Die Meldung ist vom 23.05.2008 !!
Düsseldorf - Ein Gläubiger des einstigen Vorzeigeunternehmers Lars Windhorst hat gegen dessen Firma Vatas einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Der Eingang wurde vom Amtsgericht Charlottenburg bestätigt. Bei dem Gläubiger handelt es sich um den britischen Hedge-Fonds Audley Capital. Dieser fordert 29,4 Millionen Euro von Vatas. „Herr Windhorst hat uns mitgeteilt, dass er nicht in der Lage ist, die Forderung zu begleichen“, sagte Michael Treichl, der Fondsmanager von Audley dem „Handelsblatt“. „Wir gehen deshalb davon aus, dass er zahlungsunfähig ist.“
Vatas-Geschäftsführer Windhorst sieht das anders. „Dieser Insolvenzantrag wird abgelehnt“, sagte er. Die Forderung von Audley sei unberechtigt und werde gerichtlich bestritten. Gegen den Insolvenzantrag hat Vatas eine Schutzschrift hinterlegt. Die Entscheidung liegt beim Insolvenzrichter. „Wenn ein Gläubiger glaubhaft machen kann, dass eine Überschuldung vorliegt, dann wird innerhalb von wenigen Tagen ein vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt“, sagte Insolvenzspezialist Klaus Kollbach. „Bei einer Forderung von 30 Millionen Euro spricht einiges für die Einsetzung.“
In dem Streitfall geht es um ein Geschäft mit Aktien des Münchner Altersheimbetreibers Curanum. Im Dezember kaufte Audley zum Preis von 25 bis 27 Millionen Euro Aktien von Curanum. Grundlage dafür war die Zusicherung von Vatas, die Aktien im Frühjahr zum Preis von 29,4 Millionen Euro abzunehmen. Zuvor wurde das Paket von der NordLB gehalten – ebenfalls in Absprache mit Vatas. Alle gingen davon aus, dass die Curanum-Aktie starkes Potenzial besaß. Doch die Aktie fiel. Audley zog daher Anfang April seine Option und wollte die Aktien wie vereinbart zum Preis von 9,80 Euro pro Aktie an Vatas verkaufen. Vatas aber zahlte nicht. Audley verklagte darauf Vatas und zeigte Windhorst wegen Insolvenzverschleppung an. Sein Vorgehen begründet Audley-Chef Treichl mit Zeitdruck. Man befürchte, dass bei Vatas in großem Stil Aktienpakete „herumgeschoben“ würden, so „dass unsere Forderung mit jedem Tag weniger werthaltig wird“.
In einer E-Mail, die dem „Handelsblatt“ vorliegt, entschuldigt sich Windhorst bei Treichl dafür, dass die „abgegebene Verpflichtungserklärung, drei Millionen Curanum Aktien zurückzukaufen, bedauerlicherweise nicht erfüllt werden“ kann. Derzeit seien „sämtliche Konten und Depots von Vatas ... an die Credit Suisse verpfändet“. Windhorst erklärte später, die Mail sei nicht als Anerkennung der Forderung zu werten und Vatas habe keine Konten bei der Credit Suisse. S. Iwersen (HB)
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 23.05.2008)
www.tagesspiegel.de/wirtschaft/;art271,2536039
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