Aktuelle Analyse zur Nasdaq, Teil2


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Speculator:

Aktuelle Analyse zur Nasdaq, Teil2

2
04.03.01 22:42
Hallo alle zusammen,

ich habe mir endlich wieder etwas Zeit genommen, um diesen Thread auf dem neusten Stand zu bringen. Besser gesagt, den alten Thread, der jetzt aber hier weitergeführt wird.

Blicken wir zuerst kurz zurück und fassen die vorangegangenen Prognosen zusammen:

Aktuelle Analyse zur Nasdaq, Teil2 283336

Meine Nasdaq (Composite) Prognose für das Jahr 2001:
Januar/Februar   : 2800 bis 3000 Punkte, endlich geht es wieder nach oben!
März bis Juni    : 3000 bis 3200 Punkte, Markt weiter moderat steigend.
Juli/August      : 2900 bis 3100 Punkte, die ersten räumen ihr Depot.
September/Oktober: 2600 bis 2900 Punkte, die Angst kehrt zurück.

Meine Fundamentale Argumente:
Das Präsidentschaftsdebakel wird bald ein Ende finden, dies dürfte positiv auf die Märkte wirken.
Die Zinsen in der USA werden wieder sinken, auch dies dürfte für wieder bessere Stimmung sorgen.
Der hohe Ölpreis wird wieder den Weg zu normalen(akzeptablen) Preise finden, denn die OPEC ist am wenigsten an einer Rezession interessiert.
Inflationsdruck durch den engen Arbeitsmarkt wird abnehmen, da hier mit Entspannung zu rechnen ist.
Die Märkte außerhalb der USA gewinnen langsam an Fahrt und wirken der Konjunkturabschwächung der USA entgegen. Europa kann einen ansehnlichen Wachstum vorweisen und sogar Asien, insbesondere Japan scheint das schlimmste überstanden zu haben!

Meine Psychologische Argumente:
Die Märkte werden aber nicht nur von Fundamentale Daten getrieben, sondern auch von Psychologische Vorgänge. Im Moment überwiegt der Pessimismus, also die Bären. Somit ist bei wieder steigenden Kurse für zahlreiche potentielle Käufer gesorgt.

Meine Charttechnische Argumente:
Das wir uns gerade in einem (bisher) Mittelfristigen Abwärtstrend befinden ist schon klar. Schaut man sich diesen genau an, stellt man fest das wir uns schon ziemlich nahe der unteren Begrenzungslinie aufhalten. Man sollte nicht gleich alles in den Markt investieren, vielmehr zahlt es sich aus, in kleinere Schritte in den Markt zu gehen. Am 28.11.2000 empfahl ich bei einem Nasdaqstand von 2700 Punkte 30% in den Markt zu investieren, am 05.12.2000 bei einen Nasdaqstand von 2500 Punkte weitere 30% zu investieren und am 22.12.2000 empfahl ich für den Fall, das die Nasdaq unter 2250 Punkte rutschen sollte, die restlichen 40% zu investieren, Kurse unter 2200 Punkte hielt ich für unwahrscheinlich.

So sieht der Chart Aktuell aus:

Aktuelle Analyse zur Nasdaq, Teil2 283336




Fazit:
Die Fundamentale Argumente sind weitgehendst eingetroffen, haben bisher aber auf dem Markt nicht zu den gewünschten Effekt geführt, zumindest nicht langfristig. Bei der psychologischen Bewertung des Marktes mußte ich schnell feststellen, daß dieser keinesfalls bereinigt ist, da leider noch zu viele "Zocker" überlebt haben. Charttechnisch liege ich (bis heute betrachtet) nicht ganz richtig, da wir bereits unter 2200 Punkte gerutsch sind. Ich halte den Markt trotzdem weiterhin für überverkauft, so daß ich den Zeitpunkt als günstig betrachte, um die restlichen 40% an Cash zu investieren.


Zu meiner Person:
Seit 1996 bin ich aktiv an der Börse tätig, vorher habe ich mich sieben Jahre ausschließlich mit Aktienfonds beschäftigt. Seit etwa drei Jahre beschäftige ich mich intensiv mit der Charttechnischen Analyse. Hierzu muß gesagt werden, daß für mich die Charttechnische Analyse nur ein Teil der Gesamtbetrachtung darstellt. Ausschließlich nach Charttechnische Kriterien zu handeln halte ich für ein großen Fehler (Kostolany war nie ein großer Freund der Charttechnik und hatte dennoch großen Erfolg).
Seit ende 2000 beteilige ich mich aktiv an diesem Forum, da mich die Qualität der Beiträge überzeugt hat. Von "Zockerwerte", "Pennystocks" und Markt enge Titel halte ich nichts. Vom Daytrading nehmen ich genauso abstand.
Ich stelle meine "Gedanken" hier gerne zur Diskussion, fordere aber jeden auf sich selbst Gedanken zu machen.

zur aktuellen Lage:

Wer erkennt diesen Chart???

Aktuelle Analyse zur Nasdaq, Teil2 283336

Na klar, ist doch der Kursverlauf der letzen Jahre an der Nasdaq!
Wirklich???

Stimmt nicht! Es handelt sich um den Kursverlauf der Nasdaq von 1978 bis 1982, in den nachfolgende Chart "Pik" eingerahmt. Damals ging es es ähnlich wie heute über einen Jahr (1981 bis 1982)nur runter. Erst sah es so aus, als würde sich ein doppelter Boden ausbilden, doch dann ging es noch weiter runter und durchbrach sogar die bis dahin gültigen Aufwärtstrendlinie. Charttechnisch ein klares Verkaufssignal!
Doch plötzlich wendete sich die Stimmung, die Kurse zogen wieder an und erreichten innerhalb eines Jahres einen neuen Höchststand.
Wie Dr. Alexander Eder in seinem Buch "Die Formel für ihren Börsenerfolg" beschreibt, darf man eine Trendkanallinie nicht als etwas starres,  was nach einem Durchbruch wie Glas zerbricht sehen, sonder vielmehr wie einen Zaun an den sich "Bären" und "Bullen" anlehnen und diesen schon mal einige "Meter" in die eine oder andere Richtung verschieben. Auch 1990 wurde die schon korrigierte Trendkanallinie wieder gebrochen und wieder sollte dies als "false break" herausstellen. Ein Jahr später notiert die Nasdaq wieder auf einen Höchststand und damit nicht genug, es ist der Anfang einer fulminanten Hausse die ende der 90er Jahre in einer Übertreibung endet. Die Konsequenzen spüren wir jetzt. Der Nasdaq-Composite Index hat vom Hoch fast schon 60% korrigiert, ein Ende ist z.Z. nicht absehbar. Die seit 1990 gültige Trendkanallinie wurde nach unten durchbrochen, wie es weitergehen wird kann keiner sagen. Betrachtet man den gesamten historischen Kursverlauf, so läßt sich ein neuer Trendkanal definieren (im nachfolgenden Chart "Blau" gezeichnet). Die untere Trendkanllinie verläuft derzeit bei etwa 1900 Punkte und läßt somit nach unten nur noch geringen Korrekturpotential zu, nach oben steht dagegen alles offen.

Aktuelle Analyse zur Nasdaq, Teil2 283336



Wie gesagt, den zukünftigen Kursverlauf wird uns niemand vorhersagen können, erst in ein paar Jahre werden wir wissen, wie wir den Trendkanal zu zeichnen haben. Ich hoffe, daß euch dieser Beitrag trotz allem zumindest Informativ weiterhelfen kann.


mfG: Speculator



Antworten
Hans Dampf:

@Speculator

 
04.03.01 22:49
Ist Dein blauer Trendkanal nicht etwas willkürlich gelegt? Ich sehe da bei der unteren Begrenzung eigentlich nur einen einzigen Punkt, durch den er definiert wird, der zweite ist doch ziemlich fragwürdig.
Wobei auch zwei Punkte meiner Meinung nach nicht sehr aussagekräftig sind.

Aber vielleicht habe ich ja auch etwas übersehen...


Gruß Dampf Aktuelle Analyse zur Nasdaq, Teil2 283338
Antworten
Speculator:

@Hans Dampf

 
04.03.01 23:07
Stimmt, der "blaue" Trendkanal ist mehr als fraglich!

Oben wird dieser durch zwei/drei Punkte defeniert, unten z.Z. nur von einem.
Langfristige Trends berühren aber ihre Trendkanallinien nur selten, so wird der Trend seit 1990 unten von nur drei Punkte defeniert.

Nicht das wir uns jetzt aber falsch verstehen. Ich möchte hier nicht diesen "blauen" Tendkanal pronogstizieren, um Gottes willen!
Es kann sich zwar so ereignen, aber diese Theorie steht doch zu sehr auf tönernen Füßen. Mir wurde es reichen, wenn sich der Index in diesem Jahr so entwickeln könnte wie ich es erwarte, ca 3200-3400 Punkte.

mfG: Speculator
Antworten
Hans Dampf:

Ich bin im Augenblick sehr unschlüssig, wie es

 
04.03.01 23:22
mit der Nasdaq weitergehen könnte. Eigentlich ist von einer plötzlichen heftigen Erholung bei positiven News aus den USA bis zur Halbierung alles drin. Ich glaube Charttechnik hilft da nicht viel weiter. Entscheidend wird einzig die weitere wirtschaftliche Entwicklung sein, speziell für die Hightechs.


Gruß Dampf Aktuelle Analyse zur Nasdaq, Teil2 283356
Antworten
Fluffy:

Glaube ich nicht, Dampf...

 
04.03.01 23:41
...nicht die weitere wirtschaftliche Entwicklung sondern alleine die Stimmung der Marktteilnehmer wird die Richtung angeben.

@Speculator - wie immer ein toller Beitrag, danke schön.

Fluffy
Antworten
Speculator:

Gute Aussichten für diese Wochen?!

 
19.03.01 12:06
Seit letzter Woche bin ich zu 100% investiert. Noch vor dem Hexensabatt habe ich zugeschlagen und meine letzte Cashreserve (40%) angelegt.
Charttechnisch sieht es momentan alles andere als schön aus, eine Unterstützung nach der nächsten wird nach unten durchbrochen und mit immer neuen Gewinnwarnungen ist der Markt auch Fundamental etwas angeschlagen.

Warum sollte man also jetzt investieren???
Eine gute Frage auf der es keine Antwort gibt. In meine 11 Jährige Börsenerfahrung (davon 5 Jahre Aktiv) habe ich so eine Kontroverse Situation noch nicht erlebt. Einige Indikatoren (technisch und fundamental) deuten auf weiteren Abwärtspotential hin, andere dagegen auf eine Erholung der Märkte.

Ich persönlich neige dazu, in Zeiten grosser Verunsicherung oder Euphorie antizyklisch zu handeln und bisher bin ich damit ganz gut gefahren, was aber natürlich keine Garantie für die Richtigkeit jetzige oder zukünftige Entscheidungen darstellt.

Meiner Meinung nach dürften wir in dieser Woche endlich eine Erholung an den Märkte erleben. Ob dies wieder nur kurzfristiger Natur ist oder der Ausbruch aus dem Abwärtstrend gelingt muss abgewartet werden. Wie die meisten Wissen, wird sich am Dienstag die FED treffen um über die weitere Zinspolitik in USA zu entscheiden. Ich erwarte eine Zinssenkung um 50 Basispunkte und die Zusage, falls nötig weiterhin die Zinsen zu senken.
Viele Marktteilnehmer meinen ein solcher Schritt wäre schon in den Kursen eingepreist, ich bin hier anderer Meinung. Desweiteren eröffnet am Donnerstag die Weltgrösste Computermesse ihre Tore. Die Zahlen dürften dann mehr in den Hintergrund und dafür die Produkte der Firmen mehr in den Vordergrung treten, was sicherlich wieder mehr Phantasie zurück bringen sollte.

Damit wären wir auch nun an dem Thema der die Märkte in den nächsten Wochen bewegen dürfte angelangt, ZUKUNFTVISIONEN.

Ich habe mich in den letzten Tage damit beschäftigt, die möglichen "Highlights" der CeBIT zu entdecken.
Da wird der erste DVD-Brenner vorgestellt, neue Palms und PDA's, Handys, etc.
Dabei bin ich auf eine neue revolutionäre Technologie gestoßen. Die Rede ist von Fluoreszenz-CDs (FMDs).

Die Fluorescent Multilayer Discs (FMD) sollen schon bald die CDs und auch die neue DVDs ersetzen. Denn immerhin bietet die FMD gegenüber der CD/DVD enorme Vorteile. Die FMD soll es als drei Versionen geben, read only, write-able and re-writeable. Die Kapazität soll je nach "Scheibe" zwischen 25 und 140 GB liegen und kann möglicherweise bis auf ein Terrabyte ausgebaut werden!
Somit könnte die FMD nicht nur die CD/DVD sonder auch Festplatten ersetzen.

Mit 80 Patenten hat sich die Firma C3D www.c-3d.net/index.html (WKN: 920863) inzwischen sein Wissen abgesichert. Allerdings muss sich diese Technologie erst durchsetzen: Zur Scheibe gehört nämlich auch das entsprechende Auslesegerät. Mit einem normalen DVD- oder CD-Player ist es nicht getan. Zwar wird der FMD Player auch DVDs und CDs lesen können, herkömmliche Player werden allerdings die Botschaft der "neuen" Scheiben nicht verstehen.




mfG: Speculator


p.s.: Kann sich Jemand weitere "Highlights" vorstellen? Dann her damit, lasst uns alle daran teilhaben, aber bitte nur fundierte Beiträge.
Antworten
ecki:

echt mutig voll einzusteigen.

 
19.03.01 12:11
Habe ich allerdings auch gemacht am Freitag.
Ich erwarte auch zumindest eine technische Reaktion. Obs mehr wird?
Ein kurzer und heftiger Anstieg mit anschließender seitwärts-konsolidierung würde auch die Abwärtstrends brechen und Ruhe reinbringen.
Antworten
Salato:

Und wohin flossen die 40 % ? würd mich interessien

 
19.03.01 12:12
oder zu privat?????

 Good trades.........
Antworten
Speculator:

@Salato

 
19.03.01 13:51
Ist eigentlich unwichtig, denn jeder hat so seine "Lieblinge" aber wenn es dich interessiert, folgende Aktien schmücken zur Zeit mein Depot:


Adig Zukunft 1WS          15,00%
C3D                                 5,00%
Cisco                               6,00%
CMGI                               3,00%
Commerce One             14,00%
EMC                                 7,00%
Ericsson                          6,00%
Microsoft                         9,00%
National Semiconductor  9,00%
Nokia                              7,00%
OpenTV                           6,00%
Pixelnet                           5,00%
Singulus                          5,00%
T-Online                          3,00%



mfG: Speculator
Antworten
Salato:

Übereinstimmung bei C1,

 
19.03.01 21:07
meine "Superroten" Arba und Bvsn nachgekauft......

For the "ganz long run"........

    Good trades........
Antworten
Speculator:

Auf Wunsch von patznjeschniki, ein kleines Update!

 
03.04.01 21:26
Es stimmt, ich habe mich in letzter Zeit bewußt zurückgehalten. Seit anfang Dezember 2000 empfehle ich (bei einem Indexstand von 2500-2200 Punkte)sich "schrittweise" zu positionieren. Kursziel sollte 3400 Punkte bis April/Mai 2001 sein.
Neben mehere Fundamentale Gründe sprach auch Chartechnisch viel für eine Trendwende. Die Fundamentale Aspekte haben sich überwiegen erfüllt, ein nachhaltiger Effekt auf dem Index blieb jedoch aus.
So halte ich es für klüger, sich erstmal mit Kommentare etwas zurückzuhalten.

Deshalb werde ich jetzt erst einmal nur auf die Charttechnische Situation  eingehen.

Aktuelle Analyse zur Nasdaq, Teil2 308505members.tripod.de/Speculator/nasdaqComposite-2001-04-03.gif" style="max-width:560px" vspace=5>

In blau habe ich die Unterstüzungslinie/Unterstüzungsbereich eingezeichnet, von dem ich ausging er würde uns die Trendwende bringen. Im nachhinein betrachtet muss ich zugeben, dass es leider nur für ein "Strohfeuer" ausreichte. Nunmehr befinden wir uns in einem ähnlichen Bild. In grün eingezeichnet, ist ein Bereich der uns höchstwahrscheinlich wieder eine Erholung bringen wird (Glückwunsch an MaMoe für das bessere Timming). Ob diese nun für mehr ausreicht oder sich wieder nur als Stohfeuer entpupt bleibt abzuwarten. Hoffen wir das Beste, denn sonst könnten wir uns bald bei 1000 Punkte im Nasdaq Composite wiederfinden.


mfG: Speculator
Antworten
liquid4s:

NASDAQ TAGES-ANALYSE FERTIG

 
03.04.01 22:43
jeden Tag ein neuer Chartcheck


www.godmode-trader.de
Antworten
Speculator:

Wie geht es jetzt Weiter?

 
19.04.01 12:18
So, die anvisierte Erholung bis auf 2100-2200 Punkte im Nasdaq Composite ist nahezu vollzogen. Wie geht es jetzt weiter?

Zum einem bleibt festzuhalten, daß die Erholung schneller über die "Bühne" ging als ich es erwartet hatte. Die Erwartung der Analysten wurde von den meisten Unternehmen geschlagen und FED-Chef Alan hat wieder an der Zinsschraube gedreht, alles in einem ein sehr erfreulicher Ausgangspunkt für weitere Kursgewinne. Wer jetzt aber glaubt, dies würde ohne "Atempause" so weitergehen, der wird sich bald eines besseren belehren lassen müssen.

Der Nasdaq-Composite konnte vom Tief schon +28% zulegen, der Nasdaq-100 Index ganze +35%. Auch wenn jetzt die Stimmung wieder besser wird, Rückschläge sollte man einkalkulieren. Denn die Unsicherheit wird noch etwas bleiben.

Da wären die übertroffene Erwartungen zu nennen. Wenn man genau überlegt, so muß man feststellen, daß bisher leider nur die stark revedierte Erwartungen übertroffen wurden. So müsste es anstatt "wir waren besser als erwartet" eigentlich "wir waren nicht so schlecht wie befürchtet" heißen!!!
Die meisten Unternehmen klagen immer noch über zurückgehende Investitionen, so räume ich den nächsten und übernächsten Quartalszahlen eine große Bedeutung zu.

Auch die überraschende Zinssenkung wirft einige Fragen auf. Versucht hier Alan Greenspan, auch wenn er dies nie zugeben würde, den Aktienmarkt zu stützen? Dies wäre gut und sinnvoll, denn die meisten Amerikaner sind im besitzt von Aktien und so überträgt sich die Stimmung an den Märkten auch auf das Konsumentenvertrauen. Sollte aber die Zinssenkung wirklich nur aufgrund von sich weiter abschwächende Indikatoren basieren, so deute ich dies als Anlaß zur Sorge.

Wie ihr seht, die Unsicherheiten sind noch da und werden sich garantiert wieder an den Kursen bemerkbar machen. Ich halte es daher für sinnvoll ein großteil der in den letzten Tage erzielte Gewinne mitzunehmen oder diese mit entsprechende Optionsscheine (Puts) abzusichern.

Erst wenn die Kurse wieder fallen aber kein neues Tief erreichen kann man von einem Boden sprechen.

mfG: Speculator
Antworten
Speculator:

Wie geht es jetzt Weiter? Teil2

 
20.04.01 15:09
Zuerst ein Artikel vom Kapital den man sich durch's Kopf gehen lassen sollte.

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Das Kapital: Wie lange werden die Anleger Greenspan lieben?

Man muss ihn einfach lieben. Alan Greenspan hat den Zeitpunkt der Zinssenkung perfekt erwischt. Die Anleger waren ohnehin frohen Mutes und haben selbst die schlimmsten Unternehmensmeldungen schlichtweg ignoriert.

Sogar für das bedrohliche Loch in der Leistungsbilanz gibt es erste Hoffnungsschimmer. Da muss doch schon ein bisschen Zucker drin sein. Greenspan hat es den Anlegern gegeben.

Die Begründung hat Charme. "Durch die Erosion der gegenwärtigen und künftig erwarteten Profitabilität der Unternehmen droht die Investitionsnachfrage weiter nachzulassen." Fürwahr: Bei einer Risikoprämie von drei Prozent impliziert das aktuelle KGV von 22 im S&P 500 "nur" ein durchschnittliches ewiges Gewinnwachstum von knapp sechs Prozent. Für eine Wirtschaft, die höchstens mit sechs Prozent nominal wächst und deren Unternehmen rekordprofitabel sind, ist das in der Tat etwas wenig.

Aber Spaß beiseite. Greenspan hat den Bogen seit einigen Jahren überspannt, hat damit zu einer riesigen Spekulationsblase und massenhaften Überinvestition beigetragen - und versucht den Karren jetzt aus dem Dreck zu ziehen. Aber er fährt ein hohes Risiko. Die Geldmenge M2 wächst seit 1997 schneller als das nominale BIP und stieg im März um annualisiert 15,6 Prozent. Bei einem Realzins von jetzt noch 1,8 Prozent dürfte die Liquidität weiter steigen. Die Kerninflation liegt aber jetzt schon bei 2,7 Prozent, die Stundenlöhne wachsen annualisiert um 4,4 Prozent.


Drohender Preisauftrieb verheißt nichts Gutes

Der daraus drohende Preisauftrieb mag gegenwärtig wegen des Kapazitätsüberhangs und des starken weltweiten Wettbewerbs begrenzt bleiben. Aber wenn das so ist, verheißt das für die Margen nichts Gutes. Sicher: Die abgesetzten Mengen werden durch die nachfragestimulierende Wirkung der Zinssenkung steigen. Deshalb ist der Zinsschritt für die Aktienmärkte natürlich positiv. Aber der Gewinn ist eine Gleichung aus Mengen, Preisen und Kosten. Das dürfte fürs Erste geflissentlich übersehen werden, aber die Gleichung wird die Märkte einholen. Für zusätzliche Volatilität ist gesorgt.

Das zusätzliche Geld muss irgendwann irgendwo hingehen. Es wird anfangs in die Kapitalmärkte fließen. Es wird auch in Sektoren fließen, in denen es keine Überkapazität gibt - und dort die Preise steigen lassen. Schließlich wird die Überkapazität verschwunden sein - und das Geld ist noch da. Die Preise werden auf breiter Front steigen - die Aktien indes nicht mehr. Ob die Anleger Greenspan in fünf Jahren auch noch lieben, ist offen.


Intel

Welch’ kleine Brötchen werden in Europa gebacken! Intel hat die Analystenschätzungen leicht geschlagen, nachdem die Gemeinde nach zwei Gewinnwarnungen jedes Mal ihre Erwartungen drastisch nach unten korrigiert hat. Greenspan senkt die Zinsen. Und siehe da: Intels Marktkapitalisierung erhöht sich um fast 40 Mrd. $ - mehr als den Börsenwert von STMicroelectronics , der schwersten europäischen Halbleiteraktie. Schöner noch: Die niedrigeren Zinsen könnten Intel wie die anderen Technologiewerte weiter beflügeln.

Wer einsteigt, sollte aber den Absprung immer im Auge behalten. Die Aktie notiert mit dem 7,6fachen des geschätzten 2001er-Umsatzes und dem 83fachen des Gewinns, wenn Goodwill-Abschreibungen berücksichtigt werden. Und das für ein Unternehmen, das selbst eingestanden hat, es habe wenig Ahnung über den Geschäftsverlauf nach dem zweiten Quartal.

Dass sich zumindest der PC-Markt aus der Sicht von Intel stabilisiert, beruhigt aus drei Gründen nur auf den ersten Blick. Erstens, Wettbewerber Texas Instruments sieht das nach wie vor anders. Zweitens, für Intels Wachstum sollten ursprünglich die Chips für Handys, Router und Server sorgen. Da ist immer noch keine Besserung in Sicht - siehe die jüngsten düsteren Prognosen von Cisco . Drittens, Intel fährt schließlich mit geplanten Investitionen von 7,5 Mrd. $ volle Pulle. Ein Teil erweitert die Kapazitäten. Das ist keine Medizin für steigende Preise.


AOL

Die Fusion von AOL und Time Warner trägt erste Früchte. Die Werbeeinnahmen sind um rund zehn Prozent gestiegen, nicht schlecht für einen schwachen Markt. Aber das Wachstum soll vor allem aus dem Kabelnetzbereich kommen. Bisher surfen nur zwei Millionen der 29 Millionen Internetnutzer von AOL über das schnelle Breitband. Das Unternehmen ist der größte Kabelnetzbetreiber in den USA. Wenn die Kunden die Filme nicht mehr aus der Videothek, sondern aus dem Netz holen, locken zusätzliche Einnahmen.

Die Erwartungen sind hoch gesteckt. Die AOL-Aktie notiert mit dem rund 4,3fachen des für 2002 geschätzten Umsatzes. Disney , News Corp . und Pearson kosten den 2,2fachen bis 2,4fachen Umsatz. Das Management darf sich keine großen Fehler erlauben.

© 2001 Financial Times Deutschland
URL des Artikels: www.ftd.de/bm/bo/FTDU7GIEGLC.html  

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Weitere Faktoren die in die Überlegung einbezogen werden sollten:

Öl
Der Preis für ein Barrel Öl ist zwar seit ende letzten Jahres gesunken, notiert aber im Vergleich zur Boomphase noch zu hoch, so wie ich die Lage einschätze dürfte der Preis trotz Konjunkturabkühlung weiterhin auf hohem Niveau bleiben. Ein drohender Krieg in Nahost dürfte den Ölpreis weiter nach oben schrauben.

Inflation
In der Boomphase kamen durch einen engen Arbeitsmarkt Inflationsängste auf, denn in einem engen Arbeitsmarkt lassen sich bessere Tarifabschlüße tätigen. Nun hat sich das Blatt gewendet, die Arbeitslosigkeit nimmt zu aber die Angst vor höhere Löhne nicht. Mitarbeiter die in der Vergangenheit sich einen Teil ihres Gehalts in Form von Mitarbeiteroptionen auszahlen liesen ist der Appetit hierauf gründlich vergangen, viele stecken nach dem starken Kursrückgang in ernsthafte Schwierigkeiten.

Zudem müssen die Unternehmen sparen, bisher kostenlose Dienste (Yahoo) werden kostenpflichtig, subventionierte Käufe (Prepair-Karten) zurückgefahren oder gänzlich eingestellt. Zudem kommen die immer noch hohen Ölpreise.

Konsum
Die Entlasungswelle hat gerade angefangen (Amerika hat immer noch eine historisch niedrige Arbeitslosenquote), die Kursverluste schmerzen immer noch, so könnte sich dies auch auf dem Konsum auswirken, was wiederum schlechtere Unternehmensergebnise mit sich bringt, weitere Entlasungen, usw. ein Teufelskreis!

Fazit
Man könnte jetzt meinen ich wäre zu den Bären übergewechselt, bin ich aber nicht aber ich habe meine Lektion gelernt. Im Januar war ich felsenfest davon überzeugt, daß dies der Boden wäre und verkaufte nicht. Glücklicherweise war ich zu dem Zeitpunkt noch nicht voll investiert und konnte noch vor diesem Anstieg ordentlich zugreifen.
Jetzt bin ich vorsichtiger geworden, es gibt noch zuviele offene Fragen, ich halte es für besser erst einmal die erzielten Gewinne mitzunehmen (gestern habe ich alle meine Positionen Verkauft) und das weitere abzuwarten. Denn nicht nur ich dürfte die "Lektion" gelernt haben, wenn es wieder etwas abwärts geht werden sich möglicherweise viele an dem Januar erinnern und verkaufen. Die hohe Volatilität dürfte vorerst in den Markt bleiben.


mfG: Speculator

p.s.: Am Wochenende werde ich den Chart updaten.
Antworten
Speculator:

Wie geht es jetzt Weiter? Teil3

 
22.04.01 21:08
So, jetzt wie versprochen die aktuellen Charts dazu.

Der Nasdaq Composite Index hat mit der letzten Aufwärtsbewegung nicht nur zwei ältere Gap's geschloßen sondern auch gleich zwei neue aufgerißen. Desweiteren sollte man sich das Tempo des letzten Kursanstieges mal vor Augen halten.
Beim letzten Up-Move vom Januar legte die Nasdaq binnen zwei Wochen um stolze +28% zu, diesmal sind es +36% in zwei Wochen!
Somit ist die momentane Aufwärtsbewegung wesentlich steiler als noch zu Glanzzeiten, als die Nasdaq von November 1999 bis ende Februar 2000 in nur 18 Wochen um +66% zulegen konnte. Der durchschnittliche wöchentliche Kursanstieg betrug damals +2,8% im vergleich zum Durchschnitt von +16,6% der letzten beide Wochen!

Aktuelle Analyse zur Nasdaq, Teil2 318671members.tripod.de/Speculator/NasdaqComposite-2001-04-21a.gif" style="max-width:560px" vspace=5>


Zudem trifft der Kurs gerade auf die obere Trendkanallinie des Abwärtstrend und somit auf masiven Wiederstand, die Indikatoren bewegen sich im überkauften Bereich.
Ich gehe davon aus, daß das vorgelegte Tempo nicht beibehalten werden kann und die Nasdaq ihre letzten beide Gap's wieder schließen wird. Sollte sich hier eine Bodenbildung abzeichnen (wovon ich ausgehe), so würde ich von einem mittelfristigen Aufwärtstrend ausgehen, der bis in den Bereich von 2500 bis 2800 Punkte reichen dürfte.

Aktuelle Analyse zur Nasdaq, Teil2 318671members.tripod.de/Speculator/NasdaqComposite-2001-04-21b.gif" style="max-width:560px" vspace=5>

Dann sollte man sich aber an das in Teil 1+2 von "Wie geht es jetzt weiter?" erinnern und sehr vorsichtig agieren, denn aufgrund der revidierten Gewinnerwartungen dürften viele Unternehmen bei diesen Kurse genau so hoch bewertet sein wie anfang 2000!
Hierzu wird es in eineige Wochen mehr von mir geben.


mfG: Speculator
Antworten
Speculator:

zur Info, stelle ich den Beitrag nach oben. o.T.

 
23.04.01 14:41
Antworten
ecki:

Sehe es so ähnlich.

 
23.04.01 15:08
Anstieg wird bei ca. 2200 ausgebremst. Rückfall fast bis zu alten Tiefs.
Das kann ganz schnell gehen. Viele werden diesmal schneller verkaufen als im Februar/März.
Antworten
liquid4s:

Seh schöne Analysen. Hier noch eine weitere ....

 
24.04.01 01:42
Anbei die ultralangfristige charttechnische Darstellung vom Nasdaq. Wie gewohnt in dem extrem langfristigen Zeitfenster in der logarithmischen Darstellung. Die 10 Jahres Aufwärtstrendlinie, derer es 2 Varianten gibt, wurde ohne nennenswerten Pullack bereits vor Wochen unterschritten.  Der Index bewegt sich jetzt im Gültigkeitsbereich des absolut übergordneten ultralangfristigen Aufwärtstrends.  Mittelfristig besteht also weiterhin ein gigantisches Abwärtspotential.  Dessen sollte man sich unbedingt bewußt sein. Mittelfristig gehen wir weiterhin von fallenden Notierungen im Nasdaq aus. Mittelfristiges Kursziel im Extremfall unter 1000 Punkten.   1200-1400 Punkte sind sehr wahrscheinlich.

Aktuelle Analyse zur Nasdaq, Teil2 319315



Anbei der Chart in demselben Zeitfenster wie im obigen Chart.  Hier wurde nur die lineare Darstellung gewählt.  Lediglich als Zusatzdarstellung gedacht.

Aktuelle Analyse zur Nasdaq, Teil2 319315



Zoomen wir in das mittelfristige Zeitfenster.  Mit A und B sind in dem Chart Unter- und Oberkante von dem mittelfristigen Bull-Keil gekennzeichnet.    B und C stellen Unter- und Oberkante von dem Broadening Wedge dar.  Ein Kreuzwiderstand befindet sich in dem Bereich von 2200-2250 Punkten dar. Maximales Aufwärtspotential ist im Chart mit dem kleinen Rechteck markiert.   Die Oberkante des Bull-Keils, gleichbedeutend mit der Oberkante des Broadening Wedges und der sekundären Abwärtstrendlinie, verläuft aktuell im Bereich von 2320-2340 Punkten.  Es handelt sich dabei um das Maximalkursziel für den aktuell laufen kurzfristigen Upmove.  Ein Überschreiten besagter Trendlinie wäre lediglich als Fehlausbruch zu werten.  Genauso wie der Ausbruch über die vormalige sekundäre Abwärtstrendlinie in Form des kurzfristigen Bear Keils.  

Aktuelle Analyse zur Nasdaq, Teil2 319315


Zoom in das kurzfristige Zeitfenster.  Hier können Sie genauer das noch mögliche kurzfristige Aufwärtspotential einordnen.    Die US Investmentbank Lehman Brothers ist uns beim Auswerten der Ratings aufgefallen.  Analysten dieser Bank hatten bei 2850 Punkten (kurzfristiges Top) massive Verkaufsempfehlungen ausgesprochen und bei einem Zähler von 1600 Punkten fast genau im Low wieder vereinzelt Kaufempfehlungen ausgesprochen.  

Aktuelle Analyse zur Nasdaq, Teil2 319315

Kurzfristig besteht also nur noch relativ geringes Aufwärtspotential.  Erster extrem solider Widerstand im Bereich von 2200-2250 Punkten.  Nächster Widerstand bei 2320-2340 Punkten.  Als Vorläufer Index sollte man unbedingt den Semiconductor Index (SOX.X) im Auge behalten.  In dem Index gab es erste Anzeichen einer kurzfristigen Bodenbildung.    

Klicken Sie hier, um zu einer aktuellen Board Diskussion zu gelangen. Neu:  Analyse von Jonathan Pinn.



Anbei zur Wiederholung die Analyse von Red Shoes vom 08.04.2001.
  Red Shoes hatte den Startpunkt der heftigen kurzfristigen Rallye der vergangenen Tage genau prognostiert.  Kenner der Szene wissen, daß er jeden Wendepunkt während der bisher abgelaufenden Nasdaq-Korrektur fast "millimetergenau" vorausgesagt hat.  Red Shoes wird ab Anfang Mai als weiterer neuer Charttechniker seine Arbeit im GodmodeTrader aufnehmen und Teile der Chartanalysen übernehmen.

Analyse:

Trendkanäle & Formationen:
Vor 4 Wochen wurde die bisher stabile Unterkante des primären Downtrends nach unten durchbrochen. Begleitet von gleichzeitig wieder steigenden Volumina, was als technische Bestätigung dieses Signals zu werten ist. (Außerdem ist der 10-jährige Uptrend inzwischen mehr, als signifikant gebrochen!)

Innerhalb des primären DT hat sich das bereits beschriebene „Broadening Wedge" ausgebildet und stellt den sekundären DT dar, eine weitere Verschärfung des Kursverfalls.

In diesem wiederum hat sich seit Anfang des Jahres ein sehr schmaler, nochmals steilerer, tertiärer DT gebildet. Mit dessen bisherigem Tief ist nun aus dem primären DT ebenfalls ein Broadening Wedge geworden, was als beunruhigend zu interpretieren ist. Der bisherige, zyklische Ablauf der Korrektur läßt nun in Kürze eine Erholung für die nächsten ca. 4 bis 5 Wochen erwarten!

Das theoretische Kursziel des 3. Downmoves wurde erreicht, läßt aber nach dem bisherigen Verlauf noch einen Verfall bis ca. 1.550 zu, was dem theoretischen Kursziel aus der schon beschriebenen, relativen SKS entspräche.


Widerstände & Unterstützungen:
Der härteste Widerstand ist m.E. die Unterkante des 10-jährigen Uptrends.
Das noch davor liegende Dickicht aus multiplen Widerständen wird nun wahrscheinlich doch in den nächsten 4 bis 5 Wochen durchdrungen.


Indikatoren:
Obwohl der Index auf langfristige Sicht extremst über-ver-kauft ist, sind noch keine eindeutigen Trendwendesignale für mich erkennbar. Und zwar sowohl formations-, als auch indikatorentechnisch. Statt dessen ist der fortschreitende DT bereits jetzt bestätigt!
Mittelfristig, auf Sicht mehrerer Wochen, zeigt eine mehrwöchige, bullische Divergenz bei der Stochastik allerdings eine Tendenz zur Erholung an, welche aber auch noch nicht bestätigt ist!!
Kurzfristig, auf Sicht mehrerer Tage, zeichnet sich eine Abschwächung des Kursverfalls an.


Fazit:
1. Mit Sicht auf ca. 4 bis 5 Wochen ist eine Bärenrallye durchaus wahrscheinlich, allerdings nur bis zur Oberkante des sekundären DT, aktuell bei ca. 2.400 Punkten.
2. Eine Schwankungsbreite bis hinunter zu ca. 1.500 Punkten ist dabei nicht ganz auszuschließen.
3. Nach Ablauf dieser Zeit rechne ich - nach dem jetzigen Stand(!) - bis ca. Juli / August damit, daß es noch bis ca. 1.250 Punkte hinuntergeht und die erste echte Chance auf eine Trendwende.

Antworten
Speculator:

Die Finanzmärkte aus und auf langfristiger Sicht

 
21.05.01 13:02
Hier die schon angekündigte Analyse zur "Lage der Nation", besser gesagt die "Lage der Finanzmärkte".

So, nun ist fast ein Monat vergangen und wir wurden mit jede Menge neuer Wirtschaftsdaten überschüttet. Bevor ich mich der langfristigen Analyse widme, möchte ich ein kleines Resumé der letzten vier Wochen ziehen.

Der Rückblick

Dem Nasdaq-Index ist wie vermutet die „Puste“ ausgegangen, dabei hat dieser statt abwärts mehr seitwärts konsolidiert.
Die Gap’s, insbesondere der letzte große (in der vorangegangenen Analyse als Gap 4 bezeichnet) wurden nicht geschlossen, statt dessen wurde eine Bullenflage geformt. Die letzte Wochenkerze schloß (im Nasdaq Composite!) schon außerhalb des Abwärtstrends, zwar nur geringfügig aber immer hin!

Aktuelle Analyse zur Nasdaq, Teil2 335928


Ist das jetzt die Trendwende? Haben wir das schlimmste überstanden? Kann es jetzt wieder nach oben gehen?

Der Nasdaq-Composite-Index hat von seinem Intraday-Hoch zum Intraday-Tief ganze 68,5% verloren, zum Schlußkurs vom Freitag den 18.05.2001 sind es immerhin noch 59% Kursverlust!

Hat damit die Nasdaq ihre Überbewertung abgebaut oder müssen wir uns weiterhin auf fallende Kurse einstellen? Mit einem Blick auf den nachfolgenden Chart läßt sich diese Frage zum Teil beantworten (hierzu im Anschluß mehr).

Aktuelle Analyse zur Nasdaq, Teil2 335928


Wie sich ganz leicht aus der Grafik ableiten läßt, stiegen beide Indizes seit Anfang der 90er Jahre parallel an und auch der ab 1995 steilere Aufwärtstrend verlieft zunächst parallel, doch während sich der DJIA (Dow Jones Industrial Average) Mitte 1998 zu einer „Verschnaufpause“ entschließt, bekommt die Nasdaq „Flügel“ was zwangsläufig in diesem Desaster enden musste. Nunmehr konnte die Nasdaq in Relation zum DJIA ihre Überbewertung aber vollständig abbauen.

Was macht der DOW JONES?

Die Korrektur beim DJIA verlief in Form eines gefährlichen Diamanten, der Kurs brach Mitte März nach unten aus und generierte dadurch ein Verkaufssignal. Mittlerweile konnte sich der Kurs jedoch wieder erholen und notiert mit 11301 Punkte jetzt sogar über der Diamantenformation, was wiederum ein Kaufsignal darstellt. Der Ausbruch nach unten könnte somit in die Kategorie „Fehlsignale“ fallen.

Aktuelle Analyse zur Nasdaq, Teil2 335928


Nachdem die US-Notenbank im diesem Jahr die Zinsen schon um insgesamt 2,5% gesenkt hat und die Mehrzahl der US-Unternehmen die (zuvor stark revidierte) Gewinnerwartungen für das gerade abgelaufene Quartal erfüllen konnten, scheint jetzt wieder mehr Optimismus in den Markt zurück zu kehren. Das spiegelt sich auch in dem überraschend hohe Konsumentenvertrauen wieder, der kürzlich bekannt gegeben wurde. Und während Analysten in den letzten Monate immer mehr Unternehmen abstuften, werden nun viele wieder zum Kauf empfohlen. Alles in einem sind die Chancen auf eine weitere Erholung und der damit verbundene Trendbruch größer als zuvor, was aber nicht über die weiterhin angespannte Lage der US-Konjunktur hinweg täuschen soll.

Soviel zu den kurz- bis mittelfristigen Aussichten. Sollte es zu dem Trendbruch kommen, dann wird das Kursziel von 2500-2800 Punkte (im NAsdaq Composite)sicherlich schnell erreicht.

Was passiert nach dem erreichen des Kursziels?

Viele Unternehmen wären aufgrund der stark revidierten Gewinnerwartungen, vom KGV her genauso oder höher bewertet wie im März 2000!
Die kräftigen Zinssenkungen seit Jahresbeginn rechtfertigte die FED unter anderem damit, dass aufgrund der großen Produktivität mit keine ernsthaften Inflationsgefahren zu rechnen sei. Nun aber sinkt die Produktivität und die Kosten der Arbeit je produzierte Einheit steigen spürbar. Zusammen mit dem hohen, zweistelligen Wachstum der Geldmenge, könnte hier mittelfristig Risiken für die Preisstabilität entstehen.

Die Zinssenkungen sollen auch den Konsum der Amerikaner stimulieren. Zwar ist der Index des Verbrauchervertrauen letztlich wieder leicht gestiegen, die Konsumfreude trotz höherer Arbeitslosigkeit also noch nicht ganz gebrochen, doch es gehört nicht viel Phantasie dazu um zu vermuten, dass den Amerikanern die Lust am Geld ausgeben schon bald vergangen sein könnte, Millionen gar um ihre Altersvorsorge bangen müssen.

Die kürzlich veröffentlichte Handelsbilanz stößt ins gleiche Horn. Das Amerikanische Handelsdefizit erreicht mit 369,7 Milliarden Dollar für das Jahr 2000 einen neuen Rekord, von Januar bis März dieses Jahres betrug das Handelsdefizit 91,3 Milliarden Dollar, nach 85,3 Milliarden Dollar im selben Zeitraum des Vorjahres. Das Handelsdefizit gibt an, dass Amerika (sicherlich auch aufgrund des starken Dollar) immer mehr importiert als exportiert. Für mich heißt das, dass der (noch) hohe Konsum der amerikanischen Haushalte mehr ausländische, als inländische Unternehmen zugute kommt.
Des weiteren kommt hinzu, dass ein Großteil des Konsums auf Pump finanziert wird, die Sparquote ist seit Jahren negativ, die Verschuldung der privaten Haushalte sehr hoch. In einer alternden Bevölkerung läßt sich eine negative Sparquote aber nicht dauerhaft aufrecht erhalten.

Die Entlassungswelle rollt, Stellenstreichungen bei amerikanischen Unternehmen erreichten im April 2001 ein neues Rekordhoch. Der letzte Arbeitsmarktbericht zeigt, dass Stagflation eine ernste Gefahr ist. Während die Beschäftigung fällt und die Arbeitslosenquote steigt, ziehen Stundenlöhne deutlich an, seit Anfang des Jahres um annualisiert rund fünf Prozent. Hinzu kommt, dass der Korbpreis für Rohöl aus OPEC-Staaten mit derzeit 26-28 USD auf vergleichsweise hohen Niveau steht. Die Energiekrise in Kalifornien schlägt sich jetzt schon in den Preise nieder. Die Kunden der beiden größten kalifornischen Energieunternehmen müssen höhere Strompreise von bis zu 80 Prozent in Kauf nehmen. Wenn nun die Kosten steigen und gleichzeitig das reale Wachstum abnimmt, so kann dies nur bedeuten, dass die Margen weiter fallen werden und die Unternehmensgewinne in den nächsten Quartalen möglicherweise noch schlechter ausfallen, als ohnehin schon befürchtet. Das schlimmste könnte uns also noch bevorstehen!

Auch die historischen Daten und Fakten sprechen eine eindeutige Sprache. Der DJIA befindet sich in einem seit 1982 geformten Aufwärtstrend und konnte hier schon enorme Zuwächse verzeichnen (siehe historischen DJIA-Chart1). Von 1982 bis heute ist der DJIA um 1330% gestiegen, dies entspricht einen jährlichen Zuwachs von 14,19%, allein seit 1995 ist der Index, trotz der seit zwei Jahren andauernder Seitwärtsbewegung, um durchschnittlich 20,9% p.A. (per anno) gestiegen. Dies liegt deutlich über die langfristige jährliche Zuwachsrate von 6,2%! (siehe historischen DJIA-Chart2). In der Übertreibungsphase der zwanziger Jahre, die mit dem Crash von 1929 endete, konnte der Index in nur fünf Jahren 400% zulegen, was durchschnittlich eine Steigerung von 32% p.A. ausmachte!

Auch die Nasdaq ist Jahrelang mit einem Durchschnitt von 34% gewachsen, in den letzten beiden Jahren vor dem „Crash-2000“ sogar mit über 57%! Rechnet man die starken Kursverluste der letzten 14 Monate mit ein, so kommt man auf einen durchschnittlichen Jahreszuwachs von 16% für die letzten zehn Jahre. Der historische Durchschnitt liegt bei etwa 9,3% (siehe historischen Nasdaq-Chart1).

Wenn man den historischen Durchschnitt auf das Jahr 2002 hoch rechnet, kommt man für den DJIA auf 5250 Punkte (+/- 18%) und bei der Nasdaq auf 1015 Punkte!

Denn genauen Kursverlauf an der Nasdaq kann natürlich keiner exakt voraussagen, aber es empfiehlt sich mit den hinzu gewonnenen Erkenntnisse den Kopf frei, und Augen und Ohren offen zu halten, um seine Analgeentscheidung möglichst objektiv zu treffen.
Meiner Meinung nach, sind die Zeiten des langfristig orientierten Anlegers erst einmal passé, es ist eher die Zeit des kurzfristig orientierten Anlegers, Daytraders und Spekulanten.

Ich möchte diese Arbeit mit der Übersetzung einer Studie von Adam Hamilton abschließen, an dieser Stelle möchte ich mich bei Dixie bedanken, der mich mit einem seiner Postings zu diesem wirklich interessanten Beitrag geführt hat.

Das Original kann man hier nachlesen: http://www.zealllc.com/commentary/crash.htm



To Crash or not to Crash!


”Sein oder nicht sein, das ist hier die Frage: Ob es edler ist im Gemüt, die Pfeil und Schleudern des wütenden Geschicks zu erdulden ...” William Shakespeare, Hamlet, 3. Akt  1.  Szene, ca. 1600 AD

In der berühmten Tragödie Shakespeares fing unser Heroprinz Hamlet ein großer Monolog mit diesem legendären Zitat an. In einer wundervoll wilden, erratischen und lange einseitigen Darlegung mit der schönen Ophelia, verwendete Hamlet die alten Künste der strategischen Täuschung und der psychologischen Kriegsführung zum großen Vorteil. Er vermutete, Ophelia würde seine "verrückte” Ideen ihren Vater Polonius berichten, der Berater und Oberkämmerer des schurkischen Königs Claudius war und von dem Hamlet glaubte seinen Vater ermordet zu haben um seine Mutter zu heiraten, Hamlet der eine großartige Show des Wahnsinnigen für die Gerechtigkeit inszenierte. Hamlets gescheite List arbeitete glänzend, und entfaltete seine großartige Wirkung,  als König Claudius und Polonius in der nähe versteckt  Hamlets ”verrückte” Gedanken mit ihren eigenen Ohren belauschten. Durch eine persönlich sorgfältig instrumentierte Propagandakampagne überzeugte Hamlet erfolgreich den Feind, in dem er Geistesgestörtheit  vortäuscht, während er insgeheim seine Rache auf dem Thronräuber vorbereitet.

Wenn Shakespeares Nachkommen für jeden Versuch sich das Öffnungs-Zitat schamlos anzueignen (wie in diesem Versuch) einen Nickel bekommen hätten, sie hätten sich vermutlich einen nett sortierten Packet des aktuellen Nasdaq Marktes gekauft. Die letzten 12 Monate, waren ohne irgendeinen Zweifel, das aufregendste in der 29 Jährigen Geschichte. Anfang letzten Herbst bildete der Index einen unvergleichlichen Anstieg von nahen 2500 bis über 5000 im März, nette Übertreibung  für alle die genug Glück hatten, dass äußerst feine Markt-Timing für den Ein- und Ausstieg zu erwischen. Im April wurde die Nasdaq in einem schwindelerregenden Strudel gefangen, und in weniger als sechs Wochen nach seinem Höchststand auf nahezu der 3000 Marke runter gezogen. Seitdem hat sich der Index seitlich bewegt, und die weitere Richtung des Indizes in der nächsten Zeit, ist die Frage die aktuell jedem Investor und Trader auf der Seele brennt. Ist die Nasdaq mit Trillionen von Dollars als Einsatz bestimmt einen weiteren respektablen Gewinn in 2000 zu erzielen? Wurden die lange schlummernden Bären geweckt und fängt nun ein brutaler Baissemarkt an, der den Index zu neuen Tiefs schleift bevor das Jahr endet? Will der Henker das Seil ziehen welches die Falltür unterhalb des Marktes auslöst und so einen wirklichen Crash von beispielloser Heftigkeit und Wut einleiten? Spielt die Nasdaq, wie vorher Hamlet, nur verrückt und ist im Grunde bereit wieder nordwärts zu ziehen, oder rutscht diese, wie Hamlet später auf seiner tragischen Reise, wirklich in Geistesgestörtheit mit kaum einer Chance auf Erholung? Ich möchte hier die aktuelle Lage der Nasdaq aus der Perspektive des US-Aktienmarktes von 1929 mit seinem Kursdebakel untersuchen, um etwas Einblick auf diese wichtigen Fragen zu geben...

Obwohl die strenge Form der Volkswirtschaftslehre "Efficient Market Hypothesis (EMH)" diese Absicht zu erklären versucht, scheint es, dass es bisher nur sehr wenige Male in der Geschichte gab, in dem Finanzmärkte ziemlich fair bewertet waren. In den Bärenmärkten neigen die meisten Werte unterbewertet zu werden, da niemand mit jene teuflischen Wertpapiere zu tun haben möchte. In den Bullenmärkten werden die meisten Aktien schließlich überbewertet, während tägliche immer mehr Leute in den Teufelskreis gesogen werden und jeden Penny den sie besitzen, im Glaube an den Schlüssel zum endlosen Wohlstand, in jene tote Finanztitel reinstecken.

Die EMH (strenge Form) gibt an, dass alle Finanztitel immer fair bewertet sind, da die unabhängige Entscheidungen von Millionen Marktteilnehmern, die alle, in dem Moment wo ein Preis einer Investition gebildet wird, verfügbaren Informationen sicherstellen und sich diese somit sofort im Aktienkurs wiederspiegelt, der umgehend jeden Marktteilnehmer bekannt wird. Als Testament zu Goofys Theorien: "wie kann man aus einer akademischen Umgebung jemand aus seinem Elenbeinturm herausholen?", wie auch immer, die EMH ist ein Strohmann und ist leicht unten zu klopfen. Das wirkliche Bestehen von Boom und Pleiten, Panik und Crash, und verrückte Spekulationen läst schließen, dass die EMH eine bedauerlicherweise unzulängliche Hypothese ist. Schließlich, wenn die Nasdaq bei 5100 fair bewertet war, warum verlor es 40% seines Wertes in wenigen Wochen?

Um den kritischen Angriff auf das EMH Konzept zu beantworten, wurde eine abgeschwächte und weniger strenge Form der Hypothese erstellt, aber das zugrundeliegende Konzept ist immer noch fehlerhaft. So lang, wie menschliche Gefühle nicht betrachtet werden, ist jede geschätzte Hypothese zum Scheitern verurteilt. Der erste Faktor, der wahnsinnige Spekulationen und überbewertete Märkte antreibt, ist die nackte Gier des Investors. Der Grund für Paniken und Zusammenbrüche ist einfach tiefsitzende Angst des Investors.
Unglücklich für die Finanzmärkte ist, dass die Emotionen der Investoren stark gegensätzlich sind. Während sich die Gier langsam ernährt und wächst, kann die Angst sofort hervorquellen und so unvorhersehbar und heftig sein, wie es die überraschende Atombombenexplosion über Hiroschima für seine unglücklichen Bewohner an diesem verhängnisvollen Morgen im August 1945 war. Während Gier einen Investor nach dem anderen verführt, kann Furcht seine eisigen, schwarzen Finger um Millionen Herzen gleichzeitig strecken und zum gleichen verhängnisvollen Herdeinstinkt führen, der die aufgestachelten Lemminge zum Hetzen über felsige Klippe und Rasiermesserscharfe Felsen bis zu ihrem Tod  im gefrorenen arktischen Meer trieb. Furcht ist viel schlimmer als Gier.

Stellen Sie sich vor, zu einer lebhaften Straßenecke in New York City zu gehen, 100 Goldtaler in die Luft zu werfen und Freigold zu kreischen!? Einige Fußgänger würden eine Sekunde lang nachdenken und viele würden ohne zusätzliche Gedanken zu verschwenden, sich entscheiden für die funkelnden Münzen auf dem heißen Beton zu tauchen. Jetzt stellen Sie sich einen 800 Fuß großen Gorilla vor, hungrig und gemein, mit einen scharfen 18 Zoll großen Rasiermesser, hetzend zur gleichen Straße Ecke in der sich die wüstende Menge für Gold schlägt. SOFORT ohne zu zögern, würde jeder um sein leben laufen, die ganze Gier würde verdunsten und die Furcht augenblicklich die Seele ergreifen.

Wenn Märkte durch Gier und Furcht angetrieben werden, sind Crashs und (Kauf)Paniken unvermeidlich. Wenngleich sich die Technologie ändert, die Geschwindigkeit des Informationsflusses sich fließend ändert, sogenannte "safe-guards" (Handelsprogramme die Verluste begrenzen sollen, Halsketten an volatilen Tagen, usw..) nutzlos betrieben werden und jede neue Generation denkt, dass sie die hoch entwickeltesten Händler in der Geschichte sind, Über- und Unterbewertungen der Märkte sind immer noch zügellos. Das menschliche Herz ändert sich nie.... So lang wie Menschen existieren, werden sie Gier und Furcht erfahren und treiben Hausse und Baisse an. Da diese integralen Gefühle dieselben bei jeder Generation sind, kann die Geschichte einem extrem wichtiger Lehrer sein, indem sie uns zurückliegende Zeitabschnitte mit Gier und Furcht und die Effekte an den Finanzmärkte aufzeigt. Historische Analysen sind immer gültig, wenn sie durch das Objektiv des menschlichen Investorgefühls gesehen werden.

So stellt sich die Frage, wie das aktuelle Nasdaq-Schauspiel gegenüber dem großen Absturz des US-Aktienmarktes und darauffolgenden Baissemarkt von 1929 abschneidet? Das Diagramm unten zeigt auf Tagesschlussbasis den DJIA (blau) von Juli 1928 bis Juli 1930 überlagert mit der Nasdaq (rot) von Juli 1999 bis August 2000. Da sich die Geschwindigkeit des Informationsflusses seit 1929 praktisch unendlich erhöht hat (Sachen geschehen jetzt schneller),  ist die Zeitskala des Nasdaq-Diagramms ungefähr 2 zu 1 ausgedehnt worden um einen durchgehend besseren Vergleich von zwei ähnlichen historischen Marktfällen zu bekommen...

Aktuelle Analyse zur Nasdaq, Teil2 335928


Die große Übereinstimmung der Linien dieser zwei total unterschiedlichen Indizes ist unheimlich. Der DJIA im Diagramm stellt nur 30 Aktien dar, da dieser aus einer anderen Ära stammt und müsste scheinbar zur modernen Hightech Nasdaq absolut ohne Bezug stehen. Die Nasdaq wird von über 4.500 Aktien zusammengesetzt, ist aktuell der Höhepunkt der menschlichen Ausführung eines Finanzmarktes und ist ätherisch und virtuell, da kein körperlicher Austausch existiert sondern der ganze Handel im “Cyber” zusammengebracht wird. Dennoch könnte jede Datenserie mit der anderen leicht verwechselt werden, wenn die Kennsätze der Y-Achse gelöscht würden....Die Konstante, die diese scheinbar unvereinbaren Indizes durch die Gewinde der Geschichte zusammenbringt, sind selbstverständlich die gleichbleibende menschliche Gefühle. Wenn eine unhaltbare Luftblase am ende platzt, wendet sich Gier schnell in völlige Furcht um und ein massiver Verkauf wird losgetreten, bekannt als Crash. Im nachfolgendem Diagramm wurden die Y-Achsen der zwei Ären, um einen besseren Vergleich spezifischer Spitzen und Wellen dieser Finanzmärkte darzustellen, angepasst.

Aktuelle Analyse zur Nasdaq, Teil2 335928


Die Übereinstimmung der gesamten Datenserie ist 0,70, was nicht traumhaft aber doch sehr gut ist. Wenn ein kleinerer Teil der Daten,  unmittelbar um den massiven Verkaufssturz begrenzt(in Grün umrissen, auf dem oben genannten Diagramm) analysiert wird, springt die Übereinstimmung drastisch auf 0,85 hoch. Die Ähnlichkeit zwischen den spezifischen Spitzen und des Durchschnitts beider Indizes ist in der grünen Zone des Diagramms unheimlich. Beide kennzeichnen sich durch doppelte Hochs nahe ihren jeweiligen Spitzen und beide haben ähnliche Kursverläufe von ihrem Ausgang ins freie Fall. Ein Schlosser könnte die eine Serie verwenden, um einen Schlüssel herzustellen, dass auf die andere passen würde. Furcht- und Gier ändern sich nie, Märkte werden zyklisch immer Über- und Unterbewertung erleben, und die Geschichte der Märkte wiederholt sich....immer und immer wieder.


In einem abschließenden Blick auf die Daten, wird der Rest des DJIA-Debakels der frühen dreißiger Jahre dem Diagramm hinzugefügt. Wird die Nasdaq die widerliche historische Performance des DJIA's in den folgenden 18 Monaten widerspiegeln?

Aktuelle Analyse zur Nasdaq, Teil2 335928


Die aktuelle Nasdaq von einer ausgedehnteren historischen Perspektive anzusehen ist zweifellos ominös. Noch einmal, ohne das vorherige Wissen welche Datenserie welches ist, das aktuelle Nasdaq-Diagramm könnte leicht für eine klassische (historische) Luftblase verwechselt werden, von der Spitze gefolgt vom “Crash Sell-off” bis zum weiteren Kursverlauf.
Sogar die Trendlinien (punktierte Striche im Diagramm) zwischen den zwei Märkten sind fast so parallel, wie Eisenbahnschienen die sich in den Horizont erstrecken.

Das Diagramm oben scheint den Fall darzustellen, welches bereits in einer Aprilwoche begann, einen Nasdaq-Crash abbildet und einen scheußlichen mehrjährigen Baissemarkt ausgelöst hat.

Für einen bullishen Investor ist das kleinere von zwei Übeln zwischen einem Baissemarkt und einem Crash sehr schwierig zu erkennen. Es ist wie die Wahl des Todes fürs Kapital zwischen einer Gewehrkugel die schnell tötet oder der langsame Tod durch verhungern. Das Schlussresultat ist das selbe, die Gesamtvernichtung der Wertanlage und knappes Kapital. Von seiner intraday Spitze im September 1929 zu seinem intraday Tief im Februar 1932, verlor der DJIA  89% seines Wertes. Die Nasdaq würde im Winter 2001 um 500 gehandelt werden, wenn es einer ähnlichen Laufbahn folgen würde. Wird das Nasdaq-Endspiel auf diese Weise beendet? Voraussagen sind unmöglich, aber die Wahrscheinlichkeit existiert zweifellos.

Stellen Sie ihr Investorgefühl auf Null ein, Baissemärkte sind viel gefährlicher als ein Crash. Baissemärkte sind lang, von Gelegenheiten begleitet schneidet es immer ein weiteres Stück vom Kapital ab und eine Kette von Investoren hoffen bis zu den letzt möglichen Augenblick auf dem Boden des Baissemarktes.

Hoffnung und Optimismus sind extrem wertvolle menschliche Merkmale, die ewig entspringen. Sie sind jedoch lebensgefährliche Gefühle in einem Baissemarkt. Durch eine scheinbar endlose Reihe verhältnismäßig kleinere Gegenbewegungen, gewähren Baissemärkte gerade genügend Hoffnung, um gläubige vom Treffen der passenden Verkaufsentscheidung abzuhalten. Bärenmarktrallyes sind schnell und aufregend, aber sie stürzen immer ein und führen zu einem neuen niedrigeren Tief. Die ewigen optimistischen "Bullen" werden durch den Baissemarkt langsam in Vergessenheit gerieben. Bis ihre Hoffnung gebrochen wird, hat der Markt die Sohle erreicht und 80%-90% vom Investorkapital ist verschwunden. Nur wenige optimistische "Bullen" entgehen den Eisenkrallen eines richtigen Baissemarktes.

Auf der anderen Hand sind Crashs wie eine gute Elektroschock Therapie. Es gibt nichts besseres  um Investoren auf den Zahn zu fühlen und ihn von der Gefährlichkeit eines Marktes zu überzeugen. Alles andere ist das Gleiche, es wird viel mehr Kapital bewahrt, wenn man unmittelbar nach einem Crash verkauft, als wenn man nach einem langen weitreichenden Baissemarkt verkauft. Alle Crashs stellen dem umsichtigen Investor ein helles, blinkendes Neonwarnzeichen dar und kündigen an, dass nicht alles so ist wie es scheint. Das obere DJIA-Diagramm läßt erkennen, dass die, die nach der ersten Gegenbewegung beim Crash 1929 verkauften, im nachhinein betrachtet wie Genies mit dem Nutzen von 20/20 aussehen. Jene arme verlorene Seelen, die dem Wall Street Hype glaubten und mit dem Markt schnurstracks in den Boden ritten wurden wie Schafe geschlachtet. Der bullishe Trommelschlag, das aus der Wall Street während der “Feiertage” 1929 heraus hallte, könnte aus einer heutigen Zeitung heraus geschnitten worden sein....

"Kaufe die Dips", "es ist nur eine Korrektur", "einige Investoren nehmen einfach nur Gewinne mit", "Die Zukunft für den Markt sieht fantastisch aus", "alles ist gut", "Langfristig orientierte Anleger gewinnen immer" .....und die furchtsamen fünf Wörter die immer wieder dabei benutzt werden "DIESES MAL IST ES ANDERS"

Investitionen destillieren zu ihrer Essenz, es ist das letzte glorreiche Spiel. Besser als ein Pferderennen, kluge Spekulanten bestimmen Wahrscheinlichkeiten von unterschiedlichen Entwicklungen und nur wenn ihr Wahrscheinlichkeits-Faktor in allen relevanten und bekannte Informationen Vorteile aufweist, setzten sie etwas Kapital der Gefahr aus. Könnte die Nasdaq zusammenbrechen und in diesem Fall 50% seines Wertes an einem einzelnen Tag verlieren? Definitiv. Könnte die Nasdaq in einer Mehrjährigen Kursspanne die der des DJIA in den letzten 18 Monate übertrifft erlahmen? Absolut. Könnte der Nasdaq-Bulle zurück brüllen und uns über 6000 vor Weihnachten dieses Jahres bringen? Vielleicht. Könnte die Nasdaq in einen Mehrjährigen-Baissemarkt eintreten? Ja....

Mit den gegenwärtig zum Vergleich erhältliche Daten, stelle ich hier meine aktuellen Wahrscheinlichkeiten für die vier oben erwähnten Möglichkeiten vor. Die meisten werden wahrscheinlich falsch sein und sich häufig abwechseln, so nehmen Sie dies wie ein Korn Salz auf und führen Sie mit Sorgfalt Ihre persönliche Nasdaq-Analyse durch...

Da Marktzusammenbrüche historisch außerordentlich seltene Fälle sind und die Reaktion der Nasdaq im April außergewöhnlich gut mit dem DJIA 1929 passt, glaube ich, dass die Wahrscheinlichkeit eines Crashs in den folgenden 12 Monaten niedrig ist. Crashs kommen gewöhnlich alle 50 bis 60 Jahre vor, also liegt die Wahrscheinlichkeit dass es einer in jedem Jahr gibt etwa 1 zu 55. Das Diagramm überblickend, sieht es so aus, dass die Nasdaq im April schon wirklich "gecrasht" hat. Die Wahrscheinlichkeit von ZWEI Crashs in einem Jahr ist sehr niedrig 1/55 x 1/55 oder ungefähr 1 zu 3000. Da die Schätzungsgrundlagen der Indizes noch so verwirrend sind, jedoch das Nasdaq-Leithammel "Cisco Systems" noch nahe einem albernen und äußerst unhaltbaren 180fachen des Gewinn/Aktie gehandelt wird, schätze ich eine Crashwahrscheinlichkeit für diesen Herbst von 5%.

Eine andere Möglichkeit der Nasdaq-Sprache ist, in einer großen Kursspanne von 3500 bis 4500 für ein paar Jahre, ähnlich der DJIA-AkTION in den letzten 18 Monaten, zu verweilen. Während dieses möglich ist, scheint es mit den 100 größten und besten Werte an der Nasdaq, die aktuell eine sportliche Marktkapitalisierung und ein schweres durchschnittliches P/E Verhältnis das 100 übersteigt unwahrscheinlich. Selbst wenn die Nasdaq in 2002 nur noch bei 4000 gehandelt würde, wäre es NOCH überbewerter sein als der DJIA 1929 vor seinem Absturz. Ich weise dieser Möglichkeit aktuell ebenfalls eine Wahrscheinlichkeit von 5% zu.

Mit einem Wahljahr vor uns und der Gewissheit der massiven Manipulation der angeblich freien Finanzmärkte durch große Investmentfonds und der administrativen Arbeitsgruppe Clintons (siehe den “Plunge-Protection-Team” Artikel, veröffentlich in der Washington Post vom 23. Februar 1997), sowie das beispiellose Maß an Leichtgläubigkeit einer amerikanischen Investorengesellschaft, die jede Woche 10 mal so viel Zeit fürs Fernsehen aufwendet wie zum lesen, würde es keine sehr große Überraschung sein, zu sehen wie sich die Nasdaq-Ralley fortsetzt. Ein 50%igen Jahresgewinn im Nasdaq würde den Index auf 6000 heben, und BETRÄCHTLICHE Mengen Kapital müsste geopfert werden, um ihn dort zu halten. Das lustige am “Papiergewinn” ist jedoch, dass dieser anscheinend durch eine Onlineverbindung mit den Finanzmärkte sekundenschnell mit einem Tastenanschlag am Computer generiert werden kann. (Niemand denkt an die bittere Ernte, die durch alle geerntet wird, wenn die wertlosen, in sich selbst aufgeblähten Dollars später aus den Finanzmärkte fliehen...),  wenn die Vollkommenheit der sogenannten Wächter der freien Märkte einfach schwindet und die Wall Street keine Zeit hat der gierigen und blinden Öffentlichkeit über die massiven grundlegenden Probleme an den US-Finanzmärkten und der Wirtschaft zu belügen, mit bedauernd schätze ich diese Wahrscheinlichkeit aktuell mit 10% ein. Je länger der spekulative Überschwang andauert, je schmerzlicher wird es für jeden werden, auch wenn sich dieser unverwundbar fühlt. Schließlich, je eher wir zu den historischen normalen Bewertungsmaßstäbe zurückkehren, desto angenehmer wird es für jeden sein.

Die höchste Wahrscheinlichkeit für die Performance der Nasdaq in den folgenden 18 Monaten, ist ein mehrjähriger Baissenmarkt im Index, meiner Meinung nach liegt diese Möglichkeit bei 80%. Die unerfahrene Tech-Investoren (und wir wissen alle einiges), schenken ihren Aktien und dem Markt mehr Glauben als die meisten Religionen je erreichen könnten. Sie geben die Hoffnung nicht so leicht auf, und sind bereit mit ihren halb gekenterten Schiff, die USS-Nasdaq, langsam unterzugehen. Die wahrscheinlich einzigste Möglichkeit, den Rückgrad der irrationalen Hoffnung von Investoren an Firmen, die mit dem 100fachen bis 3000fachen ihrer Gewinne bewertet werden zu brechen, ist ein ausgedehnter qualvoller mehrjähriger Baissemarkt. Aus der anderen Perspektive betrachtet, den Markt der auf menschliche Gefühle von Gier und von Furcht basiert zu spielen, wird in zunehmendem Maße attraktiver, da augenblicklich nichts die Nasdaq-Jüngern erschrecken kann. Die meisten haben keine Ahnung über die wichtigen Grundlagen, leben in einer Welt wo es nur Sonnenschein gibt und die historischen Ereignisse keine Bedeutung haben und orientieren sich mehr an den “Hype” als an den Cashflowaussichten. Wenn an einem Tag  634 Punkten abgegeben und anschließend wiedererlangt werden (4. April) und ein Verlust im Index von 25% in einer Woche (10. Bis 14. April) sie nicht zur Vernunft bringen kann, dann ist es schwer vorstellbar, was dies bewirken könnte. Ohne eine ängstliche Verkaufspanik ist ein verheerender Crash unmöglich. Das massive Gewicht der extrem überbewerteten Grundlagen im Nasdaq, ist wie ein schwerer Mühlstein der um seinen Ansatz mit einer großen Kette gesichert wird. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass die Nasdaq in der Lage ist weiterhin zu schwimmen und ihre kritische Bewertung der fundamentalen Daten zu ignorieren, sie wird eher langsam anfangen ins dunkle Investment-Wasser zu sinken....Träume sind das wundervollste was es gibt, aber ohne eine feste Grundlage können sie auf den scharfen zackigen Felsen der finanziellen Wirklichkeit aufgeschlitzt werden.

Crash oder nicht Crash? Nur Gott weiß es sicher, aber die Wahrscheinlichkeiten erhöhen sich weiter, dass der April ein klassischer Index-Crash war und ein demoralisierender Nasdaq Baissemarkt anfing, der zur Zeit mit einer Totenkopffahne auf der rechten Seite des Bugs noch in einer Nebelbank irrt.

„tapfer, wenn andere Angst haben und ängstlich, wenn andere tapfer sind“ Das Oracle von Omaha, Warren Buffet.

Adam Hamilton, CPA, MCSE

25. August, 2000



Der Aktuelle Vergleich sieht so aus:

Aktuelle Analyse zur Nasdaq, Teil2 335928





Fazit:

Eine genaue Prognose über den Verlauf der Finanzmärkte ist unmöglich, aber die zusammen getragene Informationen halte ich für äußerst Interessant und nützlich um möglichst objektiv zwischen Chance und Risiko abzuwägen und unsere Anlageentscheidungen immer und immer wieder zu überdencken.



mfG: Speculator


Hannover den 20.05.2001  


Antworten
patznjeschniki:

SUPER BEITRAG, Specu!!! o.T.

 
21.05.01 15:19
Antworten
Speculator:

Hey Patz, du machst mich GLÜCKLICH!

 
21.05.01 15:42
Du bist der einzigste, der sich bisher zu dieser Arbeit aüßert, ich dachte schon es würde hier keinen interessieren.!?

Wenn ich euch langweile braucht ihr das nur zu sagen, kann mir auch die Arbeit sparen.


mfG: Speculator
Antworten
Speculator:

@Patz

 
21.05.01 17:38
Hey, die Analyse kam genau zum richtigen Zeitpunkt!
Der Nasdaq Composite über 2200, die Nasdaq 100 klopft an die 2000 an.

Schon in der Vergangenheit ist mir aufgefallen, daß just an dem Tag wo ich hier was ins Netzt stelle die Kurse drehen, dabei hatte ich eher mit einen schwächern Wochenanfang gerechnet!?

Patz, schau dir mal Corning und die DTE an, sehen Charttechnisch garnicht so schlecht aus.

mfG: Speculator
Antworten
tom68:

@Speculator Das ist das Beste,was ich je

 
21.05.01 17:57
gelesen habe, vor allem durch die Anlehnung an Fundamentals wird die Analyse wesentlich plastischer und verständlicher. Ich glaube auch, dass wir momentan einen Fake sehen, denn bei dem Wort Liquiditäts-Hausse sollten selbst die unerschütterlichsten Optimisten nachdenklich werden.....ist noch gar nicht lange her.
Für diese Analyse bekommst Du von mir alles an grün, was ich so angesammelt habe
in meiner kurzen Zeit hier an Board(außer die Sterne für Witzig...)

mfg tom68

P.S. Es reden mir zu viele von "Hausse", das macht mich nachdenklich
Antworten
furby:

Speculator auch mein Kompliment für diesen Beitrag

 
21.05.01 18:05
Man hat das Gefühl, daß Arivianer gar nicht mehr gewohnt sind mit ausführlicheren oder gehaltvolleren Beiträgen umzugehen, der geringen unverdienten Resonanz hier zufolge.

Gruß furby
Antworten
Kleines Gehei.:

@speculator

 
21.05.01 18:14
Herzlichen Glückwunsch und vielen Dank für soooo viel Arbeit. Ich glaube Interesse gibt es hier genug an solchen Beiträgen. Habe ihn gleich gefunden und durchgelesen. 5 Stunden benötigt man schon ... und da können erste Reaktionen erst nun kommen =;-).

Waere schoen, auch naechsten Monat wieder die Fortsetzung zu lesen. Und wenn an diesem Tag die Kurse steigen, sag' uns einfach einen Tag vorm Posting Bescheid.

Ob ich wirklich 5 Stunden gelesen habe, das bleibt ein ...

Kleines Geheimnis!
Antworten
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