AMSTERDAM/LONDON/PARIS/ZÜRICH (dpa-AFX) - Europas wichtigste Aktienmärkte haben am Freitag wieder zugelegt und damit das Auf und Ab der Vortage fortgesetzt. Die Verluste an der Wall Street waren bereits am Vortag eingearbeitet worden. Stabilisierte US-Futures stützten dagegen etwas.
Für dich zusammengefasst:
Europas Aktienmärkte legten am Freitag zu.
Der EuroStoxx 50 gewann 0,39 Prozent auf 5.465,97 Punkte.
Aktien von EssilorLuxottica zogen um 1,9 Prozent an.
Der EuroStoxx 50 gewann am Mittag 0,39 Prozent auf 5.465,97 Punkte. Außerhalb des Euroraums stieg der Schweizer SMI um 0,33 Prozent auf 11.914,50 Punkte. Der britische FTSE 100 zog um 0,39 Prozent auf 9.250,14 Punkte an.
Trotz Zollankündigungen aus den USA blieben die Börsen ruhig. "Die Marktteilnehmer haben die neuen Zollankündigungen des US-Präsidenten zur Kenntnis genommen, reagieren jedoch besonnen", stellte Marktexperte Andreas Lipkow fest.
Ansonsten war die Aufmerksamkeit auf die US-Inflationsdaten am Nachmittag gerichtet. Diese gelten als wichtige Indikatoren für die Geldpolitik der US-Notenbank. Ihnen kommen nach überraschend starken US-Wirtschaftsdaten vom Vortag große Bedeutung zu. "Die Hoffnungen auf noch zwei Zinssenkungen durch die Fed in diesem Jahr haben zumindest kurzfristig einen Dämpfer erhalten", so Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets zu den Daten am Donnerstag.
Ganz ohne Spuren blieben die US-Zollankündigungen jedoch nicht. So hinkten Pharmawerte dem Gesamtmarkt hinterher, auch wenn sie anfängliche Verluste eingrenzen konnten. US-Präsident Donald Trump hatte auf eine Vielzahl von Importprodukten ab Oktober neue Zölle verhängt. Ob die neuen Regelungen auf bereits geltende Abgaben - etwa länderspezifische Sätze - aufgeschlagen werden, war zunächst unklar. Vor allem Pharmaprodukte gerieten ins Visier des Präsidenten. Sollten Pharmahersteller eine Produktionsstätte in den USA bauen, könnten sie damit aber den Zoll umgehen, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social.
Die Schweizer Schwerwichte Novartis und Roche zeigten sich mit wenig veränderten Kursen gelassen. Der zuständige Pharma-Analyst von Vontobel verweis darauf, dass die Unternehmen bereits angekündigt hätten, Produktionsstätten in den USA sowohl ausbauen als auch neu bauen zu wollen. Diese Pläne seien Teil der milliardenschweren Investitionsprogramme der Konzerne.
Im sonst zulegenden Autosektor fielen die Aktien der Nutzfahrzeughersteller mit Verlusten auf. Lastwagen gehören zu den Produkten, auf die US-Präsident Donald Trump demnächst branchenspezifische Zölle erheben will. Anders als für europäische Autos, deren Import-Abgaben rückwirkend zum 1. August auf 15 Prozent gesenkt wurden, sollen auf große, schwere Lkw ab Oktober Zölle in Höhe von 25 Prozent verhängt werden.
Aktien von EssilorLuxottica waren dagegen gefragt und zogen um 1,9 Prozent an. Grund war eine Meldung des Optikkonzerns. Danach hat das Unternehmen die bislang einzige Zulassung der US-Gesundheitsbehörde FDA für die sogenannten "Stellest"-Brillengläser erhalten, die bei Kindern das Fortschreiten von Kurzsichtigkeit bremsen. Nach Ansicht von RBC-Analyst Piral Dadhania erfolgte die Zulassung etwas früher, als erwartet worden war. Mittelfristig könnte sich das Thema Kurzsichtigkeit als bedeutendes Wachstumssegment für EssilorLuxottica erweisen, fügte Analystin Veronika Dubajova von der Citibank hinzu./mf/stk
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