Bitte jetzt nicht von einem Extrem ins andere switchen.
Der Kurs macht das, was er bei dieser Aktie schon seit Jahren macht. Das angefangene Muster wäre insoweit
verkraftbar, sofern er hier nur eine Wiederholung bzw. eine Modulation eines alten Musters abspult und es nicht bricht.
Der Kurs fällt auf eine der aufsteigenden U-Linien (Trendlinien) zurück und dabei - und das macht meistens einige etwas bange - taucht er in das nächstniedrigere Retrace ab.
Letzteres triggert regelmäßig ein Verkaufssignal. Bei vielen Chinawerten stellt sich das mehrmals als bluff heraus und der Kurs baut daraus nur eine volatile Seitwärtsbewegung, die er irgendwann nach oben auflöst. Das geht so lange, bis es einmal kracht. So konnte man Jahre lang mit bspw. Jinko u. a. ordentlich swings abgreifen. Auch bei denen kam irgendwann der Zeitpunkt, an dem die Kleinanleger einen anderen Blick auf die Verwertung von Informationen bekamen, aber an jener Stelle sind die Kurse noch nicht endgültig erodiert, das kam erst später.
Übertragen auf BYD sind wir jetzt an der Stelle, dass die Zahlen von der Realität eingeholt werden und darauf das Management Lösungen finden muss.
Der im Raum stehende debt ist auf dem Niveau, auf dem sonst nur Intel spielt. Vielleicht hilft dieser Vergleich bei der Beurteilung von möglichen Lösungen und Befreiungsstrategien.
Falls es wirklich 40 – 50 Mrd. USD Debt sind, entspricht das 50% des revenues. Das ist noch kein k. o. aber eine Zwinge.
Intel weist regelmäßig Margen um 40% aus, muss aber endlos viel Knatter in F&E investieren. BYD hat derzeit anderthalb Quartale an Lagerhaltung voll und hat die Preise um bis zu 31% reduziert, hat aber anders als Intel ohne Ende von der F&E der big five profitiert und von den verschachtelten Subventionen abgegriffen. Was letzteres an geldwerten Vorteil ausmacht, werden wir nie erfahren.
Die Aspiration, hier mit einem weltweiten price war alle anderen zu plätten, werden sie wohl nicht durchhalten. In China ist der Markt übersättigt und im Export haben sie die Weichen gestellt aber dort müssen sie eine andere Strategie fahren, dieses übersteigerte Selbstgefühl, das Stella Li und die Namensgebung mancher Modelle (bspw. Han) in die Markenprägung einfließen lässt, nervt außerhalb der Heimat.
Die Koreaner und die Japaner haben das über Bescheidenheit und über Qualitätssteigerung hinbekommen. Zu den Zeiten als Wang Chuanfu alles mit engen Vertrauten geregelt hat, lief das ohne Geprotze mit konstruktiven Strategien und ziemlich gut für das Unternehmen. Für jene die damals also noch vor dem roll out der Bladebatterie eingestiegen sind, passt es ja auch noch.
Die Botschaften, die auf dem Chinagipfel erzeugt wurden, bringen da auch erstmal keine Ruhe rein.
(Verkleinert auf 33%)

