Fundamental steht HAL Ende 2025 sehr solide da. Der Net Asset Value lag bei 16,418 Mrd. Euro oder 181,84 Euro je Anteil. Davon entfielen 8,431 Mrd. Euro auf nicht boersennotierte Beteiligungen, 4,983 Mrd. Euro auf boersennotierte Beteiligungen, 2,613 Mrd. Euro auf das Liquiditaetsportfolio und 269 Mio. Euro auf Immobilien. 2025 erzielte HAL 12,517 Mrd. Euro Umsatz, 1,597 Mrd. Euro Nettogewinn und 17,68 Euro Gewinn je Anteil; das Eigenkapital je Anteil lag bei 173,09 Euro. Der entscheidende Punkt ist dabei: Die boersennotierten Beteiligungen und die Liquiditaet fliessen zum Marktwert in den NAV ein, die nicht boersennotierten Gesellschaften aber nur zum Buchwert. Das ist bilanziell vorsichtig, bildet den inneren Marktwert der privaten Beteiligungen aber nicht voll ab. (HAL Holding N.V.)
Das Portfolio ist heute breit, aber keineswegs gleichgewichtet. Boskalis ist mit einem Buchwert von 5,409 Mrd. Euro der mit Abstand wichtigste Werttreiber und macht laut HAL 33 Prozent des NAV sowie 36 Prozent des Konzernumsatzes aus. Dahinter folgen bei den privaten Beteiligungen vor allem Broadview, TABS Holland, Van Wijnen, IQIP, Auxilium, FD Mediagroep und MSPS. Bei den nicht vollkonsolidierten Beteiligungen fallen Coolblue, Prodrive, DMFCO und Koppert auf. Auf der Boersenseite sind Vopak, Technip Energies, SBM Offshore, Safilo und Siltronic die Kernpositionen. Der Gewinnschub 2025 kam vor allem aus Boskalis und IQIP auf der privaten Seite sowie aus SBM Offshore und Vopak auf der boersennotierten Seite. (HAL Holding N.V.)
Operativ ist das Bild gut, aber nicht makellos. Boskalis lieferte 2025 bei 4,457 Mrd. Euro Umsatz eine EBITA von 886 Mio. Euro und profitierte weiter von Offshore-Energie, Wind und maritimer Infrastruktur. IQIP wuchs stark und steigerte den operativen Gewinn auf 111 Mio. Euro. Coolblue steigerte den Umsatz auf 2,563 Mrd. Euro, musste aber wegen der Deutschland-Expansion und der schwachen Energietochter einen EBITDA-Rueckgang hinnehmen. Ahrend war klar schwach und rutschte operativ in die Verlustzone. Vopak, Safilo und Technip Energies blieben solide, waehrend Siltronic trotz besserer Nachfrage im 300mm-Bereich wegen Preisdruck und hoher Abschreibungen 2025 einen Verlust schrieb. (HAL Holding N.V.)
Fuer 2026 kommen noch zwei wichtige Sondereffekte hinzu. HAL hat den Verkauf von Atlas Professionals vereinbart, was voraussichtlich 89 Mio. Euro Cash und rund 60 Mio. Euro Nettobuchgewinn bringt. Gleichzeitig will HAL VolkerWessels Nederland auf Basis eines Enterprise Value von 1,6 Mrd. Euro uebernehmen; das Zielgeschaeft setzte 2025 rund 3,649 Mrd. Euro um und erzielte 280 Mio. Euro EBIT, die Transaktion steht aber noch unter Vorbehalten und Behoerdenfreigaben. Zudem hat HAL den Einstieg bei Koppert ausgebaut, einem Weltmarktfuehrer fuer biologische Pflanzenschutzloesungen. Das zeigt, dass HAL weiter aktiv Kapital umschichtet und nicht zum passiven Portfoliobesitzer verkommt. (HAL Holding N.V.)
Zum Kurs von 173 Euro am 10.4.2026 war HAL an der Boerse grob mit 15,6 Mrd. Euro bewertet. Das entsprach fast genau dem bilanziellen Eigenkapital je Anteil, einem Abschlag von nur rund 4,9 Prozent auf den NAV per 31.12.2025 und - wenn man HALs eigene NAV-Fortschreibung bis 20.3.2026 einfach fortschreibt - einem indikativen Abschlag von etwa 9 Prozent. Das ist nicht teuer, aber auch nicht mehr die tiefe Unterbewertung frueherer Jahre. Das optische KGV lag bei knapp 9,8, ist bei HAL aber nur begrenzt brauchbar, weil Marktwertaenderungen und Beteiligungsverkaeufe den Gewinn stark verzerren. Die vorgeschlagene Bardividende von 3,50 Euro je Anteil entspricht auf diesem Kursniveau nur etwa 2 Prozent Rendite. Wer primaer hohe laufende Ausschuettung sucht, ist hier falsch. (live.euronext.com)
Meine Einschaetzung ist klar: HAL ist eine sehr gute Holding, aber aktuell eher ein Qualitaetskauf als ein Schnaeppchenkauf. Die Staerken sind die Kapitalallokation, die lange Haltedauer, die hohe Liquiditaet, die Mischung aus defensiven und zyklischen Assets und die Faehigkeit, ganze Unternehmen zu kaufen und nicht nur Aktienpakete zu handeln. Die Schwaechen sind die hohe Abhaengigkeit von Boskalis, die Zyklik mehrerer grosser Beteiligungen, die schwache Immobilienseite und der Umstand, dass der ausgewiesene NAV die privaten Beteiligungen nur zum Buchwert zeigt. Das kann nach oben konservativ sein, macht die wahre Ertragskraft aber auch schwerer greifbar. (HAL Holding N.V.)
Mein 12- bis 18-Monats-Zielkorridor liegt bei 185 bis 195 Euro. In einem guten Szenario sehe ich 210 bis 220 Euro, in einem schwachen Szenario 150 bis 160 Euro. Das Basisszenario unterstellt, dass Boskalis, Vopak, Technip Energies und IQIP ordentlich liefern, der Atlas-Verkauf durchgeht, die VolkerWessels-Uebernahme nicht aus dem Ruder laeuft und der Markt HAL weiter mit einem moderaten Holding-Abschlag bewertet. Auf Sicht von 5 bis 15 Jahren halte ich HAL fuer attraktiv, aber nicht fuer explosiv. Ich sehe hier eher einen disziplinierten Vermoegensvermehrer mit realistischer Gesamtrendite im hohen einstelligen Bereich pro Jahr als einen Verdoppler in kurzer Zeit. Wer Geduld, Nervenstaerke und einen langen Horizont hat, bekommt hier eines der besseren europaeischen Beteiligungsvehikel. (HAL Holding N.V.)
Autor: ChatGPT