DaxVestor-Kolumne: Drillisch - Der nächste Übernahmekandidat
Der Markt der Mobilfunkdienstleister ist ein Milliardenmarkt. Schon vor gut einem Jahr haben wir im DaxVestor auf die Investmentchance mit unserem demnächst fällig werdenden Discount-Zertifikat auf die Drillisch-Aktie, mit dem unsere Leser einen steuerfreien Gewinn von 22 Prozent erzielen konnten, aufmerksam gemacht. Die Branche ist nach wie vor attraktiv. Mit der Übernahme von Talkline durch debitel ist zudem Bewegung in den Markt gekommen, der auch die anderen Mitbewerber unter Druck setzt.
Konsolidierungsdruck wächst
Mit dem Kauf von Talkline für 560 Mio. Euro hat debitel in der vergangenen Woche die Marktstellung bei den Mobilfunk-Serviceprovidern (MSP) noch einmal deutlich gestärkt. Der Marktanteil von debitel/Talkline liegt zusammen bei gut 60 Prozent. MSP verkaufen über eigene Vertriebskanäle Verträge von Mobilfunkgesellschaften wie Vodafone, E-Plus, T-Mobil und O2 an Endkunden. Dabei kann es sich um Prepaid-Kunden handeln ebenso wie um Vertragskunden. Alle MSPs haben sich inzwischen verschiedene Vertriebskanäle aufgebaut. Neben Discount-Angeboten gibt es stationäre Verkaufsstellen, z.B. in den Media-Markt- und Saturn-Filialen (debitel), bei Karstadt (Talkline) oder bei Rewe (Drilllisch). Mit dem Zusammengehen von debitel und Talkline hat sich für die anderen Mitbewerber die Situation deutlich verändert. Der größte verbliebene Player ist nun freenet, gefolgt von Drillisch und dem britischen Phone House. Gerade für Drillisch werden die Alternativen für eine externe Expansion immer knapper. Mit der Verkaufsbereitschaft der Briten für ihre deutschen Aktivitäten rechnen Branchenkenner nicht ernsthaft. Damit bleibt nur noch freenet (mobilcom) als möglicher Partner für Drillisch übrig.
Die Vorteile größerer Marktmacht
Einer der Hauptbeweggründe für das Zusammengehen von debitel und Talkline dürften Synergien in verschiedenen Bereichen sein. So wird mit einem steigenden Marktanteil auch die Verhandlungsposition gegenüber den Handyherstellern, Netzbetreibern und Vertriebspartnern gestärkt. Im eigenen Haus helfen gemeinsame Aktivitäten von IT, Marketing und Software die Personalkosten zu senken. Last but not least wird auch der Vertrieb auf eine stärkere Basis gestellt. freenet-Chef Eckhard Spoerr, der ebenfalls um Talkline geworben hatte, sieht sein Unternehmen bereit für weitere Zukäufe – auch nach der geplanten Sonderdividende von sechs Euro seien genügend Mittel vorhanden, um diesbezüglich aktiv werden zu können. Unter Zugzwang sieht sich Spoerr jedoch nicht. Diese Aussage hört sich jedoch fast schon an wie das berühmte Pfeifen im Walde, denn schließlich ist freenet keine Fondsgesellschaft, sondern ein Unternehmen, das durch seine operativen Tätigkeiten Geschäfte macht. Natürlich ist Drillisch für freenet nun das Übernahmeobjekt Nummer Eins.
Fazit
Nach der jüngsten Korrektur an den Märkten ist auch die Drillisch-Aktie zurückgefallen. Dies eröffnet eine Einstiegsgelegenheit für die Spekulation auf eine mögliche Übernahme.
Stefan Böhm (Diplom-Volkswirt) ist Chef-Redakteur des DaxVestor Börsenbriefs. Weitere Informationen finden Sie unter: www.dax-vestor.de
Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die Smarthouse Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.
Quelle: www.finanzen.net/news/news_detail.asp?NewsNr=537930