Börsenausblick: Strategen rechnen mit Korrekturen


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Börsenausblick: Strategen rechnen mit Korrekturen

 
14.01.06 15:27
Börsenausblick: Strategen rechnen mit Korrekturen

An den europäischen Aktien- und Rentenmärkten ist die Stimmung ungebrochen optimistisch. Die Zeichen stehen dennoch auf Konsolidierung. Am Devisenmarkt erwarten Experten eine Fortsetzung des Euro-Abwärtstrends.

"Der Markt ist überkauft und die Kurskorrektur auf dem aktuellen Niveau noch nicht zu Ende", sagte ein Aktienanalyst zu den Aussichten an der deutschen Börse, nachdem der Dax am Freitag deutlich unter 5500 Punkte gerutscht war.

Auf Sicht einer Woche gaben Europas Börsen etwas nach. Der Stoxx 50 fiel um 1,0 Prozent, der Dax verlor 0,96 Prozent. Die US-Börsen tendierten hingegen seitwärts und verteidigten die Gewinne, die sie seit Jahresbeginn gesammelt hatten. Sie stemmten sich somit auch gegen die enttäuschenden Quartalsberichte des Aluminiumkonzerns Alcoa  , des Chemiekonzerns DuPont  und des Netzausrüsters Lucent  . Der Technologieindex Nasdaq Composite kletterte 2006 bislang um fünf Prozent.

In den USA bleibt die Börse am Montag feiertagsbedingt geschlossen. Ab Dienstag nimmt die Quartalsberichtssaison Fahrt auf. Im Technologiesegment legen nach dem weltgrößten Chipkonzern Intel  und dem Internetanbieter Yahoo  am Dienstag noch Motorola  (Donnerstag) Zahlen vor. "Insbesondere von den Intel-Daten werden für die kurzfristige Tendenz der Börsen wichtige Signale ausgehen", sagte ein Aktienstratege. Enttäuschende Zahlen würden den Anlegern als Katalysator dazu dienen, um Gewinne abzusichern. Im Laufe der Woche legen außerdem der Mischkonzern General Electric  (Freitag) sowie die Banken JP Morgan  (Mittwoch), Merrill Lynch  (Donnerstag) und Citigroup  (Freitag) Zahlen vor.


Nervosität am Markt

Analysten sind insgesamt optimistisch: Thomson First Call geht davon aus, dass die im S&P 500 gelisteten Konzerne ihre Gewinne um 13,4 Prozent ausweiten. Allerdings schien der Markt zuletzt weniger optimistisch. "Wir beobachten zurzeit einige Nervosität am Markt", sagte John Forelli, Fondsmanager von Independence Investments.

Auf der Konjunkturseite rückt das Thema Inflation in den Blickpunkt: Bei den US-Verbraucherpreisen am Mittwoch rechnen Volkswirte mit einem Anstieg, nachdem fallende Energiepreise im November noch für Erleichterung gesorgt hatten. Zudem veröffentlicht die US-Notenbank am Abend das Beige Book.

In Europa kommt die Berichtssaison traditionell später auf Touren. Die Tendenz der Börsen dürfte deshalb stark von der Entwicklung der Wall Street abhängen, die Anleger in Wartestellung bleiben. "Ich glaube nicht, dass sich die Investoren schon festlegen werden, ohne zu wissen, wo die Reise hinführt", sagte Frank Schallenberger, ein Aktienstratege der Landesbank Baden-Württemberg.

Die DZ Bank geht davon aus, dass es im Dax etwas abwärts geht. "Die für den Jahresbeginn typischen positiven Kurseffekte dürften auslaufen, denn es ist damit zu rechnen, dass es vorerst nicht zu weiteren Mittelzuflüssen kommt", heißt es im Wochenausblick der Bank.

Rentenmarkt nicht zu erschüttern

Am europäischen Rentenmarkt bleibt die Stimmung gut. Trotz starker Konjunkturdaten in den vergangenen Tagen und sich verdichtenden Anzeichen für weitere Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank hielten sich die Notierungen seit Tagen stabil. "Den Bondmarkt kann zurzeit nichts erschüttern", sagt Gottried Steindl, Zinsanalyst der Raiffeisen Zentralbank. Grund hierfür sei der Geldzufluss zu Jahresbeginn.

Über kurz oder lang rechnen viele Strategen mit einer Korrektur: "Die Renditen in Europa sind für das derzeitige Konjunkturumfeld eindeutig zu niedrig", sagte Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Für die kommende Woche erwartet er aber noch keine deutlichen Kursverluste: "Vermutlich dürfte der Auslöser für eine Korrektur fehlen." Die einzige echte Gefahr für den Markt drohe von den europäischen Verbraucherpreisdaten am Donnerstag. "Sollte die Kerninflationsrate anziehen, könnte dies die Renditen merklich hochtreiben", sagte Steindl.

Greenback gewinnt an Boden

Am Devisenmarkt feiert der Dollar zurzeit ein Comeback: Nach unerwartet guten Handelsbilanzzahlen gewann die US-Währung in der vergangenen Woche zuvor verlorenes Terrain zurück. "Dem Euro ist die Luft ausgegangen. Er hat unter deutlichen Gewinnmitnahmen gelitten", sagte Marcus Hettinger, Devisenstratege bei Credit Suisse.

Für die kommenden Tage erwarten viele Experten eine Fortsetzung dieses Trends. "Der Dollar hat seine Krise fürs erste überwunden, und die Kapitalzuflussdaten am Mittwoch könnten ihn weiter stützen", sagte Stephan Beilke, Währungsexperte der Bremer Landesbank. Bis zum Ende der Woche werde der Euro daher unter 1,20 $ fallen.

Quelle: Financial Times Deutschland
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dreamer:

" 2007 rutschen die USA in die Rezession"

 
14.01.06 16:45
GEORGE SOROS

Börsenstar George Soros hat erneut eine deutliche Warnung an die Finanzgemeinde ausgesprochen. Im kommenden Jahr rechne er in den USA mit einer Rezession, sagte der Milliardär. Denn die US-Notenbank drohe mit ihrer Zinspolitik über das Ziel hinauszuschießen.

Singapur - Die US-Wirtschaft könnte nach Einschätzung des Investors und Milliardärs George Soros im kommenden Jahr in eine Rezession rutschen. Diese Gefahr bestehe, sollte die US-Notenbank (Fed) bei ihrer derzeitigen Straffung der Geldpolitik über ihr Ziel hinausschießen, sagte Soros am Montag auf einem Seminar in Singapur.

Zudem könnte der Dollar-Kurs deutlich zurückgehen, sollten die Immobilienpreise in den USA plötzlich einbrechen. " Deshalb erwarte ich eine Rezession im Jahr 2007, nicht 2006" , sagte Soros. Er gehe davon aus, dass die Fed den Schlüsselzins noch weiter bis auf 4,75 Prozent anheben werde, sagte Soros.

Nach kontinuierlichen Anhebungen in den vergangenen Monaten beträgt der Leitzins in den USA derzeit 4,25 Prozent. Die Fed werde zwar versuchen, eine " weiche Landung" der Wirtschaft hinzubekommen. Das Ziel könne aber möglicherweise verfehlt werden.

Die Volkswirtschaften in Europa und Japan seien trotz der derzeitigen Erholung von einer Wachstumsschwäche möglicherweise nicht in der Lage, die Auswirkungen einer US-Rezession aufzufangen, sagte er. " Europa wächst derzeit relativ gut, (...) aber eine harte Landung in den USA wird mit dem Rückgang des Dollars einhergehen, der der europäischen Wirtschaft schaden könnte."

Bereits vor zwei Monaten hatte Soros warnende Töne angeschlagen und sich skeptisch über die Zukunft des US-Immobilienmarktes geäußert. In einem Interview prognostizierte er, spätestens 2008 werde die Immobilienblase zerplatzen und einen Preisverfall auslösen.

www.manager-magazin.de/geld/artikel/0,2828,394261,00....
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