Ich würde hier gerne mal fragen, was Ihr von Drillisch als sehr langfristige Anlage haltet. Mit langfristig meine ich nicht 1,2 Jahre sondern vielleicht 5 oder mehr. Das würde sich dann auf einen Zeitraum bis ins Jahr 2010 erstrecken. Diese Frage gilt natürlich nur denen die eine solche langfristige Strategie mal angedacht haben.
Meine These:
Positive Aspekte: Mobiltelefone werden sich in einigen Jahren zu kleine PDAs und Media Centers entwickeln. Bis 2010 kann man mit ihnen in standardmäßig bestimmten Geschäften einkaufen, Fahrkarten und Parkscheine erwerben (gibts ja heute bereits in beschränktem Umfang), TV sehen, Internetsurfen, mehrere Gigabite Daten speichern, VOIP, spielen, MP3s hören, GPS und noch einiges mehr. Das Festnetz wird schrittweise ersetzt und die Festnetzanbieter können nur mehr mit Schleuderpreisen Paroli bieten. (z.B. Festnetztelefonieren innerhalb der Stadt zum Gratistarif ala USA) Langfristig bis z.B. 2020 werden Handies intelligenter werden und ihre Besitzer in diversen Lebensbereichen "beraten". (z.B. wo finde ich einen Installateur der am Samstag offen hat, wieviel kostet ein Bigmac in Paris, welche Schuhmodenfarbe ist derzeit "in" etc.)
Negative Aspekte: Der Preiskampf wird hart und Anbieter versuchen zu dumpen. Einige mit fetten Kostenstrukuturen werden es nicht schaffen und werden zusperren oder billig gekauft. Billigstfirmen mit Nullservice und beschränkten Diensten (z.B. kein UMTS etc.) mit nicht mehr als 100 Angestellten werden im Minimum 40% des Marktes abschöpfen. (siehe Entwicklung mit Telering in Österreich)
Warum die Kunden weniger Wert auf Service legen werden, und mehr auf den Preis achten, liegt daran, daß die internen Netze und Verwaltungen besser werden und daher weniger Troubles auftreten. Die Erfahrung der Betreiber mit der neuen Technologie steigt. Sie können schneller und effizienter mit Beschwerden und technischen Problemen umgehen als heute oder noch vor 5 Jahren. Übrig bleibt der Preis. Dies kann man sehr gut mit heutigen Kabelinternetanbietern vergleichen. Sie erleben in Österreich einen regelrechten Boom, weil sich herumspricht daß das System gut und schnell funktioniert. Wärend vor 5 Jahren mirakulöse Netzausfälle und daraus resultierende Beschwerdeanrufe die Serviceleitungen blockierten, ist dies heute kaum mehr der Fall. Ich habe z.B. seit 7 Jahren UPC Telekabel als Provider und seit 3 Jahren keine ernsten Störfälle mehr gehabt. In den ersten Jahren war ständig was und ich kannte die Servicenummer auswendig :)
Was heißt das nun für Drillisch? Zum einen ist das zukünftige Marktpotential gesichert. Es wird definitiv nicht zu einer Verringerung der Handynutzung kommen. Der Trend geht in die andere Richtung. Mehr Leistung aber leider gekoppelt mit geringerer oder gleichbleibenden Bereitschaft der Kunden dafür auch mehr Geld aufzuwenden.
Für mich bedeutet das, daß die Firmen intern stärker rationalisieren müssen um weiterhin billige Tarife anbieten zu können. Momentan hat da Drillisch im Prepaidgeschäft die Nase vorn, nicht zuletzt dank IQ Works. Andere können derzeit nicht so gut mithalten und werden es auch in Zukunft nicht so leicht können. Die Marge ALLER Anbieter (nicht nur die von Drillisch - wie subtile Basher wie "Syrtakihans" zu suggerieren versuchen) wird sich allerdings aufgrund des Preiskampfes bis 2010 verringern. Wieviel am Ende netto dabei rauskommt hängt von den internen Rationalisierungserfolgen ab und weniger vom Umsatz. (organisch oder Zukauf)
Für die Aktionäre stellt sich hier die Frage ob sie nicht soweit gehen wollen und Drillisch als absolutes Langfrist-Investment sehen. Mit einer Dividendenrendite von 5% ist man ja bestens bedient. Aber...kriegt man soviel dann jedes weitere Jahr von 2006-2010? Wie ihr die Chancen und Risiken dafür seht möchte ich mit diesem (zugegebenermaßen langen) Posting wissen.