Die Hauptirrtümer zum Thema Zins finde ich schon etwas witzig.
1. Ich habe 100 Einheiten Gold und einen Baum.
Der Zusammenhang erschließt sich mir nicht.
Denn in der Realität hat der Kreditgeber 100 Einheiten Gold, die er dem Kreditnehmer gegen Zins z.B. 5% pro Jahr leiht. Dieser kauft sich davon einen Baum im Wert von 100 Einheiten Gold.
D.h. der Wert des Baumes entspricht 100 Einheiten Gold.
Zurückzahlen muss er jedoch 105 Einheiten Gold.
D.h. es müssen 5 Einheiten Gold ins System eingeführt werden, damit der Kreditnehmer auch realistische Chancen hat den Kredit zurückzahlen zu können.
Die Schöpfungsrate liegt jedoch deutlich darunter, so dass faktisch gar nicht genügend Gold nachgeliefert werden kann, um die Kredite bedienen zu können.
Selbst wenn er den Wert steigert, indem er Stühle herstellt. Dennoch bleibt das Problem bestehen, dass nicht genügend Einheiten Gold nachgeführt werden.
D.h. das System ist von vornherein auf regelmäßige Pleiten und Insolvenzen ausgelegt. Für mich hat dies mit Nachhaltigkeit wenig am Hut.
Auch emfinde ich es als wenig nachhaltig wenn Kreditnehmer ohne jede echte Leistung profitieren. Jemand der z.B. 1mio.€ für 3% Zinsen anlegt, der erhält ohne jeden Aufwand eine Leistung für die ein Facharbeiter ein Jahr lang Vollzeit arbeiten muss.
Der Zins dient daher eher sekundär dem Management der Verlustrisiken, sondern primär dazu um damit Profit auf dem Rücken Anderer zu erwirtschaften.
Vernünftig wäre ein Zins, welcher wie eine Art Versicherung wirkt, d.h. nicht zum Profit der Kreditgeber wird, sondern lediglich dazu dient die Risiken für die Kreditnehmer zu entschärfen.
Dann würde der Kreditnehmer kein Geld kassieren, seine Risiken dennoch abgesichert sein.
Nun mag man argumentieren, dass es dann keinen Grund mehr gäbe, Kredite zu vergeben.
Dies mag vielleicht durchaus zutreffend sein, doch soziale Netzwerke und das Internet würden meiner Meinung nach dazu führen, dass Menschen bereit wären Kredite auch ohne Selbstzweck zu vergeben, z.B. an Projekte die einem gefallen, an Menschen die man mag.
Und durch die Absicherung der Risiken und dem fehlenden Geldvermehrungsmechanismus gäbe es auch keinen Grund mehr, Geld in übermäßigen Mengen zu horten, sondern würde man es in Investitionen parken.
Das Problem mit den 5 zusätzlichen Einheiten von Gold wäre damit auch gelöst, das System nicht mehr auf Pleiten und Insolvenzen angelegt.