Allianz - die höchste Form der Anmaßung?


Thema
abonnieren
Beitrag: 1
Zugriffe: 422 / Heute: 1
DarkKnight:

Allianz - die höchste Form der Anmaßung?

 
03.11.00 09:25
Auszug aus der BZ:

Ein rauschendes Fest wird die Allianz nicht feiern. Für die Vorbereitungen wäre wohl auch die Zeit zu knapp gewesen. Denn seit der Genehmigung der amerikanischen Börsenaufsicht SEC bis zur Notierung am Big Board am heutigen Freitag sind nur drei Tage vergangen - eine ungewöhnlich kurze Frist. Die Erstnotiz der Allianz-Papiere an der New Yorker Börse wird also eher nüchtern über die Bühne gehen - ganz anders als z.B. bei SAP vor zwei Jahren, als die Nyse tonnenweise Sand auf die Broad Street für eine Beach-Party schütten ließ. Vorstandschef Henning Schulte-Noelle wird zum Handelsbeginn lediglich die Börsenglocke läuten - ohne großes Brimborium. Aber das wird dem Versicherungskonzern gerade recht sein. Denn neben dem für die Münchner typischen Understatement dürfte hierbei auch die Holocaust-Diskussion in den USA eine Rolle spielen. Viel lieber als mit einer lauten Party wirbt da die Allianz mit sozialem Engagement für sich: der zugleich mit dem Listing präsentierten amerikanischen Jugend-Stiftung.

Ich möchte hier eine kleine Geschichte zum besten geben, die VOLLKOMMEN FREI ERFUNDEN IST UND REINE SPEKULATION DARSTELLT, sozusagen Sci-Fi:

1994: Allianz begeht 125-jähriges Firmenjubiläum. Hervorragende Bilanzzahlen, Internationalisierung wird seit Mitte der 70er angestrebt, doch ein Börsengang an der NYSE kommt leider wegen der ungelösten Judenfrage nicht in Betracht. Ein eigens für die Recherche abgestellter Mitarbeiter hat nach 15 Jahren in den staubigen Archiven des Hauses leider nur Dinge zu Tage getragen, über die man sich lieber ausschweigt.

1995: eine namhafte WP-Gesellschaft wird beauftragt, dem Versicherer eine Bescheinigung über seine Vergangenheit zu erteilen.

1996: Nach einem Jahr der Suche in den personenenbezogenen Akten wird festgestellt, daß die Allianz ihr Vermögen durch die Beschlagnahmung jüdischen Privatvermögens aufgebaut hat. Eine prozentuale Bezifferung ist nicht möglich, da die Daten unvollständig sind.

1997: die Allianz räumt ein, selbst seit 17 Jahren recherchiert und die Akten gesammelt zu haben. Nach weiteren sechs Monaten stellt die Allianz fest, daß der betraute Mitarbeiter verstorben und das Judenarchiv unauffindbar ist.

1998: die Gruppenversicherungen werden untersucht. Die systematische Aussortierung erscheint immer wahrscheinlicher. Gelegentlich finden sich Todesmeldungen wie "gestorben in Buchenwald an Typhus" und Übertragung des Vermögens an die Allianz kraft der Rassegesetze. Man versucht, anhand der unvollständigen Datenlage den Judenanteil hochzurechnen und kommt auf 50%. Der erste verantwortliche Partner in der WP-Gesellschaft wird entlassen. Der vom Allianz-Vorstand vorgeschlagene Algorithmus errechnet 0,05%. Weitere Archive werden entdeckt.

In der Zwischenzeit hat die Viktoria-Versicherung eine ähnliche Studie veröffentlicht: ihr Judenanteil beträgt 15%. Entsprechend sieht der Beitrag zum Entschädigungsfond aus.

Die Allianz nimmt die Gelegenheit wahr und stoppt die eigene Untersuchung und trägt auch mit einem 15% Anteil kommentarlos und fast unbemerkt zum Entschädigungsfond bei.

Soweit, so gut. Wie gesagt: REINE SPEKULATION.

Aber: die Jungs in NY haben ein langes Gedächtnis. Sollte es eine solche Untersuchung wirklich gegeben haben, schneidet sich die Allianz ins eigene Fleisch mit dem Börsengang an der NYSE. Wir werden noch davon hören. Negative Publicity für deutsche Unternehemen war in USA schon immer ein Renner.
Antworten
Auf neue Beiträge prüfen
Es gibt keine neuen Beiträge.


Börsen-Forum - Gesamtforum - Antwort einfügen - zum ersten Beitrag springen
--button_text--