09. Dez,17:23 REUTERS
FOKUS 4 - Nordallianz - Bin Laden führt Kampf bei Tora Bora an
(Neu: Äußerungen Dostums, Myers, Brahimi-Reise) Kabul, 09. Dez (Reuters) - Der moslemische Extremist Osama bin Laden führt der Nordallianz zufolge persönlich Truppen bei den Kämpfen nahe seiner Bergfestung Tora Bora an. "Osama hat selbst das Kommando im Kampf übernommen", sagte der Nordallianz- Sprecher Mohammad Amin am Sonntag der Nachrichtenagentur Reuters. Zusammen mit etwa 1000 seiner El-Kaida-Kämpfer und Taliban-Soldaten habe er sich in den Wäldern von Spin Ghar verschanzt, nachdem die Nordallianz ihn aus Tora Bora im Osten des Landes vertrieben habe. Bei Tagesanbruch hätten B-52-Bomber und Kampfflugzeuge der USA Ziele in der Region angegriffen, berichtete CNN. Beim Absturz eines Hubschraubers der Nordallianz kamen nach deren Angaben 20 Menschen ums Leben. "Er (Bin Laden) ist mit Sicherheit hier", sagte Amin über Satellitentelefon. "Die amerikanischen Flugzeuge haben regelmäßige und schwere Bombardements ausgeführt, um ihn zu töten." Die Angaben konnten nicht von unabhängiger Seite bestätigt werden. Bin Laden soll sich in einem unterirdischen Höhlensystem in Tora Bora aufgehalten haben, etwa 55 Kilometer von der Stadt Dschalalabad entfernt. Dem US-Sender CNN zufolge versperrten Mitglieder der El Kaida mit Granatwerfer-Feuer den Zugang zu den Bergen. US-Generalstabschef Richard Myers sagte im US-Fernsehen, die USA wüssten "in etwa", in welcher Region sich Bin Laden aufhalte. Gleiches gelte für Taliban-Oberhaupt Mullah Mohammad Omar, nachdem die USA ebenfalls mit Hochdruck suchten. Die USA machen Bin Laden und El Kaida für die Anschläge vom 11. September verantwortlich. Die damals in Afghanistan regierenden Taliban hatten ihm Gastrecht gewährt und seine Auslieferung an die USA verweigert. Am 7. Oktober begannen die USA mit Luftangriffen auf Stellungen der Taliban und El Kaida. Am Freitag kapitulierten die Taliban im südafghanischen Kandahar, ihrer letzten Bastion. Ein Sprecher des Außenministeriums der Nordallianz sagte Reuters, unter den Toten des Hubschrauberabsturzes im Norden des Landes seien zwei Anti-Taliban-Kommandeure. Der Hubschrauber des Typs MI-8 sei in der Stadt Talokan mit dem Ziel Kabul gestartet. Angaben zu der Ursache des Absturzes in der Nacht zum Sonntag machte er nicht. AIP meldete, der Hubschrauber sei etwa 35 Kilometer südöstlich von Talokan abgestürzt. US-Marine-Infanteristen setzten ihre Suche nach Mitgliedern der El Kaida auch bei Kandahar fort. Die Offiziere der Marines trügen Fotos der führenden El-Kaida-Mitglieder bei sich, sagte ein Armeesprecher. In den vergangenen Tagen hätten die US-Soldaten Fluchtmöglichkeiten der El-Kaida-Mitglieder aus Kandahar ausgelotet. Pakistan verschärfte die Grenzkontrollen. Entgegen vorherigen Aussagen ist der usbekische Feldkommandeur General Abdul Rashid Dostum nun doch zur Zusammenarbeit mit der afghanischen Übergangsregierung bereit, wie ein Vertreter des US-Außenministeriums erklärte. Dostum habe dies nach Gesprächen am Samstag angekündigt, sagte das Mitglied der Delegation von Außenminister Colin Powell, der am Sonntag von Usbekistan nach Russland reiste. Dostum hatte zuvor erklärt, er werde die Übergangsregierung nicht anerkennen, da seine Truppen in ihr unzureichend vertreten seien. Dostum gehört der Nordallianz an und kontrolliert den größten Teil der Gebiete im Norden Afghanistans. Der UNO-Gesandte Lakdhar Brahimi will nach Angaben seiner Sprecherin am Dienstag in der Hauptstadt Kabul eintreffen und mit führenden Afghanen über die Übergangsregierung beraten, die am 22. Dezember ihre Arbeit aufnehmen soll. Vor seiner Reise nach Kabul wolle Brahimi in Rom mit dem afghanischen Ex-König Mohammed Sahir Schah zusammenkommen. In Kabul bereiteten UNO-Experten am Sonntag die Entsendung einer multinationalen Friedenstruppe vor, für die sich die afghanischen Delegationen bei der Konferenz auf dem Petersberg bei Bonn ausgesprochen hatten. Die britische Regierung erklärte, sie sei zur Führung der Truppe bereit. Nach derzeitigen Planungen soll die Friedenstruppe überwiegend von europäischen NATO-Staaten gestellt werden, darunter Deutschland. kae/akr
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(Neu: Äußerungen Dostums, Myers, Brahimi-Reise) Kabul, 09. Dez (Reuters) - Der moslemische Extremist Osama bin Laden führt der Nordallianz zufolge persönlich Truppen bei den Kämpfen nahe seiner Bergfestung Tora Bora an. "Osama hat selbst das Kommando im Kampf übernommen", sagte der Nordallianz- Sprecher Mohammad Amin am Sonntag der Nachrichtenagentur Reuters. Zusammen mit etwa 1000 seiner El-Kaida-Kämpfer und Taliban-Soldaten habe er sich in den Wäldern von Spin Ghar verschanzt, nachdem die Nordallianz ihn aus Tora Bora im Osten des Landes vertrieben habe. Bei Tagesanbruch hätten B-52-Bomber und Kampfflugzeuge der USA Ziele in der Region angegriffen, berichtete CNN. Beim Absturz eines Hubschraubers der Nordallianz kamen nach deren Angaben 20 Menschen ums Leben. "Er (Bin Laden) ist mit Sicherheit hier", sagte Amin über Satellitentelefon. "Die amerikanischen Flugzeuge haben regelmäßige und schwere Bombardements ausgeführt, um ihn zu töten." Die Angaben konnten nicht von unabhängiger Seite bestätigt werden. Bin Laden soll sich in einem unterirdischen Höhlensystem in Tora Bora aufgehalten haben, etwa 55 Kilometer von der Stadt Dschalalabad entfernt. Dem US-Sender CNN zufolge versperrten Mitglieder der El Kaida mit Granatwerfer-Feuer den Zugang zu den Bergen. US-Generalstabschef Richard Myers sagte im US-Fernsehen, die USA wüssten "in etwa", in welcher Region sich Bin Laden aufhalte. Gleiches gelte für Taliban-Oberhaupt Mullah Mohammad Omar, nachdem die USA ebenfalls mit Hochdruck suchten. Die USA machen Bin Laden und El Kaida für die Anschläge vom 11. September verantwortlich. Die damals in Afghanistan regierenden Taliban hatten ihm Gastrecht gewährt und seine Auslieferung an die USA verweigert. Am 7. Oktober begannen die USA mit Luftangriffen auf Stellungen der Taliban und El Kaida. Am Freitag kapitulierten die Taliban im südafghanischen Kandahar, ihrer letzten Bastion. Ein Sprecher des Außenministeriums der Nordallianz sagte Reuters, unter den Toten des Hubschrauberabsturzes im Norden des Landes seien zwei Anti-Taliban-Kommandeure. Der Hubschrauber des Typs MI-8 sei in der Stadt Talokan mit dem Ziel Kabul gestartet. Angaben zu der Ursache des Absturzes in der Nacht zum Sonntag machte er nicht. AIP meldete, der Hubschrauber sei etwa 35 Kilometer südöstlich von Talokan abgestürzt. US-Marine-Infanteristen setzten ihre Suche nach Mitgliedern der El Kaida auch bei Kandahar fort. Die Offiziere der Marines trügen Fotos der führenden El-Kaida-Mitglieder bei sich, sagte ein Armeesprecher. In den vergangenen Tagen hätten die US-Soldaten Fluchtmöglichkeiten der El-Kaida-Mitglieder aus Kandahar ausgelotet. Pakistan verschärfte die Grenzkontrollen. Entgegen vorherigen Aussagen ist der usbekische Feldkommandeur General Abdul Rashid Dostum nun doch zur Zusammenarbeit mit der afghanischen Übergangsregierung bereit, wie ein Vertreter des US-Außenministeriums erklärte. Dostum habe dies nach Gesprächen am Samstag angekündigt, sagte das Mitglied der Delegation von Außenminister Colin Powell, der am Sonntag von Usbekistan nach Russland reiste. Dostum hatte zuvor erklärt, er werde die Übergangsregierung nicht anerkennen, da seine Truppen in ihr unzureichend vertreten seien. Dostum gehört der Nordallianz an und kontrolliert den größten Teil der Gebiete im Norden Afghanistans. Der UNO-Gesandte Lakdhar Brahimi will nach Angaben seiner Sprecherin am Dienstag in der Hauptstadt Kabul eintreffen und mit führenden Afghanen über die Übergangsregierung beraten, die am 22. Dezember ihre Arbeit aufnehmen soll. Vor seiner Reise nach Kabul wolle Brahimi in Rom mit dem afghanischen Ex-König Mohammed Sahir Schah zusammenkommen. In Kabul bereiteten UNO-Experten am Sonntag die Entsendung einer multinationalen Friedenstruppe vor, für die sich die afghanischen Delegationen bei der Konferenz auf dem Petersberg bei Bonn ausgesprochen hatten. Die britische Regierung erklärte, sie sei zur Führung der Truppe bereit. Nach derzeitigen Planungen soll die Friedenstruppe überwiegend von europäischen NATO-Staaten gestellt werden, darunter Deutschland. kae/akr
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