Viertes Quartal 2000 deutlich unter den Erwartungen / BLUE C reduziert Planzahlen für 2001 drastisch / Karl Strasser folgt Rüdiger Nürk als CEO / planmässige Erreichung des zum IPO geplanten Break Even angestrebt
Wien - Der im Neuen Markt notierte eBusiness Dienstleister BLUE C AG hat in einem enttäuschend verlaufenen vierten Quartal 2000 seine Wachstumsziele deutlich verfehlt. Statt der im Sommer 2000 prognostizierten 5,7 Mio Euro beläuft sich der Quartalsumsatz vorläufigen Berechnungen zufolge lediglich auf 0,9 Mio Euro.
Dies ist im wesentlichen auf zwei Faktoren zurückzuführen: 1. auf Umsätze aus dem Servicegeschäft für Beteiligungsgesellschaften der BLUE C Incubation & Venture Management AG, die aufgrund der schlechten Marktsituation für Incubationgeschäfte nicht realisiert wurden; 2. auf entfallenes Neukundengeschäft;
Weiterführende Prognosen für das Geschäftsjahr 2001 und einen detaillierten untestierten Bericht über das vierte Quartal 2000 wird BLUE C im März veröffentlichen.
Aufgrund der enttäuschenden Geschäftsentwicklung kommt es mit sofortiger Wirkung zu Veränderungen im Vorstand der BLUE C AG. Dr. Karl Strasser, bisher Technologievorstand, folgt Rüdiger Nürk als CEO der Gesellschaft. Rüdiger Nürk wird im Vorstand verbleiben und künftig vermehrt das Deutschlandgeschäft vorantreiben.
Vor dem Hintergrund der weiter deutlich spürbaren Zurückhaltung der Zielkunden bei Investitionen in elektronische Marktplätze sowie des schwierigen Kapitalmarktumfeldes, das eine wirtschaftlich tragbare Finanzierung der beabsichtigten Ergänzungs-Akquisitionen in naher Zukunft ausschließt, haben Vorstand und Aufsichtsrat ein Restrukturierungsprogramm verabschiedet, das im wesentlichen folgende Maßnahmen umfasst:
· Veräußerung oder Schließung der Niederlassungen in Schweden und USA und Restrukturierung der deutschen, französischen und englischen Niederlassungen
· Zurückstellung der ursprünglich beabsichtigten Eröffnung von Niederlassungen in Italien, Portugal, BeNeLux, Osteuropa, Südamerika und Asien
· Reduzierung des derzeitigen Mitarbeiterstammes von 230 Mitarbeitern auf maximal 140 Mitarbeiter im Laufe des Geschäftsjahres 2001.
· Einstellung der BLUE C Incubation Aktivitäten. Der Vorstand prüft derzeit Ausstiegsszenarien. Der Jahresbericht 2000 wird die Auswirkungen dieser Einstellungsmaßnahmen widerspiegeln.
Da nicht davon ausgegangen werden kann, dass die für die ursprünglich geplanten neuen Zielländer avisierten Umsätze durch Aufträge in den Hauptmärkten auch nur annähernd kompensiert werden können, sieht die Gesellschaft sich veranlasst, die Umsatzprognose für 2001 von bisher Euro 36,2 Mio. drastisch auf nunmehr Euro 10,6 Mio zu senken. Nach derzeitiger Planung wird die Verringerung des Personalbestands – zu einem einmaligen Restrukturierungsaufwand von rund Euro 5 Mio. führen. Gleichzeitig sollen sowohl die regionale Konzentration als auch die Fokussierung auf die beratungsintensiven und daher margenstärkeren Aufträge im Bereich der Interaktionsstelle zwischen Unternehmen und deren Kunden („Community Business“) dazu führen, dass die Gesellschaft exkl. der erwähnten Restrukturierungskosten im ersten Quartal 2002 ein positives EBIT aus dem operativen Geschäft erzielen kann.
Unter Einbeziehung der Restrukturierungskosten verfügt das Unternehmen nach Angaben des Vorstandes gegenwärtig über ausreichend liquide Mittel, so dass die Liquidität bis zur zum Börsengang geplanten Erreichung des Break Even im ersten Quartal 2002 aus Sicht der Gesellschaft nicht gefährdet ist.