Alan Greenspan: Das Zeitalter der Anmaßung


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cheche:

Alan Greenspan: Das Zeitalter der Anmaßung

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05.05.08 15:49
Alan Greenspan: Das Zeitalter der Anmaßung (und der lange Weg zurück)

Die Anmaßung - Hybris - ist eine fantastische Sache. Diejenigen, die von ihr ergriffen wurden, bringt sie dazu, Sachen zu entschuldigen, die normalerweise unhaltbar sind.

Nehmen sie Alan Greenspan als Beispiel. Vor kurzem verfasste er ein Editorial in der Financial Times, in dem er behauptete, dass die Notenbank unter seinem Vorsitz keine Schuld an der Immobilienblase trage. Keinesfalls hat die Greenspan-Notenbank die verheerenden Folgen vorhersehen können, die ihre Geldpolitik zwischen 2001 und 2006 für den Immobilienmarkt und die allgemeine Wirtschaft mit sich bringen würde. "Es war nicht mein Fehler. Geben sie nicht mir die Schuld.", verlangt Greenspan.

Er wies sogar darauf hin, dass "das eigentliche Subprime-Problem" durch "Fehleinschätzungen" innerhalb der Gemeinschaft der Investoren befördert wurde. Schieben sie es also denjenigen, die verbriefte Sicherheiten herausgeben in die Schuhe. Geben sie den Investoren die Schuld. Aber bitte nicht dem "Maestro".

Ironischerweise scheinen viele der Kommentatoren in der Finanzpresse anfällig für diese selbstgerechte Herangehensweise zu sein. In Antwort auf Greenspans Unschuldsbekenntnis schrieb Martin Wolf ein Editorial in der Financial Times mit dem Titel: "Warum Greenspan nicht die größte Schuld trifft". Darin vertritt er folgende Auffassung: "Die Geldpolitik kann nicht für jede dieser Blasen verantwortlich gemacht werden." Anstatt die Schuld bei Greenspan zu suchen, verweist er den Leser darauf, den Blick woanders hinzulenken. Suchen sie die Verantwortung bei einer Kombination aus niedrigen langfristigen Real-Zinssätzen, der globalen Spar-Schwemme, der bisher so lang anhaltenden ökonomischen Stabilität und "der Liberalisierung der Hypothekenfinanzierung in vielen Ländern". Machen sie einen oder alle Faktoren dafür verantwortlich. Aber geben sie Greenspan nicht die Schuld!

Die Finanzpresse scheint sich darauf eingeschworen zu haben, die Fehlgriffe der Finanzpolitik ihres geliebten "Maestro" zu verteidigen. Vor nicht allzu langer Zeit veröffentlichte die Financial Times ein erstklassiges Bespiel für den schwärmerischen Geist, den die Presse in Bezug auf den ehemaligen Chef der Notenbank an den Tag legt. Das Bild des Alan Greenspan wurde großzügig über die Titelseite gepappt, zusammen mit der Überschrift "Greenspan besorgt über Immobilien", womit auf die Gefahren im Immobilienmarkt angespielt wurde.

Besorgt über die Immobilien? Diese Aussage bedarf eigentlich keiner weiteren Ausführung. Das spricht Bände über die schiere Arroganz und die absolute Dreistigkeit eines Mannes, der aufgrund seiner ultra-volatilen Geldpolitik großen Anteil am Entstehen des Hypothekenchaos hat.

Quelle / mehr: www.goldseiten.de/content/diverses/artikel.php?storyid=7132
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cheche:

Greenspans Rätsel wird unangenehm

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08.05.08 10:31
Greenspans Rätsel wird unangenehm

Wenn die USA keine langfristige Hypotheken bekommen, werden sie Kurzfristige und billiges Geld aufnehmen...


Was soll ein Zentralbanker also tun?

Obwohl die Fed seit dem Sommer letzten Jahres die Hypothekenkosten drastisch reduziert hat, hat sie immer noch nicht die Kosten seiner langfristigen Finanzen eingeschränkt. Was für den Treasury und für den Kongress genau so ein Problem ist.

Bis heute haben die Zinssatzsenkungen von 3,25% die Renditen der 10 jährigen US-Anleihen um nur 1,5% senken lassen; die 30 jährigen Anleihen sind um kaum 0,6% niedriger.

Während also Ben Bernankes grosser Fix im Immobilienmarkt es nicht geschafft hat, die langfristigen Hypothekenraten runter zu drücken, hat er es auch nicht geschafft, die Zinssätze für die Regierung zu reduzieren. Die ist also ein sehr unangenehmes Rätsel für Greenspan.

"Das im großen Masse nicht vorausgesehene Benehmen der Weltmärkte bleibt ein Rätsel", bekennt der Maestro der House of Representatives in einer offiziellen Zeremonie Anfang 2005.

Er hatte aber Glück, in dem die Zinsen des Anleihenmarktes damals sehr niedrig waren. Die Rendite für die 10 jährigen oder noch längeren US-Anleihen waren fast zu dem absoluten Tiefstand der letzten Jahrzehnten gefallen (wo sie landeten, als Greenspan die Fed-Zinssätze auf nur 1% im Sommer 2003 reduzierte), als er anfing, die kurzfristigen Zinssätze zu "normalisieren".

Keiner auf der Capitol Hill hat sich deshalb beschwert. Langfristige Finanzen haben damals weniger gekostet als kurzfristige. Und mit Treasury-Schulden in der Höhe von $9 Trilliarden oder mehr, welcher Politiker hätten denn keine einfacheren Regeln von dem Anleihenmarkt wollen?

Im Vergleich sind heutzutage langfristige Schulden teuerer geworden. Und wieder kann die Fed die langfristigen Renditen nicht bewegen. Aber heutzutage sind Washingtons Ausgaben viel mehr als die Tagesgelder. Und Washingtons Ausgaben wachsend ständig weiter.

"Während den letzten Monaten haben Änderungen der wirtschaftlichen Bedingungen, der finanziellen Märkte und der Geld- und Fiskalpolitik die handelsfähigen Darlehenbedürfnissen des Treasurys beeinflusst", meint Anthony Ryan, Ministerialdirektor für Finanzmärkte des Treasurys.

"Die Anspannungen des Finanzmarktes haben die wirkliche Wirtschaft beeinflusst und das Land hat einen niedrigeren wirtschaftlichen Wachstum, niedrigere Einnahmen und wachsende Ausgaben erlebt."

Was machen? 30-jährige US-Anleihen verdienen jetzt 3% mehr als die kurzfristigen Treasuries. Das letzte Mal, als dieses Premium so sehr wuchs, hatte die amerikanische Regierung gerade beschlossen, ihre 30-jährigen Anleihen nicht mehr auszustellen. Erst Ende 2006 wurden sie wieder eingeführt, um Greenspans Rätsel in 30-jährige Anleihen zu einem Zinssatz von weniger als der der kurzfristigen Darlehen auszunutzen.

In anderen Worten, "was wird die Fed nur machen, wenn die 10-jährigen Treasury-Renditen immer weiter wachsen?", fragten wir uns bei BullionVault schon im Juni 2007.

"Wenn Washington und die amerikanischen Konsumenten kein billiges Gold langfristig ausleihen können", warnte BullionVault in Gold & the Bond Market Panic, "werden sie kurzfristig gegen billigem Geld ausleihen müssen. Die Fed kann sich darum kümmern."

"Die drastische Reduzierung des Geldpreises von einem Tag zu dem Nächsten wird der amerikanischen Regierung ermöglichen, das Gewicht ihrer Verpflichtungen von den 10-jährigen Anleihen in kurzfristigere Schulden zu wechseln - die klassische Darlehenstruktur jeder Bananenrepublik."

Und jetzt - Überraschung! - kündigt der Treasury an, dass er die 1-jährigen Schatzscheine (Treasury Bills) wieder einführen wird, die zum letzten Mal Ende 2001 verfügbar waren. "Die Administration sagte [am Mittwoch], dass die 1-jährige Schatzscheine (auch 52-Wochen Scheine genannt) ab Juni zu kaufen seinen", schreibt Associated Press.

"Neue 1-jährige Wertpapiere werden jede vier Wochen versteigert, [weil] die Regierung die Staatsverschuldung decken muss, die dieses Jahr einen Allzeithoch erreichen werden und die alte Marke von $413 Milliarden von 2004 überholen wird."

Macht das was aus? "Länder gehen nicht Bankrott", erklärte Walter Wriston, der damalige Chef von Citigroup, kurz bevor Mexiko, Brasilien und Argentinien während der Krise der Entwicklungsländer 1982 Bankrott gingen. Und "Regierungen mit grossen Aufdeckungen zu Währungsungleichheiten und Zinssätzen oder Laufzeitrisiken sind natürlich besonders gefährdet", schreibt Arturo Porzecanski, ein ehemaliger Student von der New York University und der Columbia University, in Sovereign Debt at the Crossroads (OUP, 2006).

"Regierungen werden meistens zahlungsunfähig, wenn sie schnell die Ausgaben erhöhen müssen (z.B. im Kriegsfall), einen plötzlichen Rückgang der Einnahmen erleiden (z.B. wegen einer ernsthaften wirtschaftlichen Schrumpfung) oder eine abrupte Zugangskürzung von Anleihen- und Darlehenfinanzierung vor sich haben (z.B. wegen politischer Instabilität).

"Es ist normalerweise sehr schwierig für Regierungen, die sich in solch einer problematischen Lage finden, die nötigen aufhebenden Massnahmen einzuführen, wie z.B. Steuererhebungen oder Ausgabenminderung."

Keine dieser Sachen zeigt natürlich eine in Kürze kommende Schuldenzahlungsunfähigkeit seitens des amerikanischen Treasurys. Aber ein schwankendes Vertrauen kann die Schuldner zerstören, wenn die Kreditgeber streiken. Siehe der Zusammenbruch von Northern Rock letzten Sommer, einer der fünf grössten Hypothekengeber des Vereinigten Königreichs, genau weil sie auf kurzfristige Weiterfinanzierungen angewiesen war, um ihr normales Geschäft weiter zu führen. Siehe die klassische Struktur von kurzfristigen Schulden einer "Bananenrepublik", die immer wieder finanziert werden muss.

Es gibt in Amerika ein klares "Fälligkeitsrisiko", das die Regierungsschulden von langfristigen Anleihen zu immer kürzer fristigen Darlehen bewegt. Nicht zuletzt wenn die Fed weiterhin ihre kurzfristige Zinssätze nach unten drückt (die jetzt schon viel niedriger als der Inflationssatz sind), die wörtlich das Kapital der Anleger zerstört, die kurzfristige Anleihen besitzen.

Wenn der Anleihenmarkt dieses langfristige Spiel nicht mitspielt, wird er trotz dem das kurzfristige Spiel der Neufinanzierungen spielen?

Quelle: http://www.goldseiten.de/content/diverses/artikel.php?storyid=7211
Alan Greenspan: Das Zeitalter der Anmaßung 4272415
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