News - 24.01.08 08:26
Dax steht vor einer Rally
Der Endspurt an der Wall Street und die Erholung der asiatischen Börsen sollte auch dem Dax am Donnerstag Kursgewinne bescheren.
HB FRANKFURT. Banken und Broker sagten einen Dax-Anstieg von 3,5 Prozent auf 6 662 Zähler voraus.Der Dax-Future stieg zu Handelsbeginn an der Terminbörse um 265 Punkte auf 6765,0 Zähler, bröckelte dann aber leicht ab.
"Damit holen wir nur die US-Rally nach", sagt ein Händler. Vor allem Finanzwerte dürften deutlich profitieren, nachdem die US-Banken um über 8 Prozent und mehr zugelegt hatten. "Was am stärksten gefallen ist, hat das größte Comeback-Potenzial." Allerdings sei abzuwarten, wie die Börse das Desaster bei der Societe Generale aufnehme, warnte ein Händler. Die französische Großbank hatte mitgeteilt, Betrug durch einen Händler belaste die Gruppe mit 4,9 Milliarden Euro. Zudem fielen im vierten Quartal wegen der Subprime-Krise Abschreibungen von 2,05 Milliarden Euro an. Über eine Kapitalerhöhung will die Bank 5,5 Milliarden Euro einnehmen. "Das könnte die Party bei den Finanzwerten vermasseln", sagte ein Händler. "Das zeigt, dass die Kontrollmechanismen nicht zu hundert Prozent funktionieren."
Zudem positiv seien neue Wirtschaftsdaten aus China zu werten. Sie zeigen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2007 eine BIP-Wachstumsrate von jeweils über 11 Prozent. Am Markt war eine ausgeprägtere Wachstumsdelle befürchtet worden. "Das weckt die Hoffnung, dass das Emerging-Markets-Wachstum die US-Delle ausgleicht", so der Händler.
Problematisch sei, dass der deutsche Markt zu relativer Schwäche neige: Anders als die US-Börsen sei der Dax-Future am Mittwoch nicht über den Dienstags-Schluss gestiegen. Der Dax könne bis knapp 6 900 Punkte steigen, heißt es.
Die Optionsprämien auf Dax-Optionen preisen für Donnerstag eine Schwankungsbreite im Dax von 128,98 Punkten oder 2,00 Prozent um den Schlusskurs vom Vortag ein. Das entspricht einer Dax-Bewegung auf bis zu 6 568 Punkte nach oben und 6 310 Punkte nach unten.
Siemens rücken nach Zahlen in den Fokus. Der Technologiekonzern hat im ersten Geschäftsquartal Gewinn und Umsatz kräftig gesteigert und dabei die Erwartungen der Analysten großteils übertroffen. Für die Zukunft hat der Konzern die Margenziele angehoben, obgleich wichtige Bereiche nicht einmal die alten Ziele erfüllten. Einer ersten Händlereinschätzung zufolge lag der Auftragseingang sowie der operative Gewinn über den Erwartungen. Auch das angekündigte Aktienrückkaufprogramm wurde positiv bewertet. Allerdings habe die wichtige Medizintechnik-Sparte die Schätzungen verfehlt.
Ebenfalls mit Ergebnissen warteten Software AG aus dem TecDax auf: Börsianer bezeichneten die Geschäftszahlen des zweitgrößten deutschen Softwarekonzerns für das Geschäftsjahr 2007 als im Rahmen der Markterwartungen liegend. Ein Händler rechnet wegen des optimistischeren Ausblicks für das Geschäftsjahr 2008 sowie der etwas besseren Lizenzumsätze mit einer freundlichen Kursreaktion.
Aktien der Deutschen Post stehen ebenfalls im Blick. Der größte europäische Postdienstleister schreibt 600 Mill. Euro auf das Anlagevermögen des defizitären amerikanischen Express-Geschäfts ab. Auswirkungen auf die Dividende hätten die Abschreibungen nicht. Bereits im späten Frankfurter Parketthandel kam die Aktie daraufhin leicht unter Druck. "Solche negativen Aussagen werden wir wahrscheinlich in Zukunft von mehreren Unternehmen hören. In der erwarteten Markterholung könnte die Meldung allerdings etwas untergehen", sagte ein Händler.
Auch Tui sollten im Auge behalten werden. Konzernchef Michael Frenzel kann seine jüngsten Pläne für einen erneuten Umbau des Konzerns weiterverfolgen, hat aber noch keine endgültige Zustimmung der Aufsichtsräte. Unterdessen sei die Absicht des Vorstands gebilligt worden, für das Geschäftsjahr 2007 wieder eine Dividende von 25 Cent pro Stückaktie zu zahlen. In der Touristiksparte erwartet die Tui für die Jahre bis 2010 ein kontinuierliches Ergebniswachstum. "Das klingt ähnlich wie die jüngsten Bestätigungen anderer Konzerne", kommentierte ein Händler.
Bayer dürften von positiven Nachrichten aus Japan profitieren. Der Pharma- und Chemiekonzern erhielt für den Zulassungsantrag für das Krebsmedikament Nexavar von der japanischen Gesundheitsbehörde Mhlw einen beschleunigten Status.
An der Wall Street hatten Gerüchte über bevorstehende Finanzspritzen für Anleiheversicherer die Kurse in der letzten Handelsstunde in die Höhe katapultiert. Der Dow-Jones-Index legte 2,5 Prozent auf 12 270 Punkte zu. Vorher war er um bis zu 2,7 Prozent auf 11 644 Stellen abgesackt. Auch der breiter gefasste S&P-500-Index gewann 2,1 Prozent und der Nasdaq -Composite gut ein Prozent. Beide Indizes hatten im Sitzungsverlauf drei und vier Prozent verloren. Der Dax war am Mittwoch um 4,9 Prozent in die Tiefe gerauscht. Zu dem Zeitpunkt hatten der Dow-Jones-Index noch 1,5 Prozent und der Nasdaq Composite noch 2,7 Prozent im Minus gelegen.
In Tokio legte der Nikkei-Index gut zwei Prozent zu. Auch die übrigen asiatischen Börsen tendierten freundlich.
Quelle: Handelsblatt.com
News druckenName Aktuell Diff.% Börse
BAYER AG Inhaber-Aktien o.N. 51,86 -5,66% XETRA
TUI AG Namens-Aktien o.N. 13,33 -2,84% XETRA
Dax steht vor einer Rally
Der Endspurt an der Wall Street und die Erholung der asiatischen Börsen sollte auch dem Dax am Donnerstag Kursgewinne bescheren.
HB FRANKFURT. Banken und Broker sagten einen Dax-Anstieg von 3,5 Prozent auf 6 662 Zähler voraus.Der Dax-Future stieg zu Handelsbeginn an der Terminbörse um 265 Punkte auf 6765,0 Zähler, bröckelte dann aber leicht ab.
"Damit holen wir nur die US-Rally nach", sagt ein Händler. Vor allem Finanzwerte dürften deutlich profitieren, nachdem die US-Banken um über 8 Prozent und mehr zugelegt hatten. "Was am stärksten gefallen ist, hat das größte Comeback-Potenzial." Allerdings sei abzuwarten, wie die Börse das Desaster bei der Societe Generale aufnehme, warnte ein Händler. Die französische Großbank hatte mitgeteilt, Betrug durch einen Händler belaste die Gruppe mit 4,9 Milliarden Euro. Zudem fielen im vierten Quartal wegen der Subprime-Krise Abschreibungen von 2,05 Milliarden Euro an. Über eine Kapitalerhöhung will die Bank 5,5 Milliarden Euro einnehmen. "Das könnte die Party bei den Finanzwerten vermasseln", sagte ein Händler. "Das zeigt, dass die Kontrollmechanismen nicht zu hundert Prozent funktionieren."
Zudem positiv seien neue Wirtschaftsdaten aus China zu werten. Sie zeigen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2007 eine BIP-Wachstumsrate von jeweils über 11 Prozent. Am Markt war eine ausgeprägtere Wachstumsdelle befürchtet worden. "Das weckt die Hoffnung, dass das Emerging-Markets-Wachstum die US-Delle ausgleicht", so der Händler.
Problematisch sei, dass der deutsche Markt zu relativer Schwäche neige: Anders als die US-Börsen sei der Dax-Future am Mittwoch nicht über den Dienstags-Schluss gestiegen. Der Dax könne bis knapp 6 900 Punkte steigen, heißt es.
Die Optionsprämien auf Dax-Optionen preisen für Donnerstag eine Schwankungsbreite im Dax von 128,98 Punkten oder 2,00 Prozent um den Schlusskurs vom Vortag ein. Das entspricht einer Dax-Bewegung auf bis zu 6 568 Punkte nach oben und 6 310 Punkte nach unten.
Siemens rücken nach Zahlen in den Fokus. Der Technologiekonzern hat im ersten Geschäftsquartal Gewinn und Umsatz kräftig gesteigert und dabei die Erwartungen der Analysten großteils übertroffen. Für die Zukunft hat der Konzern die Margenziele angehoben, obgleich wichtige Bereiche nicht einmal die alten Ziele erfüllten. Einer ersten Händlereinschätzung zufolge lag der Auftragseingang sowie der operative Gewinn über den Erwartungen. Auch das angekündigte Aktienrückkaufprogramm wurde positiv bewertet. Allerdings habe die wichtige Medizintechnik-Sparte die Schätzungen verfehlt.
Ebenfalls mit Ergebnissen warteten Software AG aus dem TecDax auf: Börsianer bezeichneten die Geschäftszahlen des zweitgrößten deutschen Softwarekonzerns für das Geschäftsjahr 2007 als im Rahmen der Markterwartungen liegend. Ein Händler rechnet wegen des optimistischeren Ausblicks für das Geschäftsjahr 2008 sowie der etwas besseren Lizenzumsätze mit einer freundlichen Kursreaktion.
Aktien der Deutschen Post stehen ebenfalls im Blick. Der größte europäische Postdienstleister schreibt 600 Mill. Euro auf das Anlagevermögen des defizitären amerikanischen Express-Geschäfts ab. Auswirkungen auf die Dividende hätten die Abschreibungen nicht. Bereits im späten Frankfurter Parketthandel kam die Aktie daraufhin leicht unter Druck. "Solche negativen Aussagen werden wir wahrscheinlich in Zukunft von mehreren Unternehmen hören. In der erwarteten Markterholung könnte die Meldung allerdings etwas untergehen", sagte ein Händler.
Auch Tui sollten im Auge behalten werden. Konzernchef Michael Frenzel kann seine jüngsten Pläne für einen erneuten Umbau des Konzerns weiterverfolgen, hat aber noch keine endgültige Zustimmung der Aufsichtsräte. Unterdessen sei die Absicht des Vorstands gebilligt worden, für das Geschäftsjahr 2007 wieder eine Dividende von 25 Cent pro Stückaktie zu zahlen. In der Touristiksparte erwartet die Tui für die Jahre bis 2010 ein kontinuierliches Ergebniswachstum. "Das klingt ähnlich wie die jüngsten Bestätigungen anderer Konzerne", kommentierte ein Händler.
Bayer dürften von positiven Nachrichten aus Japan profitieren. Der Pharma- und Chemiekonzern erhielt für den Zulassungsantrag für das Krebsmedikament Nexavar von der japanischen Gesundheitsbehörde Mhlw einen beschleunigten Status.
An der Wall Street hatten Gerüchte über bevorstehende Finanzspritzen für Anleiheversicherer die Kurse in der letzten Handelsstunde in die Höhe katapultiert. Der Dow-Jones-Index legte 2,5 Prozent auf 12 270 Punkte zu. Vorher war er um bis zu 2,7 Prozent auf 11 644 Stellen abgesackt. Auch der breiter gefasste S&P-500-Index gewann 2,1 Prozent und der Nasdaq -Composite gut ein Prozent. Beide Indizes hatten im Sitzungsverlauf drei und vier Prozent verloren. Der Dax war am Mittwoch um 4,9 Prozent in die Tiefe gerauscht. Zu dem Zeitpunkt hatten der Dow-Jones-Index noch 1,5 Prozent und der Nasdaq Composite noch 2,7 Prozent im Minus gelegen.
In Tokio legte der Nikkei-Index gut zwei Prozent zu. Auch die übrigen asiatischen Börsen tendierten freundlich.
Quelle: Handelsblatt.com
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BAYER AG Inhaber-Aktien o.N. 51,86 -5,66% XETRA
TUI AG Namens-Aktien o.N. 13,33 -2,84% XETRA