Betrugsverdacht
Wettbüros zeigen Schumacher an
Nach dem geschenkten Sieg in Spielberg ist Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher in Österreich und Italien wegen des Verdachts auf Wettbetrug angezeigt worden. Unterdessen fordert die Konkurrenz vom Automobil-Weltverband Fia, die Formel 1 zu schützen.
Graz - "Wir lassen uns von Ferrari nicht für dumm verkaufen", sagte Initiator Wolfgang Pöltl, der neben Schumacher auch den Brasilianer Rubens Barrichello und die Rennleitung des Ferrari-Teams auf der Anklagebank sehen will. Der Österreicher Pöltl, ein 41 Jahre alter Unternehmer, hat sogar eine eigene Homepage eingerichtet und plant eine Sammelklage.
Auch in Italien wird der Schumacher-Sieg beim Großen Preis von Österreich zum Fall für die Justiz. Zwei Verbraucherschutzorganisationen haben die Staatsanwälte bereits eingeschaltet. Während "Codacons" nur Ferrari wegen Sportbetrugs belangen will, zielt "Sos Italia" auch auf Barrichello und Schumacher. Sos-Chef Diego Volpe Pasini forderte zudem die Wettbüros auf, alle Formel-1-Wetten auszusetzen, "weil sie offensichtlich manipulierbar sind".
Unterdessen hofft die Ferrari-Konkurrenz auf richtungweisende Entscheidungen des Internationalen Automobilverbandes Fia. "Wir müssen jetzt einfach abwarten und schauen, wie die Fia, die eigentlich unsere Polizei ist, dieses Thema behandelt", sagte BMW-Sportdirektor Gerhard Berger. "Die Fia muss einfach schauen, dass sie den Sport schützt."
Auch Schumacher-Rivale Juan Pablo Montoya (Kolumbien) sprach sich dafür aus, die Regeln zur Stallorder enger zu fassen. Sie sollten "ein bisschen klarer aussagen, was erlaubt ist und was nicht", sagte Montoya
Wegen der umstrittenen Stallregie, die Schumacher am vergangenen Sonntag beim Großen Preis von Österreich zum Sieger über Barrichello gemacht hatte, müssen sich die beiden Fahrer zusammen mit ihrem italienischen Rennstall am 26. Juni vor der Fia verantworten. Dessen Regeln lassen eine Stallorder in vage beschriebenen Grenzen zu. Die Kernfrage bleibt, ob Ferrari "den Interessen des Automobilsports geschadet" hat. Der Strafenkatalog für einen Verstoß gegen Artikel 151 c des Regelwerks reicht von Verwarnung bis Disqualifikation.
URL: www.spiegel.de/sport/formel1/0,1518,196236,00.html
Wettbüros zeigen Schumacher an
Nach dem geschenkten Sieg in Spielberg ist Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher in Österreich und Italien wegen des Verdachts auf Wettbetrug angezeigt worden. Unterdessen fordert die Konkurrenz vom Automobil-Weltverband Fia, die Formel 1 zu schützen.
Graz - "Wir lassen uns von Ferrari nicht für dumm verkaufen", sagte Initiator Wolfgang Pöltl, der neben Schumacher auch den Brasilianer Rubens Barrichello und die Rennleitung des Ferrari-Teams auf der Anklagebank sehen will. Der Österreicher Pöltl, ein 41 Jahre alter Unternehmer, hat sogar eine eigene Homepage eingerichtet und plant eine Sammelklage.
Auch in Italien wird der Schumacher-Sieg beim Großen Preis von Österreich zum Fall für die Justiz. Zwei Verbraucherschutzorganisationen haben die Staatsanwälte bereits eingeschaltet. Während "Codacons" nur Ferrari wegen Sportbetrugs belangen will, zielt "Sos Italia" auch auf Barrichello und Schumacher. Sos-Chef Diego Volpe Pasini forderte zudem die Wettbüros auf, alle Formel-1-Wetten auszusetzen, "weil sie offensichtlich manipulierbar sind".
Unterdessen hofft die Ferrari-Konkurrenz auf richtungweisende Entscheidungen des Internationalen Automobilverbandes Fia. "Wir müssen jetzt einfach abwarten und schauen, wie die Fia, die eigentlich unsere Polizei ist, dieses Thema behandelt", sagte BMW-Sportdirektor Gerhard Berger. "Die Fia muss einfach schauen, dass sie den Sport schützt."
Auch Schumacher-Rivale Juan Pablo Montoya (Kolumbien) sprach sich dafür aus, die Regeln zur Stallorder enger zu fassen. Sie sollten "ein bisschen klarer aussagen, was erlaubt ist und was nicht", sagte Montoya
Wegen der umstrittenen Stallregie, die Schumacher am vergangenen Sonntag beim Großen Preis von Österreich zum Sieger über Barrichello gemacht hatte, müssen sich die beiden Fahrer zusammen mit ihrem italienischen Rennstall am 26. Juni vor der Fia verantworten. Dessen Regeln lassen eine Stallorder in vage beschriebenen Grenzen zu. Die Kernfrage bleibt, ob Ferrari "den Interessen des Automobilsports geschadet" hat. Der Strafenkatalog für einen Verstoß gegen Artikel 151 c des Regelwerks reicht von Verwarnung bis Disqualifikation.
URL: www.spiegel.de/sport/formel1/0,1518,196236,00.html