HAMBURG (dpa-AFX) - Der Verkaufsprozess für das DSL-Geschäft der Freenet AG
neigt sich nach Angaben aus Branchenkreisen dem Ende zu. Es zeichne sich ab,
dass Freenet bis Anfang November den Käufer für die Sparte mit zuletzt 1,1
Millionen Kunden bekanntgeben werde, verlautete am Donnerstag aus mit den
Vorgängen vertrauten Kreisen. Freenet-Chef Eckhard Spoerr hatte die
Breitbandsparte zum Verkauf gestellt, um die durch den debitel-Kauf gestiegene
Schuldenlast zu verringern.
Den Kreisen zufolge hat sich der Bieterkreis mittlerweile eingegrenzt. Interesse
hatten neben Großaktionär United Internet und Versatel auch die Schwergewichte
Vodafone , Telefonica , Telecom Italia und die Deutsche Telekom angemeldet.
Die besten Karten für einen Zuschlage habe im Moment United Internet, hieß es.
Telefonica und Telecom Italia wollten zunächst auf organisches Wachstum setzen
und die Deutsche Telekom habe nur geringes Interesse an einem Kauf gehabt.
Dies gelte mittlerweile auch für die Vodafone-Gruppe, die ihre Bewertung für das
Freenet-Breitbandgeschäft gesenkt habe. Deutschlandchef Friedrich Joussen wolle
höchstens 330 Millionen Euro zahlen, sagte eine mit den Vorgängen vertraute
Person. Die Wertvorstellungen von Joussen und Freenet-Chef Spoerr lägen damit
weit auseinander. Sprecher der Unternehmen lehnten einen Kommentar zu dem
Bieterprozess ab
Ursprünglich war ein Wert von rund 600 Millionen Euro für die DSL-Sparte genannt
worden. Den Kreisen zufolge liegen die Gebote deutlich unter diesem Ziel. Frank
Rothauge, Analyst bei Sal. Oppenheim, erwarten einen Verkaufserlös zwischen 370
und 420 Millionen Euro. Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass sich durch die
Finanzkrise noch ein Abschlag ergebe, schreibt Rothauge in einer Studie./mur/wiz