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Erste MRT-taugliche Herzschrittmacher in Bonn implantiert
Dr. Inka Väth, Abteilung Presse und Kommunikation
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
24.05.2007
Bei einem Durchbruch in der Medizintechnik wirken Kardiologen, Radiologen
und Herzchirurgen des Universitätsklinikums Bonn mit. Im Rahmen einer
internationalen Studie pflanzen sie Patienten einen Herzschrittmacher ein,
der auch in Magnetresonanz-Tomographen störungsfrei funktioniert. Damit
steht dieses bildgebende Verfahren ohne belastende Röntgenstrahlen erstmals
auch Schrittmacher-Patienten offen. 20 Patienten weltweit profitieren
bislang von der neuen Technik, fünf davon in Bonn.
In Deutschland leben schätzungsweise 500.000 Menschen mit einem
Herzschrittmacher. Die Geräte sorgen mit elektrischen Impulsen dafür, dass
das Herz schnell genug schlägt. Ihre Impulse senden sie über feine Leiter,
so genannte Elektroden, ins Herz. Herkömmliche Schrittmacher sind jedoch
empfindlich gegen stärkere elektromagnetische Felder. Wer einen
Schrittmacher trägt, muss deswegen beispielsweise die Sicherheitsschleusen
auf Flughäfen meiden und sich per Hand kontrollieren lassen. "Eine Prozedur,
die leider auch künftig erforderlich bleibt", sagt Professor Dr. Thorsten
Lewalter, Leitender Oberarzt an der Medizinischen Klinik II des
Universitätsklinikums Bonn.
Bei Untersuchungen im Magnetresonanz-Tomografen treten ebenfalls starke
elektromagnetische Felder auf. Das neue Schrittmachersystem ist jedoch so
konstruiert, dass weder die Elektronik Schaden nimmt noch die Elektroden
unerwünschte Ströme ins Herz leiten. "Damit schließen wir eine wichtige
Lücke bei den Diagnosemöglichkeiten für unsere Herzpatienten", sagt
Professor Dr. Torsten Sommer von der Radiologischen Universitätsklinik, der
die Studie zusammen mit dem Kardiologen Lewalter leitet. "Schließlich können
auch Träger von Herzschrittmachern an anderen Organsystemen erkranken.
Bisher konnten wir sie nicht mit der Magnetresonanz-Tomografie untersuchen,
was insbesondere bei Erkrankungen des Hirns, des Rückenmarks, der
Wirbelsäule und der Gelenke eine schwerwiegende Einschränkung darstellte."
Dies sei mit dem neuartigen Schrittmacher jetzt in den meisten Fällen
erstmals möglich. Mit der zwei Jahre laufenden Studie soll die
Leistungsfähigkeit der neuen Technik unter Beweis gestellt werden. Professor
Lewalter hofft, in diesem Zeitraum in Zusammenarbeit mit der Bonner
Universitätsklinik für Herzchirurgie mindestens 30 Patienten mit dem neuen
Gerät ausstatten zu können.
Weitere Informationen gibt Assistenzärztin Susann Remerie unter Telefon
0228/287-11936 oder Fax: 0228/287-11559.
Kontakt für die Medien:
Professor Dr. Thorsten Lewalter
Leitender Oberarzt an der Medizinischen Klinik II des Universitätsklinikums
Bonn
Telefon: 0228/287-15507
E-Mail: th.lewalter@uni-bonn.de