weiter toller Analyse der es auf dem Punkt bringe
Kritikus65 schreibt
Bei allen Verdiensten, die sich unser Führungstrio um den BVB erworben hat, müssen jetzt kritische Fragen erlaubt sein. Kollektives Jammern und Schuldzuweisungen Richtung München lösen die Probleme nicht. Man hatte/ hat es in den eigenen Händen, sich dauerhaft oben festzusetzen. Nach oben zu gelangen, war ein arbeitsintensiver Weg, sich dort zu etablieren, ist bekanntlich weitaus schwieriger.
Man muss endlich akzeptieren (auch innerlich!), dass der FCB auf Jahre enteilt ist. Bayern ist nicht nur vom Kader, sondern auch vom Management um Längen voraus. Die Granden bei Bayern gehörten zu ihrer Zeit fußballerisch zur Creme de la Creme des DEU Fußballs.
Ich bin seit 1965 BVB-Fan im Sinne des Wortes. Für mich geht es in erster Linie um den sportlichen Erfolg des VEREINS. Spieler sind heutzutage - im Gegensatz zu meiner Zeit, als man seinem Verein treu blieb - Variable. Einzelne Spieler durch den Kakao zu ziehen, hilft nicht weiter, dennoch sollte man schwache Leistungen durchaus kritisieren dürfen. Meine Kritik richtet sich jedoch vorrangig gegen die Verantwortlichen, in der Hoffnung, dass man aus den Fehlern lernt. Der gestrige Artikel von „NOVA“ hat Einiges schon auf den Punkt gebracht.
Fakt ist, dass man sich nach den Meisterschaften nicht verstärkt, sondern eher geschwächt hat. Bereits Stillstand bedeutet Rückschritt. Auf die Verletztenmisere, durch den Ausfall Kubas noch verschärft, hat man nicht adäquat reagiert. Ganz dicke Fragezeichen hinter Gündogan und Hummels; außerdem sind Bender und Kehl stets heiße Ausfallkandidaten. Ist es nur fahrlässig oder schon verantwortungslos, mit dem verbleibenden Kader auf drei (vier mit NM) Hochzeiten zu tanzen?
Geld müsste eigentlich vorhanden sein. In der CL wurden mehr als 65 Mio. eingespielt, durch Transfers, incl. Perisic, kamen nochmals mehr als 50 Mio. hinzu, die in Neuzugänge investiert wurden. Natürlich müssen Steuern gezahlt werden. Ist die Investition in Infra unter dem Aspekt Nachhaltigkeit noch nachzuvollziehen, so muss bei den Super-Boni für die Chef-Etage zumindest nachgefragt werden. Dass auch die kleinen Angestellten belohnt werden, ist mehr als okay, aber welchen herausragenden Beitrag hat z.B. ein Herr Tress geleistet, der einen solchen Betrag rechtfertigt? Übrigens die Nationalspieler bekämen im Falle des WM-Titelgewinns jeweils 300.000 €. Sportlicher und wirtschaftlicher Erfolg hängen von der Leistung auf dem Platz ab. Man kann einen Fußballverein nicht ausquetschen wie eine Zitrone, um Vorstände und Aktionäre zu bedienen. Vielleicht schieße ich hier ein wenig übers Ziel hinaus, aber Übertreibung dient der Transparenz. Der Kleinaktionär und Fan, so ein älterer Herr anl. der letzten HV unter Niebaum, will mit der Aktie nicht spekulieren, sondern hängt sie sich über sein Bett.
Man versucht krampfhaft, das Ökonomische Prinzip neu zu definieren, indem man mit minimalem Aufwand maximalen Erfolg erreichen will. Dass das nicht funktionieren kann, müsste dem Unternehmer Watzke eigentlich klar sein. Man darf nicht dem Größenwahn des Duos Niebaum/Meyer nacheifern, sondern muss mit Bedacht sowohl in Steine aber auch in Beine investieren. Niemand verlangt einen 35-Mann-Kader!!! - aber auf der Bank sollte schon die eine oder echte Alternative sitzen.
Die vielleicht in manchen Teilen überzogene Erwartungshaltung der Fans wird durch vollmundige Ankündungen des Herrn Watzke weiter gesteigert. Bislang blieb es jedoch immer nur bei Versprechungen. 27 Mio. für Miki auszugeben, war keine Forderung der Fans (Trotzreaktion Klopp/Watzke?). Keine Schuldzuweisung an Miki, aber so wie sich der Transfer MOMENTAN darstellt, eine Fehlinvestition. Das gilt auch für die Verpflichtung Schiebers (2 Tore beim 4:4 gegen Stuttgart) sowie das Beharren auf Vertragserfüllung bei Lewandowski. Verletzter Stolz sowie Verbohrtheit von Herrn W. kosten den Verein nur hier mindestens 15 Mio. €. L. ist meilenweit von seiner Vorjahresform entfernt. Er lässt ähnlich wie in seiner ersten Saison viele Chancen liegen und ist daher nicht mehr ein Garant für die CL-Quali als ein Neuzugang für 15 - 20 Mio. €, bei dem man dann aber vier Jahre Ruhe hätte.
Reus wurde als bester Spieler der Saison verpflichtet, ein Beweis dafür, dass er ein guter Fußballer ist. Anstatt seine Fähigkeiten gewinnbringend einzubauen, wurde er in ein System gepresst, wo er nur ansatzweise so zur Entfaltung kommt wie in Gladbach (gilt vielleicht auch für Miki). Seine Leistungskurve ist gefallen, sein Stammplatz in der Nationalmannschaft gefährdet, weil er im Vergleich zu seinen Konkurrenten mehr Defensivarbeit leisten muss, was sich negativ auf seine Offensivleistung auswirkt. Ein offensiv wirkungsvoller AV kann den Kreativspieler unterstützen und dafür natürlich eine „Gegenleistung einfordern“. Beim BVB ist der li AV vorne wirkungslos und sollte sich daher um seine originäre Aufgabe kümmern. Vorne eiert er umher, hinten fehlt er…
Wenn ich so teure Spieler verpflichte, dann muss ich mir deren Qualitäten zu Nutze machen und eventuell bei meinem System ein wenig nachjustieren, frei nach dem Motto : Nobody is perfect – there is always room for improvement! Wäre man dazu bereit, hätte man durchaus auch technisch versierte Spieler für max. 15 Mio. verpflichten können, die aber bekanntlich nicht ins Klopp´sche System passen. Da offensichtlich viele gute Spieler nicht in sein System passen, muss man auch dessen Tauglichkeit überprüfen. Das erinnert mich an die Radio-Meldung über 1 Geisterfahrer, die dieser mit Gelächter kommentiert und von HUNDERTEN spricht….
Mit diesem System hatte man einige Jahre Erfolg, die letzte BL- Spielzeit sowie die Hinrunde zeigen, dass es zumindest auf den Prüfstand gehört. Das intensive Laufspiel ist für hungrige junge Spieler geeignet, die nach oben wollen. Hat man den Sprung von der Dorf- auf die Hauptstadtbühne geschafft, werden aus einem Team ELF ICH-AGs. Neben dem finanziellen Anreiz wollen sich technisch gute Spieler auch fußballerisch weiterentwickeln, beim BVB zählen vorrangig die gefressenen km. Spieler wie Götze wollen Fußball spielen und nicht Woche für Woche 12 km rennen. Der Mainzer Manager Heidel hat vor ein paar Wochen die Klopp´s Spielphilosophie erläutert. Klopp lief als Spieler aufgrund begrenzter technischer Fähigkeiten stets dem Ball hinterher, Balleroberung war Schwerpunkt, nicht die spielerische Dominanz. Sein bevorzugter Spielstil ist eher destruktiv denn kreativ. Er hält starr an seinem System fest, obwohl es schon seit längerer Zeit nicht mehr wie gewünscht funktioniert. Die Mannschaft wirkt bisweilen hilflos, alles geschieht überhastet, Bälle gehen zu schnell verloren, die Präzision im Passspiel sowie im Abschluss fehlt. Gibt es keinen Plan B? Gestern oder vorgestern habe ich einen witzigen, aber durchaus treffenden Beitrag zum Klopp´schen System gelesen. Ein Ziegenbock wollte an eine hinter einem Baum stehende Ziege gelangen. Er rannte gegen den Baum. Nachdem dieser nicht umkippte, nahm er mehr Anlauf….
Auch bei den Verträgen scheint es nicht immer rund zu laufen. Gefühlsduseleien sind hier absolut fehl am Platze. Hier muss, ähnlich wie auf Spielerseite, fair, aber knallhart verhandelt werden, Emotionen haben hier nichts zu suchen. Verärgert, vielleicht auch über seine eigene Naivität, über das Ziehen der Ausstiegsklausel im Falle Götze, will W. zunächst keine AK mehr akzeptieren. Wie man richtig damit umgeht und die AK positiv für die eigenen Zwecke nutzt, kann er sich ja mal von Herrn Heldt erklären lassen. Seriös vollzogene Transfers können für abgebenden und aufnehmenden Verein und für den Spieler vorteilhaft sein.
Wenn ja, warum waren dem BVB bei Lewandowski die Hände gebunden? Bei Gündogan scheint sich etwas Ähnliches anzubahnen. Soweit mir bekannt, wollte Vidal auch zu den Bayern, Leverkusen hat ihn aber nach Turin verkauft…
Man kann das Vehikel Transfer auch nutzen, um Leistung preiswerter einzukaufen. Für mich ist Hummels vom Potential her einer der besten IV der Welt, nur leider macht er sich das Leben durch seine Aussetzer immer wieder schwer. Seine Verletzungsanfälligkeit lasse ich unberücksichtigt. Setze ich sein theoretisches Niveau auf 95, das er aber nur zu 70 % abruft, so erhalte ich einen Leistungswert von ca. 65 und bezahle dafür 4 Mio im Jahr. Ein Spieler, wie ZUM BEISPIEL!!! Ranocchia von Inter (ITA- Nationalspieler) hat ein Niveau von 80 %, wovon er aber konstant 85% abruft. Ich erhalte als LW 68, muss aber nur 2,5 Mio dafür bezahlen. Einer Ablösesumme von 12 Mio € stünden 20 Mio. € +! als Transfererlös für Hummels gegenüber. Ich möchte Hummels auf gar keinen Fall herausekeln, er hat sich dem Verein gegenüber immer fair verhalten; aber vielleicht entspricht ein Wechsel nach Spanien ja auch seinen Interessen.
Trotz des Ernstes der Lage habe ich versucht, auch etwas Humor einzubringen. Die Sehenden werden das verstehen, bei den Verblendeten/Voreingenommenen scheint ohnehin Hopfen und Malz verloren zu sein.
Ich wünsche dem BVB alles Gute und hoffe, dass wir die CL-Quali schaffen.
Deutschland, schönes Land, schwierige Rechtschreibung (für Ausländer)