BÖRSE am MORGEN (Zusammenfassung)

Beiträge: 4
Zugriffe: 262 / Heute: 1
Technology All S. 4.885,88 -0,23% Perf. seit Threadbeginn:   +344,32%
 
BÖRSE am MORGEN (Zusammenfassung) Happy End
Happy End:

BÖRSE am MORGEN (Zusammenfassung)

 
30.01.02 08:05
#1

Kursverluste scheinen vorprogrammiert


BÖRSE am MORGEN (Zusammenfassung) 559146www.faznet.de/IN/INtemplates/faznet/inc/in/...7}&mode=picture" style="max-width:560px" >

Die Ausgangslage scheint klar: Nach den herben Verlusten in den USA und auch in Asien dürften auch an Europas Börsen Kursabschläge nicht zu vermeiden sein. Händler stellen sich beim Dax bereits auf einen Test der Unterstützung bei 5.000 Punkten ein. Schon am Vortag hatte der bekannteste deutsche Aktienindex ein Minus von 1,44 Prozent auf 5.084,52 Punkten hinnehmen müssen. Die Sorgen um die Bilanzierungspraktiken bei einigen US-Firmen und der daraus resultierenden Furcht vor weiteren Pleiten nach dem Muster von Enron dürften die Marktteilnehmer nachhaltig verunsichern, heißt es.

Rentenmarkt vor Comeback

Die sich abzeichnende Konjunkturerholung hatte den Rentenmarkt zuletzt unter Druck gesetzt. Dieser Schwächeanfall dürfte zur Wochenmitte erneut unterbrochen werden. Händler gehen davon aus, dass der Anleihenmarkt von der Schwäche an den Aktienmärkten profitieren kann. Als Stütze sollte sich auch die Flucht aus Unternehmensanleihen erweisen, die bereits am Dienstag dem US-Rentenmarkt deutliche Aufschläge einbrachte. Auch der Bund-Future hatte am Vortag um 28 Basispunkte auf 107,56 Prozent zugelegt.

Dollar mit Abschlägen

Am Devisenmarkt hat der Dollar etwas an Stärke verloren. Ursache dafür scheinen die unsauberen Bilanzierungspraktiken einiger US-Unternehmen zu sein sowie der Widerstand von Unternehmen wie General Motors gegen die Politik eines starken Dollar. Die Bilanzskandale trübten das Bild Amerikas als Vorreiter in Sachen Shahreholder Value, heißt es ergänzend. Gegen 7.25 Uhr verbessert sich der Euro gegenüber der US-Devise auf 0,8657 nach 0,8647 Dollar im späten US-Handel am Dienstag. Der Yen klettert auf 132,74 Yen nach 133,31 Yen und markiert damit ein Wochenhoch.

Nikkei 225 fällt unter 10.000 Punkte

Nach den schwachen Vorgaben aus den USA mussten auch die Aktienkurse in Japan Verluste hinnehmen. Der Nikkei 225 Index rutschte mit einem Minus von 1,1 Prozent oder 106,55 Yen auf 9.919,48 Yen sogar unter die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Yen. Der Topix-Index gab um 1,4 Prozent oder 13,99 Zähler auf 964,75 Punkte nach. Für die Verluste machten Händler neben den schlechten US-Vorgaben die Meldungen von Toshiba und Fujitsu verantwortlich, die beide über höher als erwartete Verluste im laufenden Geschäftsjahr berichteten. Zudem habe der weiter erholte Yen die Exportwerte belastet. Auch die Entlassung der populären japanischen Außenministerin Makiko Tanaka nach einem tagelangen Streit mit Spitzenbeamten ihres Ministeriums drückte laut Händlern auf die Stimmung. Kommentatoren sprachen von einem Rückschlag für die Regierung.

Hongkong-Aktien sehr schwach

Der Aktienmarkt in Hongkong tendiert zum Mittwochmittag sehr schwach. Der Hang-Seng-Index (HSI) verliert in der ersten Handelshälfte 2,4 Prozent oder 263,74 Punkte auf 10.750,50 Zähler. Die Verluste an Wall Street hätten die Gewinne vom Vortag in Hongkong wieder zunichte gemacht, heißt es. Am Dienstag hatte der Index von einer Rally bei Telekomwerten profitiert. China Mobile und Hutchison, zwei Vortagesgewinner, geben drei Prozent ab und tragen damit zu einem großen Teil der Verluste bei. Eine starke Unterstützung wird bei 10.700 Punkten gesehen. Händlern zufolge dürfte diese Marke aber am Nachmittag nicht durchbrochen werden.

Wenig Bewegung beim nachbörslichen US-Handel

Nach den herben Verlusten in der offiziellen Sitzung zeigten sich die US-Aktien am Dienstag im nachbörslichen Geschäft per saldo weitgehend unverändert. Der Nasdaq 100 Index stieg um geringfügige 0,60 Punkte auf 1.519,93 Zähler. Auffällig verhielten sich allerdings die Anteilsscheine des Finanz- und Versicherungskonzerns Conseco, die um 26 Prozent auf 3,99 Dollar stiegen. Die Meldung, man werde die Zinszahlungen auf die Schulden begleichen können, sorgte hier für eine gewisse Entwarnung. Veritas Software gaben nach schwachen Viertquartalszahlen dagegen um 6,6 Prozent auf 43,12 Dollar nach.

Sorgen um Bilanzpraktiken belasten Wall Street

Sorgen der Anleger um mögliche Bilanz-Unregelmäßigkeiten weiterer US-Unternehmen haben die Blue Chips an der Wall Street am Dienstag auf den tiefsten Stand seit Mitte November 2001 gedrückt. Die Investoren seien nach dem Kollaps des Energiehändlers Enron vorsichtig geworden, sagten Händler. Die Ankündigung des Energiehandelskonzerns Williams Cos., er wolle seinen kompletten Quartalsbericht erst in einigen Wochen vorlegen und auf eine Studie zur Ex-Tochter Williams Communications warten, habe die Anleger verschreckt.

Der Dow-Jones-Index schloss 2,51 Prozent schwächer auf 9.618,24 Punkten. Die Nasdaq verlor 2,62 Prozent auf 1.892,98 Zähler.

Der Energiehändler und Pipeline-Betreiber Williams Cos. hatte mitgeteilt, das Unternehmen wolle zunächst eine Studie über seine finanziellen Verpflichtungen gegenüber der in die roten Zahlen geratenen Ex-Tochter Williams Communications abwarten, bevor ein ausführlicher Quartalsbericht veröffentlicht werde. Williams-Chef Steve Malcolm begründete diesen Schritt mit der jüngsten Herunterstufung der Verbindlichkeiten der Tochter und dem Antrag auf Gläubigerschutz der Telekommunikationsfirma Global Crossing vom Montag. Die Aktien von Williams Cos. gaben 22,2 Prozent auf 18,78 Dollar nach.

Spekulationen über die Bilanzierungspraktiken und Skepsis über den Aufspaltungsplan belasteten nach Händlerangaben die Aktien des US-Industriekonglomerats Tyco, die rund 19,9 Prozent auf 33,65 Dollar einbrachen. Der Medizintechnikproduzent C.R. Bard hatte am Dienstag mitgeteilt, derzeit werde mit Tyco über eine Neubewertung der angestrebten Übernahme diskutiert. Tyco hatte vorige Woche die Aufspaltung in vier Unternehmen angekündigt.

Die Titel des Anbieters von Telefondienstleistungen, WorldCom, verloren 13,33 Prozent auf 10,40 Dollar. Händler nannten Spekulationen um eine mögliche Herabstufung der Verbindlichkeiten des Unternehmens als Grund für die Kursverluste.

Unerwartet starke US-Konjunkturdaten konnten die Kurse nach Händlerangaben nur im frühen Geschäft beflügeln. Der im Dezember um zwei Prozent gestiegene US-Auftragseingang für langlebige Güter sei ein weiteres Zeichen einer Konjunkturerholung, hieß es. Analysten hatten vorher nur mit einem Auftragsplus von 1,3 Prozent gerechnet.

US-Anleihen mit starken Kursgewinnen

Mit sehr fester Tendenz sind die US-Anleihen am Dienstag in New York aus dem Handel gegangen. Zehnjährige Titel mit einer Zinsausstattung von fünf Prozent verteuerten sich um 25/32 auf 100-7/32. Die Rendite fiel von 5,075 Prozent auf 4,966 Prozent. Der Longbond mit einem Kupon von 5-3/8 Prozent stieg um 30/32 auf 99-19/32 und rentierte mit 5,401 Prozent, nach 5,468 Prozent am Montag. Neben den schwachen Aktienmärkten gab nach Angaben von Teilnehmern einen weiteren Katalysator für die Haussestimmung bei den Staatsanleihen: Die Flucht aus bestimmten Unternehmensanleihen. So lag die Rendite einiger dieser Titel 20 bis 50 Basispunkte über der von staatlichen Papieren.

Händler führten dies auf die Risiko-Aversion vieler Teilnehmer zurück, zumal es bei den Unternehmen der betreffenden Anleihen Spekulationen über ihr weiteres Fortbestehen gebe. So standen die Titel von Worldcom, Williams Communications, Tyco International und Household International auf den Verkaufslisten der Anleger. “Wir sehen eine dramatische Flucht in qualitativ hochwertige, weil sichere Anlagen“, sagte Anleihenexperte Andrew Brenner von Investec Ernst in New York. Auch die unerwartet gut ausgefallenen US-Konjunkturdaten des Tages konnten die Stimmung nicht zu Gunsten der Aktienmärkte wenden.

Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters

Medienschau


Unternehmensnachrichten

France Telecom - E.ON will 103 Millionen Orange-Aktien verkaufen

Der Düsseldorfer Energiekonzern E.ON will nach Angaben der France Telecom rund 103 Millionen Aktien des Mobilfunkbetreibers Orange verkaufen. E.ON werde die Anteilsscheine ab dem 26. Februar am Markt platzieren, teilte die Orange-Muttergesellschaft France Telecom am Dienstag mit. „Die Haltefrist auf die Aktien (...) läuft am 26. Februar 2002 aus. France Telecom und E.ON haben einen Vertrag darüber unterzeichnet, dass E.ON diese Aktien kursschonend am Markt platzieren soll", hieß es in der Mitteilung. Frühere Spekulationen über den Verkauf der Anteilsscheine durch den deutschen Energieversorger hatte die France Telecom noch am 18. Januar dementiert. (Reuters)

Kamps mit deutlichem Umsatzanstieg im Jahr 2001

Die Großbäckerei Kamps hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2001 Umsatz und Ergebnis verbessert und will diesen Trend auch 2002 fortsetzen. Der Netto-Konzernumsatz stieg nach vorläufigen Berechnungen im Jahr 2001 auf 1,7 Milliarden Euro nach 1,5 Milliarden Euro im Vorjahr, teilte die Gesellschaft am Mittwoch in einer Pflichtveröffentlichung mit. Das Betriebsergebnis vor Firmenwertabschreibungen (Ebita) habe sich auf 107 Millionen Euro nach 103,4 Millionen Euro im Vorjahr belaufen. Die Bankverbindlichkeiten seien um 54 Millionen Euro auf 168 Millionen Euro zurückgeführt worden. Für das Geschäftsjahr 2002 strebe Kamps ein organisches Umsatzwachstum von fünf Prozent bei deutlich verbessertem Ebita an. Die Gesellschaft kündigte ferner die Platzierung von Schuldverschreibungen im Nennbetrag von 300 Millionen Euro mit Fälligkeit im Jahr 2009 an. (Reuters)

BHW Holding: Kaufpreis für Sekundärplatzierung am 14. Februar

Der Kaufpreis für die Aktien der BHW Holding aus der angekündigten Sekundärplatzierung von bis zu 32,5 Prozent des Kapitals wird auf Grundlage des im Bookbuilding-Verfahrens erstellten Orderbuchs voraussichtlich am 14. Februar festgelegt. Wie einer am Mittwoch veröffentlichten Finanzanzeige zu entnehmen ist, soll der Preis dann voraussichtlich am folgenden Tag veröffentlicht werden. Die Frist zur Abgabe von Kaufangeboten durch Anleger gegenüber den Konsortialbanken beginnt am 30. Januar und endet für institutionelle Investoren am 14. Februar um 17.00 Uhr. Für Privatanleger endet sie bereits am 13. Februar um 24.00 Uhr. Für sie ist unter bestimmten Voraussetzungen ein Preisnachlass von 1,00 Euro je Aktie auf den Kaufpreis vorgesehen. (vwd)

Gewerkschaften kritisieren geplanten Umbau der Deutschen

Der vom designierten Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann geplante Umbau der Führungsstruktur nach US-Vorbild hat bei den Gewerkschaften massive Kritik ausgelöst. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und die für die Finanzbranche zuständige Dienstleistungsgewerkschaft ver.di befürchteten einem Bericht der „Berliner Zeitung“ (Mittwochausgabe) zufolge, dass damit die in Deutschland gesetzlich garantierte Mitbestimmung der Arbeitnehmer ausgehebelt werden soll. Auslöser sei die vorgesehene Schaffung eines Exekutivkomitees. Auch nach Einschätzung von Experten dürften in diesem neuartigen Gremium künftig vorbei an den Mitbestimmungsregelungen wichtige strategische Entscheidungen fallen. (AFP)

Samuel Palmisano wird neuer IBM-Konzernchef

IBM hat den Firmenpräsidenten Samuel J. Palmisano (50) zum neuen Konzernchef ausgewählt. Palmisano war bisher für die IBM-Tagesgeschäfte zuständig. Er löst mit Wirkung vom 1. März den langjährigen IBM-Chef Louis V. Gerstner (59) an der Spitze des weltgrößten Computerkonzerns ab. Palmisano wird seinen Präsidententitel behalten. Gerstner bleibt bis zum Jahresende 2002 IBM- Verwaltungsratsvorsitzender, teilte IBM am Dienstag weiter mit. (dpa)

Worldcom-Aktie nach Kreditabstufungs-Gerüchten auf Tiefstand

Der Aktienkurs des US-Telekommunikationsanbieters Worldcom ist am Dienstag auf den tiefsten Stand seit siebeneinhalb Jahren gefallen, nachdem es an der Wall Street Marktgerüchte über eine mögliche Kreditabstufung gab. Worldcom-Aktien sanken an der Nasdaq im Verlauf mehr als 17 Prozent und schlossen in einem schwachen Markt gut 13,3 Prozent tiefer bei 10,40 Dollar. Die internationale Rating-Agentur Standard & Poor's (S&P) dementierte aber am Dienstag eine Abstufung für Worldcom. „Die Gerüchte haben keine Substanz", sagte S&P-Direktorin Rosemarie Kalinowski. „Das ist Nonsens.“ (Reuters)

SAP SI mit Umsatz- und Ergebnisanstieg im Jahr 2001

Das IT-Beratungshaus SAP System Integration (SAP SI) hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2001 Umsatz und Ergebnis verbessert. Der Umsatz sei nach vorläufigen Zahlen im Vergleich zum Vorjahr um 44 Prozent auf 268,8 Millionen Euro gestiegen, teilte die im Nemax 50 gelistete Tochter des Walldorfer SAP-Konzerns am Mittwoch in einer Pflichtveröffentlichung mit. Der operative Gewinn vor Firmenwert-Abschreibungen habe sich um 37 Prozent auf 40,3 Millionen Euro verbessert, was einer Marge von 15 Prozent entspreche. Für das laufende Geschäftsjahr 2002 strebe SAP SI ein Umsatzwachstum von 15 bis 20 Prozent an. Die operative Marge solle zwischen 15 und 17 Prozent liegen. (Reuters)

Wirtschaftsnachrichten

Regierung legt Jahreswirtschaftsbericht vor: Verhalten optimistisch

Das Bundeskabinett berät am Mittwoch über den von Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) vorgelegten Jahreswirtschaftsbericht. Nach anhaltender Wirtschaftsflaute hofft die Bundesregierung auf ein allmähliches Anziehen der deutschen Konjunktur. Für den Jahresdurchschnitt geht sie allerdings nur noch von einem Wachstum von 0,75 Prozent aus statt offiziell bisher 1,25 Prozent. Im vergangenen Jahr war die deutsche Wirtschaft nur um 0,6 Prozent gewachsen, im Jahr 2000 dagegen um 3,0 Prozent. (dpa)

Monti möchte mit Infineon ein Zeichen setzen

Die Europäische Kommission will die staatlichen Beihilfen der EU-Mitgliedsländer für Großinvestitionen deutlich reduzieren.  Wie die “Frankfurter Allgemeine Zeitung“ in ihrer Mittwochausgabe schreibt, will sich Wettbewerbskommissar Mario Monti in diesem Kontext zunächst auf drei ostdeutsche Projekte konzentrieren. Dabei handele es sich um zwei geplante Chip-Werke der Infineon Technologies AG in Dresden und Frankfurt/Oder sowie um ein Werk der BMW AG in Leipzig, heißt es. In den kommenden Wochen will Monti den deutschen Finanzminister Hans Eichel der Zeitung zufolge davon überzeugen, dass staatliche Subventionen in der bisherigen Höhe mehr als zehn Jahre nach der Wiedervereinigung im Osten Deutschlands nicht mehr genehmigungsfähig seien. (vwd)

EU-Kommission entscheidet zu Defizitwarnung und Beihilfenpläne

Die EU-Kommission will am Mittwoch bei ihrer wöchentlichen Sitzung in Brüssel Deutschland und Portugal wegen zu hoher Staatsdefizite verwarnen. Die Kommission werde vor allem kritisieren, dass Berlin und Lissabon erheblich von ihren Haushaltsplänen abgewichen seien, berichteten EU-Mitarbeiter. Aus deutscher Sicht ist eine solche Frühwarnung unnötig, da an der Berliner Haushaltspolitik seitens der EU nichts auszusetzen sei. Die Kommission wird zudem ihre Leitlinien für die Schlussphase der Verhandlungen mit den Kandidatenländern für die EU-Erweiterung vorstellen. Dabei geht es um die schwierigen Bereiche der Landwirtschaft und Regionalhilfen. Nach den bereits vorab bekannt gewordenen Plänen der Brüsseler Behörde sollen die EU-Beitrittskandidaten erst 2013 die vollen Beihilfen der Union für ihre Landwirte erhalten. Die Bewerberländer aber fordern, allen voran Polen, die völlige Gleichbehandlung direkt nach dem Beitritt. (dpa)
BÖRSE am MORGEN (Zusammenfassung) Happy End
Happy End:

Start unter schlechten Vorzeichen

 
30.01.02 08:18
#2
Die Wall Street liefert für den Mittwoch denkbar schlechte Vorgaben und wird die deutschen Aktienindizes zunächst ins Minus drücken. Gute Nachrichten gab es vorab von Kamps, SAP System und Ixos.

Frankfurt am Main - Die US-Börsen gaben auch nach Handelsschluss in Frankfurt weiter nach. Der Dow-Jones sank um 247 Punkte oder 2,5 Prozent auf 9618 Zähler. Das ist der tiefste Stand seit Mitte November. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 51 Punkte oder 2,6 Prozent auf 1892 Zähler nach.  

Gute Daten zum Verbrauchervertrauen und Auftragseingängen zu langlebigen Wirtschaftsgütern hatten die US-Indizes nur kurzfristig im Plus halten können. Danach ging es steil bergab. Aufgeschreckt durch die skandalösen Bilanzierungspraktiken von Enron trennten sich Anleger in Massen von Papieren, deren Unternehmen gerüchteweise das Aus droht.

Spekulationen über die Bilanzierungspraktiken und Skepsis über den Aufspaltungsplan belasteten nach Händlerangaben die Aktien des US-Industriekonglomerats Tyco, die rund 20 Prozent auf 33,65 Dollar einbrachen.

Der Energiehändler und Pipeline-Betreiber Williams Cos. hatte erklärt, das Unternehmen wolle zunächst eine Studie über seine finanziellen Verpflichtungen gegenüber der in die roten Zahlen geratenen Ex-Tochter Williams Communications abwarten, bevor ein ausführlicher Quartalsbericht veröffentlicht werde. Das Papier brach um 22 Prozent auf 18,78 Dollar ein.

Die Titel des Anbieters von Telefondienstleistungen, WorldCom, verloren mehr als 13 Prozent auf 10,40 Dollar. Händler nannten Spekulationen um eine mögliche Herabstufung der Verbindlichkeiten des Unternehmens als Grund für die Kursverluste. Zudem kursierten Gerüchte, der Konzern sei zahlungsunfähig. Bereits am Vortag hatte der Telekomkonzern Global Crossing Gläubigerschutz beantragt.

Im Zuge dieser Meldungen notierten auch Bankenwerte leichter. Anleger befürchteten, dass Kredite für angeschlagene Konzerne platzen könnten. JP Morgan und Citigroup etwa gaben jeweils um mehr als fünf Prozent nach.

Von der US-Notenbank, die heute ihre zweitägige Sitzung beenden wird, dürfen die Märkte indes wenig Hilfe erhoffen. Marktbeobachter gehen davon aus, dass der Offenmarktausschuss der Fed gegen 20.15 Uhr (MEZ) keine Zinssenkung verkünden wird. Die Investoren wollen endlich gute Unternehmensnachrichten hören. Deshalb dürften auch die Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt (MEZ, 14.30 Uhr) für das vierte Quartal eher von untergeordneter Bedeutung sein.

Um so mehr werden die Investoren dann auf den Mediengiganten AOL Time Warner schauen, der gegen 15 Uhr (MEZ) seine Zahlen für das vierte Quartal vorlegen wird.

Gute Nachrichten vor Handelsbeginn

Die Vorgaben für die deutschen Aktienmärkte sind also alles andere als freundlich. Vor Handelsbeginn gab es zumindest von der im M-Dax notierten Großbäckerei Kamps gute Nachrichten. hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2001 Umsatz und Ergebnis verbessert und will diesen Trend auch 2002 fortsetzen. Der Netto-Konzernumsatz stieg nach vorläufigen Berechnungen im Jahr 2001 auf 1,7 Milliarden Euro nach 1,5 Milliarden Euro im Vorjahr. Das Betriebsergebnis vor Firmenwertabschreibungen (Ebita) habe sich auf 107 Millionen Euro nach 103,4 Millionen Euro im Vorjahr belaufen. Die Bankverbindlichkeiten seien um 54 Millionen Euro auf 168 Millionen Euro zurückgeführt worden. Für das Geschäftsjahr 2002 strebe Kamps ein organisches Umsatzwachstum von fünf Prozent bei deutlich verbessertem Ebita.

Das IT-Beratungshaus SAP System  hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2001 Umsatz und Ergebnis verbessert. Der Umsatz sei nach vorläufigen Zahlen im Vergleich zum Vorjahr um 44 Prozent auf 268,8 Millionen Euro gestiegen, teilte die im Nemax 50 gelistete Tochter des Walldorfer SAP-Konzerns am Mittwoch in einer Pflichtveröffentlichung mit. Der Operative Profit vor Firmenwert-Abschreibungen habe sich um 37 Prozent auf 40,3 Millionen Euro verbessert, was einer Marge von 15 Prozent entspreche. Für das laufende Geschäftsjahr 2002 strebe SAP SI ein Umsatzwachstum von 15 bis 20 Prozent an. Die operative Marge solle zwischen 15 und 17 Prozent liegen.

Nach ersten Ad-hoc-Meldungen am Morgen hat die ebenfalls im Nemax 50 notierte Lambda Physik  im ersten Quartal des Geschäftsjahres einen Umsatzrückgang von 22 Prozent auf 25,8 Millionen Euro verzeichnet. Der Quartalsverlust belaufe sich auf eine Million Euro.

Der Vorstand der Ixos Software  AG hebt nach eigenen Angaben vom Morgen die Ergebnis-Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2001/2002 an. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) soll demnach um 20 Prozent zulegen, die bisherige Prognose lag bei einem Zuwachs von fünf Prozent. Ixos rechne in der 2. Hälfte des Geschäftsjahres 2001/2002 mit einer guten Nachfrage nach Lizenzprodukten sowie mit einer Erhöhung der Wartungs- und Dienstleistungsumsätze. Das Nach-Steuer-Ergebnis werde durch die Ausschöpfung von Verlustvorträgen im Geschäftsjahr 2001/2002 überproportional wachsen.

Die Leitungsebene der Deutsche Bank  steht vor einer einschneidenden Veränderung. Der Aufsichtsrat des Instituts wird heute über eine neue Führungsstruktur "nach amerikanischer Art" entscheiden. Das Modell, das die Verantwortung für das operative Geschäft in einem so genannten Executive Committee mit einem starken Vorsitzenden konzentriert, soll Kreisen zufolge bei einem positiven Entscheid des Kontrollgremiums unverzüglich eingeführt werden. Die neue Struktur soll dann auf der Bilanzpressekonferenz am Donnerstag präsentiert werden.

Dadurch könnte sich eine weitere personelle Änderung anbahnen. Wie aus Kreisen zu vernehmen ist, soll Vorstand Thomas Fischer mit dieser Quasi-Entmachtung des Vorstands nicht einverstanden sein und seinen Hut nehmen wollen.

Die Aktienbörse in Tokio hat am Mittwoch deutliche Verluste erlitten. Der Nikkei schloss nach der negativen Vorgabe der Wall Street erstmals seit dem 10. Oktober unter der psychologisch wichtigen Marke von 10.000 Punkten.

Zum Handelsende notierte der Nikkei ein Minus von 106,55 Punkten oder 1,06 Prozent bei 9919 Punkten. Auch die Entlassung der populären japanischen Außenministerin Makiko Tanaka nach einem tagelangen Streit mit Spitzenbeamten ihres Ministeriums drückte laut Händlern auf die Stimmung. Kommentatoren sprachen von einem Rückschlag für die Regierung.

Um 15.00 Uhr Ortszeit notierte der Dollar schwächer mit 132,68-71 Yen nach 133,07-09 Yen zur gleichen Zeit am Dienstag. Der Euro notierte zum gleichen Zeitpunkt schwächer mit 0,8652-55 Dollar nach 0,8625-28 Dollar am Dienstag zur gleichen Zeit.
BÖRSE am MORGEN (Zusammenfassung) Happy End
Happy End:

Börsenausblick III

 
30.01.02 08:29
#3
TOP AKTUELL

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland hat nach einem Bericht der Zeitung "Die Welt" erstmals wieder die Vier-Millionen-Grenze durchbrochen. Wie das Blatt am Dienstag vorab unter Berufung auf die Bundesanstalt für Arbeit berichtete, stieg die Zahl der Arbeitslosen im Januar um 315.000 auf 4,28 Millionen. Im Dezember waren nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeit 3,964 Millionen Menschen ohne Beschäftigung. Die Arbeitslosenzahlen für Januar sollen in der kommenden Woche bekannt gegeben werden

BLICKPUNKT DEUTSCHE AKTIEN:

* Die Baader Wertpapierhandelsbank AG hat mit Wirkung zum 22. Januar das Grundkapital gegen Sacheinlage von 21,708 Millionen Euro um 1,246 Millionen Euro auf 22,954 Millionen Euro erhöht

* Das Bundeskartellamt wird wie angekündigt gegen zehn Stromnetzbetreiber Verfahren einleiten, weil diese den Angaben zufolge von Konkurrenten zu hohe Gebühren für die Nutzung ihrer Netze verlangen. Es handele sich unter anderem um Regionalversorger der Energiekonzerne E.ON und RWE, teilte das Amt am Dienstag in Bonn mit.

* Fehlende Nachbestellungen aus dem Handel vor Weihnachten haben dem fränkischen Puppenhersteller Zapf Creation im vergangenen Jahr ein schwächeres Umsatz- und Ergebniswachstum eingebracht als erwartet. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) sei um zwölf Prozent auf 26,2 Millionen Euro gestiegen, sagte Vorstandschef Thomas Eichhorn am Dienstagabend auf der Spielwarenmesse in Nürnberg.

* Die BHW Holding veranstaltet eine Pressekonferenz zu den Geschäftsergebnissen für 2001 und zur Sekundärplatzierung von Aktien.

* Die Großbäckerei Kamps hat 2001 nach vorläufigen Zahlen den Netto-Konzernumsatz auf 1,7 Milliarden Euro von 1,5 Milliarden Euro gesteigert, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Das Ebita wurde auf 107 Millionen Euro beziffert, nach 103,4 Millionen Euro im Jahr zuvor.

* SAP SI hat 2001 nach eigenen Angaben Umsatz und Ergebnis verbessert. Nach vorläufigen Zahlen sei der Umsatz um 44 Prozent auf 268,8 Millionen Euro gestiegen, teilte SAP SI am Mittwoch mit. Der operative Profit vor Goodwill habe sich binnen Jahresfrist um 37 Prozent auf 40,3 Millionen Euro verbessert.

* Der im Nebenwerte-Index MDax gelistete Heizungsbauer Buderus hat ebenso vorläufige Geschäftszahlen für 2001 veröffentlicht.

* Telefonkonferenz der Lambda Physik zu den Ergebnissen des ersten Quartals.

FINANZNACHRICHTEN AUS DER PRESSE

* Die Softwaresparte des US-Computerherstellers IBM rechnet in diesem Jahr mit einem zweistelligen Wachstum. "Wir glauben, dass wir dieses Jahr zweistellig wachsen können, ebenso stark wie der Gesamtkonzern", sagte Steve Mills, Chef der IBM-Softwaresparte in einem vorab veröffentlichten Interview mit der "Financial Times Deutschland" (Mittwochausgabe).

BLICKPUNKT DEVISEN:

Der US-Dollar ist am Mittwoch an den Devisenmärkten in Fernost auf ein Wochentief zum Yen gefallen. Händler führten dies unter anderem auf einen Bericht des "Wall Street Journal" zurück, wonach sich der US-Autokonzern General Motors (GM) vehement gegen eine Politik zur Stärkung des Dollar durch die US-Regierung ausspricht. Gegen 06:20 Uhr MEZ notierte der Dollar bei 132,74/81 Yen, fast einen Yen unter dem Spitzenwert in New Yorker von 133,66 Yen. Auch der Euro zeigte sich zum Yen leichter bei 114,88/96 Yen nach 115,30 Yen in New York. Zum Dollar präsentierte sich die europäische Gemeinschaftswährung nahezu unverändert bei 0,8655/60 Dollar (New York: 0,8651 Dollar) und hielt damit nach dem vorherigen Ausverkauf an den US-Aktienmärkten die über Nacht nun erzielten Kursgewinne.

BLICKPUNKT FERNOST:

Ein regelrechter Ausverkauf von großen Standardwerten am japanischen Aktienmarkt hat den Leitindex Nikkei am Mittwoch erstmals seit dem 10. Oktober zum Handelsschluss unter die Marke von 10.000 Zählern geschickt. Im Sog der zuvor ebenso schwächeren Wall Street stießen Investoren Händlern zufolge so genannte Blue-Chip-Aktien wie Toyota Motor ab, die allein mehr als drei Prozent verloren. Der 225 Werte umfassende Nikkei sank bis zum Börsenschluss um 1,06 Prozent auf 9919,48 Zähler. Der breiter gefasste Topix-Index ging mit minus 1,43 Prozent bei 964,75 Punkten aus dem Handel.

BLICKPUNKT WALL STREET:

Sorgen der Anleger um mögliche Bilanz-Unregelmäßigkeiten weiterer US-Unternehmen haben die Blue Chips an der Wall Street am Dienstag auf den tiefsten Stand seit Mitte November 2001 gedrückt. Der Dow-Jones-Index schloss 2,51 Prozent schwächer auf 9618,24 Punkten. Der Nasdaq-Index verlor 2,62 Prozent auf 1892,98 Zähler, der breiter gefasste S&P-500-Index gab 2,86 Prozent auf 1100,64 Punkte nach. Am US-Rentenmarkt notierten die richtungweisenden zehnjährigen Bonds zuletzt 24/32 höher mit 100-6/32 Punkten und erbrachten eine Rendite von rund 4,97 Prozent. Die 30-jährigen Titel stiegen 31/32 auf 99-19/32 und rentierten mit 5,40 Prozent.
BÖRSE am MORGEN (Zusammenfassung) Happy End

Marktausblick: Greenspan belastet

 
#4
Die deutschen Aktienmärkte werden zur Wochenmitte schwächer erwartet. Die anstehende Entscheidung der US-Notenbank und schlechte Vorgaben aus New York belasten die Kurse.

Die Analysten des Düsseldorfer Wertpapierhauses Lang & Schwarz sehen den Dax am Morgen bei 5036 Punkten und den Nemax 50 bei 1139 Punkten. Die Citibank berechnet die 30 Standardwerte am Morgen mit 5042 Punkten und die Auswahlwerte am Neuen Markt mit 1139 Punkten. Am Dienstag waren die deutschen Aktien leichter aus dem Handel gegangen: Der Dax verlor 1,44 Prozent auf 5085 und der Nemax 50 gab 1,87 Prozent auf 1148 Punkte ab.

Nach Aussage von Händlern wird sich am Mittwoch vor allem die abwartende Haltung der Anleger wegen der Entscheidung der US-Notenbank auf die Kurse auswirken. Am Markt wird allgemein nicht mit einer Zinssenkung gerechnet. "Aber bis wir aus New York etwas hören, wird der Markt abwarten, und es werden wohl noch ein paar Gewinne mitgenommen", sagte ein Frankfurter Händler.

Die Großbäckerei Kamps hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2001 Umsatz und Ergebnis verbessert und will diesen Trend auch 2002 fortsetzen. Der Netto-Konzernumsatz stieg nach vorläufigen Berechnungen im Jahr 2001 auf 1,7 Mrd. Euro nach 1,5 Mrd. Euro im Vorjahr, teilte die Gesellschaft am Mittwoch mit.

Ixos hebt Prognose an

Ixos Software hat die Ergebnis-Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2001/2002 angehoben. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) solle demnach um 20 Prozent statt der bislang erwarteten fünf Prozent wachsen, teilte das im Auswahlindex Nemax 50 gelistete Unternehmen am Mittwoch mit.

Einen Tag vor der nächsten Zinsentscheidung der Fed blieben die Anleger in den Vereinigten Staaten in der Defensive. Der Dow Jones verlor am Dienstag 2,5 Prozent auf 9618 Punkte, die Computerbörse Nasdaq sank um 2,6 Prozent auf 1892 Punkte.

Verluste in Tokio und Hongkong

Die Aktienbörse in Tokio hat am Mittwoch deutliche Verluste erlitten. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte schloss nach der negativen Vorgabe der Wall Street erstmals seit dem 10. Oktober unter der psychologisch wichtigen Marke von 10.000 Punkten. Zum Handelsende notierte der Nikkei ein Minus von 1,06 Prozent bei 9919 Punkten. Der breit angelegte Topix büßte 1,43 Prozent auf 964 Punkte ein. Der Hang Seng steht in Hongkong aktuell bei 10.778 Punkten, das ist ein Minus von 2,1 Prozent.

Zum Dollar präsentierte sich die europäische Gemeinschaftswährung Euro im asiatischen Devisenhandel nahezu unverändert bei 0,8655 $ (New York: 0,8651 $) und hielt damit nach dem vorherigen Ausverkauf an den US-Aktienmärkten die über Nacht erzielten Kursgewinne.



Börsenforum - Gesamtforum - Antwort einfügen - zum ersten Beitrag springen

Neueste Beiträge aus dem Technology All Share (Performance) Forum

  
Wertung Antworten Thema Verfasser letzter Verfasser letzter Beitrag
5 87 Historische Aktien!!--wer sammelt? ulrich14 Ulrich-14- 14.04.21 17:04
10 2.195 RENESOLA startet Lapismuc Neoko 12.04.21 05:27
11 948 USU Software --- Cashwert fast auf ATL -- Lalapo PearlSeeker 11.04.21 14:04
  14 *** Insiderkäufe .... Marketing-Instrument ???? gut-buy CharlesMarsh 29.03.21 11:30
10 410 Elmos Semiconductor Jorgos anon99 26.02.21 07:07

--button_text--