PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Nach den deutlichen Gewinnen zu Wochenbeginn hat sich der EuroStoxx 50 am Dienstag kaum von der Stelle bewegt. Der Eurozone-Leitindex legte um 0,11 Prozent auf 5.368,82 Punkte zu.
Für dich zusammengefasst:
EuroStoxx 50 stieg um 0,11% auf 5.368,82 Punkte.
Französische Regierung unter François Bayrou trat zurück.
Anglo American und Teck Resources planen Fusion im Rohstoffsektor.
Die Anleger hielten sich nach dem allgemein erwarteten Sturz der französischen Mitte-Rechts-Regierung unter François Bayrou zurück. Dieser reichte nach der verlorenen Vertrauensfrage den Rücktritt ein. Der Zentrumspolitiker hatte die Abstimmung im Zuge schwieriger Haushaltsverhandlungen anberaumt und mit einem Bekenntnis zum Sparen verbunden. Nun muss Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erneut einen neuen Premierminister finden.
"Die Abwahl der Regierung war zwar weitgehend eingepreist, weshalb eine stärkere Reaktion am Aktien- und Anleihemarkt zunächst ausblieb. Zudem ist ein ähnlicher Gewöhnungseffekt wie an die politische Unsicherheit unter einem US-Präsidenten Donald Trump erkennbar. Allerdings sollten Anleger die langfristigen politischen Risiken für die Finanzmärkte nicht unterschätzen", warnte Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Handelshaus Robomarkets.
Der französische Leitindex CAC 40 gewann 0,19 Prozent auf 7.749,39 Punkte. Außerhalb des Euro-Raums sank der Schweizer SMI um 0,26 Prozent auf 12.281,09 Punkte, während der britische FTSE 100 ("Footsie") um 0,23 Prozent auf 9.242,53 Zähler zulegte.
Aus Unternehmenssicht stand ein Milliarden-Deal im Rohstoffsektor im Anlegerfokus: Der britisch-südafrikanische Bergbaukonzern Anglo American (Anglo American Aktie) und der kanadische Kupferproduzent Teck Resources wollen sich zusammenschließen. Damit kommt es in der Branche seit längerer Zeit wieder zu einer größeren Transaktion, wobei Anglo American das Schwergewicht ist.
Mit Teck Resources, das zu den fünf weltweit führenden Kupferproduzenten zählt, werde Kupfer zum Kernstück des künftigen Konzernportfolios, bemerkte Matt Britzman, Aktienstratege bei Hargreaves Lansdown. Damit sei das künftige Unternehmen gut aufgestellt, um von der Nachfrage im Zusammenhang mit der Elektrifizierung und Energiewende zu profitieren.
Die Anglo-Papiere stiegen in London um gut 9 Prozent und hatten damit im "Footsie" die Nase vorn. Dank der nun wieder neu entfachten Übernahme-Phantasie in der Branche setzte sich die Aktien der Rohstoffunternehmen und Minenbetreiber mit einem Plus von 1,3 Prozent an die Spitze des europäischen Sektor-Tableaus. Für Teck ging es in New York zuletzt um fast 15 Prozent nach oben.
Für die Aktien von Renault (Renault Aktie) ging es an der Spitze des CAC 40 um 3,6 Prozent auf 34,15 Euro nach oben. Zuvor hatte die Investmentbank Exane BNP die Papiere des Autobauers mit "Outperform" und einem Kursziel von 45 Euro in die Bewertung wieder aufgenommen. Mit dieser Einstufung rechnet die Investmentbank damit, dass sich die Papiere in den kommenden zwölf Monaten besser als der Sektor entwickeln werden.
In Amsterdam reagierten die Aktien von ABN Amro mit einem Kursrückgang von 0,8 Prozent auf die Nachricht, dass die niederländische Regierung mit einer weiteren Reduzierung ihrer Beteiligung an der Bank beginnt. Der Staat hatte mit seinem Einstieg während der großen Finanzkrise das Kreditinstitut gerettet./la/jha/
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