20 magere Jahre für Aktien?


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20 magere Jahre für Aktien?

 
04.02.02 20:37
"The Bond is Back", lautet der Titel einer aktuellen Studie des Global Markets Research der Deutschen Bank. Die Autoren Jamil Baz, Marcel Cassard und George Cooper befassen sich darin nicht mit den neuesten Abenteuern des britischen Geheimagenten, ihre Story ist aber ebenfalls spannend.

Die Marktstrategen prüfen in der Studie die Bewertung von Aktien im Vergleich zu Anleihen. Dabei kommen sie zu dem Schluss, dass Anleihen aktuell und für absehbare Zukunft eindeutig die attraktivere Alternative für Investoren sein dürften.

Betrachte man das gesamte letzte Jahrhundert, so falle auf, dass einer turbulenten, von Kriegen und Handelsbarrieren geprägten ersten Hälfte eine vergleichsweise ruhige zweite Hälfte gegenüberstand. In den letzten 20 Jahren hätten zusätzlich sinkende Inflationsraten und niedrige Zinsen die Performance von Aktien positiv beeinflusst. Da die Inflationsrate in den Industriestaaten bei Niveaus zwischen 1,0 und 3,0 Prozent kaum mehr Spielraum nach unten aufweise, werde in Zukunft diese Unterstützung wegfallen.

Die fetten Jahre sind vorbei

Auch andere Entwicklungen hätten für einen gewissen Zeitraum Auftrieb gegeben, seien aber nicht wiederholbar. Die Experten nennen das steigende Gewicht der sogenannten Baby-Boomer bei den Kapitalanlagen, das Ende des Kalten Krieges und eine aktienfreundliche Steuerpolitik.

Die fetten Jahre an den Aktienmärkten seien eine Ausnahme, nicht die Regel, schließen die Verfasser der Studie. Anleger müssten sich darüber im Klaren sein, dass ein derart günstiges Umfeld für Dividendenpapiere nicht ein Dauerzustand sein könne.

Auf dem jetzigen Niveau spräche eine Reihe von Faktoren gegen eine anhaltende Outperformance der Aktien, heißt es in der Studie. So sei die Dividenden-Rendite in den vergangenen Jahren deutlich gefallen und mit durchschnittlich rund 1,3 Prozent bei US-Werten so tief wie nie zuvor. Außerdem befinde sich die Risikoprämie von Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren seit Mitte der 80er Jahre auf ungewöhnlich niedrigem Niveau.

Szenario für die nächsten 20 Jahre

In einem Rechenmodell spielen die Deutschbanker ein Szenario für die kommenden 20 Jahre ausgehend von den heute bekannten Daten durch. Die Experten betonen, dass sie dabei sehr optimistische Annahmen zum Umfeld für Aktien, beispielsweise dem Wirtschaftswachstum, voraussetzen.

Das Ergebnis: Die Wahrscheinlichkeit, dass Aktien mit Sicht auf 20 Jahre eine bessere Rendite als Anleihen erzielen, liegt lediglich bei 37 Prozent. Für England ergebe sich ein Wert von 44 Prozent, für Deutschland immerhin noch 47 Prozent. In den 90er Jahren hätte das Rechenmodell jedoch Werte zwischen 60 bis 70 Prozent für die Aktienmärkte erreicht.

Die Experten räumen ein, dass ihr Ergebnis der Intuition und der mehrheitlichen Meinung unter Fachleuten widerspreche. In der Vergangenheit hätten Aktien fast ausnahmslos über 20jährige Perioden Anleihen geschlagen. Doch die analytisch ungewöhnlich hohe Bewertung von Aktien spreche für die kommenden zwei Dekaden gegen eine Wiederholung dieses Schemas. Vielmehr müsse damit gerechnet werden, dass Aktien in einigen Jahren den Ruf eines riskanten Investments mit geringer Rendite genießen.

stock-world.de
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positiver:

Jetzt machen sich die sogenannten Experten-

 
04.02.02 20:55
typen schon gegenseitig fertig. Die wissen tatsächlich nicht, was sie anrichten.
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Schnorrer:

Alle ein wenig hilflos. Ich biete Abhilfe. Gut,

 
04.02.02 21:04
das ist Werbung, aber ich riskiere es:

Immanuel Wallerstein
UTOPISTIK
Historische Alternativen des 21. Jahrhunderts
ISBN 3-85371-184-7, ca. 128 Seiten, br., ca. Euro 9,90; sFr. 18,30
Aus dem Amerikanischen von Jürgen Pelzer
Erscheint im März 2002

Wallersteins These lautet: die Welt befindet sich im Zeitalter des Übergangs. Eine strukturelle Krise hat zu Beginn des 21. Jahrhunderts die Zentren der Weltwirtschaft erreicht. Die von der mächtigsten Militärmacht USA und den Profiteuren der Weltwirtschaft dominierten Beziehungen zwischen Nord und Süd sind gerade dabei, ihr Gleichgewicht zu verlieren und ins Chaos zu stürzen. Die liberalistische Ideologie, das moderne, für die Kapitalverwertung unabdingbare Staatensystem sowie die Wohlfahrtsprojekte für die Zentren der Weltwirtschaft haben ihre Glaubwürdigkeit verloren. Radikalismen und Fundamentalismen beherrschen zur Zeit das gesellschaftliche Bild im Norden wie im Süden und tragen zur Demontage der staatlichen Strukturen bei. Die Schwächung des Staates, ist Wallerstein überzeugt, führt die großen Akkumulateure direkt in die Krise. Dies ist die historische Chance für ein besseres, ein gerechteres Wirtschaftssystem.

Ein Plädoyer für eine post-kapitalistische Gesellschaft. Ein Buch, das einen gleichermaßen faszinierenden und provokanten Blick in unsere kollektive politische Zukunft wirft. Vor den Anschlägen auf das World Trade Center geschrieben, kann es dennoch als Antwort auf die Fragen gelesen werden, die sich im Anschluss daran stellen: Der so genannte Antiterrorkrieg der USA ist die "ultima irratio" kapitalistischer Verwertung, er drückt die fundamentale Krise des Systems aus, die Wallerstein aus seiner Analyse von 500 Jahren Weltgeschichte in die Zukunft blicken lässt.

www.mediashop.at/022polit/202wallutop.htm

Der Autor:
Immanuel Wallerstein, Jahrgang 1930, ist Professor für Soziologie und als Direktor des Fernand Braudel Center for the Study of Economies, Historical Systems and Civilizations an der Binghamton University (New York) sowie am Maison des Sciences de l'Homme in Paris tätig. Neben den bislang drei Bänden über das moderne Weltsystem veröffentlichte er unter anderem: "Rasse, Klasse, Nation" (gemeinsam mit Etienne Balibar). Seine Bücher wurden bislang in mehr als 20 Sprachen übersetzt.

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