Gestiegene Ölpreise und ein festerer Euro sorgten für Kursverluste am Pfingstfeiertag. Der Leitindex schloss 1,2 Prozent tiefer bei 5621 Punkten. Auch die US-Börsen schmierten ab. US-Konjunkturdaten deuten noch auf größere Unbill hin.
Besonders der Hausbausektor sah schwach aus, meinten Händler. Die Anleger würden nun offenbar noch mit weiteren schlechten Nachrichten rechnen. Die US-Börsen rutschten bis 20 Uhr noch weiter ins Minus. Der Dow-Jones-Index verlor 1,2 Prozent, der Nasdaq-Composite verzeichnete einen Abschlag von 1,6 Prozent.
Zu den größeren Verlierern im heimischen Markt zählten mit einem Minus von drei Prozent die Papiere der Deutschen Börse. Der Frankfurter Börsenbetreiber hatte im Fusionspoker um die Euronext den Kürzeren gezogen. Unter Druck gerieten vor allem auch die Autohersteller, denen der gestiegene Euro den Handel versalzte. VW-Papiere gaben 2,2 Prozent nach, Daimler-Chrysler verloren gut 1,6 Prozent.
Besonders stark lastete der Ölpreis auf den Märkten. Ein Barrel (159 Liter) Öl der Nordseesorte Brent kostete am Montag zeitweise rund 1,50 Dollar mehr als am Freitag. Am Abend lag der Preis bei 71,75 Dollar. Auch US-Leichtöl verteuerte sich im Zuge der wieder aufflammenden Spannungen um das iranische Atomprogramm. Der viertgrößte Ölexporteur der Welt hatte am Wochenende offen mit einem Lieferboykott gedroht.
Der hohe Ölpreis setzte vor allem den Aktien der Lufthansa zu, sie fielen in der Spitze um mehr als zwei Prozent.
Adidas vor Aktiensplit
Nur geringe Verluste zu verdauen hatte Adidas. Laut Händlern wirkte beim Sportartikel-Konzern der für Dienstag anstehende Aktiensplit im Verhältnis 1:4. Anleger dürften sich vorher noch mit dem Wert eingedeckt haben, weil Aktiensplits fast immer Kurssteigerungen zur Folge hätten, hieß es.
Smarte Autos in den USA
Nach Aussage von Konzernchef Dieter Zetsche wird die neue Version des Kleinwagens Smart voraussichtlich nächstes Jahr in den USA eingeführt. "Die Tendenz ist derzeitig eindeutig positiv", sagte er der "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung". Die endgültige Entscheidung falle im Juni. Er bekräftigte, die Marke solle mit deutlich verkleinerter Modellpalette im kommenden Jahr erstmals Gewinn machen.
Infineon trotz Lobes am Dax-Ende
Infineon-Papiere gesellten sich zum Nachmittag hin ebenfalls zu den größten Verlierern im Dax. Dabei gab es positive Kommentare von der UBS. Die Analysten haben sich vor dem anstehenden Börsengang der Infineon-Speicherchipsparte Qimonda zuversichtlich über die Margenentwicklung geäußert. Die Einstufung wurde unverändert bei "Buy" belassen.
Erfolge für Schering
Auch Schering-Aktien konnten sich nicht gegen den Minustrend stemmen. Der vom Berliner Pharmakonzern und dem amerikanischen Partner Genzyme entwickelte Krebsantikörper MabCampath zeigt positive Studienresultate in der Anwendung gegen Blutkrebs. Dies hatten beide Unternehmen am Samstag auf der 42. Jahrestagung der "American Society of Clinical Oncology" (ASCO) in Atlanta mitgeteilt.
Bayer ohne Pfizer-Ambitionen
Unter Druck gerieten auch Aktien des Bayer-Konzerns, der derzeit Schering-Aktionäre von seinem Übernahmeangebot zu überzeugen hofft. Der Leverkusener Chemie- und Pharmakonzern will Branchenkreisen zufolge derzeit nicht für das Geschäft mit frei verkäuflichen Gesundheitsprodukten des US-Rivalen Pfizer bieten. Bayer habe gegenwärtig alle Hände voll mit seiner 16,5 Milliarden Euro teuren Übernahmeofferte für den Berliner Konkurrenten Schering zu tun.
Am Abend wurde darüber hinaus bekannt, dass Bayer und sein US-Partner Onyx in einem klinischen Test ihres Krebsmittels Nexavar ein vorrangiges Studienziel nicht erreicht haben. Die Unternehmen teilten mit, das Krebsmittel habe in einer späten klinischen Studie bei der Ermittlung der Überlebenszeit bei Nierenkrebspatienten zwar vielversprechende Zwischenergebnisse gezeigt. Dabei sei aber das statistisch definierte Studienziel verfehlt worden.
T-Mobile im Plan
Telekom-Aktien tauchten ebenfalls ab. Hier gab es Äußerungen von T-Mobile-Chef Philipp Humm. Er sieht sich bei ihrem kombinierten Mobilfunk- und Festnetzprodukt über Plan. Sein Ziel, binnen eines Jahres eine Millionen Kunden dafür zu gewinnen, werde das Unternehmen "voraussichtlich übererfüllen", sagte der Geschäftsführer von T-Mobile Deutschland der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Zudem kündigte er an, dass sich die Zahl der Festnetz-Telefone künftig deutlich verringern werde. Die entsprechende Quote in Deutschland liege im Moment noch unter fünf Prozent. "Wir werden uns wohl dem europäischen Durchschnitt annähern, der liegt bei etwa 15 Prozent Haushalte ohne Festnetz", sagte Humm.
Jenoptik in Eile
Unter den Technologiewerten sind die Verluste nicht ganz so stark. Der TecDax fiel rund 0,9 Prozent ins Minus. Größte Verlierer waren die Titel von Software, Qiagen und GPC Biotech. Dagegen verzeichneten die Solarwerte Conergy und Solon gegen den schwachen Trend des Gesamtmarktes Kursgewinne. Aktien von Jenoptik gerieten nach Äußerungen von Unternehmenschef Alexander von Witzleben unter Druck. Er will sein Unternehmen nach dem drastischen Konzernumbau in diesem Jahr möglichst schnell finanziell stabilisieren. "Zum Ende des ersten Halbjahrs wird die Nettoverschuldung auf rund 200 Millionen Euro sinken", sagte er in einem dpa-Gespräch in Jena. Bis Ende 2007 soll sich der Betrag nochmals auf 100 Millionen Euro halbieren.
Poker um BAA
Titel des Flughafenbetreibers BAA ziehen große Aufmerksamkeit auf sich, da der Übernahmekampf um das Unternehmen in der laufenden Woche entschieden werden sollte. Am Wochenende hatten Zeitungen vom gescheiterten Versuch der Citigroup berichtet, im Auftrag des spanischen Baukonzerns Grupo Ferrovial 150 Millionen BAA-Aktien zu kaufen. Das Angebot habe sich auf 900 Pence je Aktie belaufen.
Ein rivalisierendes Konsortium unter Führung von Goldman Sachs wolle dieses mit einer Gegenofferte von 950 Pence je Aktie kontern. Die beteiligten Unternehmen wollten aber zunächst abwarten, ob Ferrovial am Montag - wie an den Finanzmärkten erwartet - sein Angebot vor Verstreichen der letzten Frist nochmals aufstockt.
rt
Besonders der Hausbausektor sah schwach aus, meinten Händler. Die Anleger würden nun offenbar noch mit weiteren schlechten Nachrichten rechnen. Die US-Börsen rutschten bis 20 Uhr noch weiter ins Minus. Der Dow-Jones-Index verlor 1,2 Prozent, der Nasdaq-Composite verzeichnete einen Abschlag von 1,6 Prozent.
Zu den größeren Verlierern im heimischen Markt zählten mit einem Minus von drei Prozent die Papiere der Deutschen Börse. Der Frankfurter Börsenbetreiber hatte im Fusionspoker um die Euronext den Kürzeren gezogen. Unter Druck gerieten vor allem auch die Autohersteller, denen der gestiegene Euro den Handel versalzte. VW-Papiere gaben 2,2 Prozent nach, Daimler-Chrysler verloren gut 1,6 Prozent.
Besonders stark lastete der Ölpreis auf den Märkten. Ein Barrel (159 Liter) Öl der Nordseesorte Brent kostete am Montag zeitweise rund 1,50 Dollar mehr als am Freitag. Am Abend lag der Preis bei 71,75 Dollar. Auch US-Leichtöl verteuerte sich im Zuge der wieder aufflammenden Spannungen um das iranische Atomprogramm. Der viertgrößte Ölexporteur der Welt hatte am Wochenende offen mit einem Lieferboykott gedroht.
Der hohe Ölpreis setzte vor allem den Aktien der Lufthansa zu, sie fielen in der Spitze um mehr als zwei Prozent.
Adidas vor Aktiensplit
Nur geringe Verluste zu verdauen hatte Adidas. Laut Händlern wirkte beim Sportartikel-Konzern der für Dienstag anstehende Aktiensplit im Verhältnis 1:4. Anleger dürften sich vorher noch mit dem Wert eingedeckt haben, weil Aktiensplits fast immer Kurssteigerungen zur Folge hätten, hieß es.
Smarte Autos in den USA
Nach Aussage von Konzernchef Dieter Zetsche wird die neue Version des Kleinwagens Smart voraussichtlich nächstes Jahr in den USA eingeführt. "Die Tendenz ist derzeitig eindeutig positiv", sagte er der "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung". Die endgültige Entscheidung falle im Juni. Er bekräftigte, die Marke solle mit deutlich verkleinerter Modellpalette im kommenden Jahr erstmals Gewinn machen.
Infineon trotz Lobes am Dax-Ende
Infineon-Papiere gesellten sich zum Nachmittag hin ebenfalls zu den größten Verlierern im Dax. Dabei gab es positive Kommentare von der UBS. Die Analysten haben sich vor dem anstehenden Börsengang der Infineon-Speicherchipsparte Qimonda zuversichtlich über die Margenentwicklung geäußert. Die Einstufung wurde unverändert bei "Buy" belassen.
Erfolge für Schering
Auch Schering-Aktien konnten sich nicht gegen den Minustrend stemmen. Der vom Berliner Pharmakonzern und dem amerikanischen Partner Genzyme entwickelte Krebsantikörper MabCampath zeigt positive Studienresultate in der Anwendung gegen Blutkrebs. Dies hatten beide Unternehmen am Samstag auf der 42. Jahrestagung der "American Society of Clinical Oncology" (ASCO) in Atlanta mitgeteilt.
Bayer ohne Pfizer-Ambitionen
Unter Druck gerieten auch Aktien des Bayer-Konzerns, der derzeit Schering-Aktionäre von seinem Übernahmeangebot zu überzeugen hofft. Der Leverkusener Chemie- und Pharmakonzern will Branchenkreisen zufolge derzeit nicht für das Geschäft mit frei verkäuflichen Gesundheitsprodukten des US-Rivalen Pfizer bieten. Bayer habe gegenwärtig alle Hände voll mit seiner 16,5 Milliarden Euro teuren Übernahmeofferte für den Berliner Konkurrenten Schering zu tun.
Am Abend wurde darüber hinaus bekannt, dass Bayer und sein US-Partner Onyx in einem klinischen Test ihres Krebsmittels Nexavar ein vorrangiges Studienziel nicht erreicht haben. Die Unternehmen teilten mit, das Krebsmittel habe in einer späten klinischen Studie bei der Ermittlung der Überlebenszeit bei Nierenkrebspatienten zwar vielversprechende Zwischenergebnisse gezeigt. Dabei sei aber das statistisch definierte Studienziel verfehlt worden.
T-Mobile im Plan
Telekom-Aktien tauchten ebenfalls ab. Hier gab es Äußerungen von T-Mobile-Chef Philipp Humm. Er sieht sich bei ihrem kombinierten Mobilfunk- und Festnetzprodukt über Plan. Sein Ziel, binnen eines Jahres eine Millionen Kunden dafür zu gewinnen, werde das Unternehmen "voraussichtlich übererfüllen", sagte der Geschäftsführer von T-Mobile Deutschland der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Zudem kündigte er an, dass sich die Zahl der Festnetz-Telefone künftig deutlich verringern werde. Die entsprechende Quote in Deutschland liege im Moment noch unter fünf Prozent. "Wir werden uns wohl dem europäischen Durchschnitt annähern, der liegt bei etwa 15 Prozent Haushalte ohne Festnetz", sagte Humm.
Jenoptik in Eile
Unter den Technologiewerten sind die Verluste nicht ganz so stark. Der TecDax fiel rund 0,9 Prozent ins Minus. Größte Verlierer waren die Titel von Software, Qiagen und GPC Biotech. Dagegen verzeichneten die Solarwerte Conergy und Solon gegen den schwachen Trend des Gesamtmarktes Kursgewinne. Aktien von Jenoptik gerieten nach Äußerungen von Unternehmenschef Alexander von Witzleben unter Druck. Er will sein Unternehmen nach dem drastischen Konzernumbau in diesem Jahr möglichst schnell finanziell stabilisieren. "Zum Ende des ersten Halbjahrs wird die Nettoverschuldung auf rund 200 Millionen Euro sinken", sagte er in einem dpa-Gespräch in Jena. Bis Ende 2007 soll sich der Betrag nochmals auf 100 Millionen Euro halbieren.
Poker um BAA
Titel des Flughafenbetreibers BAA ziehen große Aufmerksamkeit auf sich, da der Übernahmekampf um das Unternehmen in der laufenden Woche entschieden werden sollte. Am Wochenende hatten Zeitungen vom gescheiterten Versuch der Citigroup berichtet, im Auftrag des spanischen Baukonzerns Grupo Ferrovial 150 Millionen BAA-Aktien zu kaufen. Das Angebot habe sich auf 900 Pence je Aktie belaufen.
Ein rivalisierendes Konsortium unter Führung von Goldman Sachs wolle dieses mit einer Gegenofferte von 950 Pence je Aktie kontern. Die beteiligten Unternehmen wollten aber zunächst abwarten, ob Ferrovial am Montag - wie an den Finanzmärkten erwartet - sein Angebot vor Verstreichen der letzten Frist nochmals aufstockt.
rt
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