BE0003797140 - Groupe Bruxelles Lambert (GBL)


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BE0003797140 - Groupe Bruxelles Lambert (GBL)

 
17:20

Groupe Bruxelles Lambert, kurz GBL, ist keine klassische operative Firma mit eigenem „Sortiment“, sondern eine belgische Beteiligungsgesellschaft. Das operative Produkt ist hier das Kapitalallokationsmodell: GBL hält börsennotierte Beteiligungen, Direktbeteiligungen an privaten Unternehmen und Restbestände bzw. alternative Assets. Zum Jahresende 2025 bestand das Portfolio zu 54 % aus börsennotierten Beteiligungen, zu 32 % aus direkten privaten Beteiligungen und zu rund 14 % aus GBL Capital bzw. nicht zum Kerngeschäft gerechneten Vermögenswerten. Zu den größten gelisteten Beteiligungen zählten SGS, Pernod Ricard, Imerys und adidas; auf der privaten Seite Affidea, Sanoptis, Canyon, Voodoo und Parques Reunidos. Die ISIN lautet BE0003797140, die WKN 873222, das Hauptticker-Symbol ist GBLB an Euronext Brüssel. Am 21.04.2026 lag der Kurs laut Unternehmensseite im Bereich von rund 80,60 €, also deutlich unter dem zuletzt veröffentlichten NAV je Aktie von 105,37 €. (GBL)

Historisch ist GBL älter, als viele Anleger denken. Die Gesellschaft wurde bereits am 4. Januar 1902 nach belgischem Recht gegründet; die heutige Identität als große belgische Holding ist aber vor allem das Ergebnis späterer Umformungen und der jahrzehntelang prägenden Aktionärsbasis rund um die Frère- und Desmarais-Familien. Heute ist die Eigentümerstruktur weiter von dieser Stabilität geprägt: Ende 2025 hielt Pargesa SA 34,2 % der ausstehenden Aktien und 47,8 % der Stimmrechte; Pargesa wird gemeinsam von Power Corporation of Canada und der belgischen Frère-Gruppe kontrolliert. Genau diese stabile Aktionärsbasis ist für GBL Fluch und Segen zugleich: Segen, weil sie lange Zeithorizonte ermöglicht; Fluch, weil Holdings mit kontrollierender Aktionärsstruktur am Markt oft dauerhaft mit Abschlag gehandelt werden. (GBL)

Fundamental steht GBL Ende 2025 solide da, aber man muss die Zahlen richtig lesen. Der Gesamt-NAV lag bei 14,035 Mrd. €, der NAV je Aktie bei 105,37 €. Die Aktie schloss 2025 bei 75,95 €, was einem offiziellen Abschlag auf den NAV von 27,9 % entsprach. Auf Basis des Kurses von rund 80,60 € am 21.04.2026 läge der Abschlag gegenüber diesem letzten veröffentlichten NAV rechnerisch immer noch grob bei gut 23 %; das ist aber eine Ableitung auf Basis des alten NAV und kein neu gemeldeter Quartalswert. Gleichzeitig hat GBL die Bilanz deutlich gestärkt: Ende 2025 standen 2,393 Mrd. € Bruttoliquidität 2,061 Mrd. € Bruttoschulden gegenüber, also 333 Mio. € Nettocash. Moody’s bewertet GBL langfristig mit A1 und stabilem Ausblick. Für eine europäische Holding ist das ein sehr starkes Profil. (GBL)

Die Qualität der Vermögensbasis ist ordentlich, aber nicht makellos. Bei den börsennotierten Beteiligungen ist SGS mit 2,725 Mrd. € der größte Brocken, gefolgt von Pernod Ricard mit 1,260 Mrd. €, Imerys mit 1,113 Mrd. € und adidas mit 1,075 Mrd. €. Im privaten Bereich dominiert Affidea mit 2,140 Mrd. €, gefolgt von Sanoptis mit 1,105 Mrd. €. Genau dort liegt inzwischen die strategische Stoßrichtung: GBL will den Anteil direkter privater Beteiligungen erhöhen und hat 2025 dort 641 Mio. € an Wertzuwachs erzielt, vor allem durch Affidea und Sanoptis. Anfang 2026 kam mit Rayner zudem eine neue Co-Control-Beteiligung im ophthalmologischen MedTech-Bereich hinzu; GBL investiert dafür 0,5 Mrd. € Eigenkapital. Das ist strategisch stimmig, weil es die Holding weg von passiven Börsenbeteiligungen und hin zu stärker beeinflussbaren, privaten Qualitätsassets schiebt. (GBL)

Damit sind wir beim Kernpunkt der Investmentthese. Früher war GBL stärker von großen, eher klassischen börsennotierten Beteiligungen geprägt. Die aktualisierte Strategie bis 2027 setzt dagegen auf Portfoliovereinfachung, Verkäufe in Höhe von rund 5 Mrd. € über den Zeitraum 2024 bis 2027, höhere Gewichtung direkter privater Beteiligungen, niedrige Verschuldung, nachhaltige Dividenden und Aktienrückkäufe. 2025 wurden bereits 95 % dieses Zielbetrags erreicht, inklusive Teilverkäufen bei SGS, dem Ausstieg aus Umicore sowie Verkäufen in GBL Capital und Sienna. Das Management will also nicht einfach nur halten, sondern aktiv umschichten. Das gefällt mir grundsätzlich, weil Holdings ohne aktives Kapitalrecycling schnell zu trägen Konglomeraten werden. Der Haken ist: Private Assets sind wertvoller, aber auch schwerer überprüfbar. Der Markt gibt dafür oft nicht sofort einen höheren Preis, weil die Bewertung weniger transparent ist als bei börsennotierten Anteilen.

Die Dividendenpolitik ist attraktiv, aber man sollte sie nüchtern einordnen. Für das Geschäftsjahr 2025 schlägt GBL eine Bruttodividende von 5,125 € je Aktie vor, nach 5,00 € für 2024. Ex-Dividenden-Tag ist der 14.05.2026, Zahlungstag der 18.05.2026. Die Gesellschaft sagt zugleich offen, dass die ausgeschüttete Dividende nicht nur aus laufenden Cash Earnings stammt, sondern auch aus realisierten Veräußerungsgewinnen gespeist werden kann. Für 2025 lagen die Cash Earnings bei 381 Mio. € bzw. 2,86 € je Aktie, also klar unter der vorgeschlagenen Dividende je Aktie. Das heißt: Die Dividende ist attraktiv, aber nicht rein aus laufendem Ertrag gedeckt; sie hängt mit am aktiven Portfolioumbau. Solange GBL erfolgreich verkauft, zukauft und den NAV stabilisiert oder steigert, ist das vertretbar. Als „ewig sichere“ operative Dividende wie bei einem defensiven Konsumgüterkonzern sollte man sie aber nicht missverstehen. (GBL)

Bei den Kurszielen muss man sauber trennen. Der aktuelle Analystenkonsens liegt bei rund 86,13 € für zwölf Monate, mit einer Spanne von etwa 71,9 € bis 94,0 €; der Konsens lautet Buy. Das ist ordentlich, aber nicht spektakulär, weil der Markt trotz des NAV-Abschlags nur begrenztes kurzfristiges Aufholpotenzial einpreist. Meine Einschätzung ist: Für die Aktie ist nicht das KGV die richtige Hauptkennzahl, sondern der Abschlag zum NAV und die Glaubwürdigkeit des Managements bei Kapitalallokation, Buybacks und Portfoliotransformation. Solange der Markt GBL weiter als Holding mit strukturellem Abschlag sieht, bleibt selbst bei guten Assets ein Teil des inneren Werts ungehoben. Genau deshalb ist GBL eher ein Bewertungs- und Kapitalallokationscase als ein klassischer Wachstumswert. (MarketScreener)

Wie schätze ich GBL also ein? Positiv, aber nicht euphorisch. Die Stärken sind klar: sehr solide Bilanz, A1-Rating, namhafte Beteiligungen, erhebliche Liquidität, laufende Rückkäufe, attraktive Ausschüttung und ein Management, das das Portfolio gerade sichtbar entschlackt und fokussiert. 2025 hat GBL zudem 1 Mrd. € an Aktionärsrendite geliefert, bestehend aus höherer Dividende und 335 Mio. € Buybacks; der Total Shareholder Return lag 2025 bei 23,2 %. Das ist nicht schwach. Die Schwächen sind ebenso klar: Der Holding-Abschlag ist hartnäckig, die Transparenz bei privaten Assets geringer, und ein Teil der Dividendenstory hängt am Gelingen weiterer Verkäufe und Reallokationen. Zudem waren 2025 die bilanziellen IFRS-Ergebnisse mit minus 625 Mio. € wegen Bewertungs- und Sondereffekten schwach, auch wenn das für Holdings weniger aussagekräftig ist als NAV und Cash Earnings.

Für die nächsten 5 bis 15 Jahre ist GBL aus meiner Sicht dann interessant, wenn man Holdings mag und genau versteht, worauf man setzt: nicht auf lineares Gewinnwachstum, sondern auf kluge Kapitalallokation über Zyklen hinweg. Gelingt es dem Management, mehr Kapital in kontrollierbare Qualitäts-Private-Assets wie Affidea, Sanoptis oder Rayner zu verschieben, die Bilanz konservativ zu halten und parallel weiter Aktien unter NAV zurückzukaufen, dann kann GBL auf lange Sicht ein sehr ordentliches Vehikel sein. Misslingt diese Transformation oder werden private Assets zu hoch bewertet bzw. später unter Erwartungen verkauft, bleibt die Aktie eine solide, aber dauerhaft rabattierte Holding. Mein Gesamturteil ist deshalb: GBL ist kein spektakulärer Multibagger-Kandidat, aber eine qualitativ ordentliche europäische Holding mit robuster Bilanz, guter Aktionärsvergütung und realer Chance auf Wertaufholung, sofern die strategische Neuausrichtung aufgeht. Für langfristig orientierte Anleger ist das interessant; für Anleger, die schnelle Kurssprünge oder maximale Transparenz wollen, eher nicht. (GBL)

Autor: ChatGPT

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MrTrillion3:

BE0003797140 - Groupe Bruxelles Lambert (GBL)

 
17:30

Was gilt es bei der Besteuerung belgischer Dividenden zu beachten?
Wie geht z.B. mein Broker maxblue damit um?


Bei belgischen Dividenden musst Du im Kern drei Ebenen auseinanderhalten:

  1. belgische Quellensteuer
  2. deutsche Abgeltungsteuer
  3. die Frage, was maxblue davon automatisch verrechnet und was nicht

Für den Regelfall einer normalen belgischen Aktie gilt: Belgien zieht auf Dividenden typischerweise 30 % Quellensteuer ein. In Deutschland sind davon bei Privatanlegern regelmäßig nur bis zum DBA-Satz anrechenbar, also typischerweise 15 %. Der darüber hinausgehende Teil ist nicht automatisch in Deutschland anrechenbar, sondern muss in Belgien zurückgefordert werden. Die Deutsche-Bank-Unterlagen nennen für Belgien bei Dividenden nationale Sätze von 5/20/30 % und ein Erstattungsverfahren über das Formular 276 Div; die Frist beträgt 4 Jahre nach Ablauf des Zuflussjahres. (Deutsche Bank)

Wie maxblue das praktisch behandelt: maxblue ist das Online-Brokerage-Angebot der Deutschen Bank, und das von Dir hochgeladene Steuermerkblatt ist genau die maßgebliche Logik, nach der Deutsche Bank den Steuerabzug beschreibt. Die Bank rechnet anrechenbare ausländische Quellensteuer nicht zwingend nur gegen genau diese eine Dividende, sondern über einen Quellensteuertopf gegen die insgesamt anfallende deutsche Abgeltungsteuer. Anrechenbar ist dabei höchstens der nach DBA zulässige Satz. (maxblue)

Konkret heißt das für Dich bei einer „normalen“ belgischen Dividende regelmäßig:

Bruttodividende 100
Belgische Quellensteuer 30
Auszahlung aus Belgien 70

In Deutschland fällt grundsätzlich Abgeltungsteuer von 25 % plus Soli an. Von der deutschen Kapitalertragsteuer kann die Bank aber die anrechenbare belgische Quellensteuer bis zum DBA-Satz berücksichtigen. Praktisch bleiben bei 100 brutto meistens diese 15 % belgische Quellensteuer als anrechenbar übrig; die übrigen 15 % sind Überhang und müssen in Belgien zurückgeholt werden. Die Deutsche Bank beschreibt ausdrücklich, dass die Bank nur bis zum DBA-Höchstsatz anrechnet und dass über diesen Satz hinausgehende Quellensteuer grundsätzlich nur auf Antrag bei der ausländischen Steuerbehörde erstattet wird. (Deutsche Bank)

Wichtig ist der Punkt mit dem Quellensteuertopf: Kann maxblue die anrechenbaren 15 % im laufenden Jahr nicht vollständig gegen deutsche Abgeltungsteuer verrechnen, werden nicht genutzte anrechenbare Quellensteuern zwar in der Steuerbescheinigung ausgewiesen, aber nicht ins nächste Jahr vorgetragen. Dann kannst Du sie nur noch über die Steuererklärung geltend machen; soweit auch dort keine Anrechnung möglich ist, verfallen sie. Das ist unschön, aber genau so steht es im Merkblatt.

Was Du also konkret beachten musst:

Erstens: Prüfe die Dividendenabrechnung. Dort sollte erkennbar sein, wie viel belgische Quellensteuer abgezogen wurde und wie viel deutsche Kapitalertragsteuer, Soli und ggf. Kirchensteuer maxblue zusätzlich belastet oder angerechnet hat. Die anrechenbare Quellensteuer läuft bei der Bank über den Quellensteuertopf.

Zweitens: Die deutsche Steuer ist nicht einfach „30 % Belgien plus 26,375 % Deutschland“. Es gibt die Anrechnung des DBA-fähigen Anteils. Genau deshalb ist die effektive Doppelbelastung niedriger, aber eben oft nicht vollständig bereinigt.

Drittens: Den über 15 % hinausgehenden belgischen Teil holt maxblue nicht automatisch für Dich zurück. Laut Deutsche-Bank-Merkblatt läuft Belgien über Erstattung auf Antrag mit Formular 276 Div und 4 Jahren Frist.

Viertens: Wenn maxblue mangels ausreichend deutscher Steuerlast nicht alles anrechnen konnte, brauchst Du die Jahressteuerbescheinigung und ggf. die Anlage KAP. Das Merkblatt sagt ausdrücklich, dass nicht berücksichtigte anrechenbare Quellensteuer in der Steuerbescheinigung ausgewiesen wird und dann im Rahmen der Veranlagung geltend gemacht werden kann.

Die nüchterne Antwort auf „Wie geht maxblue damit um?“ lautet also:
maxblue rechnet den in Deutschland anrechenbaren Teil der belgischen Quellensteuer bankseitig an, aber nur bis zum DBA-Satz. Den belgischen Überhang holt maxblue nicht automatisch zurück. Dafür bist Du selbst zuständig. (maxblue)

Was ich Dir nicht verlässlich sagen kann: ob bei einem ganz bestimmten belgischen Titel in Deinem Depot wegen Sonderregeln tatsächlich 30 %, 20 % oder 5 % einbehalten werden. Das hängt vom konkreten Titel und dem belgischen Steuerregime der Ausschüttung ab. Die Deutsche-Bank-Tabelle weist für Belgien ausdrücklich mehrere mögliche Sätze aus.

Wenn Du willst, schaue ich mir als Nächstes Deine konkrete Dividendenabrechnung von maxblue an und sage Dir Zeile für Zeile, ob der Abzug dort korrekt gelaufen ist.

Dieser Text wurde mit Hilfe von ChatGPT erstellt. 

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