PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 hat am Dienstag seine zu Wochenbeginn erlittenen Verluste ausgeweitet. Die erneute Zuspitzung der Lage im Iran-Krieg und wieder gestiegene Ölpreise verunsicherten, hieß es. Dies schüre bei den Anlegern Inflationsängste und Sorgen vor steigenden Zinsen.
Für dich zusammengefasst:
Der EuroStoxx 50 verlor 0,80 Prozent auf 6.368,98 Punkte.
Die Inflation in der Eurozone stieg im August um 3,3 Prozent.
Aktien von Air Liquide stiegen um gut zwei Prozent.
Der EuroStoxx verlor 0,80 Prozent auf 6.368,98 Punkte und erreichte das Niveau von Anfang August. Außerhalb des Euroraums legte der Schweizer Leitindex SMI um 0,34 Prozent auf 14.334,79 Punkte zu. Der britische FTSE 100 schloss nach dem Feiertag zu Wochenbeginn 0,32 Prozent niedriger bei 10.789,28 Zählern.
"Langsam setzt sich bei den Anlegern die Erkenntnis durch, dass bei der Zinsanpassung noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist", so Experte Jochen Stanzl von der Consorsbank.
Eine Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) in der kommenden Woche wegen der hohen Inflation gilt bereits als weitgehend sicher. Die Inflation in der Eurozone ist im August wegen hoher Energiepreise deutlich gestiegen. Im Jahresvergleich legten die Verbraucherpreise um 3,3 Prozent zu, wie das Statistikamt Eurostat mitteilte. Die EZB dürfte dies als Auftrag verstehen, so Thomas Gitzel von der VP Bank.
Nachdem US-Notenbankchef Kevin Warsh zuletzt seine Entschlossenheit bekräftigt hat, die Inflation in den Griff zu bekommen, steht auch eine mögliche Leitzinserhöhung der Fed im September wieder im Raum.
Unter den Einzelwerten stiegen Aktien von Air Liquide (Air Liquide Aktie) in Paris um gut zwei Prozent. Sie reagierte damit auf Presseberichte, wonach der aktivistische Investor Elliott Kreisen zufolge eine Beteiligung an dem Industriegase-Konzern erworben hat und das Management dazu drängt, die Margen zu verbessern.
Nach guten Daten einer MS-Studie mit Remibrutinib hatten die Papiere des Pharmakonzerns Novartis mit einem Plus von mehr als sechs Prozent klar die Nase vorn im SMI. Die Studienergebnisse bei schubförmiger MS entsprächen dem optimalen Szenario, schrieb Experte Matthew Weston von der Bank UBS.
Am Index-Ende sackten die Anteilscheine der Partners Group Holding um gut sieben Prozent ab. Der auf Privatmarktanlagen spezialisierte Vermögensverwalter hatte mit seinen aktuellen Geschäftszahlen nicht wie von manchen Anlegern spekuliert positiv überrascht, zudem wurde etwas unerwartet ein Wechsel an der Unternehmensspitze angekündigt.
An der Spitze bei den europäischen Sektoren lagen die Ölwerte mit einem Anstieg von 1,8 Prozent. Die Papiere von Eni (ENI Aktie) kletterten um 1,5 Prozent nach oben, Totalenergies-Aktien gewannen als bester Titel im EuroStoxx 2,8 Prozent.
Luft- und Reisewerte hatten angesichts des weiter steigenden Ölpreises und der angespannten Lage im Nahen Osten das Nachsehen. Für den Sektor ging es als Schlusslicht in der Branchenübersicht um 2,3 Prozent abwärts./la/he
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