AUSBLICK: Cisco mit Gewinn von 2 US-Cent je Aktie im 4. Quartal erwartet
SAN JOSE (dpa-AFX) - Der Netzwerkriese Cisco Systems wird am morgigen Dienstag Rechenschaft über das vierte Quartal sowie das gesamte Geschäftsjahr 2001 ablegen. Analysten und Anleger sehen diesem letzten "Großereignis" der nun zu Ende gehende Berichtssaison mit gemischten Gefühlen entgegen. Der von Cisco-Chef John Chamber mit Spannung erwartete Ausblick für die kommenden Monate könne nach Meinung von Analysten die Technologiebörsen dieser Welt sowohl in Euphorie als auch in Depression stürzen.
Dass Cisco, die Nummer Eins des Netzwerksektors, das vierte Quartal mit einem riesigen Gewinneinbruch abschließen wird, gilt unter Wall-Street-Analysten indes als sicher. Nach Ansicht von Michael E. Ching, Analyst bei der Investmentbank Merrill Lynch, wird aber vor allem der Ausblick für das kommende erste Fiskalquartal über Wohl und Wehe der Entwicklung des Aktienkurses in der näheren Zukunft bestimmen.
GEWINN SOLL VON 16 AUF 2 CENT JE AKTIE SINKEN
Auch nach Meinung von Morgan-Stanley-Analyst Christopher Stix dürfte das abgeschlossene Juli-Quartal kaum noch große Überraschungen bereithalten. Er geht davon aus, dass Cisco ein relativ solides Quartal hinter sich gebracht hat und einen Gewinn je Aktie von 2 bis 3 US-Cent präsentieren wird. Im dritten Quartal hatte der Anbieter von Hard- und Software für das Internet einen Gewinn von 3 Cent vorgelegt und so die Markterwartungen um 2 Cent übertroffen.
Die durchschnittliche Markterwartung liegt derzeit bei 2 Cent. Die Bandbreite der Gewinnschätzungen geht einer Befragung von Thomson Financial/First Call zufolge dabei von null bis vier Cent je Aktie. Im Vergleich zu den 16 Cent im vierten Quartal 2000 wäre dies ein Gewinnrückgang von 75 bis 100 Prozent. Synchron zum Ertrag von Cisco entwickelten sich auch die Aktien des an der NASDAQ notierten Marktschwergewichts: Im Vergleich zum 52-Wochenhöchstkurs bei 70 Dollar steht derzeit ein Wertverlust von rund 72 Prozent zu Buche.
KEINE GROSSEN ÜBERRASCHUNGEN FÜR DAS JULI-QUARTAL ERWARTET
Alexander Henderson, Analyst bei Salomon Smith Barney, ist davon überzeugt, dass Cisco am oberen Ende der Wall-Street-Prognosen ins Ziel kommen wird. Der Konzern habe in der Vergangenheit bereits gezeigt, dass er durch konsequente Kosteneinsparungen seine Profitabilität deutlich verbessern konnte.
Der Umsatz dürfte im Vergleich zum Vorquartal um rund 5 bis 8 Prozent auf 4,35 bis 4,5 Mrd. US-Dollar zurückgehen, schätzt Stix. Die Analysten von Smith Barney und Merrill Lynch rechnen mit einem Absinken der Erlöse um rund 5 Prozent gegenüber dem Vorquartal und um 21% gegenüber dem Vorjahr. Die Durchschnittsschätzung der Wall Street liegt bei 4,35 Mrd. Dollar für das vierte Quartal. Cisco selbst hat einen Umsatzrückgang von null bis 10 Prozent für dieses Quartal prognostiziert, nach 5,72 Mrd. Dollar Umsatz im Vorjahr.
Für das gesamte Geschäftsjahr 2001 erwarten die Finanzexperten im Schnitt einen Gewinn von 41 Cent je Aktie, nach 36 Cent ein Jahr zuvor. Der Umsatz sollte von 18,93 Mrd. auf 22,3 Mrd. Dollar klettern.
AUF DAS KOMMENDE QUARTAL KOMMT ES AN - ANALYSTEN UNEINIG
Während sich die Analysten für das abgelaufene vierte Quartal weitestgehend einig sind, liegen die Erwartungen und Hoffnungen für das kommende Quartal zum Teil weit auseinander. Smith-Barney-Analyst Henderson sieht relativ optimistisch in die Zukunft. Im Oktoberquartal könnten die Umsätze im Vergleich zum Vorquartal bereits wieder um bis zu 5 Prozent anziehen; im besten Fall sei sogar ein Plus von 10 Prozent denkbar. Dank kräftiger Kosteneinsparungen sollte Cisco, bei gleichzeitig stabilen Preisen und Auftragseingängen, seine Gewinnmargen wieder steigern.
Michael Ching von Merrill Lynch ist deutlich skeptischer. Vor allem die anhaltenden Schwierigkeiten und Unsicherheiten im Service-Provider-Markt dürften Cisco, die zum Höhepunkt des Internet-Booms im vergangenen Frühjahr das teuerste Unternehmen der Welt waren, dazu veranlassen, künftig weiterhin zurückhaltende Prongosen abzugeben. Die schwer einzuschätzende Lage der weltweiten Konjunktur sowie der Innformationstechnologie-Unternehmen in Europa und Asien verlange nach Vorsicht. Auch hätten jüngste Marktstudien darauf gezeigt, dass die erwarteten Wachstumsprognosen zu hoch angesetzt waren: Der LAN-Switch-Markt werde nur um 8 Prozent und der Router-Markt lediglich um 13 Prozent im kommenden Jahr wachsen, statt um erhoffte 20 Prozent. Es bestehe die Möglichkeit, dass Ciscos Ausblick zurückhaltender ausfallen könnte als bisher vom Markt erwartet wird.
Derzeit liegen die durchschnittlichen Erwartungen der Analysten für das erste Quartal 2002 bei einem Gewinn von 4 Cent je Aktie und einem Umsatz von 22,3 Mrd. Dollar. Für das gesamte Geschäftsjahr 2002 werden Erträge von 26 Cent bei Umsätzen von 20,9 Mrd. Dollar erwartet./rh/av
06.08. - 07:33 Uhr Artikel drucken | Artikel senden
SAN JOSE (dpa-AFX) - Der Netzwerkriese Cisco Systems wird am morgigen Dienstag Rechenschaft über das vierte Quartal sowie das gesamte Geschäftsjahr 2001 ablegen. Analysten und Anleger sehen diesem letzten "Großereignis" der nun zu Ende gehende Berichtssaison mit gemischten Gefühlen entgegen. Der von Cisco-Chef John Chamber mit Spannung erwartete Ausblick für die kommenden Monate könne nach Meinung von Analysten die Technologiebörsen dieser Welt sowohl in Euphorie als auch in Depression stürzen.
Dass Cisco, die Nummer Eins des Netzwerksektors, das vierte Quartal mit einem riesigen Gewinneinbruch abschließen wird, gilt unter Wall-Street-Analysten indes als sicher. Nach Ansicht von Michael E. Ching, Analyst bei der Investmentbank Merrill Lynch, wird aber vor allem der Ausblick für das kommende erste Fiskalquartal über Wohl und Wehe der Entwicklung des Aktienkurses in der näheren Zukunft bestimmen.
GEWINN SOLL VON 16 AUF 2 CENT JE AKTIE SINKEN
Auch nach Meinung von Morgan-Stanley-Analyst Christopher Stix dürfte das abgeschlossene Juli-Quartal kaum noch große Überraschungen bereithalten. Er geht davon aus, dass Cisco ein relativ solides Quartal hinter sich gebracht hat und einen Gewinn je Aktie von 2 bis 3 US-Cent präsentieren wird. Im dritten Quartal hatte der Anbieter von Hard- und Software für das Internet einen Gewinn von 3 Cent vorgelegt und so die Markterwartungen um 2 Cent übertroffen.
Die durchschnittliche Markterwartung liegt derzeit bei 2 Cent. Die Bandbreite der Gewinnschätzungen geht einer Befragung von Thomson Financial/First Call zufolge dabei von null bis vier Cent je Aktie. Im Vergleich zu den 16 Cent im vierten Quartal 2000 wäre dies ein Gewinnrückgang von 75 bis 100 Prozent. Synchron zum Ertrag von Cisco entwickelten sich auch die Aktien des an der NASDAQ notierten Marktschwergewichts: Im Vergleich zum 52-Wochenhöchstkurs bei 70 Dollar steht derzeit ein Wertverlust von rund 72 Prozent zu Buche.
KEINE GROSSEN ÜBERRASCHUNGEN FÜR DAS JULI-QUARTAL ERWARTET
Alexander Henderson, Analyst bei Salomon Smith Barney, ist davon überzeugt, dass Cisco am oberen Ende der Wall-Street-Prognosen ins Ziel kommen wird. Der Konzern habe in der Vergangenheit bereits gezeigt, dass er durch konsequente Kosteneinsparungen seine Profitabilität deutlich verbessern konnte.
Der Umsatz dürfte im Vergleich zum Vorquartal um rund 5 bis 8 Prozent auf 4,35 bis 4,5 Mrd. US-Dollar zurückgehen, schätzt Stix. Die Analysten von Smith Barney und Merrill Lynch rechnen mit einem Absinken der Erlöse um rund 5 Prozent gegenüber dem Vorquartal und um 21% gegenüber dem Vorjahr. Die Durchschnittsschätzung der Wall Street liegt bei 4,35 Mrd. Dollar für das vierte Quartal. Cisco selbst hat einen Umsatzrückgang von null bis 10 Prozent für dieses Quartal prognostiziert, nach 5,72 Mrd. Dollar Umsatz im Vorjahr.
Für das gesamte Geschäftsjahr 2001 erwarten die Finanzexperten im Schnitt einen Gewinn von 41 Cent je Aktie, nach 36 Cent ein Jahr zuvor. Der Umsatz sollte von 18,93 Mrd. auf 22,3 Mrd. Dollar klettern.
AUF DAS KOMMENDE QUARTAL KOMMT ES AN - ANALYSTEN UNEINIG
Während sich die Analysten für das abgelaufene vierte Quartal weitestgehend einig sind, liegen die Erwartungen und Hoffnungen für das kommende Quartal zum Teil weit auseinander. Smith-Barney-Analyst Henderson sieht relativ optimistisch in die Zukunft. Im Oktoberquartal könnten die Umsätze im Vergleich zum Vorquartal bereits wieder um bis zu 5 Prozent anziehen; im besten Fall sei sogar ein Plus von 10 Prozent denkbar. Dank kräftiger Kosteneinsparungen sollte Cisco, bei gleichzeitig stabilen Preisen und Auftragseingängen, seine Gewinnmargen wieder steigern.
Michael Ching von Merrill Lynch ist deutlich skeptischer. Vor allem die anhaltenden Schwierigkeiten und Unsicherheiten im Service-Provider-Markt dürften Cisco, die zum Höhepunkt des Internet-Booms im vergangenen Frühjahr das teuerste Unternehmen der Welt waren, dazu veranlassen, künftig weiterhin zurückhaltende Prongosen abzugeben. Die schwer einzuschätzende Lage der weltweiten Konjunktur sowie der Innformationstechnologie-Unternehmen in Europa und Asien verlange nach Vorsicht. Auch hätten jüngste Marktstudien darauf gezeigt, dass die erwarteten Wachstumsprognosen zu hoch angesetzt waren: Der LAN-Switch-Markt werde nur um 8 Prozent und der Router-Markt lediglich um 13 Prozent im kommenden Jahr wachsen, statt um erhoffte 20 Prozent. Es bestehe die Möglichkeit, dass Ciscos Ausblick zurückhaltender ausfallen könnte als bisher vom Markt erwartet wird.
Derzeit liegen die durchschnittlichen Erwartungen der Analysten für das erste Quartal 2002 bei einem Gewinn von 4 Cent je Aktie und einem Umsatz von 22,3 Mrd. Dollar. Für das gesamte Geschäftsjahr 2002 werden Erträge von 26 Cent bei Umsätzen von 20,9 Mrd. Dollar erwartet./rh/av
06.08. - 07:33 Uhr Artikel drucken | Artikel senden