ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Nahost-Unsicherheit treibt Kurse ins Minus

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PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Europas Aktienmärkte haben am Dienstagnachmittag ihre zuvor erzielten Gewinne abgegeben. Die Nervosität der Anleger vor der bald auslaufenden Feuerpause im Iran-Krieg verdrängte die zuvor noch im Vordergrund stehende Hoffnung auf neue Gespräche zwischen Iran und den Vereinigten Staaten. Auch der US-Leitindex Dow Jones Industrial war ins Minus gedreht, während die Ölpreise wieder zulegten.

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Der EuroStoxx 50 testete im Tagesverlauf erneut die 6.000-Punkte-Marke - einmal mehr ohne Erfolg, denn der Leitindex der Eurozone ging 0,88 Prozent tiefer bei 5.930,25 Punkten über die Ziellinie. Außerhalb des Euroraums gab der schweizerische SMI um 1,13 Prozent auf 13.134,14 Zähler nach. Der britische FTSE 100 verlor 1,05 Prozent auf 10.498,09 Punkte.

Kurz bevor in der Nacht zum Donnerstag mitteleuropäischer Zeit die 14-tägige Waffenruhe abläuft, bleibt eine Fortsetzung der Verhandlungen zwischen Teheran und den Vereinigten Staaten ungewiss. Von iranischer Seite fehlten eindeutige offizielle Signale für eine weitere Dialogbereitschaft. Zentraler Streitpunkt bleibt die US-Seeblockade iranischer Schiffe und Häfen, die US-Präsident Donald Trump erst nach einer Einigung aufheben will.

Die wieder anziehenden Ölpreise steigerten wieder die Nachfrage nach Werten aus der Öl- und Gasbranche . Deren Teilindex war mit einem Anstieg um 0,4 Prozent der einzige Gewinner neben den Versicherern . Deren Sektorindex legte noch einen Tick mehr zu und profitierte dabei unter anderem vom Anstieg der Allianz-Aktie . Die Titel des deutschen Versicherungskonzerns profitierten von einer Goldman-Sachs-Kaufempfehlung.

Deutlichere Verluste gab es in der Reisebranche , aber auch in den Bereichen Industriegüter , Lebensmittel und Gesundheit . Im Lebensmittelbereich verloren AB Foods 2,7 Prozent und im Gesundheitsbereich Novo Nordisk 4,2 Prozent.

Werte aus dem Artikel:
Euro Stoxx 50 6.221,55 -0,73%
FTSE 100 10.480,53 -0,36%
SMI 14.147,6 -0,58%

AB Foods litten darunter, dass der Handelskonzern einen kräftigen Gewinnrückgang vermeldete. Vor diesem Hintergrund verblasste die Ankündigung, dass die Briten die Modekette Primark durch einen separaten Börsengang von den Lebensmittelaktivitäten trennen wollen.

Novo Nordisk wurden von neuen Sorgen um das lukrative Geschäft mit Medikamenten gegen Fettleibigkeit belastet - genauso wie der US-Konkurrent Eli Lilly . Die US-Krankenversicherung Unitedhealth galt als Auslöser, indem sie Schwierigkeiten mit dem Vorhaben der Trump-Regierung betonte, im nächsten Jahr diese Medikamente in die US-Krankenversicherung Medicare aufzunehmen.

Sehr schlechte Stimmung kam im Rüstungsbereich und in der Flugzeugindustrie auf, was auch daran lag, dass die Kurse von US-Branchenkollegen absackten. Zum Thema wurde hier eine Warnung von GE Aerospace vor Risiken der aktuell hohen Treibstoffpreise. Diese veranlassten viele Fluggesellschaften dazu, Kapazitäten zu reduzieren, hieß es. Airbus verloren 3,3 und Safran (Safran Aktie) 6,8 Prozent. Für die Franzosen hatte das Analysehaus Jefferies zudem seine bisherige Kaufempfehlung aufgegeben.

Im Rüstungssektor gaben Thales nach Umsatzzahlen zum ersten Quartal um fast sechs Prozent nach. Ian Douglas-Pennant von UBS hob hervor, dass die Auftragseingänge die Erwartungen nicht erfüllt hätten. Im Rüstungsbereich seien die Bestellungen im Vorjahresvergleich zwar um 75 Prozent gestiegen, doch der Konsens sei hier noch anspruchsvoller gewesen./tih/he


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