PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Europas wichtigste Börsen haben am Mittwoch vor der US-Zinsentscheidung etwas zugelegt. Für Unterstützung sorgte der Rückgang der zuletzt stark gestiegenen Ölpreise.
Für dich zusammengefasst:
Europas Börsen legten vor der US-Zinsentscheidung zu.
Der EuroStoxx 50 stieg um 0,48 Prozent auf 6.266,50 Punkte.
Aktien in der Türkei verloren über fünf Prozent an Wert.
Zum Handelsende gewann der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 0,48 Prozent auf 6.266,50 Punkte. Außerhalb des Euroraums stieg der Schweizer Leitindex SMI um 0,43 Prozent auf 13.868,66 Punkte. Der britische FTSE 100 legte um 0,28 Prozent auf 10.688,47 Punkte zu.
Dagegen mussten Aktienbesitzer in der Türkei entgegen den weltweit freundlichen Trends heftige Kursverluste verkraften. Wegen Problemen bei der Rücknahme von Fondsanteilen sackte der schon zuletzt schwache heimische Leitindex BIST 100 um mehr als fünf Prozent ab. Zwischenzeitlich wurden die Handelsaktivitäten durch eine automatische Notfall-Unterbrechung gestoppt, weil die Kurse zu stark geschwankt hatten.
Eine Zinserhöhung in den USA an diesem Abend gilt als wahrscheinlich und dürfte die Märkte nicht belasten. "Die Rentenmärkte sind hochgradig nervös", stellte Joachim Schallmayer, Leiter Kapitalmärkte und Strategie bei der DekaBank, fest. "In dieser Lage würde eine Zinsanhebung und ein klar skizzierter Fahrplan helfen, die Märkte zu beruhigen und Finanzierungsbedingungen zu verbessern."
Würde die US-Notenbank Fed dagegen nichts tun, könnte dies belasten. "Sollte die Fed nicht agieren, würde sie eine große Verunsicherung hinterlassen, was zu weiter steigenden langlaufenden Zinsen und somit zu einer weiteren Verschlechterung der Finanzierungsbedingungen führen würde", warnte Schallmayer.
Bei der Pressekonferenz nach dem Zinsentscheid steht laut Kapitalmarktexperte Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets im Fokus, welche Hinweise die Währungshüter auf ihre künftige Geldpolitik geben. "Dann wird jedes Wort auf die Goldwaage gelegt", betonte Molnar.
Im marktbreiten Stoxx Europe 600 waren am Mittwoch vor allem die Aktien von Energieversorgern , Unternehmen der Tourismusbranche und der Bauindustrie gefragt.
Erneut auf Kaufinteresse stießen auch Aktien von Unternehmen mit Bezug zum Trendthema Künstliche Intelligenz (KI). So gewannen die Anteile der Halbleiterhersteller STMicro und Infineon (Infineon Aktie) zwei und 1,2 Prozent und die des Zulieferers ASML 1,3 Prozent. Beim Energietechnikspezialisten Siemens Energy als EuroStoxx-Spitzenreiter stand ein Kursplus von 3,1 Prozent zu Buche. Die Papiere der Elektrokonzerne Schneider Electric (Schneider Electric Aktie) und ABB verteuerten sich um 1,5 und 2,1 Prozent.
Zu den wenigen Verlierern zählten hingegen die gut gelaufenen Titel der Öl- und Gaskonzerne sowie der Autobranche . Berenberg-Analyst Romain Gourvil schrieb, der Weg zu einer positiven Entwicklung im Autosektor bleibe holprig. China, geopolitische Risiken und Inflationsdruck trügen zu schwachen Ertragsperspektiven, anhaltenden Überkapazitäten und zunehmendem Wettbewerb bei. Aktien von Renault fielen mit 4,5 Prozent besonders deutlich. Analyst Gourvil macht wachsenden Gegenwind für den französischen Autobauer aus./gl/nas
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