Fernwirken übers Handy
Mit dem Short Message Service kann man
nicht nur Texte mit maximal 160 Zeichen
von Handy zu Handy senden. Mit
Kurznachrichten alarmieren
Überwachungseinrichtungen den
Sicherheitsdienst oder regeln komplizierte
Arbeitsprozesse.
V o n S a b i n e S c h m i t t
Mit der Fernüberwachung von
Maschinen hat man in der Industrie
schon lange gute Erfahrungen
gemacht. Die nötigen Sensoren dafür
sind hoch entwickelt und arbeiten sehr
zuverlässig. Mit Hilfe der Telemetrie kann
man sensible Abläufe oder abgelegene
Objekte rund um die Uhr überwachen,
ohne teures Personal bereitstellen zu müssen.
Bisher wurden die Messwerte, Statusmeldungen
oder Alarmierungen entweder
über das Festnetz, per Bündelfunk oder
über ein Pagingsystem an die Zentrale oder
den Servicetechniker übertragen. Nun findet
für diese Kommunikation zunehmend
eine Verlagerung hin zum Mobilfunk über
GSM (Global System for Mobile Communications)
statt. Denn im Gegensatz zur Arbeit
mit dem zurzeit regional beschränkten
Profifunk ist das Mobilfunknetz flächendeckend
ausgebaut, und man kann sogar
vom Ausland aus operieren. Die drahtlose
Variante hat gegenüber dem Festnetzanschluss
den Vorteil der Unabhängigkeit
von Infrastruktur in abgelegenen Gebieten.
Die mittlerweile moderaten Gebühren
beim Mobilfunk machen die Telemetrie
mit GSM erschwinglich. Das Versenden
einer Kurznachricht über den Short Message
Service (SMS) kostet im Inland höchstens
39 Pfennige. Ist bei der Anwendung
lediglich eine Benachrichtigung im Störungsfall
vorgesehen, kommt man jährlich
mit einer 50 Mark teuren Prepaid-Karte
aus. Für Projekte mit hohem SMS-Aufkommen
bieten die Netzbetreiber günstige
Sondertarife an.
Flottensteuerung
Bisher waren die gebräuchlichsten Anwendungen
in der Telematik
bei der Fernüberwachung
von Fahrzeugen,
Straßen oder Parkhäusern
zur Optimierung des Verkehrsflusses
zu finden. So
haben heute fast alle Speditionen
ihre Flotte mit GPSbasierten
(Global Positioning
System) Navigationssystemen
ausgerüstet, um
ihre Fahrzeuge jederzeit
orten zu können, kurzfristige
Routenänderungen zu
berücksichtigen und auf
diese Weise teure Leerfahrten
zu vermeiden. Die
Kommunikation zwischen
Zentrale und Fahrer läuft
bei bundesweit operierenden
Unternehmen über das GSM-Netz. Bei
manchen Anwendungen genügt der Versand
von vorformulierten Kurznachrichten
vom Fahrzeug in die Zentrale, andere Kunden
nutzen die Möglichkeit der bidirektionalen
Sprach- und Datenkommunikation.
Neben der reinen Ortung ist die Überwachung
von Fahrzeugfunktionen ebenfalls
immens wichtig. Sensoren kontrollieren
Kilometerstand, Kühlwassertemperatur
oder Tankfüllung und können auch überprüfen,
ob der Fahrer seine Ruhezeiten
einhält, wann Ladung aus- oder eingeladen
wurde und wann die nächste Inspektion
fällig wird. Sobald vordefinierte Schwellwerte
überschritten werden, schickt das
System eine SMS an die Zentrale.
Solche und ähnliche Telemetrieanwendungen
wurden bis vor kurzem hauptsächlich
im Zusammenhang mit beweglichen
Objekten und Ortungssystemen genutzt.
Sie eignen sich jedoch ebenso gut für Überwachungen
aller Art. Der Nutzer benötigt
dazu lediglich Sensoren, die die relevanten
Messwerte überwachen und ein GSM-Modul,
das bei Bedarf eine SMS an eine festgelegte
Adresse sendet; auf eine GPS-Einheit
kann man bei den stationären Anwendungen
verzichten.
Die Gründer des jungen Unternehmens
GAP AG (GSM Applications and Products)
haben erkannt, wie vielfältig die Einsatzmöglichkeiten
von Telemetrie sind, und
dass man selbst bei den unterschiedlichsten
Anwendungen immer nach dem gleichen
Schema arbeiten kann. „Wir sehen
für die Telemetrie auch gerade im privaten
Bereich zahlreiche Anwendungen – sowohl
im Sicherheitsbereich als auch in Fragen
der Bequemlichkeit“, zeigt Vertriebsleiter
Frank Heineck die Bedeutung der
Telemetrie auf.
Als Steuerzentrale für die kaum überschaubare
Anzahl an verschiedenen Telemetrieanwendungen
bietet die GAP AG
eine HiConnex genannte Einheit an. Herzstück
dieses Geräts ist ein Siemens M20
Terminal mit einer GSM Cellular Engine,
die Sprache, Daten, Faxe und SMS übertragen
kann, und einem integrierten SIM-
ICH SAGE NUR AUFZÜGE IN GANZ DEUTSCHLAND
cu Henrys