Manager schüren Furcht vor einem Ende der Börsenrally !.
Manager trennen sich derzeit im großen Stil von Aktien ihrer Unternehmen - und schüren damit die Furcht vor einem Ende der Börsenrally. Im August verkauften Vorstände und Aufsichtsräte europäischer Konzerne Papiere für 400 Millionen Euro.
Ähnlicher Trend in den USA
Dem standen Käufe von nur 93 Millionen Euro gegenüber. Eine solche Diskrepanz hatte es zuletzt vor fünf Jahren gegeben. Einen ähnlichen Trend gibt es in den USA. Das Kaufverhalten von Managern gilt als wichtiger Frühindikator für die Entwicklung der Aktienmärkte. Zu Jahresbeginn hatten die Vorstände massiv in die Aktien ihrer Konzerne investiert - damals fielen die Börsenkurse noch. Damit antizipierten sie erfolgreich die Frühjahrshausse.
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Insider fahren Aktienengagement zurück
Während viele Anleger nun auf weiter steigende Kurse setzen, fahren Manager ihre Käufe dramatisch zurück: Zahlen des Frankfurter Analysehauses 2iQ Research zufolge haben Insider seit dem Januar 2004 nicht mehr derart wenig Geld für Aktien ausgegeben wie in diesem August.
Negatives Zeichen für Anleger
"Die Entwicklung sollte Anlegern eine Warnung sein", sagte der Insiderspezialist Olaf Köster von der Vermögensverwaltung VCH. "Wenn die Manager nicht mehr kaufen, ist das ein sehr negatives Indiz. Schließlich ist niemand so nah dran an den Unternehmen wie Vorstände und Aufsichtsräte." Ähnlich äußerte sich 2iQ-Research-Chef Patrick Hable: "Die Insiderdaten müssen natürlich nicht bedeuten, dass die Rally nun endet. Aber Skepsis ist in jedem Fall angebracht."
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Indizes klettern Richtung Jahreshoch
Der Pessimismus der Manager steht im krassen Gegensatz zur aktuellen Hausse. Das europäische Leitbarometer Stoxx 50 stieg am Dienstag auf 2412 Punkte und damit nah an sein Jahreshoch von 2415 Zählern. In Deutschland durchbrach der MDAX erstmals seit Herbst 2008 die 7000-Punkte-Marke. Auch der TecDAX notierte so hoch wie noch nie in diesem Jahr - dabei ist bei Technologiemanagern die Flucht aus Aktien derzeit besonders ausgeprägt. Der Leitindex DAX ist in den vergangenen sechs Monaten um über 42 Prozent in die Höhe geschossen.
Kluft in den USA so groß wie seit Jahren nicht
In den USA fiel das Verhältnis von Käufen zu Verkäufen nach Angaben der Analysefirma Trimtabs im August sogar auf 1 zu 26. Zwar ist die sogenannte Buy-Sell-Ratio in Amerika traditionell niedriger als in Europa - eine solche Kluft aber hatten Statistiker zuletzt 2004 ermittelt.
Manager haben Einblick in tagesaktuelles Geschehen
"Anders als normale Investoren können Manager bei Aktienentscheidungen tagesaktuelle Daten berücksichtigen", sagte Christopher Thomas vom Marktforscher Measuredmarkets. Sein Ausblick auf die Märkte sei daher "äußerst negativ." Auch Trimtabs-Chef Charles Biderman sagte, er glaube nicht "dass die Märkte ihr aktuelles Niveau halten können".
Deutsche-Bank-Manager verkaufen Millionen-Anteile
Zu den größten Verkäufern gehören die Deutsche Bank -Manager Kevin Parker und Michael Cohrs. Sie trennten sich im August von Aktien ihres Instituts im Wert von 2,5 Millionen Euro bzw. 13 Millionen Euro.
Quelle: Financial Times Deutschland, t-online.de
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