cuntrywide und BoA....Guten Morgen übrigens!
Quelle www.handelsblatt.com/unternehmen/...gt-bank-of-america;2676205
Neuer Hypothekenskandal: Der 47-Milliarden-Schock: Fed verklagt Bank of America
Ein neuer Hypothekenskandal erschüttert die Wall Street und lässt die US-Börsen zittern. Offenbar will eine Gruppe von Investmentfonds den US-Marktführer Bank of America Corp. zum Rückkauf fauler Hypotheken zwingen. Auf dem Spiel stehen 47 Mrd. Dollar, doch das ist möglicherweise nur der Anfang.
Im Visier der Kläger: Angelo Mozilo, Ex-Chef von Countrywide. Quelle: Reuters
Im Visier der Kläger: Angelo Mozilo, Ex-Chef von Countrywide. Quelle: Reuters
HB/ben NEW YORK. Die amerikanischen Großbanken geraten unter Dauerfeuer. Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge will eine Gruppe von Investmentfonds den US-Marktführer Bank of America Corp. (BofA) zum Rückkauf fauler Hypotheken zwingen. Unter den Klägern soll die Allianz-Tochter Pacific Investment Management Co. (Pimco) sein sowie der Vermögensverwalter Black Rock. Inszeniert werde die Klage von der New Yorker Filiale der Federal Reserve Bank, hieß es in informierten Kreisen. Dabei gehe es ausfallgefährdete Immobilien-Kredite im Volumen von unterm Strich 47 Mrd. Dollar, die vor Ausbruch der Finanzkrise von der BofA-Tochter Countrywide Financial in strukturierte Wertpapiere verpackt wurden. Eine Interessenvertretung der Anleihegläubiger schrieb demnach sowohl an die Bank of America als auch an den Treuhänder der Anleihen, Bank of New York Mellon. In dem Schreiben wird Countrywide beschuldigt, Fehler beim Umgang mit den Papieren begangen zu haben. Zu diesen Fehlern zählen vor allem unzureichende Aufzeichnungen des Instituts. Das erklärte eine Anwältin der Gruppe: Wen sie genau vertritt, sagte sie jedoch nicht.
Seit Tagen erschüttert ein neuerlicher Hypothekenskandal die Wall Street, der die US-Banken Schätzungen zufolge deutlich mehr als 100 Mrd. Dollar kosten kann. Hintergrund sind Vorwürfe, die Institute hätten Kunden unrechtmäßig aus ihren Häusern vertrieben, um die angeblich überschuldeten Gebäude zu verkaufen. Die Banken weisen dies zurück. Aber Staatsanwälte vieler US-Bundesstaaten halten an den Vorwürfen fest, dass Banken bei vielen dieser Zwangsversteigerungen nicht in der Lage waren, die nötigen Besitzurkunden vorzuweisen. Damit scheint sich zu bewahrheiten, was viele Beobachter schon lange befürchten. Die Banken haben vor der Krise so schlampig und chaotisch Hypotheken vergeben oder aufgekauft, dass sie dies in ihren Archiven gar nicht mehr dokumentieren können. Damals wurden die Hypotheken in Anleihen verpackt, die dann an Investoren in aller Welt verkauft wurden. Als die Finanzkrise ausbrach, erlitten die Käufer riesige Verluste aus den „toxischen“ Wertpapieren. Jetzt wittern die Fonds eine Chance, die Institute zur Rücknahme der Papiere zum ursprünglichen Preis zu zwingen.
Die New Yorker Fed hat einige der Hypothekenpapiere im Rahmen ihrer Rettungsaktionen für Bear Stearns Cos. und American International Group Inc. (AIG) erhalten. Durch das Verfahren hofft Kathy Patrick, eine Anwältin bei Gibbs & Bruns LLP, "mehrere Milliarden Dollar" für ihre Kunden zurückzuholen. Ihre Kunden besitzen mehr als 25 Prozent der Stimmrechte bei den in Frage kommenden Papieren, erklärte Patrick in einem Interview mit Bloomberg News. Erzwungene Rückkäufe von faulen US-Hypotheken dürften die Banken bis zu 125 Mrd. Dollar kosten - oder zwischen 10 Mrd. und 25 Mrd. Dollar jährlich für die nächsten fünf Jahre. Das geht aus einer Studie von JP Morgan Chase & Co. hervor, die zu Wochenbeginn veröffentlicht wurde. In der Studie geht es um jene Hypotheken, die von Banken weiterverkauft worden sind - und die sich im Nachhinein als qualitativ minderwertig herausgestellt haben. Laut JP Morgan sind derlei falsche Versprechungen "das größte Thema, mit dem sich die Banken im Moment auseinandersetzen müssen".
Die Bank of America hatte zuvor ein unerwartet positives Finanzergebnis vermeldet und damit den Aktienkurs für kurze Zeit in die Höhe geschickt. Nach dem Bericht von Bloomberg sackten die Papiere aber deutlich ab und schlossen 4,4 Prozent im Minus.