Auch, wenn das F1 Team ja bekanntermaßen nicht der Autohersteller ist, ist diese Meldung hier symptomatisch:
www.motorsport-total.com/formel-1/news/...r-teamchef-26031909
Symptomatisch in dem Sinne, dass Lawrence Stroll ganz offensichtlich mit der Komplexität seiner Management-Aufgaben deutlich überfordert ist und, pardon, eine hundsmiserable Führungskraft.
Es gab vorher sehr viele Stimmen, die aus früheren Erfahrungen berichteten, dass Newey ein brillanter Techniker aber kein talentierter Chef ist. Trotzdem wurde die absehbare Fehlentscheidung so getroffen und wird jetzt in der Tradition des Strollschen HickHacks wieder korrigiert.
Das Muster zieht sich durch und wir kennen es ja vom Autohersteller.
Mein Kern-Fazit aus meinem Aston Martin Investmentabenteuer, was ich glücklicherweise vor einiger Zeit beendet habe, ist: Hör' besser auf Dein Bauchgefühl. Ich hatte beim Einstieg nicht den Eindruck, dass Stroll die Reife als Investor hat, den AML Turnaround zu schaffen. Was mich fehlgeleitet hat, war das Investment von Toto Wolff, dem ich an der Stelle mehr zutraute. Das war ganz offensichtlich ein Fehler.
Die Ansätze am Anfang schienen ja auch nicht schlecht, mit Moers und der AMG-Verbindung zu Mercedes, aber offenbar waren die anschließenden Wechsel nicht das Ergebnis einer besonders klugen Strategie (wie ich es wohlwollend interpretiert hatte), sondern eine Mischung aus grundsätzlich guten Überlegungen aber mit Impulsivität und Größenwahn.
Felisa hatte gute Leute mitgebracht und das Produktportfolio sowie das Thema Customer Experience aufgemöbelt, aber Struktur und Effizienz waren mit Moers wieder nach Hause gegangen.
Hallmark ist wahrscheinlich eine ideale Besetzung, aber er kam zu spät und kann jetzt nur noch den Brand verlangsamen, bevor alles weg ist.
Den größten Fehler vermute ich darin, dass Stroll mit dem Muster der Modebranche an die Sache herangegangen ist und dachte, dass sich hohe Ausgaben in die Markenbildung schnell amortisieren. Das skaliert bei Luxuskleidung aber offenbar in einer anderen Dynamik als im komplexen und hoch regulierten Sportwagenbau. Etwas konjunkturelles Pech kam sicher auch dazu, ich glaube unter solchen Bedingungen fehlte dem Management auch die Erfahrung.