Woher soll die große E-Mobility Kehrtwende kommen?
Der Witz ist, der E-Auto-Absatz weltweit ist explodiert, aber Aumann hat dank einer völlig verfehlten China-Strategie nicht daran partizipiert, weil man sich bräsig nur auf die vermeintlich technologisch führenden deutschen OEMs fokussiert hat, wie zuvor im Verbrennerbereich.
In Deutschland liest man ständig von schwachen Chinaabsatzzahlen und malt ein völlig falsches Bild der realen E-Mobility-Absatzzahlen, weil die bittere Wahrheit den dt. OEMs so gar nicht gefällt.
Wer wie ich seit Jahren Geely-Aktionär ist, sieht ein gänzlich anderes Bild von Chinas Wachstumszahlen.
Geely ist aktuell der mit Abstand am stärksten wachsende Großserienhersteller weltweit... und Aumann ist schlicht nicht an Bord.
Dabei sind Aumanns Absatzzahlen vom Aufbau NEUER Produktionslinien oder deren ERWEITERUNG abhängig. Wenn BYD in Ungarn ein neues Werk aufmacht, müsste Aumann am Start sein... ist man aber offensichtlich nicht...
Wer sich bei E-Mobility positioniert, aber mit BYD, und Geely die beiden weltweit stärksten E-Mobility Player nicht als Tier1-Lieferant bedient, hat offenbar nicht begriffen, wer im E-Mobility Bereich die Weltmacht Nr. 1 ist...
Wenn Aumann-Kunde VW bestehende Produktionslinien besser auslastet und höhere Stückzahlen produziert, partizipiert Aumann NULL davon. Aumann braucht Kunden, die neue E-Mobility Produktionslinien aufbauen... und da sind sie bei ihren dt. OEM-Altkunden halt leider völlig falsch positioniert...
Wenn Stellantis jetzt europäische Werke für E-Mobility Partner Leapmotor umwidmet oder VW nicht ausgelastete Produktionslinien an Geely und Co. verleast, könnte Aumanns Stunde schlagen... Allerdings muss man dann endlich die Bräsigkeit einer Provinzfirma aufgeben und wesentlich schnellere Entscheidungsprozesse installieren, weil Firmen wie BYD, Geely oder Leapmotor Investitionsprozesse binnen weniger Wochen und Monate abschließen und nicht wie in der dt. Autoindustrie über Jahre verschleppen... da muss ein Angebot für 100Mio Investitionen binnen weniger Tage unterschriftsreif vorliegen... mit genau dieser unternehmerischen Dynamik im chinesischen Automarkt konnte Aumann in den letzten Jahren niemals Schritt halten und hat daher den Zugang zu E-Mobility-Weltmarkt-beherrschenden chinesischen OEMs verpasst...
Wenn diese jetzt mit Produktionslinien nach Europa kommen, muss Aumann diesen krassen Fehler beheben oder wird im E-Mobility-Bereich in der Bedeutungslosigkeit verschwinden...
Die Messe ist also noch nicht gelesen, aber wenn diese Firma endlich relevante Wachstumserfolge im E-Mobility Bereich haben will, muss sie die Europa-Expansion der chinesischen OEMs zwingend zur Ausweitung der Kundenbasis nutzen!
Und wie gesagt benötigt es neben Topprodukten hierfür auch eine gänzlich andere unternehmerische Entscheidungsdynamik, mit der nicht nur dt. Mittelständler offensichtlich allergrößte Schwierigkeiten haben... die Chinesen haben mittlerweile nicht nur konkurrenzfähige Produkte, sie bringen auch eine gänzlich andere Dynamik unternehmerischer Entscheidungs- und Umsetzungsprozesse mit...
Auf die von Dir erhoffte Kursexplosion warten Aumann-Aktionäre nunmehr seit fast einem Jahrzehnt vergeblich, nachdem man beim IPO mit großen Wachstums-Ankündigungen gestartet war, die Aktie auf heute nur noch ungläubig beäugte Kursniveaus gehievt hatte, um dann mehr als 80% der MKAP zu vernichten...
Finanziell ist die Firma hochsolide aufgestellt... aber den Nachweis, ein Geschäftsmodell skalieren zu können und das Unternehmen auf einen nachhaltigen Wachstumspfad zu führen, ist das Management bis heute schuldig geblieben... man wird in 2026 wohl gerade noch 50% des 2024er Umsatzes erzielen... obwohl der E-Mobility Absatz weltweit in 2026 um Welten über dem Niveau von 2024 liegt!
Aber solange man die dt. OEM-Brille nicht ablegt und die neunen Machtverhältnisse in der weltweiten Automobilindustrie nicht endlich in der Kundenstruktur abbildet, wird das Märchen vom E-Mobility-Wachstum für Aumann ein solches bleiben...