ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Verluste - Brüchige Waffenruhe im Iran-Konflikt
PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Europas wichtigste Aktienmärkte sind am Freitag vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen im Iran-Konflikt eingeknickt. Trotz Waffenruhe beschossen sich die USA und der Iran gegenseitig in der Straße von Hormus. Zudem griff das US-Militär einzelne Ziele in dem Land und zwei unter seiner Flagge fahrende, unbeladene Öltanker an.
Der EuroStoxx 50 schloss mit einem Minus von 1,02 Prozent bei 5.911,53 Punkten. Daraus resultierte für den Leitindex der Eurozone ein Wochengewinn von einem halben Prozent. Außerhalb des Euroraums sank der schweizerische SMI um 0,26 Prozent auf 13.100,63 Punkte. Der FTSE 100 in London gab um 0,43 Prozent auf 10.233,07 Zähler nach.
"Die Situation in der Krisenregion bleibt angespannt und die Waffenruhe ist mehr als brüchig", warnte Christian Henke, Marktanalyst vom Broker IG. "Sollte es nicht zu einer Einigung kommen, könnten sich die Anleger sehr schnell ernüchtert zeigen und den Börsen den Rücken zuwenden."
Europaweit schwächster Sektor waren die Versicherungswerte. Swiss Life reagierten mit einem Kursrückgang von 2,7 Prozent auf eine Verkaufsempfehlung der UBS. Die Aktien der Allianz (Allianz Aktie) verloren mit 5,0 Prozent noch mehr, doch war dies dem Dividendenabschlag des Schwergewichts geschuldet.
Im ebenfalls schwächelnden Reisesektor ging es mit den Aktien der Fluggesellschaften nach unten. Die Papiere der britischen IAG büßten dabei 2,8 Prozent ein. Der sehr starke Anstieg der Kerosinpreise durch den Iran-Krieg hatte die Gewinnpläne der British-Airways-Mutter durchkreuzt. Der Ausblick deute darauf hin, dass die Konsensschätzungen für den operativen Gewinn (Ebit) in diesem Jahr gesenkt werden müssten, hieß es von der kanadischen RBC.
Gewinne verzeichneten dagegen die Technologiewerte. Hier ragten Amadeus IT mit plus 1,9 Prozent heraus. Der Anbieter von Buchungssystemen hatte mit seinen Zahlen zum ersten Quartal die Erwartungen übertroffen. Zudem hatte Amadeus trotz der Lage im Mittleren Osten seinen Ausblick bestätigt./edh/men
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