"IWF reduziert BIP-Prognosen für Deutschland um 0,3 Prozentpunkte
Die Folgen des Iran-Kriegs wirken sich bereits deutlich auf die Weltwirtschaft aus: Der Internationale Währungsfonds hat seine Wachstumsprognose von 3,3 % auf nun 3,1 % gesenkt und erwartet damit ein Plus deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt. Zugleich rechnet der IWF mit einem spürbaren Anziehen der weltweiten Inflation auf 4,4 %, deutlich mehr als noch im Januar vorhergesagt (3,8 %). Für Deutschland reduzierte der IWF die BIP-Prognose jeweils um 0,3 Prozentpunkte auf nun +0,8 % für 2026 und +1,2 % für 2027. Zuvor hatten die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute ihre gemeinsame Wachstumsprognose noch deutlicher gesenkt: Für 2026 auf +0,6 % und für 2027 auf +0,9 %.
Europäische Konzerne vor Q1-Saison
Die Berichtssaison für Q1 steht aktuell in den Startlöchern. Nachdem nun fast alle Unternehmen ihre Zahlen zum Schlussquartal 2025 veröffentlicht haben, blicken wir kurz darauf zurück: Die im europäischen Aktienindex STOXX Europe 600 vertretenen Unternehmen konnten ihre Erträge in Q4/2025 insgesamt deutlich steigern. Im Median sprang das EBITDA in Q4 um 18 % gegenüber dem Vorjahresquartal auf ein neues Rekordergebnis. Die Brutto-Finanzschulden stiegen zum Jahresende 2025 im Median zwar auch fast auf ihren bisher höchsten Stand (von Mitte 2024). Aber gleichzeitig bauten die Unternehmen ihre Netto-Finanzschulden in Q4 deutlich ab. Gestiegene Cash-Bestände bieten in der Breite wieder solide Sicherheitspuffer. Bei Betrachtung der Median-Werte im STOXX Europe 600 haben sich die europäischen Unternehmen gut entwickelt. Dies schließt nicht aus, dass einzelne Branchen oder Unternehmen mit schwächeren Erträgen zu kämpfen haben. Die anstehende Berichtssaison für Q1/2026 wird zeigen, inwieweit der Iran-Krieg bereits zu Belastungen für die Unternehmen geführt hat. Zudem stehen die Ausblicke der Unternehmen im Fokus.
Heute auf der Agenda
Für den Euroraum wird heute die Entwicklung der Industrieproduktion für den Februar veröffentlicht. Nach dem Rückgang im Januar (-1,5 % gegenüber dem Vormonat) rechnen wir nun mit einem leichten Plus. Erst am Abend unserer Zeit erscheint das mit Spannung erwartete Beige Book der Fed, in dem die US-Notenbank ihren Konjunkturbericht vorlegt. Hoffnungen auf neue Friedensgespräche zwischen den USA und Iran verhalfen den Aktienmärkten gestern in Europa und den USA sowie heute Morgen auch in Asien zu Kursgewinnen."
Quelle: IWF senkt Wachstumsprognosen | stock3