chateau petrus, margaux etc. wirkt extrem lebensverlängernd
Neue Studie bestätigt gesunde Wirkung von Rotwein Dass Rotwein, in Maßen getrunken, vor Erkrankungen der Herz- und Blutgefäße schützen soll, ist seit langem ein gerne diskutiertes Thema. Wie der Rotwein - genauer gesagt in den Weintrauben enthaltene Inhaltsstoffe - tatsächlich zum Schutz der Gesundheit beiträgt, haben jetzt britische Wissenschaftler
herausgefunden. So ist z. B. in Frankreich, wo überdurchschnittlich viel Rotwein getrunken wird, die Zahl der koronaren Herzkrankheiten viel geringer als in andern Ländern, die vergleichbare Ernährungsgewohnheiten haben. Daher spricht man auch vom "französischen Paradoxon".
"Bisher gab es viele Berichte über die gesundheitsfördernde Wirkung von Rotwein, aber das Meiste davon war sehr vage und hat sich teilweise selbst widersprochen," sagt Tony Turner, Molekularbiologe an der Universität von Leeds. "Unsere Studien konnten jetzt erstmals den Wirkmechanismus des gesundheitlichen Schutzes des Rotweins nachweisen."
Das Geheimnis der Schalen
In Versuchen an Zellkulturen konnten Tony Turner und seine Kollegen nachweisen, dass die in den Schalen der roten Trauben enthaltenen so genannten Polyphenole einer Verengung der Blutgefäße entgegenwirken.
Die Ergebnisse ihrer Studie veröffentlichten sie in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Nature" (Bd. 414, S. 863).
Das französische Paradox oder schützt Rotwein vor Herzinfarkt?
von: Dr. A. Kistner
Erstellt am: 07.11.2000 Aktualisiert am: 01.07.2001
Das französische Paradox besagt, dass in Frankreich - im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern, trotz hohem Fettverzehr das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen niedrig ist. Man führt dies auf den Rotweinkonsum zurück. Untersucht man in verschiedenen Ländern die durchschnittliche Aufnahme der Bevölkerung an gesättigten Fetten und Cholesterin und stellt sie der Sterblichkeitsrate an Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Arteriosklerose, Herzinfarkt) gegenüber, so stellt man fest, dass beide Parameter in enger Beziehung stehen. Genauer: Je höher die Fettaufnahme, desto größer das Risiko für diese Erkrankungen. Das französische Paradox besagt, dass diese Beziehung nicht für Frankreich gilt: Hier ist die Sterblichkeit trotz hoher Aufnahme gesättigter Fettsäuren und Cholesterin (z.B. aus Käse, Butter, Fleisch) sowie hohem Tabakkonsum im internationalen Vergleich sehr niedrig. In der wissenschaftlichen Literatur wird schon seit Jahren über Ursachen dieses „french paradox“ diskutiert. Als wahrscheinlichste Erklärung hat sich der relativ hohe Rotweinkonsum der französischen Bevölkerung herausgestellt. Rotwein enthält viel Flavonoide, die den sog. sekundären Pflanzenstoffen zuzurechnen sind. Dieses sind Inhaltsstoffe pflanzlicher Lebensmittel, die, wie Vitamin E und C, antioxidative Eigenschaften haben, das heißt, sie können oxidative Vorgänge in der Arterienwand hemmen, die wiederum Ursache von Arteriosklerose sein sollen. Besonders Resveratrol, eine östrogenähnliche Substanz, die in den Schalen von Weintrauben vorkommt, soll krankheitsvorbeugende Eigenschaften haben. Nur Rotwein enthält wegen seines besonderen Herstellungsverfahrens die Inhaltsstoffe der Schalen, nicht jedoch Weißwein. Auch Sorte und Ursprung der Weintrauben beeinflussen den Flavonoidgehalt des Rotweins. Neuere Untersuchungen deuten darauf hin, dass auch der Alkohol selbst eine prophylaktische Wirkung bezüglich Herz-Kreislauf- Erkrankungen hat. Das Bundesministerium für Gesundheit kommt sogar zu dem Schluss, dass dem Alkohol eine größere Rolle zukommt als den Flavonoiden des Rotweins. Dies würde bedeuten, dass nicht nur Rotwein, sondern auch andere alkoholische Getränke den selben Effekt hätten. Allerdings sind sowohl die genauen Vorgänge bei der Entstehung von Arteriosklerose ebenso wie die Bedeutung der Flavonoide noch nicht bis ins letzte erforscht. Große Bevölkerungsstudien, die bis zu 10 Jahre dauerten, erbrachten widersprüchliche Ergebnisse.
BewertungGerade bei Alkohol gilt das oft zitierte Prinzip, dass "die Dosis das Gift macht". Während der Genuß eines Glases Wein oder Bier gesteigert werden kann im Bewusstsein, die Arterienwand damit zu schützen, steht bei einem größeren Konsum eher die Leberschädigung im Vordergrund.
Fettablagerungen vermeiden
Die Wissenschaftler konnten in ihren Versuchen beweisen, dass ein alkoholfreier Extrakt aus Rotwein die Herstellung des so genannten Endothelin-1 hemmt. Dieses Peptid wirkt stark Gefäß verengend; seine Überproduktion gilt als einer der wichtigsten Faktoren für Gefäßkrankheiten und Arteriosklerose.
Substanzen die die Endothelin-1 Produktion hemmen, können also Ablagerungen, die auf Grund zu fetten Essens in den Blutgefäßen entstehen, verhindern. Damit tragen sie erheblich zur Senkung des Herzinfarktrisikos bei.
Endothelin-1
Endothelin-1 ist ein Eiweißstoff, ein aus 21 Aminosäuren aufgebautes Peptid, der bewirkt, dass sich Blutgefäße zusammenziehen. Eine erhöhte Endothelinbildung lässt den Blutdruck ansteigen, verengt die Herzkranzgefäße und fördert die Entstehung von Arteriosklerose.
Alle 23 getesteten Rotweinproben hatten laut Studie einen stark hemmenden Effekt. Bei vier Weiswein- und einer Rose-Probe konnte keinerlei Peptid-hemmende Wirkung festgestellt werden. Roter Traubensaft hingegen hatte eine - wenn auch nur geringe - Wirkung.
Dieses Ergebnis bestätigt die Annahme der Endothelin-1 Wirkung, da diese Substanz nur im Rotwein nachweisbar ist. Die unterschiedlich starke Wirkung der Rotweinproben korrelierte mit dem Endothelin-1-Gehalt des jeweiligen Extraktes.