IG Metall: Automarkt-Liberalisierung kostet 100.000 Jobs
Noch berät die EU-Kommission über eine Neuregelung des Autovertriebs. Doch die in Deutschland werden schon die Geschütze gegen die Liberalisierung in Stellung gebracht. So befürchtet die IG Metall, dass die EU-Pläne bis zu 100.000 Arbeitsplätze bei mittelständischen Händlern kosten werden.
Vorstandsmitglied Achim Rhode sagte, je mehr das bisherige Regelwerk seinen Schutzcharakter für kleinere Händler verliere, desto mehr bauten die großen Automobilhersteller ihren Direktvertrieb aus. Außerdem könnten große Handelsketten den Autovertrieb übernehmen, kritisierte Rhode.
„Viele mittelständische Unternehmen werden vernichtet, weil jetzt erst recht die Großen die Kleinen fressen werden,“ sagte Rhode weiter. Tausende der rund 47.000 Unternehmen des Kfz-Gewerbes mit insgesamt 530.000 Beschäftigten in Deutschland könnten vom Markt verschwinden.
In Europa gebe es derzeit rund 108.000 autorisierte Händler und 172.000 unabhängige Reparaturunternehmen mit rund zwei Millionen Beschäftigten. Nach Meinung der IG Metall wird die Konzentration unter Händlern europaweit rasant zunehmen und zum Schaden der Verbraucher führen. „Statt sinkender Preise wird es zum Händlersterben und zum Abbau von Arbeitsplätzen kommen“, sagte Rohde.
Auch Bundeskanzler Gerhard Schröder hat deutlich Position gegen die Pläne der EU-Kommission. Die geplante „Gruppenfreistellungsverordnung“ berge enorme Wettbewerbsnachteile für die deutsche Autoindustrie, sagte der Kanzler. „Wer in gewachsene Strukturen und Systeme eingreift, muss sich nicht nur klar machen, was er fördert, sondern auch was zerstört wird“, sagte Schröder. Der Verband der Automobilindustrie und die Bundesregierung werden sich nach Schröders Worten zusammensetzen, um einseitige Entscheidungen zu Lasten der deutschen Automobilindustrie zu verhindern.
Monti will mit seinen Plänen die Macht der Autokonzerne eindämmen und den Verbrauchern niedrigere Neuwagenpreise bescheren. Er will unter anderem die enge Bindung der Vertragshändler an bestimmte Marken lockern. Ein Händler könnte demnach unter einem Dach künftig Autos verschiedener Hersteller verkaufen. Außerdem soll die Stellung freier Werkstätten und unabhängiger Ersatzteil-Anbieter gestärkt werden.
Umstritten war bis zuletzt der Gebietsschutz für die Vertragshändler der Konzerne. Industriekommissar Erkki Liikanen setzte sich für eine solche Klausel ein, um kleine und mittlere Unternehmen der Branche zu schützen. Montis letzter Entwurf habe keine Regelung zu den Absatzgebieten enthalten, hieß es in Brüssel.
Quelle: wiwo.de
Noch berät die EU-Kommission über eine Neuregelung des Autovertriebs. Doch die in Deutschland werden schon die Geschütze gegen die Liberalisierung in Stellung gebracht. So befürchtet die IG Metall, dass die EU-Pläne bis zu 100.000 Arbeitsplätze bei mittelständischen Händlern kosten werden.
Vorstandsmitglied Achim Rhode sagte, je mehr das bisherige Regelwerk seinen Schutzcharakter für kleinere Händler verliere, desto mehr bauten die großen Automobilhersteller ihren Direktvertrieb aus. Außerdem könnten große Handelsketten den Autovertrieb übernehmen, kritisierte Rhode.
„Viele mittelständische Unternehmen werden vernichtet, weil jetzt erst recht die Großen die Kleinen fressen werden,“ sagte Rhode weiter. Tausende der rund 47.000 Unternehmen des Kfz-Gewerbes mit insgesamt 530.000 Beschäftigten in Deutschland könnten vom Markt verschwinden.
In Europa gebe es derzeit rund 108.000 autorisierte Händler und 172.000 unabhängige Reparaturunternehmen mit rund zwei Millionen Beschäftigten. Nach Meinung der IG Metall wird die Konzentration unter Händlern europaweit rasant zunehmen und zum Schaden der Verbraucher führen. „Statt sinkender Preise wird es zum Händlersterben und zum Abbau von Arbeitsplätzen kommen“, sagte Rohde.
Auch Bundeskanzler Gerhard Schröder hat deutlich Position gegen die Pläne der EU-Kommission. Die geplante „Gruppenfreistellungsverordnung“ berge enorme Wettbewerbsnachteile für die deutsche Autoindustrie, sagte der Kanzler. „Wer in gewachsene Strukturen und Systeme eingreift, muss sich nicht nur klar machen, was er fördert, sondern auch was zerstört wird“, sagte Schröder. Der Verband der Automobilindustrie und die Bundesregierung werden sich nach Schröders Worten zusammensetzen, um einseitige Entscheidungen zu Lasten der deutschen Automobilindustrie zu verhindern.
Monti will mit seinen Plänen die Macht der Autokonzerne eindämmen und den Verbrauchern niedrigere Neuwagenpreise bescheren. Er will unter anderem die enge Bindung der Vertragshändler an bestimmte Marken lockern. Ein Händler könnte demnach unter einem Dach künftig Autos verschiedener Hersteller verkaufen. Außerdem soll die Stellung freier Werkstätten und unabhängiger Ersatzteil-Anbieter gestärkt werden.
Umstritten war bis zuletzt der Gebietsschutz für die Vertragshändler der Konzerne. Industriekommissar Erkki Liikanen setzte sich für eine solche Klausel ein, um kleine und mittlere Unternehmen der Branche zu schützen. Montis letzter Entwurf habe keine Regelung zu den Absatzgebieten enthalten, hieß es in Brüssel.
Quelle: wiwo.de