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BVB-Fans planen Aufstand gegen Niebaum und Meier
Dortmund (dpa) - Die Krise von Borussia Dortmund ist nun auch auf der Südtribüne angekommen. Selbst bei den treuesten Fans wächst der Widerstand gegen die Geschäftspraktiken des hochverschuldeten Fußball-Unternehmens.
Auf einem Demonstrationszug vor dem Heimspiel in einer Woche gegen den VfL Bochum wollen sie die Absetzung von Geschäftsführer Gerd Niebaum und Michael Meier fordern. «Das Maß ist endgültig voll, die Volksseele kocht. Es wird definitiv Proteste geben - schon am Samstag in Hannover», kündigte Olaf Suplicki, stellvertretender Vorsitzender der Fan-Abteilung des Vereins, in einem Gespräch mit der dpa an.
Die jüngsten Nachrichten über einen bereits im Jahr 2000 abgeschlossenen Vertrag, in dem der Verein Markenrechte an den Versicherungskonzern Gerling als Sicherheitsleistung abgetreten hat, brachte das ohnehin randvolle Fass zum Überlaufen. Laut Suplicki werden sich die Fans um die Genehmigung eines Demonstrationszuges vom Dortmunder Friedensplatz zum Westfalenstadion bemühen. Unmissverständlich gab der Fan-Vertreter die Stimmung wieder: «Es wird 20 Jahre dauern, diesen Imageschaden zu reparieren. Wir wurden jahrelang an der Nase herumgeführt. Es ist Zeit für einen Neuanfang. Alles muss auf den Tisch.»
Nichts ist geblieben von der verhaltenen Freude über das Comeback von Leitfigur Christoph Metzelder, den wichtigen Sieg zum Rückrundenauftakt in Wolfsburg oder den nach wochenlanger Talfahrt ansteigenden Börsenkurs. Die Vergangenheit hat den Club wieder eingeholt. Fast täglich gab es zuletzt unliebsame Veröffentlichungen: Nicht nur der Vertrag mit Gerling sorgte für Gesprächsstoff. Das Ende der noch im Herbst verkündeten Zusammenarbeit mit der Münchner Beraterfirma Metrum, das Ende der Gespräche mit Investmentbanker Stephen Schechter und die Kündigung von mindestens sechs Mitarbeitern sorgten für zusätzliche Unruhe. «Was soll denn noch alles kommen», klagte Suplicki, «wir machen uns in der Öffentlichkeit doch nur noch lächerlich.»
Seit seinem Amtsantritt im November 2004 ist Reinhard Rauball um Schadensbegrenzung bemüht. Weil vor einer Woche durchgesickert war, dass sich der neue Präsident 480 000 Euro jährlich als Sportlicher Leiter zusichern ließ, war er selbst in das Zentrum der Kritik geraten. Nun geht er in die Offensive. «Ich habe der Geschäftsführung der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA erklärt, dass ich auf eine Bezahlung für meine Tätigkeit als Sportlicher Leiter verzichte», hieß es in einer vom BVB verbreiteten persönlichen Erklärung des Juristen. Auch bisher habe es keinerlei Entlohnung gegeben.
Rauball ahnt: Die negativen Schlagzeilen der vergangenen Tage machen die Suche nach Wegen aus der Schuldenfalle nicht leichter. Dabei steht vor der Abgabe der Lizenzunterlagen für die kommende Saison noch ein echter Herkulesakt ins Haus. Von besonderer Bedeutung wird sein, ob es der Borussia gelingt, das Westfalenstadion zurückzukaufen. Niebaum bestreitet, dass der Ausstieg von Schechter den BVB in dieser Angelengeheit zurückwirft. «Die Schechter-Anleihe war schon lange nicht mehr erste Priorität», sagte der KGaA-Geschäftsführer der «Westfälischen Rundschau». Offenbar wird nun die Gründung einer Stadiongesellschaft favorisiert, mit deren Hilfe der Arena-Rückkauf finanziert werden könnte.
Klecks das kann ja heiter werden und wir beide mitten drin und live dabei.
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Borussia Dortmund verlieren wegen drohender Pleite 20 Prozent
FRANKFURT (dpa-AFX) -
Die Aktien von Borussia Dortmund (BVB) sind am Donnerstag eingebrochen. Das Papier des einzigen börsennotierten Fußballbundesligaclubs brach bis 10.25 Uhr um 20,00 Prozent auf 2,12 Euro ein. Im bisherigen Verlauf schwankten die Aktien zwischen 1,98 und 2,17 Euro. Der CDAX (Composite DAX) stieg gleichzeitig um 0,10 Prozent auf 386,88 Punkte. Der Borussia droht die Pleite - die finanziellen Schwierigkeiten des Ruhrgebietsclubs sind nach eigenen Angaben zu einer "existenzbedrohenden Ertrags- und Finanzsituation" ausgewachsen.
"Die BVB-Aktien gehören aus meiner Sicht überhaupt nicht an die Börse", sagte Fidel Helmer, Aktienhändler bei Hauck & Aufhäuser. Ein weiterer Börsianer stimmte ein, dass die undurchsichtigen Finanzierungspraktiken des Unternehmens besorgniserregend seien und damit negativ auf den Gesamtmarkt wirkten.
"Wir bewerten die Aktien mit 'Sell' beim Kursziel von 1,00 Euro", sagte Aktienanalyst Peter-Thilo Hasler von der HypoVereinsbank. Dies spiegele die Situation um den Fußballverein wieder, der mit den besten Voraussetzungen an der Börse gestartet sei und diese nicht nutzen konnte. Die Maßnahmen, die vom Management ergriffen wurden, reichen nicht aus und der Turnaround wird nicht gelingen, wie der Experte sagte. Den Zustand habe das Unternehmen aber mit dem "ineffizienten verprassen" von Kapital selbst verschuldet. Mittlerweile sei der Fußballverein auch für einen neuen Investor offenbar unattraktiv.
Borussia habe nun endlich mal klar gesagt wie es aussieht - das sei schlimmer als befürchtet, sagte ein weiterer Händler. Nun komme es auf ein durchdachtes Rettungskonzept an. Zudem müssten alle an einem Strang ziehen. Allerdings könnte dann sicherlich eine Rettung gelingen, zumal Borussia Dortmund aus der deutschen Fußballszene nicht wegzudenken sei.
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