der Erste sein -
zumindest, wenn es um die
Ankündigung neuer Umwelt-
Technologien in den Autos geht.
Doch wer hat wirklich konkrete
Pläne? Ein Überblick über die
Umweltfahrpläne der
Autohersteller.
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Die Schlagzeilen gehen runter wie Öl ,
Verzeihung: Strom. 2012 hat jedes
zweite Neufahrzeug in Europa eine Start-
Stopp-Automatik, verkündet Bosch mit
Vorfreude auf ein großes neues
Geschäftsfeld. Im gleichen Jahr will
Mitsubishi die Massenherstellung von
Lithium-Ionen-Batterien starten, weil bis
2020 jedes fünfte Auto der Marke einen
Elektroantrieb haben soll. Opel will ab
2011 das Elektroauto Opel Ampera
bauen, der Konzernbruder Chevrolet Volt
soll Ende 2010 auf den Markt kommen
und Nissan plant, das Kompaktmodell
Leaf schon Ende 2010 als Stromauto
anzubieten. "Das Elektroauto hat
Priorität", kündigt Renault-Vizechef
Patrick Pelata an, Daimler -Boss Dieter
Zetsche träumt von einer
"emissionsfreien Zukunft".
Die Branche steht also unter Strom,
obwohl es noch viele technische Fragen
rund um die komplizierte Lithium-Ionen-
Batterie gibt und der Marktanteil von
reinen E-Autos bis zum Jahr 2020 nur auf
drei Prozent geschätzt wird. Öko ist
trotzdem in, und jeder Hersteller träumt
von der Rolle der
Technologieführerschaft, so wie sie
Toyota mit dem Prius jahrelang
unangefochten auf dem Gebiet der
Hybriden gehabt hat.
Mercedes feiert bereits erste Erfolge mit
den neuen Umwelttechnologien
Deshalb rüsten sich vor allem die
deutschen Hersteller , die lange für ihre
distanzierte Haltung zu neuen
Umwelttechnologien kritisiert worden
sind - allen voran Mercedes. Erste kleine
Erfolge geben der Marke auf der Suche
nach einer weißen Weste recht: Der
Mercedes S 400 Hybrid ( Der Mercedes S
400 Hybrid im Test) kommt bei den
Kunden so gut an, dass sich sein
Verkaufsanteil innerhalb des S-Klasse-
Programms auf 20 Prozent beläuft. In
London findet bereits ein Großversuch
mit dem E-Smart statt, der seine Energie
noch von einer Nickel-Metallhydrid-
Batterie bezieht. Nächstes Jahr beginnt
die Fortsetzung mit einer Lithium-Ionen-
Batterie, womit der Fortwo 2012 für
25.000 Euro auf den Markt kommen soll.
Mercedes plant Auslieferung der B-Klasse
F-Cell bereits für 2010
Mut beweist die Marke auch darin, die
teure Brennstoffzellentechnologie weiter
voranzutreiben: Bereits Anfang 2010
sollen rund 200 Exemplare der so
genannten Mercedes B-Klasse F-Cell in
Europa und den USA an Kunden
ausgeliefert werden. Und die Zahl der E-
Autos innerhalb des Konzerns soll weiter
steigen: Es folgen entsprechende
Varianten der A-Klasse (2010), ebenfalls
in Form einer Kleinserie, und 2014 sogar
der Flügeltürer Mercedes SLS.
BMWs Hybridversionen von 7er und X6
kommen im April 2010
Konkurrent BMW ist da noch nicht ganz
so weit: Im April nächsten Jahres
kommen die Hybridversionen von BMW
7er und BMW X6 auf den Markt, vom Mini
läuft derzeit ebenfalls ein Großversuch
als E-Auto, doch ein richtiges Strommobil
ist nicht vor 2014 zu erwarten. Dann
startet mit dem Projekt i ein neues City-
Car, das es ebenfalls als reines E-Auto
geben soll. Den E-Motor will die Marke
selber fertigen, die Batterie stammt von
SB Limotive, einem
Gemeinschaftsunternehmen von Bosch
und Südkoreas Samsung-Konzern.
VW will absatzstarke Baureihen mit
sparsamen Dieseltriebwerken anbieten
Auch der VW-Konzern rüstet sich für die
steigende Nachfrage nach alternativen
Antrieben. Auf der IAA wird dafür
zunächst einmal die Idee des Ein-Liter-
Autos wiederbelebt, die der jetzige
Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch schon
in den neunziger Jahren hatte. Um
schnelle Fortschritte bei der Reduktion
des CO2-Ausstoßes erzielen zu können,
konzentriert sich der Volumenhersteller
darauf, die absatzstarken Baureihen mit
besonders sparsamen Dieseltriebwerken
anzubieten. Den VW Polo ( der VW Polo
im Test) wird es in einer Version mit 87
g/ km CO2-Ausstoß geben, den VW Golf
mit 99 und den VW Passat mit 114
Gramm. Das Ziel: in jeder Klasse das
sparsamste Modell anzubieten.
Ab 2013 ist der VW Up als reines E-Auto
geplant, den es in entsprechenden
Varianten auch bei den anderen
Konzerntöchtern bis hin zu Audi geben
wird. Parallel dazu werden im ganzen
Konzern die Baukästen mit längs- sowie
quermodularer Anordnung der Motoren
fit für die Hybridtechnologie gemacht:
Künftig könnte also jeder VW, Skoda,
Seat oder Audi ohne technische
Probleme mit der Kraft der zwei Herzen
ausgerüstet werden.
Renault startet 2011 mit dem Verkauf
von E-Autos
Während Lexus noch einen Schritt
weitergeht und alle in Europa
verfügbaren Modelle ab 2012
ausschließlich mit Hybridantrieb anbieten
will, konzentriert sich Renault mit seiner
E-Auto-Strategie zunächst auf die
Erfordernisse der einzelnen Märkte. So
startet der Verkauf 2011 in
vergleichsweise kleinen Ländern wie
Israel (E-Version des Mégane
Stufenheck) und Dänemark (E-Version
des Kangoo Rapid). Auf der IAA beweist
der französische Hersteller mit gleich
vier weiteren Studien zu diesem Thema,
dass das Modellprogramm weiter
ausgebaut werden soll. So gibt es eine
Absichtserklärung des australischen
Bundesstaats Victoria, den
flächendeckenden Einsatz von
Elektroautos zu prüfen. In der Allianz mit
dem Mutterkonzern Nissan ist Renault
mittlerweile 30 ähnliche Partnerschaften
mit Kommunen, Staaten und Regionen
eingegangen.
Opel Ampera: E-Auto mit Range
Extender kommt 2011
Ford und Opel wollen wie VW
verbrauchsoptimierte
Verbrennungsmotoren anbieten und
zeigen auf der IAA ihre neuen
Sparmodelle: Opel den Astra als Ecoflex
mit 109 g/km CO2-Ausstoß, Ford den
Focus als Econetic mit 99 g/km. Opel
startet darüber hinaus neue Gas-
Varianten von Corsa, Meriva, Astra
Caravan und Zafira und wird ab Frühjahr
2010 in einem Zeitfenster von 24
Monaten in allen Baureihen die Start-
Stopp-Technologie einführen. Mit dem
Opel Ampera folgt dann 2011 ein
vollwertiges Mittelklassemodell als E-
Auto mit Range Extender auch in
Deutschland. Ford wird die E-Varianten
von Transit Connect und Focus ab
2010/11 zunächst nur in den USA
anbieten.
Porsche plant Hybrid-Varianten von
Panamera und Cayenne
Aus deutscher Sicht fehlt also nur noch
Porsche mit konkreten Plänen für ein E-
Auto. Als umweltschonendes
Antriebskonzept sind bislang Hybrid-
Varianten von Panamera und Cayenne
geplant - als zehnte Marke unter dem
Dach des VW-Konzerns könnte der Strom
hier aber viel schneller fließen als bislang
vermutet.
Quelle: 2010 Motor-Presse Stuttgart