Akten zum Subventionsskandal Pilz verschwanden in Kohls Kanzleramt
Der Subventionsskandal um das vom bayerischen Unternehmer Rainer Pilz in Thüringen gegründete CD-Werk weitet sich aus. Wie das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der neuen Ausgabe berichtet, sind wie im Fall der Elf-Raffinerie in Leuna Akten auch über die Fabrik in Thüringen während der Regierungszeit von Bundeskanzler Helmut Kohl im Kanzleramt verschwunden.
Der SPIEGEL beruft sich auf ein Schreiben von Kanzleramtschef Frank-Walter Steinmeier an das Landgericht Mühlhausen, das gegen Pilz wegen des Verdachts des Subventionsbetruges verhandelt. Das Gericht erhoffte sich aus den Kanzleramts-Akten Erkenntnisse über dubiose Subventions- und Bürgschaftsentscheidungen. Der "Vorgang, der nach Verteiler und Verfügung auch im Bundeskanzleramt vorhanden sein müsste", schrieb Steinmeier, konnte "bisher nicht aufgefunden werden".
Dem Gericht liegen mittlerweile Hinweise vor, dass die Verwirklichung des Projektes bereits Anfang der neunziger Jahre von der Bundesregierung durchgedrückt wurde, trotz erheblicher Bedenken und detaillierter Warnungen von Wirtschaftsprüfern, Ban-kern und Beamten. In das CD-Werk floss bis heute rund eine halbe Milliarde Mark öffentlicher Gelder.
A R T I K E L V E R S E N D E N
L E S E R B R I E F S C H R E I B E N
© DER SPIEGEL 25/2001
Der Subventionsskandal um das vom bayerischen Unternehmer Rainer Pilz in Thüringen gegründete CD-Werk weitet sich aus. Wie das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der neuen Ausgabe berichtet, sind wie im Fall der Elf-Raffinerie in Leuna Akten auch über die Fabrik in Thüringen während der Regierungszeit von Bundeskanzler Helmut Kohl im Kanzleramt verschwunden.
Der SPIEGEL beruft sich auf ein Schreiben von Kanzleramtschef Frank-Walter Steinmeier an das Landgericht Mühlhausen, das gegen Pilz wegen des Verdachts des Subventionsbetruges verhandelt. Das Gericht erhoffte sich aus den Kanzleramts-Akten Erkenntnisse über dubiose Subventions- und Bürgschaftsentscheidungen. Der "Vorgang, der nach Verteiler und Verfügung auch im Bundeskanzleramt vorhanden sein müsste", schrieb Steinmeier, konnte "bisher nicht aufgefunden werden".
Dem Gericht liegen mittlerweile Hinweise vor, dass die Verwirklichung des Projektes bereits Anfang der neunziger Jahre von der Bundesregierung durchgedrückt wurde, trotz erheblicher Bedenken und detaillierter Warnungen von Wirtschaftsprüfern, Ban-kern und Beamten. In das CD-Werk floss bis heute rund eine halbe Milliarde Mark öffentlicher Gelder.
A R T I K E L V E R S E N D E N
L E S E R B R I E F S C H R E I B E N
© DER SPIEGEL 25/2001