Finanzspritze nur mit solidem Wirtschaftsplan
Ein Rücktritt jagt den nächsten: Argentiniens Zentralbankpräsident hat den Hut genommen. US-Präsident Bush ging unterdessen mit der Regierung hart ins Gericht und forderte einen soliden Wirtschaftsplan.
Washington - US-Präsident George W. Bush warnte Argentinien und andere südamerikanische Länder nachdrücklich vor halbherzigen Maßnahmen. "Halbe Sachen werden das Leid nicht halbieren, sondern nur verlängern", sagte er in einer Rede vor der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) am Mittwoch in Washington. Bush nannte mehrere Schritte, "die zum Erfolg auf dem globalen Marktplatz führen": Freier Handel, Privatisierung uneffizienter Staatsbetriebe, Haushaltsdisziplin.
Internationale Hilfe für Argentinien werde es nur geben, wenn das Land einem "vernünftigen und nachhaltigen Wirtschaftsplan" vorlege.
Kritik an Duhalde
Harte Worte richtete Bush an den argentinischen Präsidenten Eduardo Duhalde: "Freie Märkte und offener Handel sind die besten Waffen gegen Armut, Krankheit und Tyrannei." Duhalde kritisierte seinerseits scharf die Wirtschaftspolitik seines Landes in den vergangenen zehn Jahren. Der marktwirtschaftliche Kurs hatte Argentinien zwar Wachstum gebracht, die Kluft zwischen Arm und Reich aber nicht überwunden.
Die US-Regierung schloss direkte Hilfe für das wirtschaftlich schwer angeschlagene Argentinien nach dem Muster der Mexiko-Hilfe 1995 über 20 Milliarden Dollar nahezu aus. Das bedeutet, dass Finanzhilfe nur über den Internationalen Währungsfonds (IWF) laufen wird. Der IWF gewährte Argentinien am Mittwoch einen einjährigen Zahlungsaufschub für einen Kredit über 933 Millionen Dollar.
Wie IWF-Direktor Horst Köhler am Mittwoch in Washington sagte, soll dies Argentinien helfen, die derzeitige "schwierige wirtschaftliche und soziale Lage" zu überwinden. Köhler begrüßte die Ankündigung Duhaldes, eng mit dem IWF zusammenzuarbeiten. IWF, Weltbank und die Interamerikanische Entwicklungsbank stünden bereit, dem Land bei der Stabilisierung seiner Wirtschaft zu helfen.
Und noch ein Rücktritt
Die Bemühungen um eine Konsolidierung der argentinischen Wirtschaftspolitik erlitten am Donnerstag nach Medienberichten aus Buenos Aires einen Rückschlag: Zentralbankpräsident Roque Maccarone trat zurück. In mehreren Städten kam es erneut zu Protesten. Den Berichten zufolge stellte Maccarone sein Amt nach einem Streit mit Wirtschaftsminister Jorge Remes Lenicov zur Verfügung. Der Zentralbank kommt nach einer Abwertung des Pesos zum Dollar eine entscheidende Rolle bei den Bemühungen zu, eine Hyperinflation zu vermeiden. In den achtziger Jahren führten Versuche, Wirtschafts- und Haushaltsdefizite mit der Geldpresse zu lösen, zu einer Geldentwertung von bis zu 5000 Prozent. 1991 wurde der Peso an den Dollar gekoppelt, so dass für jeden Peso im Umlauf ein Dollar hinterlegt sein musste.
Erstmals seit dem 4. Januar wurden am Donnerstag in Buenos Aires wieder Aktien gehandelt. Der Aktienindex Merval, in dem zahlreiche bedeutende argentinische Unternehmen zusammengefasst sind, sank bis Mittag um 5,74 Prozent. Ebenfalls in Buenos Aires gingen Hunderte Demonstranten auf die Straßen und forderten die Schaffung neuer Arbeitsplätze und weitere Maßnahmen der Regierung gegen die schlimmste Wirtschaftskrise des Landes seit Jahren.
Ein Rücktritt jagt den nächsten: Argentiniens Zentralbankpräsident hat den Hut genommen. US-Präsident Bush ging unterdessen mit der Regierung hart ins Gericht und forderte einen soliden Wirtschaftsplan.
Washington - US-Präsident George W. Bush warnte Argentinien und andere südamerikanische Länder nachdrücklich vor halbherzigen Maßnahmen. "Halbe Sachen werden das Leid nicht halbieren, sondern nur verlängern", sagte er in einer Rede vor der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) am Mittwoch in Washington. Bush nannte mehrere Schritte, "die zum Erfolg auf dem globalen Marktplatz führen": Freier Handel, Privatisierung uneffizienter Staatsbetriebe, Haushaltsdisziplin.
Internationale Hilfe für Argentinien werde es nur geben, wenn das Land einem "vernünftigen und nachhaltigen Wirtschaftsplan" vorlege.
Kritik an Duhalde
Harte Worte richtete Bush an den argentinischen Präsidenten Eduardo Duhalde: "Freie Märkte und offener Handel sind die besten Waffen gegen Armut, Krankheit und Tyrannei." Duhalde kritisierte seinerseits scharf die Wirtschaftspolitik seines Landes in den vergangenen zehn Jahren. Der marktwirtschaftliche Kurs hatte Argentinien zwar Wachstum gebracht, die Kluft zwischen Arm und Reich aber nicht überwunden.
Die US-Regierung schloss direkte Hilfe für das wirtschaftlich schwer angeschlagene Argentinien nach dem Muster der Mexiko-Hilfe 1995 über 20 Milliarden Dollar nahezu aus. Das bedeutet, dass Finanzhilfe nur über den Internationalen Währungsfonds (IWF) laufen wird. Der IWF gewährte Argentinien am Mittwoch einen einjährigen Zahlungsaufschub für einen Kredit über 933 Millionen Dollar.
Wie IWF-Direktor Horst Köhler am Mittwoch in Washington sagte, soll dies Argentinien helfen, die derzeitige "schwierige wirtschaftliche und soziale Lage" zu überwinden. Köhler begrüßte die Ankündigung Duhaldes, eng mit dem IWF zusammenzuarbeiten. IWF, Weltbank und die Interamerikanische Entwicklungsbank stünden bereit, dem Land bei der Stabilisierung seiner Wirtschaft zu helfen.
Und noch ein Rücktritt
Die Bemühungen um eine Konsolidierung der argentinischen Wirtschaftspolitik erlitten am Donnerstag nach Medienberichten aus Buenos Aires einen Rückschlag: Zentralbankpräsident Roque Maccarone trat zurück. In mehreren Städten kam es erneut zu Protesten. Den Berichten zufolge stellte Maccarone sein Amt nach einem Streit mit Wirtschaftsminister Jorge Remes Lenicov zur Verfügung. Der Zentralbank kommt nach einer Abwertung des Pesos zum Dollar eine entscheidende Rolle bei den Bemühungen zu, eine Hyperinflation zu vermeiden. In den achtziger Jahren führten Versuche, Wirtschafts- und Haushaltsdefizite mit der Geldpresse zu lösen, zu einer Geldentwertung von bis zu 5000 Prozent. 1991 wurde der Peso an den Dollar gekoppelt, so dass für jeden Peso im Umlauf ein Dollar hinterlegt sein musste.
Erstmals seit dem 4. Januar wurden am Donnerstag in Buenos Aires wieder Aktien gehandelt. Der Aktienindex Merval, in dem zahlreiche bedeutende argentinische Unternehmen zusammengefasst sind, sank bis Mittag um 5,74 Prozent. Ebenfalls in Buenos Aires gingen Hunderte Demonstranten auf die Straßen und forderten die Schaffung neuer Arbeitsplätze und weitere Maßnahmen der Regierung gegen die schlimmste Wirtschaftskrise des Landes seit Jahren.