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börsenfüxlein:

Bernecker

 
19.11.02 10:45
Hans Bernecker: Chancen in Fülle
Mails/Nachrichten vom 19.11.2002, Bernecker & Cie.

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Guten Morgen, meine Damen und Herren,
die Aussagefähigkeit der Indizes ist im Moment begrenzt. Was sich hinter den Indizes abspielt, ist weit interessanter. Das konnten Sie in den vergangenen Tagen schon merken, gestern sogar besonders intensiv. Der Kernsatz ist: Es baut sich von Firma zu Firma eine eigene Perspektive auf. Nun blicken die Manager ins neue Jahr, nachdem sie die Altlasten weitgehend begraben haben.

Bitte nehmen Sie die ABs der letzten 6 Wochen noch einmal zur Hand. Dazu den Rotstift und unterstreichen Sie die Empfehlungen, die ich Ihnen zu den wichtigsten Segmenten gegeben hatte: 1. Finanzaktien, 2. Telekom (von Ausrüstung über Handy bis zu Mobilfunk), 3. Technologieaktien und demnächst 4. und 5. ... das lesen Sie in den nächsten ABs. Ich kündige jedoch an: Es sind zwei weitere hochinteressante Teilsegmente, die ein wichtiger Meinungsträger für die Börsen sein werden. Vor allem:

Schauen Sie sich die Charts an, die ich dazu mitgegeben hatte. Sie sagen alles!

Auf ein Problem weise ich schon jetzt hin: Eine langfristige Aufwärtstendenz beginnt damit, daß sehr viele Aktien die gleiche technische Ausgangslage haben. Sie können ohne Probleme 30, 40 oder 50 Charts übereinander legen und alle sehen gleich aus. Das ist die Kehrseite der Charts, wie sie sich in der Spitze der „Bubble“ im Jan./Febr. 2000 gezeigt hatten. Mit anderen Worten: Die Auswahl fällt jetzt sehr schwer. Doch dies macht nichts, wenn Sie es wissen: Loten Sie die Trends in den jeweiligen Branchen nicht mit allen, sondern mit den jeweils wichtigsten Aktien aus. Das reicht.

Das neue Exerzierfeld heißt Internet. Dazu gehören aber nicht nur YAHOO und AMAZON oder EBAY, sondern die ganze Palette der entsprechenden Softwaretitel und kleineren Dienstleister. Siehe mein gestriger Kommentar. BEA SYSTEMS erreicht in der Spitze 10,12 $, am Schluß 9,57 $. Vielleicht haben Sie Glück und kommen mit 9,50 $ noch einmal zum Zuge. Bei AMAZON ist die Marge bei 23,54 $ schon knapp. BROADVISION gestern + 14,5 %. Hier wird es demnächst spannend. Überspringt YAHOO 18 $, läge darin ein weiteres Trendindiz. Sie achten dann auf ARIBA knapp unter 4 $. Ich mahne jedoch an: Wer im Internet tätig sein will, muß anderen Denkkategorien folgen. Ferner:

Ein Toter wurde ebenfalls lebendig: WESTERN DIGITAL, die 8 $ überwunden haben und nun bis 12 $ laufen können. Dieser Harddisk-Spezialist hat es schuldenfrei geschafft, wieder in die Gewinnzone zu gelangen. Auch das ist ein Beispiel dafür, wie gutes Management letztlich aus Krisen Erfolge macht. Deshalb verzichte ich heute auf die allgemeine Marktanalyse und liste auf:

MICROSOFT ist für mich die spannendste Aktie der nächsten Wochen. Im Brief Nr. 39 hatte ich bei 45 $ richtig gezittert, im Brief Nr. 44 die Aspekte dargestellt, und Bill Gates persönlich skizzierte in den letzten Tagen die neue Perspektive für die teuerste Aktie der Welt, gemessen an der Firmenkapitalisierung. Bei HPQ war die Einschätzung im Brief Nr. 44 richtig, gestern knapp über 17 $ mit Ziel 24 $. XEROX schaffte erstmals 8 $ und ist nach dem letzten Hinweis bei 6,50 $ (Nr. 43) gut für 10 - 11 $. SUN schaffte 3,90 $ nach 2,90 $ im Kauf, und ich rechne vorerst mit 4,40/5 $. Die zwei Handytitel benötigen dagegen eine kürzere Pause. APPLE COMPUTER erreichte gestern in der Spitze 16,20 $, so daß ein Limit bei 15,50 $ noch eine Chance haben dürfte.

Damit gehen wir nach Europa. Die ABB-Wette geht auf. Ich startete sie bei 2 CHF, gestern 3,65 CHF. Wer hat den Mut, die ABB-Anleihen aufzunehmen, die noch Renditen von über 25 % bieten? Hier erleben Sie, wie eine Weltadresse neu aufgestellt wird.

Bleiben wir bei Zürich: CSG lag im Brief Nr. 42 noch bei 20/22 CHF, gestern 31 CHF, und ich erhöhe das Kursziel für die zweite Bankadresse der Schweiz auf 40/42 CHF. Die RENTENANSTALT heißt seit gestern endgültig SWISS LIFE. Die Kapitalerhöhung geht glatt durch. Ich hoffe, Sie sind dabei, was auch für ZFS gilt. Alle drei sitzen im gleichen Boot. KUDELSKI hatte ich bei 21 CHF empfohlen, gestern beinahe 28 CHF mit Zukauflimit von 26 CHF, womit ich nochmals auf die äußerst interessanten Medtech-Titel in Zürich aufmerksam mache, die Sie in dieser Form in ganz Europa so nicht erhalten. Das ist fast ein Unikat: PHONAK, DISETRONIC!

In Frankfurt können Sie die weiteren Degradierungen einiger Versicherungen ruhig vergessen. Gestern war die MÜNCHENER RÜCK dran (durch Dt. Bank), aber der Markt ignoriert diese Urteile bereits. Ergebnis + 8 %. Bleiben Sie auf der ganzen Linie komplett investiert und nutzen Sie jede technische Schwäche für weitere Käufe. Davon rücke ich nicht ab. Auch DEUTSCHE TELEKOM und DEUTSCHE POST gehören dazu.

Die BAYER-Story läuft warm. Dennoch zweifle ich daran, ob es einen Verkauf der Pharmasparte an GLAXO geben wird. Die Entscheidung fällt im AR und dort mit sehr persönlichen Ansichten. Denn: Würde diese Pharmasparte in ausländische Hände gehen, ist die deutsche Pharmaindustrie quasi aufgelöst. HOECHST gehört zu AVENTIS, die BASF-Pharmasparte ging an die Amis, BOEHRINGER MANNHEIM ging an ROCHE und es verbleiben dann nur noch SCHERING, ALTANA und einige kleinere Player ohne internationale Bedeutung. Also wird das BAYER-Pharmathema auch ein politisches Problem. Doch was herauskommt, skizziere ich Ihnen in der AB. Diese Zahlen beruhen auf Überlegungen in London, wo eine Art Drehscheibe für diesen Deal vermutet werden darf. Investieren Sie daraufhin in BAYER weiter. Die Marge rechtfertigt es.

Auch in Frankfurt gilt jetzt: Stützen Sie sich nur auf die drei wichtigsten Sektoren, wie oben schon erwähnt: Telekommunikation im Europa-Umfeld, Finanzaktien (Versicherungen und Banken) und Technologie, wenn auch mit Einschränkungen. In diesen drei Bereichen steckt jetzt der Turbo. Anschließend kommen die anderen. Selbst die Autos können sich dem nicht ganz entziehen. Mein Schwergewicht liegt seit Wochen auf diesen Sektoren.

Das gilt auch im Europa-Umfeld. Siehe ALCATEL, NOKIA und PHILIPS. Ferner TIM, SONERA und ORANGE sowie FRANCE TÉLÉCOM, KPN und natürlich DEUTSCHE TELEKOM. Im Versicherungssektor schließlich AXA, AEGON und ASS GENERALI.

Für Sie total: Konzentration und Einbau dieser Segmente in Ihr Portfolio, welches ich nicht kenne. Haben Sie keine Scheu, andere Titel herauszunehmen, um zunächst in diesen Titeln Geld zu verdienen. Ab Januar mag sich einiges ändern.

Nachrichtlich: AT&T stellt heute seine Notierung um. Damit verfünffacht sich der Aktienkurs infolge eines umgekehrten Aktiensplit (reverse stock split). Dabei werden die Aktien im Verhältnis 5:1 zusammengelegt. Hintergrund ist der Verkauf des Kabelgeschäftes von AT&T an COMCAST, der die AT&T-Aktionäre zu direkten Aktionären an COMCAST werden läßt. Die Transaktion wurde gestern nach Marktschluß vollzogen. An der Einschätzung ändert sich natürlich nichts.

Wer hatte den Mut, Brasilien-Bonds zu kaufen, als ich Ihnen dies im Brief Nr. 44 zur Diskussion stellte? Von 22 % auf 19 % Rendite bedeuten inzwischen Kursgewinne zwischen 14 und 22 %, je nach Laufzeit und Coupon. Diese Wette ist noch nicht zu Ende. Bitte Brief Nr. 44 zur Hand nehmen. In der Brasilien-Einschätzung lagen wohl 90 % aller Beobachter falsch. Und wer lag richtig? Der erfolgreichste Bondmanager der Welt, der Chef von PIMCO (ALLIANZ), der gegen den Markt über 1 Mrd $ in Brasilien investierte und komplett richtig liegt. Schön für die ALLIANZ. Ich kam aus eigenen Überlegungen zum gleichen Schluß, worüber ich mich natürlich ebenfalls freue.

Das war’s für heute, bis morgen.

Herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker
 
mfg
füxlein
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