23.09.2009 11:10Nackenschlag für Fresenius
Die Aktien des Dax-Konzerns Fresenius sind bei Analysten der Citigroup in Ungnade gefallen. Die zunehmende Konkurrenz in den USA in Sachen Blutverdünner dürfte sich bald in der Bilanz bemerkbar machen.
Die Citigroup hat offenbar ihre eigenen Schlussfolgerungen aus den Nachrichten der vergangenen Wochen zu Fresenius gezogen. Die im Dax notierten Fresenius-Vorzüge haben die Analysten der US-Bank von zuvor "kaufen" auf "verkaufen" abgestraft. Bei den Stammaktien gilt nun statt der Kaufempfehlung das Anlageurteil "halten". Die Fresenius-Aktien rutschen am Mittwoch prompt um rund drei Prozent unter den Vortagesschluss.
Fresenius Vz.
38.54-0.80-2.03%Konkurrenz für neue Tochter
Anlass für die Unruhe der Citigroup-Experten ist die neu erwachsene Konkurrenz in den USA für die Tochtergesellschaft APP Pharmaceuticals. Mit seinem wichtigem Umsatztreiber, dem Blutverdünner Heparin, hatte APP bislang eine Art Monopol-Stellung im US-Markt. Anfang September bereits hatte die US-Gesundheitsbehörde FDA aber die Zulassung von Heparin-Produkten auch durch den Konkurrenten Hospira erteilt.
Damit, so die Argumentation, sei in dem Bereich mit Umsatzrückgängen und einem sich "deutlich verschärfenden Margendruck" zu rechnen. Zudem relativere sich damit der Übernahmepreis für APP aus Sicht des deutschen Konzerns. Fresenius hatte APP im Juli 2008 für rund vier Milliarden Dollar übernommen.
80 Millionen Dollar Umsatz weniger?
Commerzbank-Analyst Daniel Wendorff hat den möglichen Umsatzeinbruch durch die Konkurrenz in den USA bereits beziffert: Den künftigen Marktanteil für APP im Heparin-Bereich sieht er nur noch bei 50 Prozent. Der Rückgang an Marktmacht bei gleichzeitig sinkenden Produktpreisen werde die Umsätze für APP mit Heparin von 240 Millionen Dollar in 2009 auf 162 Millionen Dollar im Folgejahr schrumpfen lassen. Dennoch behält die Commerzbank ihre Kaufempfehlung für die Fresenius-Vorzüge einstweilen bei.
Fresenius hatte konzernweit im zweiten Quartal einen Umsatzanstieg um 19 Prozent auf 2,03 Milliarden Euro und eine Steigerung des operativen Ergebnisses um elf Prozent auf 306 Millionen Euro gemeldet. Allerdings hatte das Unternehmen bereits im August bei der Vorstellung der Zahlen darauf hingewiesen, dass APP im Quartal "nicht ergebnisneutral" geblieben war. Einer der Gründe: Preisdruck bei etablierten Produkten.
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