Grundsätzlich hat die älteste Bank der Welt in den vergangenen drei Jahren viel aufgeräumt und könnte in Zukunft eine gute Retailbank sein. Doch leider gibt es ja noch den immensen Berg an faulen Krediten.
In den letzten Wochen wurde einiges unternommen, um die Bank zu retten. So konnten einige Investoren von Anleihen zu einem Umtausch in Aktien motiviert werden und der ital. Staat hat einen Fonds von 20 Mrd. Zur Rettung von italienischen Banken angekündigt. Danach gab die EU grünes Licht, so dass Hilfsgelder vom ital. Staat gewährt werden können.
Zuvor ist es der MPS aber nicht gelungen, mittels einer Kapitalerhöhung EUR 5 Mrd. bei Investoren einzusammeln.
Die EZB sieht bei dem Institut inzwischen eine Kapitallücke von 8,8 Milliarden Euro. Das mit dem 20 Mrd. Hilfsfonds verstehe ich noch nicht ganz. Interpretiere ich das richtig, dass die Rekapitalisierung momentan noch durch Investoren und nicht durch den Hilfsfonds zu erfolgen hat?
Die versuchte Kapitalerhöhung war mehr als dubios. Die Preisspanne für den Bezugspreis für eine neue Aktie wurde zwischen EUR 1 bis 24 angegeben. Gerade weil die Preisspanne so bescheuert war, habe ich versucht wenige Aktien via Kapitalerhöhung zu erwerben. Wie bereits erwähnt, war die Deadline so kurzfristig, dass meine Hausbank mich nicht von sich aus über die Kapitalerhöhung informieren konnte. Hatte aber selber den Kontakt zur zuständigen Person gesucht und erfahren, dass ich nur teilnehmen könnte, wenn ich innert zwei Stunden bei einer italienischen Bank in Italien ein Konto eröffne. Immerhin hatte die MPS dazu meiner Hausbank eine Liste mit möglichen Banken in Italien zugestellt. So eine Kapitalerhöhung ist ein Witz, oder wer von euch hätte da mitmachen wollen und können? Wohnen ja nicht alle interessierte in Italien und wer kauft gerne die Katze im Sack.
Mein Fazit:
Die Kapitalerhöhung war eine reine Alibi-Übung, um letztendlich die Staatsrettung für unabdingbar zu erklären. Wir haben alles versucht, haben aber halt einfach zu wenige mitgemacht...
Und viel bescheuerter hätte man den Termin für die Umtauschaktion von Anleihen in Aktien wohl auch nicht setzten können. Es herrschte grosse Unsicherheit aufgrund der Wahlen in IT...
Und die Verlängerung bis 20. Januar hatte ja die EZB nicht bewilligt. Abgekartetes Spiel...
Die MPS dürfte vom Staat letztendlich gerettet werden und zukünftig als Anlage interessant sein. Schwierig zu beurteilen ist aber die effektive Verwässerung für Altaktionäre. Ob das Spiel für diese letztendlich aufgeht, steht in den Sternen. Am besten hätte man wohl Anleihen gekauft, um diese in Aktien tauschen zu lassen.
Man darf auf die Kurseröffnung gespannt sein, wenn der Handel wieder aufgenommen wird.