Aktienumfrage: Invesco trifft beste Aktienauswahl


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Aktienumfrage: Invesco trifft beste Aktienauswahl

 
12.06.02 09:03
Aus der FTD vom 12.6.2002 www.ftd.de/aktienumfrage
FTD-Aktienumfrage: Invesco trifft beste Aktienauswahl
Von Ina Bauer und Norbert Häring, Frankfurt

Das neunte Mal in Folge haben die Aktienstrategen europäischer Finanzinstitute mit ihren Empfehlungen für Dax und Stoxx 50 schlechter gelegen als der Markt. Nur die Strategen von Invesco lagen besser.

Allerdings schafften sie es immerhin, in den drei Monaten von März bis Juni dieses Jahres zumindest den Stoxx 50 für sich genommen um bescheidene 0,3 Prozent zu schlagen. Dies zeigt die Auswertung der Aktientipps von 17 Strategen, die regelmäßig an der FTD-Aktienumfrage von März 2001 bis Juni 2002 teilgenommen haben.

In der Umfrage geben die Strategen für den Dax 30 jeweils drei Verkaufs- beziehungsweise Kaufempfehlungen an. Für den Stoxx 50 der wichtigsten europäischen Firmen wählen sie je fünf Werte aus, die ihrer Meinung nach die besten beziehungsweise schlechtesten Kurschancen haben. Da sich die Aktientipps auf drei Monate beziehen, wird die Treffsicherheit der Empfehlungen auf Basis der Kursentwicklung nach drei Monaten analysiert.


Sofern Investoren die Empfehlungen der Strategen immer beherzigt hätten, hätten sie im jeweiligen Drei-Monats-Zeitraum Geld verloren. Auf Jahressicht schnitten bei den Stoxx 50-Werten die Kaufempfehlungen der Strategen 12,6 Prozent schlechter ab als die Verkaufsempfehlungen.


Im Stoxx 50 stellte sich der Telekomausrüster Nokia als eine schlechte Wahl der Strategen heraus. Sie hielten Runde für Runde an ihrer Kaufempfehlung fest, was ihre Treffgenauigkeit erheblich beeinträchtigte. Dagegen war Ericsson als Verkaufsempfehlung sehr einträglich. Bei den 30 wichtigsten deutschen Werten schnitten die Verkaufsempfehlungen auf Jahresrate gerechnet im Schnitt 21,4 Prozent besser ab als die zum Kauf empfohlenen Werte.



Invesco liegt richtig


Folglich hätten die Investoren immer das Gegenteil von dem machen sollen, wozu die Strategen geraten haben. Auf Richard Davidson von Morgan Stanley und Michael Fraikin von Invesco sollten sie jedoch hören.


Fraikin hat seit Beginn der FTD-Aktienumfrage mit seinen Empfehlungen für den Dax und Stoxx 50 die größte Treffsicherheit bewiesen. Davidson schafft es immer wieder, die Dax-Werte mit den besten und schlechtesten Kurschancen zielsicher auszuwählen. Für die neunte Runde in Folge liegt er mit seinen Tipps im Plus. Auf Jahresbasis hätte ein Investor einen relativen Renditegewinn von 50 Prozent erzielt, wenn er die von Davidson zum Verkauf empfohlenen Aktien abgestoßen und vom Erlös die Favoriten des Strategen gekauft hätte.


Insgesamt betrachtet hat Davidson außerdem für Dax und Stoxx die besten Indexprognosen abgegeben. Dem Strategen dienen quantitative Kriterien nur zur Vorauswahl. Auf Basis einer Konjunktureinschätzung entwickelt er für seine Empfehlungen eine Meinung, die zu der Sektorgewichtung seiner Bank passt.


Eine vollkommen gegensätzliche Auswahlstrategie als Davidson verfolgt Michael Fraikin von Invesco, der damit aber auch sehr erfolgreich ist. Er geht nach objektiven Kriterien vor und verlässt sich nicht, wie er sagt, auf "Bauchentscheidungen". Für ihn ist eine Aktie umso attraktiver, je besser die Kursentwicklung der vergangenen zwölf Monate war und je steiler und geradliniger langfristig das Gewinnwachstum ist.


In der letzten Umfrage, deren Ergebnisse in der FTD vom 6. Juni erschienen sind, hatte Davidson für den Dax BASF, Schering und Siemens zum Kauf sowie RWE, ThyssenKrupp und Volkswagen zum Verkauf empfohlen. Fraikins Stoxx-Favoriten waren Barclays, BNP, DaimlerChrysler, Siemens, Total Fina Elf. Dagegen räumt er Alcatel, der Deutschen Telekom, Ericsson, Vivendi und Zurich Financial wenig Kurschancen ein.



© 2002 Financial Times Deutschland
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